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80 Jahre Marvel

Das Jubiläum “80 Jahre Marvel Comics“ feiert Panini mit einer ganz besonderen Buchreihe. Im Monatstakt sind acht Hardcover-Bände erschienen, die sich jeweils auf über 200 Seiten mit den Schwerpunkten beschäftigen, die die einzelnen Jahrzehnte dominierten.

80 Jahre Marvel

Zwar erschien bereits im Oktober 1939 das Heft Marvel Comics # 1, mit dem alles begann, doch der erste Panini-Band widmet sich den 40er-Jahren und das Vorwort kann auch gute Gründe dafür benennen. Die bereits ab Ausgabe zwei in Marvel Mystery Comics umbenannte Serie präsentierte mit The Human Torch alias Die Fackel und Prinz Namor zwei Charaktere, die noch heute im Marvel-Universum aktiv sind.

80 Jahre Marvel

Sie agierten jedoch zunächst jeweils in separaten Geschichten und erst im Juni 1940 in Marvel Mystery Comics # 8 geschah etwas, was fortan zur Spezialität des Verlags wurde. Der Sub-Mariner will seinen Hass auf die Menschheit ausleben und die Fackel versucht ihn bei seinem Zerstörungstrip durch New York zu bremsen.

80 Jahre Marvel

Das Aufeinandertreffen zweier zunächst in verschiedenen Serien eingeführter Charaktere wurde immer wieder gerne bei Marvel praktiziert und zelebriert. Ein zusätzlicher Aspekt ist, dass sich die Abenteuer der Helden nicht wie bei DC in fiktiven Städten wie Metropolis oder Gotham City abspielten, sondern zumeist im realistisch dargestellten New York.

80 Jahre Marvel

Captain America ist ein Marvel-Held, der ebenfalls in den frühen 40er-Jahren debütierte, doch nachdem der Zweite Weltkrieg gewonnen war und er keine Nazis bekämpfen konnte, wurde er 1949 erst einmal in den Ruhestand geschickt. In den 50er-Jahren kam es zu einer kurzen Wiederbelebung und Captain America tritt jetzt im Kalten Krieg gegen die “rote Gefahr“ an.

80 Jahre Marvel

Der Versuch aus der in den USA herrschenden Angst vor dem Kommunismus und der Sowjetunion erzählerisches Kapital zu schlagen dauerte nur ein Jahr. Captain America wurde “auf Eis“ gelegt und in den 60er-Jahren spektakulär wieder aufgetaut. Doch auch die ab 1953 zunächst in der Reihe Young Men veröffentlichten Kurzgeschichten haben ihren ganz speziellen Reiz, zumal sie knackig erzählt und recht ansprechend vom späteren Spider-Man-Zeichner John Romita Sr. gezeichnet wurden.

80 Jahre Marvel

Der zweite Band der Reihe 80 Jahre Marvel enthält unter dem Motto „Helden in den Zeiten des kalten Krieges“ alle diese Geschichten und als Bonus mit Captain America: Theater of War – America First noch einen thematisch passenden Comic von 2008, der sich mit der McCarthy-Ära beschäftig. Zwar heißt die Figur, die sich Zeichner und Autor Howard Chaykin als Gegenspieler für Captain America ausgedacht hat, Joseph R. McMurphy, doch es wird sofort klar, wer gemeint ist.

80 Jahre Marvel

Der dritte Band widmet sich den 60er-Jahren und trägt den passenden Titel “Aufbruch in eine neue Zeit“. Naheliegend wäre es gewesen, hier zu präsentieren, wie es nach der Veröffentlichung von Fantastic Four # 1 im November 1961 Schlag auf Schlag weiterging mit Tales to Astonish # 27 (Januar 1962, erster Auftritt von Ant-Man), The Incredible Hulk # 1 (Juni 1962), Amazing Fantasy # 15 (August 1962, Spider-Man), Tales of Suspense # 39 (März 1963, Iron Man), X-Men # 1 (September 1963), The Avengers # 1 (September 1963), Daredevil # 1 (April 1964) usw.. Wer diese Comic-Hefte alle lesen möchte, dem sei der Band Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Classic I: Marvel Origins – Die Sechzigerjahre empfohlen.

