Schlagwort-Archive: John Wayne

Hatari!

Eine internationale Truppe rund um den raubeinigen Sean Mercer (John Wayne) arbeitet im Tansania als Tierfänger. Als die Fotografin Dallas (Ela Martinelli) zu dem eingeschworenen Haufen stößt, ist es vorbei mit der alkoholseligen und nikotingetränkten Mischung aus täglicher Action und abendlichen Gelagen. Die junge Dame setzt alles dran, um Sean den Kopf zu verdrehen und betätigt sich zudem auch noch als Pflegemutter für drei Elefantenbabys.

Hatari!

Mit Hatari! konnte der vielseitig talentierte Howard Hawks (Leoparden küsst man nicht, Red River, Das Ding aus einer anderen Welt) 1962 auf dem Höhepunkt seine Karriere noch einmal alle Register ziehen. Turbulente Aufnahmen von vor Ort in Afrika gedrehten rasanten motorisierten Tierjagden (bei denen oftmals die Schauspieler in voller Action zu sehen sind) wechseln sich ab mit ruhigen oder humorvollen Momenten.

Hatari!

So wird etwa eine Rakete zum Fangen von Affen eingesetzt und sehr dramatisch geht es bei der Jagd nach dem Nashorn zu. Unvergesslich ist auch Henri Mancins Soundtrack mit Ohrwürmern, wie den Baby Elephant Walk. Zur internationalen Besetzung gehört Red Buttons (Elliot, das Schmunzelmonster), der Franzose Gérard Blain (Der amerikanische Freund) und Hardy Krüger, der sich nach den Dreharbeiten eine Farm in Afrika zulegte.

Hatari!

Am Ende dieses wahrhaft entspannten Unterhaltungsfilms fällt es dem Zuschauer – selbst nach 2 ½ Stunden – nicht eben leicht dieses sympathische afrikanische Paralleluniversum zu verlassen.

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Shanghai Dream

Kaum bekannt ist, dass knapp 20.000 Juden vor dem nationalsozialistischen Terror nach Shanghai flüchteten. Dies war Ende der 30er-Jahre nahezu die einzige Möglichkeit Nazi-Deutschland zu verlassen und die Anreise fand meist unter abenteuerlichsten Bedingungen statt. Dies diente dem vielbeschäftigten französischen Autor Philippe Thirault (Rückkehr nach Belzagor, O’Boys) als Grundlage für eine fiktive Comic-Geschichte.

Shanghai Dream

Er siedelte seine Erzählung im Film-Milieu an und Hauptfigur ist der jüdische UFA-Mitarbeiter Bernard Hersch, der 1938 seine Anstellung wegen der Rassengesetzte verliert. So weit so wirklichkeitsnah. Doch gleich die erste Comic-Seite wirft die Frage auf, ob Thirault sich wirklich ernsthaft mit der Zeit beschäftigt hat, von der er erzählt.

Shanghai Dream

Gezeigt werden Dreharbeiten in den UFA-Studios, wobei die Darsteller zum Indiana-Jones-Outfit rote Armbinden mit Hakenkreuzen tragen. In einem “zweitausend Jahre alten Tempel“ finden sie mit einem in Stein gemeißelten Hakenkreuz den Beweis dafür, dass “das Reich tausend Jahre überdauern wird“. Ein derartiger Film wurde von der UFA nie gedreht. Dort wurde Ende der 30er-Jahre hauptsächlich auf scheinbar harmlose Unterhaltung gesetzt und direkte Bezüge zum Nationalsozialismus vermieden.

Shanghai Dream

Den nächsten Bock schießt Thirault auf Comic-Seite 15. Dort ist ein Berliner Kino zu sehen, das 1938 Das Haus der sieben Sünden zeigt. Dieser Film ist von 1940, was als Vorwurf etwas kleinlich wäre. Doch außerdem spielte darin – neben John Wayne – Marlene Dietrich die Hauptrolle, deren Hollywood-Filme ab Mitte der 30er-Jahre im Dritten Reich nicht mehr gezeigt wurden.

