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Posy Simmonds: Gemma Bovery

Ähnlich wie in ihrem danach entstandenen Comic Tamara Drewe, der von Stephen Frears erfolgreich als Immer Drama um Tamara verfilmt wurde und ebenfalls zuerst als Fortsetzungsserie in der englischen Zeitung The Guardian erschien, konfrontiert Posy Simmonds in ihrem mittlerweile auch verfilmten Comic Gemma Bovery ihre Figuren ebenfalls mit Motiven aus der Welt der Literatur.

Posy Simmonds: Gemma Bovery

Hauptfigur bzw. Beobachter und Erzähler ist der literarisch interessierte Bäcker Raymond Jobert, dessen Leben in einer Kleinstadt in der Normandie so vor sich hin dümpelt bis plötzlich ein englisches Pärchen eins der dortigen Landhäuser bezieht. Das ist eigentlich nichts Besonderes, doch Raymond horcht auf, als er den Namen der britischen Dame erfährt: Gemma Bovery. Er muss sofort an Gustave Flauberts Roman Madame Bovery denken und bemerkt erschreckend viele Ähnlichkeiten zwischen Gemma und jener Romanfigur, die aus Liebeskummer und finanzieller Not Selbstmord begeht. Raymond versucht dies bei Gemma zu verhindern, macht dadurch aber alles nur noch schlimmer…

Posy Simmonds: Gemma Bovery

Die auch als Kinderbuchillustratorin tätige Posy Simmonds hat für Gemma Bovery einen interessanten Stil gefunden, der Comic-Elemente mit Prosatexten und Tagebucheintragungen vermengt. Jede Seite erzählt ein in sich abgeschlossenes Kapitel und macht gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte, ist also ideal für eine Veröffentlichung als Fortsetzungsserie, funktioniert aber auch bestens bei geballter Lektüre. Simmonds sehr schön mit Grautönen “kolorierte“ Schwarzweißgrafik karikiert die Figuren ein wenig. Das passt bestens zum satirischen Grundton der Erzählung, denn Simmonds amüsiert sich über das Verhältnis zwischen Franzosen und Engländer ebenso wie über wehleidige Menschen, die glauben alles wird besser wenn sie aufs Land ziehen sowie über Zeitgenossen, die es nicht mögen wenn ihre Vorurteile unbestätigt bleiben.

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Immer Drama um Tamara

In Ewedown, einem abgelegenen Kaff im Süden Englands, betreibt Beth, die Frau des ebenso gefeierten wie arroganten Thriller-Autors Nicholas Hardiment, ein heimeliges Reservat für Schriftsteller mit Schreibblockade oder sonstigen Defekten. Die angenehme Atmosphäre für die Beth sorgt, ist ein guter Nährboden für das kreative Schaffen der angehenden Literaten. Die selbstherrlichen Auftritte vom Bestseller-Lieferanten Hardiment hingegen sorgen immer wieder für Minderwertigkeitskomplexe bei den Pensionsgästen, vor allem beim amerikanischen Autor Glen, der schon ewig an einer Biografie von Thomas Hardy arbeitet und ein Auge auf Beth geworfen hat.

Immer Drama um Tamara

Das beschauliche Leben der Möchtegern-Schriftsteller und Dorfbewohner gerät völlig durcheinander als Tamara Drewe in ihren Heimatort zurückkehrt. Das einstige hässliche Entlein ist – nachdem ihre Nase operativ erheblich verkleinert wurde – zu voller Pracht erblüht und mischt die Männerwelt gehörig auf. Während sie den bodenständigen Andy, mit dem sie einst eine sehr kurze Scheunenaffäre hatte, links liegen lässt, angelt sie sich bei einem Open Air Concert den Drummer Ben, der in einer angesagten Band spielt, was verhängnisvolle Eifersüchte bei zwei weiblichen Teens weckt. Als Tamara, die ebenfalls von einer literarischen Karriere träumt, sich auch noch mit dem Schürzenjäger Nicholas Hardiment einlässt, beginnt die Situation völlig zu eskalieren…

Immer Drama um Tamara

Immer Drama um Tamara basiert auf einem britischen Comic, der zunächst als Fortsetzungsserie in einer Zeitung erschien und bei uns unter seinem Originaltitel Tamara Drewe bei Reprodukt veröffentlicht wurde. Die Autorin und Zeichnerin Posy Simmonds, deren Comic Gemma Bovery mittlerweile auch verfilmt wurde, wiederum orientierte sich bei ihrer Geschichte an Thomas Hardys Roman Am grünen Rand der Welt, der ebenfalls zuerst in kleinen Portionen in einer Zeitung erschien. Simmonds aktualisierte die Geschichte (so wurde z. B. aus einem feschen Soldaten ein Rockstar) und konnte durch das in einem Umfeld von Schriftstellern angesiedelte Geschehen auch Details aus Thomas Hardys Biografie einfließen lassen. Doch Tamara Drewe ist trotz seiner kleinen Anspielungen für Literaturfreunde in erster Linie eine deftige Komödie über die Irrungen und Wirrungen der Liebe voller unvergesslicher Charaktere.

