Schlagwort-Archive: Joaquin Phoenix

The Village – Das Dorf

In dem kleinen neuenglischen Dorf scheint die Welt des späten 19. Jahrhunderts noch in Ordnung zu sein. Die Menschen achten einander und Zynismus ist ein Fremdwort. Doch die eingeschworene Gemeinschaft wird von außen bedroht.

The Village – Das Dorf

Gefährlich Wesen über die “man nicht spricht“ lauern im Wald und können nur durch Rituale auf Distanz gehalten werden. Durch eine Verkettung tragischer Ereignisse ist die junge blinde Ivy (ganz hervorragend: Bryce Dallas Howard) gezwungen den gefahrvollen Weg in die bedrohliche Stadt anzutreten.

The Village – Das Dorf

Nach seinem blödsinnigen Signs – Zeichen war zu erwarten, dass M. Night Shyamalan sein Pulver bei The Sixth Sense und Unbreakable verschossen hätte. Doch der Regisseur und Autor überrascht 2004 wieder völlig. Er nahm den Zuschauer langsam aber sicher in seine Dorfgemeinschaft auf. Durch sorgsame Kameraeinstellungen werden die Bewohner erst noch etwas auf Distanz gehalten und dann nach und nach vorgestellt.

The Village – Das Dorf

Einige Überraschungen gibt es natürlich auch, denn das ist ja schließlich Shyamalans Spezialität. Wer es jedoch nur darauf anlegt herauszubekommen, welche Schlusspointe der Regisseur diesmal am Ende des Filmes auftischt, könnte schon so einiges erraten. Doch er bringt sich durch kopflastiges Betrachten um das halbe Vergnügen, denn The Village ist nicht nur eine clever durchkonstruierte Geschichte, sondern auch ein Film mit sehr viel Herz.

The Village – Das Dorf

Auch die DVD zu „The Village“ (bisher gibt es keine Blu-ray) ist höchst empfehlenswert, denn sie enthält neben einem ausführlichen Making Of und vier nicht verwendeten Szenen noch einen recht lustigen sehr frühen Film von M. Night Shyamalan in dem dieser sich als kleiner Junge als Indiana Jones versucht.

Diesen Film als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„The Village – Das Dorf“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Die Filmmusik zu „The Village“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Signs – Zeichen

Wenn nach The Sixth Sense und Unbreakable ein weiterer Film von M. Night Shyamalan angekündigt wird, so ist hierbei der Name des Hauptdarstellers sekundär, selbst wenn dieser mal nicht Bruce Willis sondern Mel Gibson lautet. Mit seinen beiden ersten Filmen hat sich Shyamalan als Großmeister des mysteriösen Thrillers mit wirklich überraschenden Wendungen qualifiziert.

Signs – Zeichen

Das Plakat und die Thematik von Signs lassen jedoch erste Zweifel am Film aufkommen. Es geht also um diese kreisrunden Muster in Kornfeldern, die ab 1978 alle UFO-Gläubigen entzückten, 1991 aber als Schwindel aufflogen. Wenn M. Night Shyamalan zehn Jahre später mit diesen ollen Kamellen und zudem auch noch mit Außerirdischen im patentierten Akte X– und Roswell-Look aufkreuzt, braucht er dafür schon eine sehr gute Entschuldigung bzw. eine höllisch spannende Geschichte. Doch dem ist leider nicht so.

Signs – Zeichen

Mel Gibson spielt den Pastoren Graham Hess, der seinen Glauben verlor, nachdem seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam. Gemeinsam mit seinem Bruder Merrill (Joaquin Phoenix) und seinen beiden Kindern Morgan und Bo lebt er auf einer Farm. Plötzlich tauchen diese Kreiszeichen auf und eine zunehmend schwachsinniger werdende Handlung nimmt ihren Lauf. Ganz wichtig sind dabei zahlreiche Wassergläser und ein magischer Baseballschläger, noch wichtiger wären jedoch einige wirklich überraschende Wendungen gewesen.

Signs – Zeichen

Extras der DVD: “Making of“, eine ausführliche 59-minütige sehr interessante Dokumentation über die komplette Entstehungsgeschichte und die Dreharbeiten, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; 5 zusätzliche Szenen (7:42 min); Ein Ausschnitt aus M. Night Shyamalans ersten Alien-Kurzfilm „“Picture“ mit Anmoderation; Multi-Angle-Demonstration (zwei visuelle und drei akustische Wahlmöglichkeiten) der ersten Begegnung der Dritten Art (2:58 min)

„Signs – Zeichen“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Signs – Zeichen“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Signs – Zeichen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Der Joker hatte seinen ersten Auftritt im Frühjahr 1940 in US-Batman #1. Geschaffen wurde er wohl von Bill Finger und Jerry Robinson. Die genaue Urheberschaft ist jedoch nicht geklärt, manche nennen auch noch Bob Kane. Der Joker ist der schlimmste Widersacher Batmans. Sein Bekanntheitsgrad auch abseits der Comics ist groß, nicht zuletzt durch die Oscars, die Heath Ledger und Joaquin Phoenix für die jeweilige Interpretation dieser Figur erhielten.

