Schlagwort-Archive: Hansrudi Wäscher

Sigurd – Der Fluch von Rothenstein

Am 7.1.2016 verstarb in Freiburg im Alter von 87 Jahren Hansrudi Wäscher, der Pionier der deutschen Abenteuer-Comics, doch seine Helden sind unsterblich. Der ritterliche Sigurd lebt weiter und erlebt neue Abenteuer. Gerhard Förster veröffentlichte die von ihm getextete Geschichte Der Fluch von Rothenstein zunächst als Fortsetzungs-Serie in seiner Comic-Fachzeitschrift Die Sprechblase.

Sigurd - Der Fluch von Rothenstein

Das Skript entstand in direkter Absprache mit Hansrudi Wäscher, der leider die Fertigstellung der Geschichte nicht mehr erleben konnte. Gerhard Förster hat sich darum bemüht einen Comic zu schaffen, mit dem auch Leser etwas anfangen können, die noch kein einziges Werk von Wäscher gelesen haben. Dies ist ihm gelungen, denn die Geschichte, die Sigurd zusammen mit seinen Gefährten Bodo und Cassim erlebt, ist ein gradlinig erzähltes Abenteuer mit schönen Frauen,  geflügelten Höllenhunden und einem Reiter mit Totenkopf.

Sigurd - Der Fluch von Rothenstein

In Szene gesetzt wurde Der Fluch von Rothenstein vom erfahrenen Zeichner Martin Frei, der regelmäßig im deutschen MAD vertreten ist. Mit Zweierlei Blut zeichnete er nach dem Drehbuch von Felix Huby und Fred Breinersdorfer mit Zweierlei Blut einen Comic mit Tatort-Kommissar Horst Schimanski. Auch durch seinen bei Panini erschienenes Horror-Album Lanternjack qualifizierte sich Martin Frei als idealer Zeichner für einen Sigurd-Comic. Sigurd – Der Fluch von Rothenstein überzeugt dank Martin Freis sicheren Strich und seiner prächtigen Kolorierung , aber auch  durch die spannende Geschichte von Gerhard Förster.

Sigurd - Der Fluch von Rothenstein

Die Gesamtausgabe von Der Fluch von Rothenstein erschien in einer schönen 96-seitigen Hardcover-Ausgabe bei der neu gegründeten Edition Sprechblase. Die Geschichte wurde hierfür noch einmal etwas überarbeitet und ergänzt durch einen zuvor noch nicht veröffentlichten vierseitigen Epilog, sowie ein umfangreiches Making Of.

Sigurd - Der Fluch von Rothenstein

Sigurd – Der Fluch von Rothenstein liegt bereits in der zweiten Auflage vor, sowie in einer auf 111 Exemplare limitierten Sonderedition mit einem von Martin Frei signierten Druck und einem Variant-Cover, das sich an klassischen Filmplakaten orientiert.

Bezugsquelle für Normal- und Sonderedition ist: Stefan G. Schlüter

die.sprechblase, Am Prüßsee 27, 21514 Güster; Email: die.sprechblase(at)t-online.de oder unter 0176-51823576

„Sigurd – Der Fluch von Rothenstein“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier der deutschen Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Comics von Hansrudi Wäscher bei ebay kaufen, hier anklicken

Das Logbuch des Robinson

Mit diesem Band eröffnet die Edition Alfonz (Reddition, Alfonz der Comicreporter) ihre Reihe “Texte zur graphischen Literatur“. Die Themenwahl für den Startschuss ist recht mutig. Im Zentrum des Buches steht die von 1953 bis 1964 in Deutschland erschienene Comic-Serie Robinson. die zunächst ziemlich stark, doch dann immer weniger auf dem Romanklassiker Robinson Crusoe von Daniel Defoe basierte.

Das Logbuch des Robinson

Die Serie wurde zwar zunächst von Willi Kohlhoff gezeichnet, ist aber hauptsächlich bemerkenswert durch die 83 Hefte, die aus der Feder von Helmut Nickel (Don Pedro, Winnetou, Peters seltsame Reise) stammen. Dieser war ganz sicher der bemerkenswerteste deutsche Comic-Zeichner seiner Zeit. In Sachen Output konnte Nickel zwar nicht einmal ansatzweise bei seinem Kollegen Hansrudi Wäscher (Sigurd, Tibur, Nick) mithalten, doch sein Zeichenstil war sehr viel ausgereifter.