80 Jahre Marvel

“80 Jahre Marvel – Aufbruch in eine neue Zeit“ geht jedoch einen anderen Weg und präsentiert in zahlreichen Geschichten von unterschiedlicher Länge wie Spider-Man in diversen Heftreihen der 60er-Jahre seine Marvel-Kollegen besucht und Abenteuer mit ihnen erlebt. Das Resultat hätte auch den Untertitel “Net-Swinging Sixties“ tragen können und ist ein unterhaltsamer Exkurs, durch das damalige Marvel-Universum.

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Der vierte den 70er-Jahren gewidmete Band kommt fast ganz ohne Superhelden aus und beschäftigt sich unter dem Motto “Die Monster kommen“ mit den Horror-Comics aus dem Hause Marvel. Enthalten sind natürlich die beiden ersten Hefte der recht erfolgreichen Serien um die klassische Horror-Mythen Tomb of Dracula (70 Ausgaben) und The Monster of Frankenstein (18 Ausgaben).

80 Jahre Marvel

Auch von der Serie Werewolf by Night hat der eine oder andere Marvel-Freund schon einmal etwas gehört und vom Ghost Rider oder Blade sowieso. Eine gute und teilweise ähnlich zusammengestellte Übersicht zum “Marvel Horror“ bietet übrigens Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Classic XXI.

80 Jahre Marvel

Der vierte Band der Reihe 80 Jahre Marvel kann jedoch auch noch punkten durch den kompletten den Abdruck der ersten (und einzigen Ausgabe) des schwarzweißen Magazins The Legion of Monsters. Hiermit wurde 1971 versucht das Erbe der EC-Comics anzutreten und zugleich den Warren Comics Konkurrenz zu machen. Dies schlägt sich auch in den redaktionellen Seiten nieder, die in dem Band komplett und auf Deutsch übersetzt zum Abdruck kommen. Genau wie in Famous Monsters of Filmland wurden “neue“ Horror-Filme wie Der weiße Hai oder Frankenstein Junior besprochen.

80 Jahre Marvel

Enthalten ist aber auch eine von Dick Giordano gezeichnete Adaption von Bram Stokers Dracula. Noch bemerkenswerter ist die Geschichte The Flies, die recht geschickt die Atmosphäre von Tod Brownings Filmklassiker Freaks von 1932 einfängt. Die Hauptfigur Chuckles hat große Ähnlich mit dem als Schlitzie the Pinhead bekannten Darsteller aus Freaks.

80 Jahre Marvel

Der Band über die 80er-Jahre trägt den Untertitel “Erstaunliche Entwicklungen“, was durch das Titelbild unterstrichen wird, das 1987 die Ausgabe 57 von Marvel Age – The Officicial News Magazine zierte und bekannte Superhelden in ungewöhnlichen Klamotten zeigt. Diese Veränderungen dokumentiert der Sammelband durch den Abdruck von neun in den 80er-Jahren erschienenen recht experimentierfreudigen Marvel-Heften.

80 Jahre Marvel

Wir erleben, wie Tony Stark stark an der Flasche hängt und Steve Rogers nicht mehr für die US-Regierung arbeiten mag, so dass Ersatzleute in die Kostüme von Iron Man und Captain America schlüpfen. Mary Jane Watson hingegen entscheidet sich das Kostüm einer Braut zu tragen und den seinerzeit ganz in schwarz agierenden Spider-Man zu heiraten. Storm trägt einen Irokesenschnitt, Hulk wird wieder grau und sein weiblicher Gegenpart She-Hulk Mitglied der Fantastic Four.

