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Wonderball

1983 ermordet ein Scharfschütze in San Francisco in 9 Sekunden 9 Menschen. Inspektor Spadaccini fühlt sich bei der Präzision, mit der hier gearbeitete wurde, an die Ermordung John F. Kennedys erinnert. Tatsächlich gibt es Verbindungen hierzu, doch die Spur führt auch in die Vergangenheit des Polizisten, der auch die Spitznamen “Crazy Cop“ und (weil er eine Leidenschaft für mit Soldatenfiguren gefüllte Überraschungs-Eier hat) “Wonderball“ trägt.

Wonderball

Doch Spadaccini könnte auch “Dirty Harry“ heißen, denn so wie Colin Wilson (“Blueberry“, “Tex“) ihn zeichnet erinnert er an den jungen Clint Eastwood, der 1971 als Inspector Harry Calahan ebenfalls in San Francisco einen wild um sich ballernden Sniper jagte. Auch weitere Klassikern des San-Francisco-Films wie Alfred Hitchcocks “Vertigo“ oder Peter Yates‘ “Bullitt“ werden mehr oder weniger deutlich zitiert.

Wonderball

In erster Linie ist es das klare realistische Artwork des in Neuseeland geborenen Wilson, das für diesen Comic einnimmt. Die Story kommt aus der Feder der Franzosen  Jean-Pierre Pécau und Fred Duval,  mit denen Wilson bereits bei “Tag X“ zusammenarbeitete. Auch Schreiber & Leser bei „Wonderball“ versuchen die Autoren reale Ereignisse, wie die Ermordung von JFK, aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Wonderball

Das Szenario ist durchaus spannend, allerlei interessante Charaktere tauchen auf, werden ermordet und auf Seite 56 heißt es dann “wird fortgesetzt“. In Frankreich liegen bei Delcourt bereits drei Alben von “Wonderball“ vor, ohne dass ein Ende in Sicht wäre. Bei uns bringt  Schreiber & Leser die Serie als Hardcover-Edition heraus und schiebt die Fortsetzungen recht schnell hinterher.

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Norman Mailer: JFK – Superman kommt in den Supermarkt

Am 13. Juli 1960 wurde nach einem mehrtägigen Parteitag in Los Angeles John F. Kennedy zum Präsidentschafts-Kandidaten der Demokratischen Partei gekürt. Der Schriftsteller Norman Mailer (Die Nackten und die Toten) war die ganze Zeit anwesend und schrieb unter dem Titel Superman kommt in den Supermarkt einen äußerst scharfzüngigen Artikel über den Parteitag, der am 18. Oktober im Magazin Esquire erschien.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Norman Mailer kritisierte in seinem Bericht ebenso wortreich wie deutlich das politische Verständnis seiner Landsleute sowie die daraus resultierende nicht eben sehr reformfreudige Parteien-Landschaft. Er zeigte sich jedoch äußerst begeistert von der professionellen Selbstinszenierung des „großen Schauspielstars“ JFK und war ganz besonders angetan von dessen Frau Jackie, die zur „schönsten First Lady in unserer Geschichte“ werden könnte.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Am 20. Januar 1961 wurde JFK durch eine großen Einführungszeremonie mit viel Hollywood-Prominenz als 35. Präsidenten der USA gefeiert. Zuvor hatte er die Wahl gegen Richard Nixon nur sehr knapp mit einem Vorsprung von nicht einmal 100.000 Stimmen gewonnen. Norman Mailer meinte daher zu Superman kommt in den Supermarkt: „Dieser Text hatte eine größere Wirkung als jedes andere meiner Werke“, denn „eine Million Menschen mochten meinen Artikel gelesen und manche von ihnen mit anderen darüber gesprochen haben.“

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Vielleicht hatte Mailer ja recht damit, dass sein kurzer Text das Zünglein an der Waage war und noch einige politikverdrossene Wähler mobilisierte. Diese Spekulation inspirierte den Taschen Verlag – hier erschienen bereits prächtige Bildbände zu Mailers Texten über die Mondlandung und Marilyn Monroe – zu einem weiteren spektakulären Buch-Projekt. Mailers knapp 30-seitiger immer noch äußerst lesenswerter Artikel kommt im Umfeld von zahllreichen sehr aussagekräftigen Fotos vom Parteitag in Los Angeles und vom JFK-Wahlkampf zum Abdruck. Hinzu kommen noch Zeittafeln, Auszügen aus Kennedy-Reden und ein weiterer sehr amüsanter Text, in dem Mailer seine etwas misslungene Begegnung mit Jackie Kennedy schildert.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Das Buch erschien 2014 zunächst zum Preis von 99,- Euro im Großformat (30 x 40 cm) in englischer Sprache. Es wurde mit einem beiliegenden deutschen Übersetzungsheft in einem Pappkoffer ausgeliefert (ist also ideal um es auf Parteitage mitzunehmen).

Norman Mailer: JFK - Superman kommt in den Supermarkt

Drei Jahre folgte zum 100. Geburtstag von John F. Kennedy eine etwas kleinere Ausgabe im Format 23,1 x 31,5 cm zum Preis von 29,- Euro. Das jetzt komplett in deutscher Sprache vorliegende Buch verdeutlich noch einmal was für ein Umschwung der Wahlsieg von Kennedy für die USA bedeutete und wie viel Hoffnungen danach bereits im November 1963 zu Grabe getragen wurden.

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