Schlagwort-Archive: Jennifer Connelly

No Way Out – Gegen die Flammen

Im Gegensatz zu Polizisten, machen sich Feuerwehrmänner im Kino eher rar. Der ganz große Hit ist 1991 der von Ron Howard mit voller Wucht in Szene gesetzte Film Backdraft über “Männer, die durchs Feuer gehen“ nicht geworden. Auch für Im Feuer, immerhin mit John Travolta und Joaquin Phoenix, konnte sich 2005 kaum jemand so recht erwärmen.

No Way Out – Gegen die Flammen

Wohl auch daher hat es etwas gedauert, bis der dramatische Einsatz der Granite Mountain Hotshots beim Yarnell Hill Fire 2012 zu einem Kinofilm verarbeitet wurde. Das Werk trägt im Original den Titel Only the Brave und wurde von Joseph Kosinski (Tron: Legacy) mit einem hochmotivierten Ensemble in Szene gesetzt.

No Way Out – Gegen die Flammen

Manche Figuren und Situationen scheinen eher aus Lehrbüchern für Drehbuchautoren als aus dem wirklichen Leben zu entstammen. So gibt der ständig unter Druck stehende Feuerwehr-Chief Eric Marsh dem jugendlichen Nichtsnutz Brendon McDonough trotz massiven Drogenproblemen eine Chance in seine Elitetruppe aufgenommen zu werden.

No Way Out – Gegen die Flammen

Wie wir im Verlaufe der Handlung erfahren, hat Marsh sein Leben nur im Griff, weil er zu Treffen der Anonymen Alkoholiker geht und sieht in McDonough sein jüngeres Ich. McDonough hingegen hat gerade durch Zufall erfahren, dass er demnächst Vater wird und gibt sich große Mühe die junge Mutter seiner Tochter zurückzuerobern.

No Way Out – Gegen die Flammen

Im Schatten von gewaltigen Waldbränden auf die Leinwand  gepinselt, können solche Schicksale ganz schön peinlich wirken. Doch dem ist nicht so, schon weil Josh Brolin (Hail, Caesar!) und Miles Teller (Whisplash) die beiden dann doch gar nicht so unterschiedlichen Männer spielen. Wenn dann noch Jennifer Connelly als Marshs pferdepflegende Gattin und der immer wieder gern gesehene Jeff Bridges als väterlicher Sheriff, der lieber zur Gitarre als zur Knarre greift, hinzukommen, kann kaum noch etwas schief gehen.

No Way Out – Gegen die Flammen

Dem ist auch so, denn die Truppe von Feuerkämpfern und ihre Verwandtschaft wächst dem Zuschauer im Verlaufe der Handlung immer mehr ans Herz. Umso dramatischer ist schließlich der Ausgang dieses sich sehr nah an tatsächlichen Ereignissen orientierenden, bisher besten Feuerwehr-Films.

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Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

In schlichtem Schwarzweiß drehte 1951 Robert Wise, der später auch den ersten Star Trek-Kinofilm inszenieren sollte, mit Der Tag, an dem die Erde still stand ein Meisterwerk des (phantastischen) Kinos. Zwar konnten auch die Trickeffekte mit dem Raumschiff, das damals natürlich wie eine fliegende Untertasse aussah, und dem mächtigen Roboter Gort durchaus überzeugen, doch es war vor allem die Botschaft des Filmes, die – auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges – zu Frieden mahnte und den Herrschaftsanspruch der USA für alles andere als legitim hielt. Der Außerirdische Klaatu will mit den Anführern der gesamten Menschheit sprechen und ernte dafür (zunächst) nur Spott und Aggression.

Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

Auf ein Remake des Klassikers hat die Menschheit nicht wirklich gewartet (eher schon auf einen echten Klaatu, der einmal ein paar klare Worte spricht). Dem Regisseur Scott Derrickson (Der Exorzismus der Emily Rose, Doctor Strange) kann nicht wirklich vorgeworfen werden, er nutze den eingängigen Filmtitel um dahinter Radau-Action  zu verstecken. Um seine Ernsthaftigkeit zu unterstreichen vermeidet Derrickson Effekthascherei und setzt auf grobe Körnigkeit und trübe Farben.

Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

Ein großes Plus des Films ist – neben einem netten Gastauftritt von John Cleese als Wissenschaftler – die wie immer sehr natürlich spielende Jennifer Connelly. Diese bricht gemeinsam mit dem Zuschauer auf, um die seltsame Kugel zu erforschen, die diesmal nicht in Washington, sondern im New Yorker Central Park gelandet ist.

Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

Doch während im Original mit Michael Rennie ein weitestgehend unbekannten Darsteller als Alien überzeugte, hat der neue Klaatu Keanu Reeves schon zu viele ähnliche Rollen (man denke an den Matrix-Messias) gespielt um noch zu überraschen. Reeves wankt wie ein Schlafwandler durch den Film und seine kaum vorhandene schauspielerische Leistung degradiert den Film zu wenig mehr als einem vergeblichen Versuch einen Blockbuster zu landen, der immerhin die Einzigartigkeit des Klassikers von 1951 unterstreicht.

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Es war einmal in Amerika – Extended Director’s Cut

In einer gemeinsam mit insgesamt fünf Drehbuchautoren verfassten und nahezu ein halbes Jahrhundert umspannenden Geschichte erzählt Sergio Leone (Für eine Handvoll Dollar) von der komplizierten Freundschaft der jüdischen Gangster Noodles (Robert De Niro) und Max (James Woods). Vor dem Hintergrund der sich rasant verändernden Stadt New York gelingt es Noodles nicht, sich des Einflusses Max zu entziehen und mit seiner Jugendliebe Deborah (Elizabeth McGovern / Jennifer Connelly) glücklich zu werden.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Eigentlich war Sergio Leone schon nach Beendigung seiner Dollar-Trilogie die Western leid und wollte endlich mit Es war einmal in Amerika beginnen, der gemeinsam mit Todesmelodie und Spiel mir das Lied vom Tod eine Art Trilogie bildete. Besonders faszinierend an Leones letztem Film ist seine komplizierte aber nicht undurchdringliche Rückblendenstruktur.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Durch diese Form – aber auch durch die schlagartigen kurzen drastischen Gewaltszenen – könnte Leones Film Quentin Tarantino zu Pulp Fiction inspiriert haben. Doch zweifelsohne war es der ebenfalls nicht chronologisch erzählte zweite Teil von Francis Ford Coppola Der Pate, der Leone maßgeblich beeinflußt haben dürfte. Obwohl Es war einmal in Amerika in Europa zu einem Riesenerfolg wurde, lief der Film in den USA nur in einer entstellten und gekürzten Fassung, die ihm durch die chronologische Erzählweise jegliche Faszination austrieb.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Auf Blu-ray liegt der Film jetzt in einer knapp 30 Minuten längeren „Extended Version“ vor. Die neu eingefügten Szenen sind durch ihre sehr viel schlechtere Bildqualität sofort erkennbar. Sie wurden nicht synchronisiert und nur untertitelt. Dennoch ist es erfreulich etwas mehr von Es war einmal in Amerika zu sehen.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Am schönsten fand ich einen Moment, der zeigte, was passierte nachdem Noodles mit seinen Gauner-Kumpels und dem Auto „baden“ ging. Auch die zusätzliche Szene mit einem vom Produzenten Arnon Milchan gespielten Chauffeur ist ein interessantes neues Mosaiksteinchen. Dieser Chauffeur ist genau wie Noodles Jude und lässt diesem wissen, dass er Gangster verabscheut und auf ehrliche Art zu Wohlstand kommen möchte. Noodles meint dazu, dass er dann ja wohl erst zu Geld kommt, wenn er alt ist und „keinen mehr hoch bekommt“. Später muss der Chauffeur dann miterleben, wie Noodles in dessen Wagen seine Freundin Deborah vergewaltigt.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Außerdem gibt es jetzt noch kurz vor Ende des Filmes ein längeres recht interessantes Gespräch zwischen Max und dem von Treat Williams verkörperten Gewerkschaftler James Conway O’Donnell zu sehen, sowie einen Bühnenauftritt von Deborah als Kleopatra und einige Szenen mit der im Kino gar nicht zu sehenden Louise Fletcher (Einer flog über das Kuckucksnest) als Friedhofs-Direktorin. Ich persönlich habe mich darüber gefreut, diese Sequenzen sehen zu dürfen.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Extras der Extended Director’s Cut Blu-ray: Auf einer zweiten Blu-ray liegt die 229-minütige Kinofassung bei, allerdings wieder ohne die alte Kinosynchronisation. Hier gibt es einen Audio-Kommentar vom Filmkritiker Richard Schickel, ohne deutsche Untertitel, ein Auszug aus der Dokumentation “Once upon a time: Sergio Leone“ (19:34 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, US-Kinotrailer (1:33 min)

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