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Das komplette Marvel-Universum

Durch die sich immer weiter verästelnden Filme des Marvel Cinematic Universe könnte langsam der Eindruck entstehen, die einst von Stan Lee und Jack Kirby ins Leben gerufene Welt voller Superhelden könnte tatsächlich existieren. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis ein “Reiseführer durch alle Welten, Dimensionen und Galaxien“.

Das komplette Marvel-Universum

Hier nun also ein reich und farbig bebildertes Buch, das den Leser u. a. in ein ihm nur bedingt bekannt verkommenes New York entführt. Dort sind der Stark Tower und das Baxter Building, die Kommandozentralen von Iron Man und den Fantastic Four, die Hauptattraktionen. Doch auch Doctor Dooms Schurkenstaat Latveria wird als Reiseziel empfohlen.

Das komplette Marvel-Universum

Die irdischen Locations sind jedoch nur ein sehr kleiner Teil des Buchs, das auch über “Alternative Universen“ wie die 10 Welten von Asgard informiert, allerdings dem Leser verschweigt wie er in die nordische Myrhen-Welt von Thor gelangt. Einen großen Unterhaltungswert hat das Buch auch durch die launigen Kommentare der Guardians of the Galaxy, wobei sich die Textbeiträge von einem Mitglied dieser bunten Truppe, naturgemäß auf “Ich bin Groot“ beschränken.

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Hulk

Nachdem 2003 niemand so richtig begeistert war von Daredevil, sah es nicht so aus, als wenn sich diese Enttäuschung beim nächsten Film mit einem Superhelden aus dem Hause Marvel wiederholen würde. Das grüne Monstrum Hulk wurde 1962 von Stan Lee und Jack Kirby geschaffen.

Hulk

Der Wissenschaftler Bruce Banner mutierte durch einen Atombombentest zu einem zunächst grauen und später grünen amoklaufenden Monstrum. Der Hulk war in den siebziger Jahren auch Held einer recht langlebigen TV-Serie und 2003 kam ein Film mit einem gewaltigen 100 Millionen Dollar Budget in die Kinos.

Hulk

Regie führte Ang Lee, der zuvor mit höchst unterschiedlichen Filmen wie Sinn und Sinnlichkeit oder Tigers & Dragons immer voll überzeugen konnte. Doch Lee inszenierte Hulk nicht nur, sondern er „spielte“ auch das diesmal sehr große Monster, denn seine Bewegungen dienten den Spezialeffektkünstlern bei ILM als Vorlage für das computeranimierte Monster.

Hulk

Doch das Resultat ist dann leider eine einzige überlange Enttäuschung. Ang Lee findet keinen Zugang zum eigentlich recht simplen Stoff. Um der Comic-Vorlage gerecht zu werden, setzt er immer wieder gnadenlos auf eine in mehrere Sektoren unterteilte Leinwand. Dabei findet das wirklich interessanteste Geschehen manchmal nur am Rande statt.

Hulk

Auch das Drehbuch ist unnötig kompliziert und soll noch durch einen im Comic nicht vorhandenen Vater-Sohn-Konflikt aufgeheizt werden. Banner Senior dabei wird von Nick Nolte verkörpert und trägt anstelle einer Atombombe die Schuld daran, dass sein Sohn Bruce bei Wutausbrüchen immer groß und grün wird. Ferner gibt es noch „tolle“ meist im Halbdunkeln stattfindende Kämpfe gegen lachhafte Gegner wie einen mutierten französischen Pudel.

Hulk

Selbst die Tricktechnik rettet da nicht mehr viel, denn was ILM hier „zaubert“,  hat in den sechziger Jahren ein Ray Harryhausen (Sindbads 7. Reise) im Alleingang mit sehr viel mehr Charme hinbekommen. Dass es besser geht, bewies 2008 Der unglaubliche Hulk mit Edward Norton.

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Marvels

1994 unternahm der Comicautor Kurt Busiek (Astro City) ein höchst interessantes Experiment. Er verknüpfte die Geschichte der Marvel-Comics mit der tatsächlichen Geschichte.

Marvels

In seiner Story diskutieren die Bürger New Yorks im Jahre 1939 nicht nur über den aufziehenden Zweiten Weltkrieg, sondern auch über einen brennenden Superhelden namens The Human Torch. Kurz darauf steigt ein Unterwassermensch namens Namor aus dem Hudson River und Captain America sowie weitere bunt kostümierte Helden ziehen gegen die Nazis in den Krieg.

Marvels

In den 60er Jahren erleben die Bürger New Yorks dann wie sich die Fantastic Four formieren, zwei Mitglieder des Superhelden-Teams glamourös heiraten und das Quartett anschließend die Menschheit vor dem riesigen Weltenverschlinger Galactus rettet. Diese Ereignisse erlebt der Leser scheinbar hautnah durch die Augen des Fotoreporters Phil Sheldon, also quasi aus der Froschperspektive. Sheldon wird aber auch mit der panischen Angst seiner New Yorker Mitbürger konfrontiert, die in Lynchjustiz-Stimmung ausartet und erlebt schließlich hautnah den Tod von Spider-Mans Freundin Gwen Stacy.