80 Jahre Marvel

Die 90er-Jahre starteten für Marvel damit, dass von Todd McFarlanes Comic-Heft The Amazing Spider-Man 2,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Dieser Rekord des meistverkauften Comichefts wurde kurz danach durch eine von Jim Lee gezeichnete X-Men-Ausgabe übertroffen, von der – auch dank zahlreicher Variant-Cover – acht Millionen über den Tresen gingen!

Wolverine

Daher ist es völlig in Ordnung, wenn die Reihe im 90er-Jahre-Band “Die Mutanten-X-Plosion“ feiert, auch wenn es die X-Men bereits seit 1963 gibt und die Serie – spätestens seit die Mutanten-Truppe Mitte der 70er durch Wolverine verstärkt wurde – zu einem großen Erfolg wurde.

Deadpool

Doch während zuvor die Abenteuer fast nur in der Heftserie X-Men stattfanden, kam es in den 90er-Jahren tatsächlich zu einer X-Plosion und dieser Sammelband enthält 10 Hefte aus verschiedenen Serien. Gemeinsam haben diese eine satte Farbgebung, ein oft recht durchgeknalltes Layout (manchmal muss bei der Lektüre das Buch gedreht werden) sowie Experimente mit verschiedenen Stilen wie Manga oder Cartoon oder extremen  die Grenzen des Genres sprengenden Figuren wie Deadpool.

80 Jahre Marvel

Der vorletzte Band beschäftigt sich mit den 2000er Jahren und trägt den Titel “Schlagzeilen“. Auf dem Cover ist jene Szene zu sehen, in der Peter Parker im Rahmen der für viel Aufsehen sorgenden Storyline Civil War auf einer Pressekonferenz seine Spider-Man-Maske abnahm. Das zugehörige Comicheft fand Aufnahme in diesen Sammelband. Hinzu kommt noch Captain America # 25, das eine Art Epilog zu Civil War ist und dem vor Gericht stehenden First Avenger einen Anschlag zum Opfer fallen lässt.

Wolverine - Origin

Mittlerweile wurden Elemente aus der Comicreihe Civil War auch im Kino für das Marvel Cinematic Universe vereinnahmt. In diesem Zusammenhang steht auch das im Buch enthaltene zweite Hefte der Reihe Wolverine: The Origin. Diese 6-teilige Miniserie entstand, weil bei Marvel befürchtet wurde, dass die brachliegende Entstehungsgeschichte Wolverines ein zentrales Thema in den X-Men-Kinofilmen werden könnte. Daher wurde zuerst im Comic enthüllt, wo dieser Mutant namens Logan eigentlich herkam.

Die Ultimativen

Das Buch enthält weitere auch heute noch bedeutende Highlights, wie die vom Buffy-Schöpfer Joss Whedon geschriebene Serie Astonishing X-Men, das erste Heft der beeindruckenden Miniserie Truth: Red, White & Black  von Robert Morales und Kyle Baker, sowie den sensationelle Avengers-Neustart Die Ultimativen von Mark Millar und Bryan Hitch. Hier kam bereits eine stark an Samuel L. Jackson erinnernde Comicfigur als Geheimdienstler Nick Fury zum Einsatz, acht Jahre bevor diese Casting-Idee auf der großen Leinwand umgesetzt wurde.

Ultimate Spider-Man

Ebenfalls dabei ist auch das erste Heft von Brian Michael Bendis‘ Ultimate Spider-Man. Obwohl es mit 46 Comicseiten doppelt so dick wie die meisten US-Hefte war, konnte diesmal das Spider-Man-Kostüm nur auf dem Cover bewundert werden. Bendis und der Zeichner Mark Bagley lassen sich sehr viel Zeit Peter Parkers Alltag vor dem Spinnenbiss zu erzählen. Bendis kann die Origin des Spinnenmannes sehr viel stärker und sensibler vertiefen als dies Stan Lee 1962 beim erstmaligen Vorstellen seines neuen Helden möglich war.

Ultimate Spider-Man

2009 kam es schließlich zu einer Begegnung zwischen Spidey und Präsident Barack Obama, der Abdruck des zugehörigen Hefts Amazing Spider-Man # 583 inklusive der sechs Variantcover bildet den Abschluss dieses hervorragend zusammengestellten Sammelbands.