Das Logbuch des Robinson

Als Nickel 1958 sein Studium in Kunstgeschichte und Ethnologie abschloss, trat er den Posten des Kurators für die Abteilung Arms and Armored (Waffen und Rüstungen) im New Yorker Metropolitan Museum of Art an. Zeitgleich arbeitete er weiterhin als Zeichner für den deutschen Comic-Markt. Als jedoch Gagen und Belegexemplare aus Deutschland ausblieben, hörte Helmut Nickel 1965 mit dem Comic-Zeichnen auf. 2011 erhielt Helmut Nickel auf dem Comicfestival München den PENG!-Preis für sein Lebenswerk.

Das Logbuch des Robinson

Das Buch Das Logbuch des Robinson stammt aus der Feder des Nickel-Experten Detlef Lorenz, der als begeisterter Leser dabei war, als die Comics an die Kioske kamen. Viele seiner Texte erschienen zunächst im Magazin Die Sprechblase oder online bei Lorenz‘ Comic-Welt. Lorenz liefert zu jedem Robinson-Heft eine (oftmals etwas arg ausführliche) Inhaltsangabe. Außerdem weist er auf Besonderheiten hin und – dass ist für mich der interessanteste Teil des Buchs – geht auch auf das Zeitgeschehen ein. So beschreibt Lorenz persönliche Erlebnisse und berichtet etwa über Filme, die er zeitgleich mit der Lektüre des jeweiligen Robinson-Hefts im Kino sah. Wir erfahren aber auch, dass Lorenz 1958 ein erstaunliches Talent am gerade schwer angesagten Hula-Hoop-Reifen war: “Mir gelang es immerhin, den Reifen durch die Zentrifugalkräfte der Schleuderbewegungen von der Hüfte zu den Knien, wieder zurück und bis zum Hals und dann erneut abwärts rotieren zu lassen.“

Das Logbuch des Robinson

Als Band 2 der Texte zur graphischen Literatur wird Peter Osteried über Das Phänomen Watchmen informieren, vielleicht aber auch über sein Talent als Skateboard-Fahrer in der Halfpipe…

„Das Logbuch des Robinson“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Das Logbuch des Robinson“ bei ebay kaufen, hier anklicken 

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Am 7.1.2016 verstarb in Freiburg im Alter von 87 Jahren Hansrudi Wäscher, der Pionier der deutschen Comics. 2009 erhielt er auf dem Comicfestival München den PENG!-Preis für sein Lebenswerk.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Sein Agent Hartmut Becker schrieb: „In den Fünfzigerjahren hat er dem Lehning Verlag mit Sigurd, Akim, Nick der Weltraumfahrer, Falk und Tibor Millionenauflagen beschert. Und schuf damit im zerbombten Nachkriegsdeutschland eine erste Jugendkultur. Wäschers Abenteuerhelden sind bis heute unvergessen geblieben und inzwischen sogar als iPhone-App verfügbar.“

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Hartmut Becker verlegte 2011 unter dem Titel “Allmächtiger!“ auch das wohl schönste Fachbuch über Wäscher. Eine so dicke und fundierte Schwarte war schon lange fällig! Gefeiert wurde Wäscher zuvor als emsiger Schöpfer von Abenteuercomics wie Sigurd, Tibor und Nick zwar schon eine ganze Weile. Doch dies geschah eher innerhalb einer eingeschworenen Gemeinschaft von Fans, die oftmals wenig Interesse haben an Comics, die nicht von Wäscher gezeichnet wurden. Große Teile der Comicszene hingegen nahmen Wäscher wenn überhaupt nur naserümpfend zur Kenntnis. Erst 2008 erhielt Hansrudi Wäscher auf dem Comic-Salon in Erlangen einen Max-und-Moritz-Preis und musste sich diesen auch noch mit dem (ebenfalls eigenständig mehr als preiswürdigen) DDR-Comic-Pionier Hannes Hegen teilen.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics
Knigge und Becker © Comicforum.de

Andreas C. Knigge hat als Mitbegründer der Fachzeitschrift Comixene und als Cheflektor des Carlsen Verlages viel dazu beigetragen, dass Comics in Deutschland salonfähig wurden. Im Vorwort zu diesem Buch räumt Knigge ein, nicht ganz unschuldig daran zu sein, dass Wäschers Comics als “Instrumente zur Zementierung bürgerlicher Moral entlarvt und somit als reaktionär einsortiert“ wurden. Doch Knigge hat nicht nur durch das Verfassen dieses Buches Abbitte geleistet, sondern auch durch den Weg dorthin. Zur Vorbereitung hat er “in einem Crashkurs“ (mit Ausnahme der meisten Buffalo Bills und Gespenster Geschichten) sämtliche von Hansrudi Wäscher gezeichneten und geschriebenen Comics gelesen. Dies geschah “fast ausnahmslos zum ersten Mal und mit einem ähnlichen Sog als würde man alle Staffeln von Prison Break hintereinander gucken.“

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics
Das Cover der vergriffenen Hardcover-Ausgabe.

