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Ralf König: Frankenstein

Für die von Isabel Kreitz (Haarmann, Die Erfindung der Currywurst) herausgegebene Reihe Die Unheimlichen hat Ralf König (Der bewegte Mann, Herbst in der Hose) ein Monstrum geschaffen und es lebt! Auf 55 Seiten erzählt er seine sehr eigene Version von Mary Wollstonecraft Shelleys Klassiker Frankenstein.

Ralf König: Frankenstein

Dabei zeigt König wenig Interesse daran, die 1818 entstandene Geschichte vom “modernen Prometheus“ zu modernisieren. Seine anonym bleibende Hauptfigur liest Shellys Roman gleich nach seinem Erscheinen und schreibt einen Leserbrief an die Autorin, da er ähnliche Erfahrungen wie Dr. Frankenstein gemacht hat.

Ralf König: Frankenstein

Als junger Medizinstudent zeigte er sich stärker an der Wiederbelebung von Toten als an der Heilung von Gesunden interessiert. Daher fand er keine Befriedigung in einer Tätigkeit als Arzt und wurde stattdessen Bestatter. Dies ermöglichte ihm das Herz einer Frau, die hoffnungslos in ihn verliebt war, in den frisch verstorbenen Körper eines sehr attraktiven Wanderarbeiters zu verpflanzen…

Ralf König: Frankenstein

Es sieht so aus, als wenn sich der Totengräber einen idealen Gefährten geschaffen hat. Doch, wie er in seinem Leserbrief am Shelley zum Ausdruck bringt, sind seine Erlebnisse noch erschreckender als die im Roman geschilderten Ereignisse. Ralf König gelang in diesem kleinen Meisterstück eine perfekte Mischung aus Hommage, Parodie, Horror und Humor.

Ralf König: Frankenstein

Wie bei allen Büchlein der Reihe Die Unheimlichen kam auch bei Frankenstein nur eine Schmuckfarbe zum Einsatz. Thematisch passend wählte König Grün, denn auf allen Plakaten zu James Whales schwarzweißen Universal-Monsters-Klassiker Frankenstein von 1931 schillerte der lange Schädel von Boris Karloff in diesem Farbton. Nicht genug gelobt werden, kann die Virtuosität der Koloristen Emily Zürn und Stefan Dinter, die für eine angemessen schauerliche Farbgebung sorgten.

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Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die im April 2018 bei Carlsen gestartete Reihe Die Unheimlichen wird von Isabel Kreitz (Haarmann, Die Erfindung der Currywurst) herausgegeben. Mittlerweile sind sieben gebundene Büchlein erschienen, in denen Comic-Künstler “klassische und moderne Schauergeschichten neu“ interpretieren.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Für die Kolorierung steht jeweils nur eine Schmuckfarbe zur Verfügung. So hat etwa Barbara Yelin die amüsante Geistergeschichte Das Wassergespenst von Harrowby Hall von John Kendrick Bangs blau eingefärbt, während Olivia Vieweg für die nicht mit Leichen geizende griechische Tragödie Antigone von Sophokles blutrote Farbe verwendete.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Für die Adaption der 1902 entstandenen Kurzgeschichte Die Affenpfote von William Wymark Jacobs konnte die renommierte Illustratorin Sabine Wilharm gewonnen werden. Diese hat eine ganz besondere Verbindung zu Carlsen, denn von ihr stammen die eigenwilligen Titelbilder der deutschen Ausgaben von Harry Potter.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die Affenpfote beginnt damit, dass der schwerkranke britische Kolonialoffizier Morris seinen alten Freund White besucht. Morris erzählt von seinen Erlebnissen in Indien und von einer mysteriösen mumifizierten Affenpfote, die drei Wünsche erfüllen kann. Laut Morris wurden die Wünsche zwar erfüllt, doch glücklich ist dadurch niemand geworden. Nur sehr widerwillig gibt Morris die Pfote an White weiter…

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Sabine Wilharm setzt die Geschichte in einem eigenständigen Stil sehr mitreißend um. Dabei verwendete sie nur sehr sparsam Sprechblasen und setzt stattdessen völlig zurecht auf die Kraft ihrer Bilder. Als Schmuckfarbe wählte Wilharm Violet, was die unheimliche Wirkung ihrer Inszenierung noch steigert. Sehr werkgetreu mündet die Geschichte in ein offenes Ende, das Wilharm eindrucksvoll bebildert.

Mary Shelleys Frankenstein

Als nächstes folgt bei Die Unheimlichen Ralf Königs Interpretation von Mary Shelleys Frankenstein.