80 Jahre Marvel

Abgerundet werden die Bücher noch durch Skizzen und informative Vorworte. Sehr unterhaltsam wird hier vermittelt wie und was in den jeweiligen Jahrzehnten bei Marvel erzählt wurde.

80 Jahre Marvel: Die 2010er: Das Zeitalter der Legenden

Der Abschlussband trägt den Titel “Das Zeitalter der Legenden“ und präsentiert Marvel-Comics, die zwischen 2011 und 2016 erschienen sind. Zweifelsohne haben die Kinoerfolge des Marvel Cinematic Universe mancher Veröffentlichung reichlich Rückenwind gegeben. So sind die fast komplett in Vergessenheit geratenen Guardians of the Galaxy mittlerweile auch bei uns wieder ein erfolgreicher Comic-Titel. In dem in diesem Band vertretenen Heft von 2013 spielt auch Tony Stark alias Iron Man eine wichtige Rolle.

Thanos

Ebenfalls wieder gut dabei ist Black Panther und sogar der Oberbösewicht Thanos bekam 2016 eine eigene, anfangs von Jeff Lemire (Essex Country) geschriebene, 18-teilige Heftreihe. Besonders bemerkenswert ist jedoch aktuell bei Marvel die große Anzahl weiblicher Superhelden. Ins Kino hat es ja bereits Captain Marvel geschafft, und Natalie Portman wird wohl demnächst Jane Foster den weiblichen Thor verkörpern.

80 Jahre Marvel – Die 2010er

Doch es wird wohl noch eine Weile dauern bis progressive und abgefahrene Konzepte, wie Kamala Khan, die als muslimische Tochter pakistanischer US-Einwanderer zur Superheldin der Ms. Marvel wird, oder das erstaunlich präsente einst von Steve Ditko geschaffene Squirrel Girl, das Licht der Leinwand erblicken. In einem furiosen Animationsfilm aus dem Hause Sony traten hingegen bereits der Afro-Latino Miles Morales als alternativer Spider-Man und sein weiblicher Gegenpart Spider-Gwen auf. All diese interessanten Helden präsentiert der Abschlussband in  aussagekräftigen Comicheften.

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Hit-Girl in Kanada

Mit der Reihe Frauenpower kehrten Mark Millar und John Romita Jr. zu Kick-Ass zurück. Hierin erzählen sie, wie die Soldatin Patience Lee aus Afghanistan zurückkehrt und in ihrer heimatlichen Umgebung mit drastischen Mitteln gegen Kriminelle ankämpft. Zeitgleich startet Mark Millar auch noch eine aus nur 4 Heften bestehende Miniserie in der Hit-Girl Mindy McCready ein bleihaltiges Abenteuer in Kolumbien (üb)erlebt.

Hit-Girl in Kanada

Ganz die Klasse von Frauenpower und der Originalserie erreicht der ungeniert erzählte Blutrausch nicht. Das liegt zum Teil am puerto-ricanischen Zeichner Ricardo Lopez Ortiz, der nicht bei John Romita Jr. mithalten kann und allzu oft auf Cartoon-Einlagen und riesige fast leere Panels setzt. Doch Spaß macht das Wiedersehen mit Hit Girl allemal.

Hit-Girl in Kanada

Daher ist es erfreulich, dass ein weiteres Solo-Abenteuer mit Hit-Girl folgte, das in Kanada angesiedelt ist. Diesmal fungiert Jeff Lemire (Essex Country), der bereits Millars Marvel-Comic Old Man Logan fortführte. Der Zeichner hingegen stammt nicht wie Lemire aus Kanada, sondern aus Argentinien. Eduardo Risso (100 Bullets, Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte) ist einer der eigenständigsten Künstler des US-Mainstreams.