Marvels

Ohne die ebenso hyperrealistischen wie kunstvollen plastischen Bilder von Alex Ross (der danach mit Kingdom Come ein ähnlich ambitioniertes Projekt für DC gestaltete) wäre die vierteilige Miniserie Marvels ganz gewiss nicht jener Klassiker geworden, der er heute zweifelsohne und verdientermaßen auch ist.

Marvels

Zum 10-jährigen Geburtstag von Marvels erschien in den USA ein prachtvoll ausgestatteter Jubiläumsband, der u. a. auch über viele kleine Anspielungen in den Bildern von Ross informiert. So hat dieser nicht nur Figuren aus Alan Moores Klassiker Watchmen  sondern auch die Reporter Lois Lane und Clark Kent sowie sogar Stan Lee und Jack Kirby in seinen Zeichnungen versteckt.

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Marvel Origins – Die Sechziger Jahre

Als treuer Abonnent der “Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung“ kam ich mir schon ein kleines bisschen veralbert vor, als abstelle des vorvorletzten Bandes von Hachettes Buchreihe ein Hardcoverband mit der Rückennummer “Classic 1“ ins Haus geliefert wurde.

Marvel Origins

Gestartet wurde die Reihe als ein angeblich 60-bändiger Querschnitt durch Marvels Superhelden-Universum. Ein Anreiz für den Sammler war das durchgehende sehr plastisch kolorierte Buchrücken-Bild des italienischen Comic-Künstlers Gabriele Dell´Otto, auf dem Marvel-Heroen wie Hulk, Spider-Man oder Wolverine zu sehen sind.

Buchruecken

Jetzt wird nicht nur die Reihe, sondern auch Dell´Ottos Gemälde in beide Richtungen fortgeführt. Auf der rechten Seite der Edition muss (bzw. müßte) im Bücherregal Platz geschaffen werden, für 20 Bücher mit neueren Marvel-Titeln wie die gerade zu Kino-Ehren kommende Geschichte “Avengers – Die Geburt von Ultron“ sowie der Buchrücken-Abbildung des Silver Surfers. Auf der linken Seite kommt es mit 40 Marvel Classic Bänden und Gabriele Dell´Otto The Thing sogar noch dicker, genau genommen doppelt so dick! Jeder Abonnent muss selbst entscheiden, ob er sich weitere knapp 3 Jahre monatlich mit 2 Bänden der “Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung“ beglücken bzw. beliefern lassen möchte.

Fantastic Four 1

Unabhängig davon dürfte der Band “Classic #1 “ historisch interessierten Freunden der Marvel Comics viel Freude bereiten. Denn „Marvel Origins – Die Sechziger Jahre“ enthält mit Titelbildern, kompletten Heften und Auszügen aus Marvel-Serien, die ersten Auftritte von einigen noch heute sehr aktiven Superhelden. Chronologisch angeordnet handelt es sich dabei um “Fantastic Four # 1” (November 1961, Beginn des modernen Marvel-Zeitalters), “Tales to Astonish # 27“ (Januar 1962, erster Auftritt von Ant-Man), “The Incredible Hulk # 1“ (Juni 1962, der grüne Gigant war zuerst grau, die Serie wurde nach sechs Ausgaben erst einmal eingestellt), “Amazing Fantasy # 15“ (August 1962, Premiere von Spider-Man), “Tales of Suspense # 39“ (März 1963, auch Iron Man war zuerst grau), “Tales to Astonish # 27“ (Juni 1963, Ant-Man hat eine Freundin: The Wasp), “X-Men # 1“ (September 1963, auch diese Serie schlug zunächst nicht ein und wurde 1970 nach 66 Ausgaben erst einmal eingestellt), “The Avengers # 1“ (September 1963, die Rächer sammeln sich), “The Avengers # 4“ (März 1964, Captain America taut auf und wird Avenger) sowie “Daredevil # 1“ (April 1964). Fast alle dieser legendären Comics stammen von Team Stan Lee und Jack Kirby.

Marvel Origins - Die Sechziger Jahre

Im Vorwort des Buches weist Herausgeber Marco M. Lupol vorsorglich darauf hin, dass die ersten Auftritte von Thor (April 1962 in “Journey into Mystery # 88) und Doctor Strange (Juli 1963 in “Stranges Tales # 110) “keineswegs vergessen“ wurde, sondern “in zukünftigen Bänden dieser Reihe“ erscheinen werden. Um diese Bücher wird wohl kaum ein deutscher Marvel-Fan herumkommen.

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