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Im Fachmagazin Wizard antwortet der Batman-Autor Dennis O’Neil 1998 auf die Frage  warum der Joker keinen ‘richtigen Namen’ habe: “Es ist symbolisch zu sehen. Der Joker repräsentiert das Chaos und eine extreme Form von Irrsinn, die das Menschliche übersteigt. Wir denken, seine Erscheinung als Joker ist stärker, wenn er keine andere Identität hat. Wir haben ihm niemals einen Namen gegeben, und dieses wird auch in Zukunft so bleiben.“

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

In Travis Langleys Buch Batman and Psychology: A Dark and Stormy Knight wird Jerry Robinson folgendermaßen zitiert: “Ich hatte nie die Absicht, einen Grund für sein Erscheinen zu nennen. Wir haben darüber diskutiert und Bill [Finger] und ich wollten es damals nie ändern. Ich dachte – und er stimmte mir zu -, dass es etwas von dem wesentlichen Rätsel wegnimmt.“

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Aber dieses Geheimnis auszuhalten sind viele Autoren und Leser müde geworden und immer mehr Origins für den Joker werden erdacht. Zu groß ist die Verführung, es zu schaffen, eine ultimative Entstehungsgeschichte für ihn zu erfinden.

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Unter DCs Imprint Black Label erscheint ein neuer Versuch. Autorin ist Kami Garcia, die zusammen mit Margaret Stohl die erfolgreichen Fantasy-Romane Beautiful Creatures schrieb. Im Mittelpunkt ihres Joker/Harley-Comics steht die junge Profilerin und Psychiaterin Harley Quinn (die sich diesmal schon vor ihrer Romanze mit dem Joker nicht mehr Harleen Quinzel nennt).

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Sie unterstützt die Polizei bei der Suche nach einem Serienmörder, der seine Opfer als Kunstinstallationen missbraucht. Sie ist hochbegabt und hat ihren Hochschulabschluss bereits mit vierzehn Jahren gemacht. Vor fünf Jahren wurde ihre Freundin und Mitbewohnerin in der gemeinsamen Wohnung ermordet – alles deutet auf den Joker hin.

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

Durch die vielen Rückblenden ist immer mehr über die Kindheit von Harley zu erfahren, von ihrer tyrannischen Mutter und ihrem kleinen Bruder hat. Parallel dazu wird von John Kelly erzählt, einem anderen Kind, das seine Mutter verloren hat. Deren Auto kam bei einer Verfolgungsjagd zwischen Batman und flüchtenden Verbrechern von der Straße ab, fiel in einen Fluss und die Mutter ertrank.

Joker/Harley: Psychogramm des Grauens

War bei dem Black-Label-Dreiteiler Harleen doch sehr schnell absehbar, wo die Geschichte endet – Harley Quinn verfällt dem Joker – so ist hier noch nicht erkennbar, wie die Geschichte in den weiteren zwei Bänden (also sechs US-Heften) sich entwickeln könnte. Die Zeichnungen von Mico Suayan, Mike Mayhew und Jason Badower sind überaus gelungen: Handlungen, die in der Gegenwart spielen, sind in schwarz-weiß, die Rückblenden sind farbig, manchmal fast schon (zu) fotorealistisch. Daher ist es erfreulich, dass Panini die Reihe im Hardcover-Großformat veröffentlicht. Insgesamt ein gelungener und frischer Ansatz.

Norbert Elbers

„Joker/Harley: Psychogramm des Grauens – Band 1″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Joker/Harley: Psychogramm des Grauens – Band 2″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Joker/Harley: Psychogramm des Grauens – Band 3″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Joker/Harley: Psychogramm des Grauens“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Harleen – Band 1″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Harleen – Band 2″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Harleen – Band 3″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Harleen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Joker

Der Traum von einem DC Extended Universum, das ähnlich wie Disneys Marvel Cinematic Universe geschickt verzahnte Blockbuster im Monatstakt liefert, ist bei Warner mangels Geduld und Talent (erstmal?) ausgeträumt. Das hat nicht nur Nachteile, wie Joker beweist. Die Popularität von Batmans Gegner ist ungebrochen und daher erscheint es nicht allzu abwegig den durchgeknallten Clownprinz einmal ganz ohne seinen Gegenpart, den Dunklen Ritter, in das Zentrum einer Geschichte zu stellen, die keine Rücksicht auf bisherige Comics oder Filme nimmt.