Hinzu kamen noch einige aufschlussreiche Gespräche mit Wäscher und heraus ein bemerkenswertes Stück Comic-Fachliteratur. Der versierte Sachbuchautor Knigge widmet sich nicht nur ausführlich Wäschers Figurenensemble. Er erzählt zugleich auch die Geschichte der Comics im Nachkriegsdeutschland sowie von den Verlegerpersönlichkeiten Walter Lehning und Norbert Hethke, die Wäscher mehr zu verdanken hatten als ihnen zunächst bewusst war. Auch die Bebilderung des großformatigen Buches ist exquisit, wobei es recht praktisch war, dass der Herausgeber zugleich auch der Agent von Hansrudi Wäscher ist.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Nach einigen etwas von der eigenen Begeisterung vernebelten Fan-Publikationen ist es schön, dass endlich ein Werk über Wäscher erscheint, das dessen Lebenswerk und Bedeutung für die deutschsprachigen Comics voll gerecht wird.

„Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier der deutschen Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Comics von Hansrudi Wäscher bei ebay kaufen, hier anklicken

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog

Seit 1976 erschien im Hethke Verlag jährlich ein Comicpreiskatalog. Zunächst waren auf dem Titelbild immer Zeichnungen der 50er Jahre Ikone Hansrudi Wäscher zu sehen und der Verlag benutzte den Katalog in erster Linie um die Preise der hauseigenen Wäscher-Nachdruckhefte von Serien wie „Sigurd“ oder „Nick“ in die Höhe zu treiben. Doch spätestens nachdem sich ein Verleger von Überraschungseier-Katalogen an einem (allerdings gescheiterten) Konkurrenzobjekt versuchte, bemüht sich auch der Hethke Verlag darum seinen Katalog für alle Comicfans interessant zu machen. Die Ausgabe von 2004 zierte daher gar ein Manga-Titelbild, während es danach meist wieder Wäschers wackerer Helden auf dem Cover waren. Nach dem Tode von Norbert Hethke hatte ab 2009 der Wiener Comichändler Günther Polland die Herausgabe des Katalogs übernommen.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016

Mit der Ausgabe von 2016 ist der Münchner Comic-Händler und Veranstalter von Sammlerbörsen Stefan Riedl erstmals Herausgeber. Auch er bleibt bei der bewährten Organisation und Aufmachung. Das Buch listet alphabetisch nach Serientiteln sortiert alle deutschsprachigen Comics auf, die zwischen 1945 und Mitte 2015 erschienen sind. Anhänge befassen sich mit der wenig erforschten Zeit ab 1846 und der Comic-Sekundärliteratur. Zur Auflockerung sind auf jeder Seite streichholzschachtelgroße farbige Cover abgebildet, die das Blättern im Katalog zu einem durchaus sinnlichen Vergnügen machen. Der Katalog enthält neben dem Marktreport noch einen interessanten Artikel über die britische Comic-Szene, den Andreas Hanauer nicht nur geschrieben, sondern auch mit gelungenen Porträt-Zeichnungen von herausragenden englischen Comickünstlern wie Alan Moore, Garth Ennis oder Mark Millar illustriert hat.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016
Vom Katalog gibt es auch eine limitierte Hardcover-Ausgabe mit einem anderen Cover, die bereits vergriffen ist.

Zu jedem Titel ist natürlich auch ein Preis vermerkt, den Stefan Riedl gemeinsam mit sieben weiteren Händlern und Sammlern ermittelt hat. Nach meiner Erfahrung haben sich die gelisteten Preise auch bei Verkäufen bei ebay und Amazon als durchaus realistisch erwiesen hat. Dieser Preis, der bei der ersten deutschen Ausgabe von „Supermann“ (kein Schreibfehler) von 1950 schon einmal bei 16.000 EUR und bei der ersten deutschen Micky Maus gar bei 20.000 Euro liegen kann, bezieht sich auf Comics in „sehr gutem Zustand“. Bei diesen sogenannten „Zustand 1“-Comics (die Zustände 0 bis 4 werden am Anfang des Kataloges ausführlich mit Bildbeispielen erklärt) sind „minimale Gebrauchsspuren“ zulässig und es ist somit durchaus möglich, dass sie nicht nur gesammelt sondern sogar gelesen wurden.

Den Comic-Preiskatalog 2018 bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Den Comic Preiskatalog bei ebay kaufen, hier anklicken

Den Comic-Preiskatalog 2017 bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Den Comic-Preiskatalog 2016 bei AMAZON bestellen, hier anklicken