Schlagwort-Archive: Jim Broadbent

In 80 Tagen um die Welt (2004)

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Der englische Gentleman Phileas Fogg (der diesmal auch noch Erfinder ist und von Steve Coogan aus Stan & Ollie gespielt wird) versucht wegen einer Wette mit seinem Diener Passepartout (der diesmal Chinese und auch noch Bankräuber ist) und der schwer abzuschüttelnden Zufallsbekanntschaft Monique (die in der Romanvorlage gar nicht vorkommt) in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

Die Idee Jackie Chan als den eigentlich französischen Diener von Phileas Fogg einzusetzen, steht durchaus in der Tradition der oscarprämierten In 80 Tagen um die Welt-Verfilmung von 1956. Damals spielte diese Rolle der mexikanische Komiker Cantinflas. Auch der Einsatz einiger Stars in Nebenrollen (diesmal sind es u. a. 10 Sekunden lang John Cleese als Bobby, Luke und Owen Wilson als Gebrüder Wright, sowie Arnold Schwarzenegger) steht in dieser Tradition.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

Doch allzu viel Kapital schlägt der hauptsächlich in Berlin gedrehte Film daraus leider nicht. Chan liefert sich gelegentlich einige Kämpfe, bei denen er öfter als sonst gedoubelt wurde und die meisten Gaststars verpuffen wirkungslos (oder machen sich hoffnungslos lächerlich wie Schwarzenegger). Die „Spezialeffekte“ sind ein Witz und könnten nicht einmal auf dem allerkleinsten Schwarzweiß-Fernseher überzeugen. Keine der zahlreichen Änderungen, die, wie schon in der TV-Version mit Pierce Brosnan, an der genialen Story von Jules Verne vorgenommen wurden, steigern das Vergnügen am Film.

In 80 Tagen um die Welt (2004)

So bleibt eigentlich nur die Freude am strahlenden Lächeln der reizenden Hauptdarstellerin Cécile de France (Barcelona für ein Jahr), das angesichts der insgesamt sehr traurigen Angelegenheit auf eine große schauspielerische Leistung schließen lässt.

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Drecksau

Das Filmplakat verheißt eine fröhliche Krimi-Komödie um einen englischen Bobby, der ein Schwein reiten muss. Doch nicht das Borstenvieh ist die Drecksau, sondern der schottische Detective Sergeant Bruce Robertson, bei dem es sich um alles andere als einen Muster-Polizisten handelt. Er nimmt Drogen, intrigiert gegen seine Kollegen und Freunde, schläft mit deren Frauen und wird zudem auch noch von Wahnvorstellungen verfolgt.

Drecksau

Der Roman Drecksau vom Trainspotting-Autor Irvine Welsh galt lange als unverfilmbar. Doch ein Drehbuch-Entwurf von Jon S. Baird  (Stan & Ollie) überzeugte den Schriftsteller, da dieser versuchte nicht zu werkgetreu zu bleiben. Im Buch erhält der Leser Einblicke in Bruce Robertsons kranke Psyche durch Textpassagen, die aus der Sicht eines Bandwurms geschrieben wurden, der im Verdauungstrakt des korrupten Polizisten sein Unwesen treibt. Diesen analytischen Part übernahm jetzt der durchgeknallte Psychiater Dr. Rossi, der von Jim Broadbent gespielt wird.

Drecksau

Die Hauptattraktion des Filmes ist aber zweifelsohne James McAvoy (Wanted), dem das Kunststück gelingt Bruce Robertsons Abgründe darzustellen und trotzdem noch eine gewisse Restsympathie für diesen Mistkerl an den Zuschauer zu bringen. Jon S. Baird schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern übernahm auch die Regie. Hierbei wechselt er nicht immer nachvollziehbar aber äußerst spannend zwischen Realismus und Surrealismus. Unverkennbar standen hier Stanley Kubrick und Terry Gilliam Pate, doch Baird gelang ein sehr eigenständiger Film, dessen krasses Ende noch lange nachwirkt.

Drecksau

Die Blu-ray enthält ein kurzes Grußwort von James McAvoy, eine kurze deutschsprachige Featurette (3:35 min), untertitelte Interviews mit James McAvoy (13:36 min), Imogen Poots (1:05 min), Jamie Bell (2:20 min) und Jon S. Baird (11:24 min), eine B-Roll (5:41 min) sowie den deutschen und englischen Trailer.

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Walt Disney: Valiant

Die Eiskönigin“ hat mittlerweile weltweit mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt und ist somit der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten. Das Walt Disney Animations Studio hat jetzt wieder die Nase vorn und die Konkurrenz aus dem eigenen Hause – Pixars “Toy Story 3“ – an der Kinokasse überholt. Doch der Weg der Disney Studios zum Computeranimations-Erfolg war dornig und über so manchem Versuch in diesem Bereich wird der Mantel des Schweigens gelegt, nicht immer zu Recht.

Walt Disney: Valiant

„Die Eiskönigin“ wird offiziell als 53. “Walt Disney Animation Studios Film“ gelistet. In dieser Reihe tauchen zwar die relativ erfolgreichen computeranimierten Filme “Himmel und Huhn“ (2005), “Triff die Robinsons“ (2007) und “Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ (2008) auf, es fehlen jedoch das peinliche “Madagascar“-Plagiat “Tierisch wild“ (2006), sowie der Total-Flop “Milo und Mars“ (2011), der lediglich 40 % seiner Produktionskosten von 150 Millionen Dollar wieder einspielte.

Walt Disney: Valiant

Ebenfalls nicht aufgeführt ist ein 2005 in Großbritannien entstandener Disney-Computeranimations-Film, der zwar nicht bei uns gezeigt wurde, sein moderates Budget von 35 Millionen Dollar jedoch trotzdem fast doppelt wieder einspielte.

Walt Disney: Valiant

“Valiant“ erzählt die Geschichte einiger Tauben, die maßgeblich dazu beitrugen, dass die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen. Der recht spaßig als Kriegskomödie in Szene gesetzte Film hat einen wahren Kern, denn in der Tat wird in Großbritannien ein Tapferkeitsorden namens Dickin Medal an Tiere im Kriegsdienst verliehen. Während des Zweiten Weltkriegs erhielten mehr als 20 Brieftauben diese Auszeichnung, Hunde hingegen brachten es auf sehr viel weniger Orden.

Walt Disney: Valiant
“Valiant“ ist eine charmante Ansammlung von Zweiter-Weltkriegs-Klischees und als Sprecher konnte allerlei britische Prominenz rekrutiert werden: Ewan McGregor in der Titelrolle als aufstrebende jugendliche Brieftaube sowie Ricky Gervais, John Cleese, John Hurt, Jim Broadbent, Hugh Laurie und Tim Curry als schurkischer deutscher Falke General von Talon. Vielleicht erbarmt sich Disney Germany eines Tages und spendiert diesem immer noch sehenswerten Animationsfilm eine deutsche Synchronisation und Heimkino-Veröffentlichung.

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