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Olivia Vieweg: Antigone

Im April 2018 startete Carlsen die Reihe Die Unheimlichen mit gleich drei hübsch aufgemachten kleinen Büchern. Isabel Kreitz (Haarmann, Rohrkrepierer), die auch Herausgeberin der Reihe ist, adaptiert in gelblichen Bildern Sarah Khans Den Nachfolgern im Nachtleben, Lukas Jüliger garniert Edgar Allan Poes Berenice mit Manga-Elementen und Nicolas Mahler (Flaschko, Alte Meister) vergreift sich einmal mehr mit schon fast an Faulheit grenzender Lässigkeit an Hochliteratur, diesmal an Elfriede Jelineks Der Fremde.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Doch das Konzept eher unbekannte Schauergeschichten von unterschiedlichen Zeichnern in schwarzweiße mit einer Schmuckfarbe kolorierte Zeichnungen in Szene setzen zu lassen, ging erst in Band 4 so richtig auf. Hier setzte Barbara Yelin (Gift, Channa Maron) John Kendrick Bangs‘ Das Wassergespenst von Harrowby Hall schaurig schön, aber auch sehr ironisch in lässigen schwarzweißen Zeichnungen um, die immer wenn der feuchte Geist auftaucht blau eingefärbt daher kommen.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Nach Birgit Weyhes Interpretation von Theodor Fontanes Unterm Birnbaum folgt ein weiterer Höhepunkt der Reihe. Olivia Vieweg (Endzeit) hat Antigone von Sophokles adaptiert, bzw. sie sich hat das Kernstück der vor fast 2.500 Jahren entstandenen griechischen Tragödie vorgenommen. Dass der Klassiker immer noch aktuell ist, unterstreicht ein Tweet, den Vieweg ihrem Büchlein vorangestellt hat: “Legalität kann nicht immer der Kompass für die Moral sein.“

Olivia Vieweg: Antigone

Antigone ist die Fortsetzung der Sophokles-Tragödien Ödipus und Ödipus auf Kolonos. Antigone hat ihre Zwillingsbrüder verloren, die sich beim Kampf um die Macht in Theben gegenseitig getötet haben. Thronfolger wird der Tyrann Kreon, der verfügt, dass der eine Bruder mit allen Ehren bestattet wird. Die Leiche von Polyneikes dem anderen Zwilling, wird auf Befehl Kreons dem Schlachtfeld liegen gelassen, weil er den rechtmäßigen König getötet hat.

Olivia Vieweg: Antigone

Antigone wiedersetzt sich dem Bestattungsverbot und bedeckt die Leiche mit Staub. Als Antigone gefasst wird, besteht sie darauf, dass es rechtens ist, Polyneikes die letzte Ehre zu erweisen, auch wenn er unrecht begangen hat. Kreon verurteilt Antigone zum Tode indem er sie lebendig in eine Grabkammer sperren lässt. Sein Argument: “Würde ich Dich damit durchkommen lassen, wäre ich kein Mann. Du wärst der Mann.“

Olivia Vieweg: Antigone

Die Themen ziviler Ungehorsam, staatliche Willkür und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sind leider zeitlos, wodurch Antigone erschreckend aktuell ist. Doch “erschreckend“ im Sinne von “unheimlich“ wird die Geschichte auch durch die von Olivia Vieweg pointiert eingesetzte Schmuckfarbe blutrot. Diese kommt vor allem im grausigen Finale des Comics (Stichwort “Krähen und Leichenteile“) zum Tragen.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die Reihe Die Unheimlichen geht weiter mit Die Affenpfote von Sabine Wilharm und Frankenstein von Ralf König.

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Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 18. November 2018 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Salón Internacional del Cómic de Barcelona

COMIC CAFÉ

Die Veranstaltung in der katalonischen Metropole ist eins der größten jährlichen Comic-Events Europas und das größte spanische Comic-Festival.

COMIC CAFÉ

Rainer Schneider hat Impressionen zum diesjährigen  Festival gezeigt.

Liebe & Tod

Zwischen 2010 und 2017 entstand eines dieser typischen Sketchbücher, die sich Comic-Aficionados von ihren bevorzugten ZeichnerInnen in Form einzelner Sketches anfertigen lassen – peu à peu über die Jahre hinweg.