Hit-Girl in Kanada

Er setzt auf große Panels, schwarze Flächen und ein oft überraschendes Seiten-Layout. Dies passt sehr gut zu Lemires nur von sehr kurzen ruhigen Momenten unterbrochenen blutigen Geschichte, in der Hit-Girl schwert-schwingend und sprüche-klopfend in der kanadischen Wildnis ein scheinbar allmächtiges Drogenkartell eliminiert.

Hit-Girl in Kanada

Der Spaß geht weiter! Ihr nächstes Abenteuer wird Mindy in einer von Rafael Albuquerque und Rafael Scavone gestalteten Mini-Serie, in Rom erleben.

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Jeff Lemire: Essex County

Nachdem die Mutter vom kleinen Lester starb, zog dieser zu seinem Onkel Ken aufs Land. Da dieser alleine lebt, weiß er nicht was er mit dem Jungen anfangen soll und ist ziemlich frustriert, dass Lester alle Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten ablehnt und in eine Comic-Traumwelt flüchtet. Diese teilt er mit dem seltsamen bulligen Tankstellen-Besitzer Jimmy, der – bevor er einen Puck an den Kopf kam – ein Eishockey-Star war.

Jeff Lemire: Essex County

Auf den ersten Blick sehen die schwarzweißen Zeichnungen von Jeff Lemire, dessen Serien “Sweet Tooth“ und “The Nobody“ immerhin bei DC Vertigo erscheinen, etwas arg krickelkrackelig aus. Doch wer sich auf “Geschichten vom Land“ („Tales from the Farm“)einlässt, findet darin alles was er braucht, um nachzuvollziehen wie es ist (bzw. vor einigen Jahrzehnten war), ein Jahr seiner Jugend im ländlichen Essex Country in Kanada zu verleben. Recht gelungen ist auch der – man glaubt es kaum – noch skizzenhaftere “helle“ Stil in dem Lemire Rückblenden in die Geschichte einfließen lässt.

Jeff Lemire: Essex County

Für den Comic spricht auch, dass sich Jeff Lemire trotz des geringen Umfangs seiner Erzählung nicht nur mit der kindlichen Phantasie- und Problemwelt von Lester beschäftigt (und auch nicht die naheliegende Kinderschänder-Schiene fährt). Ebenfalls sehr sensibel wird geschildert, wie der Landwirt Ken immer wieder versucht mit seinem Neffen Freundschaft zu schließen und sich nach dessen Zurückweisungen noch einsamer fühlt.

Jeff Lemire: Essex County

“Geschichten vom Land“ ist der Auftakt von Jeff Lemires “Essex County Trilogy“. Auch im zweiten  Teil „Geistergeschichten“ („Ghost Stories“) erzählt er wieder von Eishockey und dem Leben in der kanadischen Provinz. Doch abgesehen davon, dass es am Ende der diesmal sehr viel epischeren Geschichte eine kurze Wiederbegegnung mit jenem kleinen Lester gibt, der davon träumt ein Superheld zu sein, ist “Geistergeschichten“ ein völlig eigenständige Story, die allerdings genauso mitreißend und sensibel erzählt ist.

Jeff Lemire: Essex County

Im Zentrum des Geschehens stehen zwei ungleiche Brüder vom Lande. Während der eher schmächtige Lou den Traum hat, in die Großstadt zu gehen um Eishockey zu spielen, strebt der bullig-gemütliche Vince ein ausgeglichenes bodenständiges Familienleben an. Für eine kurze Weile folgt Lou seinem Bruder jedoch nach Toronto und beide feiern gemeinsam im dortigen Eishockey-Team große Erfolge. Es hätte so schön werden können, wenn Lou nicht seine Freundin und spätere Ehefrau Beth mitgebracht hätte. Nur ein einziges Mal betrügt Vince seinen Bruder, doch danach ist sein Leben praktisch vorbei.