Joker

Stärker noch als die Besetzung der Titelrolle mit dem wandlungsfähigen Joaquin Phoenix (Gladiator, Im Feuer) überrascht die Wahl des Regisseurs. Todd Philipps fiel bisher hauptsächlich durch brachiale, aber auch sehr komische Filme wie Old School oder die Hangover-Trilogie aus. Als Inspiration für seinen Joker dienten ohne Zweifel Filme von Martin Scorsese wie Taxi Driver oder The King of Comedy.

Joker

Daher ist Scorsese als Produzent dabei, Robert De Niro spielt einen etwas schmierigen TV-Talkmaster und Philipps`Gotham City erinnert weniger an die finstere Heimatstadt von Batman, sondern ähnelt eher dem dreckig-grauen Moloch New York aus dem Kino der 70er- und 80er Jahren. Daher sind bei Joker die Bilder körnig, das Bildformat ist weniger breit, ähnlich wie bei einem Uralt-Fernseher und das Warner-Logo am Anfang des Films ist auch nicht gerade auf dem neusten Stand.

Joker

In dieser realistisch rekonstruierten Retro-Umgebung ist der mit großer Begeisterung als bunter Werbeclown agierende Arthur Fleck ein Fremdkörper und er bekommt auch prompt Ärger mit einer Jugendgang. Fleck leidet an einer psychischen Krankheit, die ihn immer wieder grundlos lachen lässt. Dies macht ihn zu einem Außenseiter und wir werden Zeuge, wie bei ihm immer mehr Sicherungen durchknallen. Todd Philipps beschreibt diesen langsamen Zusammenbruch ausschließlich aus der Sicht des künftigen Jokers.

Joker

Abgesehen von einem kleinwüchsigen Kollegen und einer Nachbarin (Zazie Beetz aus Deadpool 2) ist kein Charakter des Films positiv gezeichnet. Dies trifft gant besonders auf Thomas Wayne (Brett Cullen), den Vater des künftigen Batman zu, der als kaltherziger Karrierist porträtiert wird. Am Rande der Geschichte gibt es auch einige interessante Verknüpfungen zum Batman-Mythos. Doch in erster Linie ist Joker eine ebenso faszinierende wie höllisch spannende One-Man-Show von Joaquin Phoenix, für die es innerhalb einer straff organisierten Filmwelt wie dem Marvel Cinematic Universe keinen Platz gegeben hätte.

„Joker“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Joker“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Joker” bei ebay kaufen, hier anklicken

Im Feuer

Bei einem Hochhausbrand in Baltimore wird der erfahrene Feuerwehrmann Jack Morrison (Joaquin Phoenix) von den Flammen eingeschlossen. Während er auf Rettung wartet erinnert sich Jack an seine ersten Einsätze in der Einheit 49 von Chief Kennedy (John Travolta) und seine Romanze mit Linda (Jacinda Barrett), die schließlich seine Ehefrau werden sollte und ständig um sein Leben fürchten muss.

Im Feuer

Seit Ron Howards etwas arg übertriebenen Film Backdraft (1991) hat es keine weitere Hollywood-Großproduktion mehr über Feuerwehrmänner gegeben. Im Feuer entstand 2005 und hängt sicherlich lose mit der Glorifizierung zusammen, die dieser Berufsstand seit 911 erfahren hat. Doch eine Szene, die direkt auf den Anschlag anspielt, landete auf dem Boden des Schneideraums bzw. beim Bonusmaterial dieser DVD.

Im Feuer

Im Feuer ist die vielschichtige Darstellung des Alltags eines mit 4.000 Einsätzen im Jahr sehr stark beschäftigten Feuerwehr-Reviers in Baltimore. Aufgelockert von kleinen humorigen Momenten werden in erster Linie mit ungewohnter Eindringlichkeit die Gefahren des Jobs und die Angst der Angehörigen thematisiert. Trotz einiger spektakulärer Szenen gelang Jay Russell (Mein Hund Skip) deutlich mehr als ein typischer Actionfilm im Feuerwehr-Milieu.

Im Feuer

Extras der DVD: Audio-Kommentar von Regisseur Jay Russell und Cutter Bud Smith, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; “Making of“, eine ausführliche 21-minütige sehr interessante Dokumentation; Helden des Alltags (21:18 min), Bericht über Feuerwehrmänner in Baltimore; 5 zusätzliche Szenen (14:20 min); Musikvideo ‚Shine Your Light‘ von Robbie Robertson (4:21 min)

Diese DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Im Feuer“ bei ebay kaufen, hier anklicken