Comic Café
Miguelanxo Prado

Zusätzlich interessant wird eine derartige Sammlung, wenn sie sich einem Thema widmet. So geschehen bei einem Sketchbuch, das sich für „Liebe & Tod“ interessiert.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018
Isabel Kreitz

Die gelungene Mischung aus ernsten, satirischen und burlesken Ideen, dargeboten von heimischen und internationalen Künstlern, wurde präsentiert von Rainer Schneider.

Rainer Schneider

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Regelmäßig und kontrovers diskutiere ich in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Rainer Schneider (Comicaze), Michael Khambekar und Igor Barkan (Zombiac) zu Gast.

Diese Comics standen zur Debatte:

Mit EIN COWBOY IN PARIS (Egmont Publishing) gelang Achdé and Jul das bisher beste LUCKY-LUKE-Album der nach dem Tode von Goscinny begonnenen Ära.

COMIC CAFÉ

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

In MÄDCHENWORLD (Reprodukt) erzählt Fil (Didi & Stulle) eine verquere Ponyhof-Seifenoper, in der Teenager-Girls, schwule Elektropunks und drachenbändigende Schönlinge zu einem frivolen Kammerspiel laden.

COMIC CAFÉ

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Trickfilmklassiker – ROAD RUNNER!

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Matthias Schäfer hat diesmal ausgewählte und besonders lustige Trickfilm-Klassiker mit dem ROAD RUNNER vorgestellt und die Geschichte hinter Wile E. Coyote, der den Geococcyx californianus beständig erfolglos jagt, erzählt.

COMIC CAFÉ
COPYRIGHT: Warner Bros

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Die nächste Termine ist der 13. Januar 2019

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Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Im April 2018 startete Carlsen die Reihe Die Unheimlichen mit gleich drei hübsch aufgemachten kleinen Büchern. Isabel Kreitz (Haarmann, Rohrkrepierer), die auch Herausgeberin der Reihe ist, adaptiert in gelblichen Bildern Sarah Khans Den Nachfolgern im Nachtleben, Lukas Jüliger garniert Edgar Allan Poes Berenice mit Manga-Elementen und Nicolas Mahler (Flaschko, Alte Meister) vergreift sich einmal mehr mit schon fast an Faulheit grenzender Lässigkeit an Hochliteratur, diesmal an Elfriede Jelineks Der Fremde.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Doch das Konzept eher unbekannte Schauergeschichten von unterschiedlichen Zeichnern in schwarzweiße mit einer Schmuckfarbe kolorierte Zeichnungen in Szene setzen zu lassen, will erst in Band 4 so richtig aufgehen. Hier hat sich Barbara Yelin (Gift, Channa Maron) John Kendrick Bangs‘ Das Wassergespenst von Harrowby Hall vorgenommen.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Diese Erzählung spielt Ende des vorletzten Jahrhunderts, als es noch für große Verwunderung sorgte, wenn sich jemand seine Utensilien (in diesem Falle eine Taucher-Ausrüstung) per Paketpost zusenden lässt. In Yelins Comic kommentiert eine Bedienstete dies mit: “Man stelle sich vor, jeder würde so einkaufen.“

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Bangs erzählt von einem Wassergespenst, das die Schlossherren von Harrowby Hall alljährlich am Heiligabend aufsucht, wodurch es nicht nur zu Überschwemmungen, sondern auch zu lebensgefährlichen Erkältungen kommt. Der durchaus tragische Grund für den Spuk ist ein Fluch, der einem kleinen Mädchen auferlegt wurde, das nicht mehr leben wollte. Doch der Grundton der Erzählung ist ähnlich wie in Oscar Wildes Das Gespenst von Canterville humoristisch.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Barbara Yelin hat die Geschichte in lässige schwarzweiße Bilder mit ganz vielen grauen Zwischentönen umgesetzt. Wenn das Gespenst auftaucht, kommt aber auch noch wässriges Blau ins Bild, was die schaurig-schöne Stimmung bestens unterstreicht.

Olivia Vieweg Antigone

Nach Birgit Weyhes Interpretation von Theodor Fontanes Unterm Birnbaum folgte mit Olivia Viewegs Interpretation der griechischen Tragödie Antigone von Sophokles ein weiterer Höhepunkt der Reihe, die weitergeht mit Die Affenpfote von Sabine Wilharm und Frankenstein von Ralf König.