Jeff Lemire: Essex County

Vince bleibt in Toronto, vegetiert dort unter dem Motto “Die Stadt wird nicht Teil von dir, du wirst Teil der Stadt“ vor sich hin und lässt die Kontakte zu Lou und Beth abbrechen. Erst als seine Mutter stirbt und er zum ersten Mal nach 25 Jahren nach Essex Country zurückkehrt, wird ihm klar, wie leer sein Leben ist…

Jeff Lemire: Essex County

Jeff Lemire erzählt zwar eine tieftraurige Geschichte, zeigt aber auch, dass wir alle Schmiede unseres eigenen Glückes sind und es jederzeit in der Hand haben unser Schicksal zum Besseren (aber leider auch zum Schlechteren) zu wenden. Die Lässigkeit mit der Lemire seine rotzigen schwarzweißen Bilder (und diese klobigen Nasen!) zu Papier bringt, steigert den Genuss an diesem großartigen Comic-Roman.

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Mit „Die Krankenschwester“ („The Country Nurse“) vollendet Jeff Lemire  seine Essex Country Trilogie. Was zunächst nach einer nur lose und hauptsächlich durch die Örtlichkeit – eine menschenleere kanadische Agrarregion – zusammenzuhängen schien, setzt sich nach der Lektüre des Abschlussbandes zu einem faszinierenden Gesamtwerk zusammen.

Jeff Lemire: Essex County

Lemire reist diesmal auch noch zurück ins Jahr 1917 und schildert ein ebenso tragisches wie heroisches Ereignis, in das die Großmutter der Hauptfigur Anne Quennevile verwickelt war. Anne arbeitet als Landkrankenschwester in Essex Country, kümmert sich um die vereinsamten Bewohner und fungiert – da die Landmenschen zumeist nicht mehr als nötig miteinander reden – oft auch als Überbringerin von traurigen Nachrichten.

Jeff Lemire: Essex County

Dennoch erzählt Lemire keine tiefschwarze Geschichte, sondern zeigt, dass die meisten Menschen ihr Schicksal selbst in der Hand haben und es jederzeit zum Guten wenden können.

Eine deutsche Gesamtausgabe von Essex County  wäre toll, doch immerhin gibt es die Reihe in drei Einzelbänden bei der Edition 52.

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Old Man Logan

In der Storyline Civil War hatte der Schotte Mark Millar (Kick Ass, Kingsman – The Secret Service) das Marvel-Superhelden-Universum bereits ganz schön umgekrempelt, doch 2008 trieb er es noch doller. Old Man Logan erzählt von einer äußerst düsteren Zukunft in der es den Superschurken durch einen geballten Angriff gelungen ist, fast alle Helden zu vernichten und die USA unter sich aufzuteilen.

Old Man Logan

Millars Geschichte spielt 50 Jahre nach diesen traurigen Ereignissen und erzählt von einem Wolverine, der zwar überlebt hat, jedoch durch den Tod seiner X-Men-Kumpels – hieran war er alles andere als unschuldig – gebrochen wurde und komplett seinen Kampfgeist verloren hat.

Old Man Logan

In Sacramento versucht er als Farmer mit Frau und Kindern zu überleben und muss Schutzgelder an die dort herrschende Hulk-Gang abführen. Da dies nicht eben leicht ist, nimmt er einen Auftrag von Hawkeye an. Er bricht mit dem erblindeten Bogenschützen zu einer Exkursion quer durch das von Schurken besetzte Land auf…

Old Man Logan

Millar gelang vor dem detailreich beschriebenen Hintergrund einer total kaputten Zukunft eine mitreißende Geschichte voller Überraschungen (und Dinosaurier). Hierzu passen optimal die großformatigen sehr realistisch anmutenden Zeichnungen vom Zeichner Steve McNiven, der auch schon die Hauptstory aus Mark Millars Civil War bebilderte.

Old Man Logan

Old Man Logan erschien in sieben Heften der US-Reihe Wolverine. Panini veröffentlichte die komplette Miniserie mit allen Covern als „Marvel Exklusiv 84“ wahlweise als Soft- oder Hardcover. Enthalten war auch der krönende Epilog, der in den USA als Sonderheft erschien und Hoffnung auf eine Fortführung dieser düsteren Zukunftsvision weckte.