Immer Drama um Tamara

Als Posy Simmonds´ Comic als Buchausgabe erschien (bei uns heißt so etwas neuerdings Graphic Novel) wurde der vielseitige Qualitäts-Regisseur Stephen Frears (High Fidelty, Die Queen) darauf aufmerksam und hatte bereits bei der ersten Lektüre den fertigen Film vor Augen. Während Simmonds´ Zeichnungen dem Film als Storyboard dienten, mussten für die Comicfiguren Darsteller aus Fleisch und Blut gefunden werden. Für die Titelrolle wurde Englands Shooting-Star Gemma Arterton verpflichtet. Diese backt nach ihrer Beteiligung an Big-Budget-Produktionen wie Ein Quantum Trost, Kampf der Titanen und Prince of Persia hier ein eher kleines Brötchen. Frears war sofort von Arterton überzeugt: “Ich dachte, die würde ich gerne 90 Minuten sehen. So einfach war das.“ Umgeben von Newcomern und Charaktermimen zeigt Gemma Arterton, dass sie sehr viel mehr sein kann als schmückendes Beiwerk für männliche Hollywood-Stars. Ihre beschwingte Performance dominiert den Film. Doch auch der im Kino selten zu sehende Charakter-Mime Roger Allem als schnöseliger Erfolgsautor Hardiment, Tamsin Greig als dessen leicht frustrierte aber energische Schriftsteller-Gattin Beth sowie Bill Camp als schüchterner US-Literat auf Freiersfüßen haben ihre ganz großen Momente.

Immer drama um tamara

Immer Drama um Tamara macht sich zwar nach allen Regeln der britischen Filmkomödien-Kunst über die Macken seiner Figuren lustig, lässt ihnen aber trotzdem noch einiges an Restwürde. Der in erster Linie heiter gehaltene Film gerät auch nicht aus dem Gleichgewicht, wenn es gegen Ende für eine der Hauptpersonen ganz schön tragisch ausgeht. Stephen Frears gelang ein luftig lockeres Ensemble-Lustspiel über die Liebe auch zur Literatur.

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Gemma Bovery – Ein Sommer mit Flaubert

Das Leben des literarisch interessierten Bäcker Raymond Jobert dümpelt in einer Kleinstadt in der Normandie so vor sich hin. Doch dann bezieht plötzlich ein englisches Pärchen eins der dortigen Landhäuser. Das ist eigentlich nichts besonderes, doch Raymond horcht auf, als er den Namen der britischen Dame erfährt: Gemma Bovery.

Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert

Er muss sofort an Gustave Flauberts Roman Madame Bovery denken und bemerkt erschreckend viele Ähnlichkeiten zwischen Gemma und jener Romanfigur, die aus Liebeskummer und finanzieller Not Selbstmord begeht. Raymond versucht dies bei der attraktiven Gemma zu verhindern, macht dadurch aber alles nur noch schlimmer…

Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert

Posy Simmonds’ Comic Tamara Drewe wurde 2019 von Stephen Frears erfolgreich als Immer Drama um Tamara verfilmt. Wie es der Zufall so wollte, spielte seinerzeit Gemma Arterton (Ein Quantum Trost, The Voices) die Titelrolle der Tamara, während Posy Simmonds schon lange von Tamara Drewe einen Comic namens Gemma Bovery geschrieben und gezeichnet hatte. Jetzt geschieht das unvermeidliche und Gemma Arterton spielt Gemma Bovery.

Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert

Gemma Bovery ignorierte einfach die Teile von Posy Simmonds’ Comic, die in London spielten und entstand als französische Produktion vor Ort in der Normandie. Dabei ist die Originalfassung wegen ihrer authentischen Zweisprachigkeit besonders lustig. In der deutschen Fassung werden die englisch gesprochenen Passagen in Englisch belassen und die französischen Dialoge wurden auf Deutsch synchronisiert.  Die eigentliche Hauptfigur ist nicht die Titelheldin, sondern der Bäcker Raymond, der fast das ganze Drama um Gemma heimlich beobachtet. Dieser wird mit rührender Menschlichkeit von Fabrice Luchini verkörpert, der bereits Erfahrung mit Comicverfilmungen hat, denn er spielte den Cäsar in Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät.

Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert

Genau wie schon Immer Drama um Tamara fängt auch Gemma Bovery sehr gut den Geist von Posy Simmonds’ Comicvorlage ein. Die Französin Anne Fontaine (Coco Chanel) hat den Film vor authentisch wirkenden Hintergrund mit leichter Hand sehr pointiert in Szene gesetzt. Genau wie der Bäcker Raymond beobachtet der Zuschauer wie tragische Momente schon kurz darauf komisch sind und umgekehrt.

Gemma Bovery

“Gemma Bovery“ ist nur auf DVD und nicht als Blu-ray erschienen. Die DVD von Prokino enthält neben dem 95-minütigen Film noch ein Making Of (20:36 min, in französischer und englischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln), zwei deutsche Trailer (1:03 min + 1:22 min) und einen französischen Trailer (1:17 min).

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