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Gift

Auf dem Bremer Domhof befindet sich inmitten des rötlichen Pflasters ein größerer schwarzer Basaltstein mit einem eingemeißelten Kreuz. Dieser ist unbekannten Ursprungs, wird jedoch von Bürgern der Hansestadt gerne angespuckt. Der Stein soll jene Stelle markieren an der am 21. April 1831 die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen stattgefunden hat. Vor den Augen von 35.000 Zuschauern wurde damals die 46-jährige Gesche Gottfried geköpft, die gestanden hatte, 15 Menschen (darunter ihre Eltern, Kinder und Ehemänner) mit “Mäusebutter“ (einem Gemisch aus Schmalz und Arsen) vergiftet zu haben. Gift

Über die Motive von Gesche Gottfried, die in der Nachbarschaft einen guten Ruf hatte und zahlreichen weiteren Mitmenschen nicht tödliche “Mäusebutter“-Dosierungen verabreichte, wird bis heute spekuliert. Der Autor Peer Meter veröffentlichte unter dem Titel Eine Bremer Tragödie nach Einsicht in die lange verschollenen Prozessakten ein Sachbuch in dem er – anders als bisher angenommen – die Gottfried nicht als berechnende Mörderin, sondern als psychisch kranke Frau darstellt. Auch den Bremer Bürgern und Autoritätspersonen weist Meter eine Teilschuld an den Taten zu, da es schon lange vor Gottfrieds Verhaftung reichlich Hinweise und Verdachtsmomente gab.

Gift

Peer Meter hat die Geschichte von Gesche Gottfried außerdem noch zu dem Comic Gift verarbeitet. Hier erzählt er von einer (unbenannt gebliebenen) Schriftstellerin, die genau zum Zeitpunkt als die Giftmörderin hingerichtet wurde, nach Bremen reist. Die junge Frau erlebt und erfährt eine höchst ungute Stimmung in der Stadt. Sie will dort eigentlich eine Reisebeschreibung über die Hansestadt verfassen, wird jedoch immer wieder mit Gesche Gottfried konfrontiert. Dem Comic ist auf jeder Seite anzumerken, wie sorgfältig Meter recherchiert hat und wie gut er sich in der Materie auskennt. Der Leser ist ebenso begierig wie die Hauptfigur darauf, herauszufinden, wie es zu den Morden kommen konnte. Die Kohlezeichnungen von Barbara Yelin (Channa MaronDas Wassergespenst von Harrowby Hall) hingegen sind oft etwas zu detailarm und flüchtig geraten, stehen der Erzählung aber nicht im Wege.

Gift

Mit Gift kehrte Peer Meter nach 20-jähriger Pause zum Medium Comic zurück. 1990 erschien bei Carlsen von einer von der auf drei Bände angelegten und von Christian Gorny gezeichneten Serie über dem Serienmörder Fritz Haarmann lediglich der erste Teil. Doch plötzlich startete Meter voll durch und hatte gleich mehrere Comicprojekte am Start, darunter – wieder bei Carlsen – ein neuer Haarmann, diesmal gezeichnet von Isabel Kreitz (Rohrkrepierer) und komplett in einem Band.

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Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 30. Oktober 2016 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

ISABEL KREITZ WERSCHAU

Wir zeigten Impressionen von der im Köşk München in der Schrenkstraße 8 gezeigten großen Isabel Kreitz Ausstellung.

Comic Cafe

Zu sehen waren Arbeiten aus allen Schaffensphasen der Künstlerin von HAARMANN bis ERICH KÄSTNER.

Isabel Kreitz Ausstellung

Bei der rauschenden Vernissage am 20.10.2016 war Isabel Kreitz (hier im Bild mit Kurator Rainer Schneider) auch persönlich anwesend.

COMIC CAFÉ

Musikalisch untermalt wurde die Bilder-Schau vom Posaunisten Neil.

Zu Gast war STEFFEN HAAS!

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Mit seinen Motionless Movies – live vorgetragenen Comicerzählungen welche die Abenteuer einer kleinen Schar Bier trinkender Nagetiere schildern – beglückte er neben anderen Städten Europas Berlin, Hamburg und New York.

COMIC CAFÉ

Dem Thema Bier widmet sich Steffen Haas immer wieder gerne auch künstlerisch, z.B. in den Cartoon- und Comicserien wie Das Küken, die Maus und das Bier, die er gemeinsam mit Gunter Hansen für das IN MÜNCHEN, die Hofbräubrauerei und das Wirtshaus Der Pschorr verfasste und zeichnete.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Im Comic Cafe erzählte Steffen Haas über seine einzigartige Mischung aus Comic und Performance und gab dem werten Publikum gemeinsam mit Jewgjenij Schuhr (Gitarre, Percussion) eine Kostprobe seiner Kunst.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal warenIgor Barkan (Zombiac), der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) und Rainer Schneider (Comicaze) zu Gast.