Old Man Logan

Der Band 56 der Reihe Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung enthält in einem Hardcoverbuch nicht nur den komplette Old Man Logan sondern als Zugabe auch noch alle Varant-Cover (diese fehlen in der regulären Panini-Ausgabe), einige Skizzen sowie einen Text über Mark Millar.

Old Man Logan

2015 folgte eine (erste) Fortsetzung, die jedoch von einem komplett anderen Team gestaltet wurde und vielleicht auch deshalb nicht mehr die Wucht des Erstlingswerks hat. Die aus sechs Heften bestehende Miniserie schrieb Brian Michael Bendis (Gotham Central) und die nur mäßig beeindruckenden Zeichnungen stammen von Andrea Sorrentino.

Old Man Logan

Sorrentino bebildert auch die zweite Fortsetzung von Old Man Logan, die als reguläre Marvel-Serie erscheint und von Jeff Lemire geschrieben wird. Ursprünglich sollte Logan, der dritte Wolverine-Solofilm mit Hugh Jackman, mehr oder weniger auf Old Man Logan basieren, doch daraus wurde dann doch nichts.

Old Man Logan

Mittlerweile liegt Old Man Logan bei Panini auch als gebundener DeLuxe-Prachtband im 27 x 26 cm Überformat vor. Neben einigen Skizzen kann auch der Schutzumschlag gefallen, der zu einem riesigen Poster entfaltet werden kann!

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Constantine: Der Funke und die Flamme

Im Rahmen des im September 2011 erfolgten “New 52“-Relaunch startete DC gleichzeitig 52 Comic-Serien neu und feierte dies mit Ausgaben, die alle die Nummer 1 auf dem Cover trugen. Hierzu musste teilweise ganz schön tief in die Mottenkiste gegriffen werden und Serientitel wie “Mister Terrific“, “Captain Atom“, “Blue Beetle“ oder “Resurrection Man“ wurden mittlerweile schon längst wieder eingestellt.

Constantine

Immer noch am Laufen (und auch bei Panini auf Deutsch lieferbar) ist die von Peter Milligan getextete Serie “Justice League Dark“. Hier formierten sich “düstere“ DC-Figuren mit einem Hang zu Zauberei und Magie wie Madame Xanadu, Deadman, Shade, the Changing Man, Zatanna aber auch Frankenstein zu einem Team. Mit dabei ist natürlich auch der britische Mystery-Detektiv John Constantin, der sich zuvor innerhalb der Serie “Hellblazer“ eher bei der für erwachsenere Comic-Geschichten zuständigen DC-Tochter Vertigo herumtrieb.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Nachdem “Hellblazer“ kurz zuvor mit Ausgaben 300 eingestellt wurde, bekam John Contantine ab Anfang 2013 eine eigene Serie im DC-Universum. “Constantine“ startete mit der vierten Welle der “New 52“-Comics und wird von den beiden auch als Zeichner tätigen Kanadiern Jeff Lemire (“Essex Country“, “Sweet Tooth“) und Ray Fawkes getextet. Beide haben auch schon für “Justice League Dark“ geschrieben. Ihr John Constantine reist innerhalb der fünfteiligen Eröffnungs-Serie “Der Funke und die Flame“, die Panini gebündelt veröffentlicht, über Norwegen und Myanmar (alias Birma oder Burma) zwar auch in seine Heimatstadt London, doch sein Hauptwohnsitz ist jetzt New York.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Gezeichnet wurden die Miniserie, in der es um einen magischen Kompass geht, recht ansprechend von den Brasilianern Renato Guedes und Fabiano Newes. Zwar fehlt der Geschichte ein wenig der gesellschaftskritische gegenwartsbezogene Touch den Autoren wie Garth Ennis immer wieder bei “Hellblazer“ einbrachten, doch als Mystery-Serie funktioniert „Constantine“ bestens.

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