Diese Comics standen zur Debatte:

Zep (Titeuf) schrieb für den Zeichner Vince die erotische Fantasie ESMERA (Splitter).

Zep & Vince: Esmera

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Die Serie WONDERBALL (Schreiber & Leser) weckt dank des klaren realistischen Artworks von Colin Wilson angenehme Erinnerungen an Klassiker des San-Francisco-Films wie Dirty Harry oder Bullitt.

Wonderball

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

ERKENNEN SIE DIE MELODIE?

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierten wir wieder unser beliebtes Musik-Quiz ERKENNEN SIE DIE MELODIE?

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Zu hören waren Free-Jazz-Versionen bekannter Melodien, die es zu erraten galt. Zu gewinnen gab es relativ wertvolle Sachpreise wie KARL DER KLEINE Printen!

COMIC CAFÉ

Danach findet wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Hier noch einige Skizzen, die Rolf Boyke während der Veranstaltung gemacht hat:

Rolf Boyke 10 2016

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 5. Februar 2017 um 18 Uhr.

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Isabel Kreitz Werkschau

Im Köşk München in der Schrenkstraße 8 wird eine große Werkschau von Isabel Kreitz mit knapp 200 Comic-Originalen gezeigt.

Isabel Kreitz Werkschau

Isabel Kreitz Ausstellung

Isabel Kreitz Werkschau

Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. Oktober:
Mo – Fr 16 bis 20 Uhr
Sa 14 bis 20 Uhr

Isabel Kreitz Ausstellung

Bei der rauschenden Vernissage am 20.10.2016 war Isabel Kreitz (hier im Bild mit Kurator Rainer Schneider) auch persönlich anwesend.

Isabel Kreitz Ausstellung

Zu sehen sind Arbeiten aus allen Schaffensphasen der Künstlerin.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!

Angefangen von Originalzeichnungen aus der Comic-Reihe um den Hamburger U-Bahn-Surfer Ralf

Isabel Kreitz Werkschau

… oder der 1993 in der Hamburger BILD-Zeitung veröffentlichten Strip-Reihe HEISS UND FETTIG.

Isabel Kreitz Werkschau

Auch Arbeiten aus der gemeinsam mit Eckart Breitschuh und Stefan Dinter realisierten Heftreihe MABUSE waren zu sehen.

Isabel Kreitz Werkschau

Eine echte Rarität sind Comics aus der ab 2001 im Manga-Magazin BANZAI! veröffentlichten Serie HALLOWEENS.

Isabel Kreitz Werkschau

2001 erschien bei Carlsen DIE LEIDENSCHAFT DES HERRN LÜHRS.

Isabel Kreitz Ausstellung

Zu sehen war auch das Original des Titelbilds der Comic-Adaption von Uwe Timms Bestseller DIE ERFINDUNG DER CURRYWURST.

Isabel Kreitz Werkschau

In DIE SACHE MIT SORGE erzählte Isabel Kreitz 2008 von einem in Tokio festhängenden Spion, dem es gelang durch das Weiterleiten der Information, dass Japan nicht plante Russland anzugreifen, bewirkte Sorge, dass die Rote Armee mit stärkeren Verbänden gegen die Deutsche Wehrmacht vorging.

Isabel Kreitz Werkschau

Natürlich wurden auch Seiten aus der von Peer Meter getexteten Mörderballade HAARMANN gezeigt.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein ganzer Raum beschäftigt sich mit Isabel Kreitz‘ aktuellem Werk ROHRKREPIERER.

Isabel Kreitz Werkschau

Basierend auf dem Roman von Konrad Lorenz wird hier eine in  der Nachkriegszeit angesiedelte Jugend auf St. Pauli sehr lebendig geschildert.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein wichtiges Thema waren natürlich auch Isabel Kreitz`Adaptionen der Kinderbücher von Erich Kästner.

Isabel Kreitz Werkschau

Mitlerweile ist nach „Der 35. Mai„, “Pünktchen und Anton“ und “Emil und die Detektive“ mit “Das doppelte Lottchen“ bereits das vierte Buch aus dieser Reihe erschienen.

Isabel Kreitz Werkschau

Mit diesen Comics hat Isabel Kreitz die Frage beantwortet, wie es ausgesehen hätte, wenn Kästners „Haus-Illustrator“ Walter Trier die Kinderbücher komplett bebildert hätte.

Isabel Kreitz Werkschau

Diese METROPOLIS Illustration entstand für einen in Frankreich bei Casterman veröffentlichten Berlin-Reiseführer.

Isabel Kreitz Werkschau

Ein Besucher war so begeistert, dass er spontan zur Posaune griff.

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Isabel Kreitz: Schlechte Laune!

Als Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Der 35. Mai“, „Die Sache mit Sorge„) 1994 ihren Comic „Schlechte Laune!“ erstmals gedruckt in der Hand hielt, war sie alles andere als begeistert. Anstelle eines preiswerten Heftes war fälschlicherweise ein Album angefertigt worden. Die Comiczeichnerin ist jedoch der Meinung das Comics eher in der Badewanne gelesen als im Regal gesammelt gehören. Daher wurde dann doch noch ein Heft produziert.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!

Anschließend erschien „Schlechte Laune!“ trotzdem als Album. Eigentlich handelt es sich dabei eher um einen Sammelband. Neben der zeichnerisch noch beeindruckenderen Fortsetzung „Ralf lebt“ und einem Vorwort von Andreas C. Knigge sind noch Hommagen von Comickünstlern wie Tim Sale („Superman for all Seasons„), Martin Frei und Timo Wuerz (“Aaron und Baruch“) enthalten.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!
Doch nicht die (Veröffentlichungs-) Form sondern der Inhalt ist entscheidend und hier ist Isabel Kreitz schon ziemlich einzigartig. Sie erzählt eine zwar auf den ersten Blick nicht gerade glaubhafte Geschichte von Hamburger U-Bahnsurfern.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!

Diese fallen immer mal wieder verstümmelt vom Zug, trauen sich daher nicht mehr an die Öffentlichkeit trauen und hausen nun in stillgelegten Tunneln.

Isabel Kreitz: Schlechte Laune!
Isabel Kreitz

Durch die klar strukturierten Figuren, das Hamburger Lokalkolorit und eine sorgfältig nachvollzogene Alltagssprache wirken die Erlebnisse dieser Außenseiter trotzdem sehr authentisch.

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Isabel Kreitz: Die Sache mit Sorge – Stalins Spion in Tokio

Dem überzeugten Kommunisten Richard Sorge gelang es in Tokio das Vertrauen des deutschen Botschafters Ott zu gewinnen. Er spionierte im Auftrag Stalins und kam an geheime Informationen heran. So prophezeite er 1941 den deutschen Angriff auf die Sowjetunion, ihm wurde jedoch nicht geglaubt.

Isabel Kreitz: Die Sache mit Sorge - Stalins Spion in Tokio

Doch durch das Weiterleiten der Information, dass Japan nicht plante Russland anzugreifen, bewirkte Sorge, dass die Rote Armee mit stärkeren Verbänden gegen die Deutsche Wehrmacht vorging. Das dadurch zweifelsohne früher eingetretene Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte der 1944 in Tokio wegen Verrats erhängte Sorge nicht mehr.

Isabel Kreitz: Die Sache mit Sorge - Stalins Spion in Tokio

Zahlreiche Bücher wurden über Richard Sorge geschrieben, drei Filme beschäftigten sich mit seinem Leben und die DDR ehrte ihn mit einer Briefmarke. Nach umfassenden Quellenstudium hat sich Isabel Kreitz (“Die Entdeckung der Currywurst“, “Der 35. Mai“, “Schlechte Laune“, “Haarmann“) der Sache mit Sorge angenommen und erzählt auf über 200 Comicseiten von der schillernden Persönlichkeit. Hauptfigur der Geschichte ist jedoch die Cembalo-Spielerin Eta Harich-Schneider, die vor den Nazis nach Tokio flüchtete. Dort lernte sie Richard Sorge kennen und lieben. Sie litt jedoch auch stark unter dessen Trunksucht und Anfällen von Jähzorn.

Isabel Kreitz: Die Sache mit Sorge - Stalins Spion in Tokio
Isabel Kreitz

Durch einen stark auf Grautöne setzenden sehr detaillierten Zeichenstil vermittelt Isabel Kreitz äußerst glaubhaft die Atmosphäre einer Welt von Menschen, die in der Fremde festhängen und niemanden trauen können. Eine zusätzliche die Geschichte vertiefende Ebene sind kurze Interview-Statements von Zeitzeugen, die die Kapitel im Stile eine TV-Doku einleiten. Abgerundet wird das gelungene Werk noch durch ein Nachwort von Frank Giese, das sich ausführlich mit dem Leben von Richard Sorge beschäftigt.

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