Shanghai Dream

Solche Ungenauigkeiten nehmen Thiraults Geschichte, neben der Glaubwürdigkeit, auch die Kraft, um als Drama vor historischen Hintergrund zu funktionieren. Das Resultat ist ein spannend erzählter exotischer Abenteuer-Comic mit gelegentlichen Bezügen zur tatsächlichen Geschichte. Doch stärker noch als ums Überleben, kämpft Bernard Hersch im von Japanern besetzten Shanghai darum, ein Drehbuch seiner in Berlin zurückgebliebenen Frau Illo zu verfilmen…

Shanghai Dream

Formal gibt es wenig zu meckern. Dem portugiesischen Zeichner Jorge Miguel (Als die Zombies die Welt auffraßen) gelangen ebenso detailfreudige wie atmosphärische Bilder, während Splitter die komplette aus zwei Alben bestehende Serie in einem schönen Hardcover-Band in gewohnter Qualität veröffentlicht.

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John Wayne – Perlen der Comicgeschichte

Die Reihe Perlen der Comicgeschichte des Bildschriften Verlags wächst und gedeiht. In bereits acht sachkundig kommentierten Hardcover-Bänden werden kommerziell produzierte nostalgische Comics präsentiert, die zwar “ernst“ gemeinter Mainstream sind, aber auch Freunden von skurrilen Geschichten viel Freude bereiten dürften.

John Wayne - Perlen der Comicgeschichte

Im Zentrum des siebten Bandes steht John Wayne, bzw. ein Comic- Alter-Ego von ihm, das von 1949 bis 1955 durch insgesamt 31 Comic-Hefte des US-amerikanischen Verlags Toby Press galoppierte und dabei oft von einem an das Western-Urgestein Al St. John alias Fuzzy erinnernden Sidekick namens Bonanza begleitet wurde.

John Wayne - Perlen der Comicgeschichte
Typisch, John Wayne!

Die in diesen Heften erzählten Geschichten sind kaum der Rede wert. Sie spielen in jener klinisch reinen Hollywood-Western-Welt, deren gebügelte farbenfrohe Hemden tragende Helden auch in vielen TV-Serien gefeiert wurden. Interessant werden die John Wayne Adventure Comics jedoch dadurch, dass hierfür zwei Comic-Großmeister am Zeichenbrett saßen.

John Wayne - Perlen der Comicgeschichte

Al Williamson wurde später bekannt als genialer Zeichner von Science-Fiction-Geschichten bei den EC-Comics, aber auch innerhalb der Serien Flash Gordon und Star Wars, hier schuf er auch einige großartige Comic-Adaptionen zu den Filmen. Williamson, ist schon dadurch zu identifizieren, dass er einige seiner Arbeiten für Toby Press signieren durfte. Dass Williamson sein Handwerk beim großartigen Tarzan-Zeichner Burne Hogarth erlernte, ist zwei in diesem Band enthaltenen Geschichten anzumerken, in denen John Wayne gegen schwarze Panther kämpft.

John Wayne - Perlen der Comicgeschichte

Ebenfalls beteiligt an einigen der John Wayne Comics war Frank Frazetta, der durch seine kunstvollen Titelbilder zu Tarzan– oder Conan-Romanen, seine detailverliebten Filmplakate und seine altmeisterlich gemalte Fantasy-Kunst auch außerhalb der Comic-Szene Ruhm erntete. Frazetta arbeitete bei den John-Wayne-Comics gelegentlich mit Williamson zusammen. Spuren durch Signaturen hat er nicht hinterlassen, und den Perlen-der-Comickunst-Herausgebern ist es auch nicht gelungen hierzu Genaueres in Erfahrung zu bringen. Doch der Stil einiger in diesem Buch präsentierten Comics erinnert deutlich an Frazettas Klassiker White Indian.

John Wayne - Perlen der Comicgeschichte

Einmal mehr macht hier ein Band dem Titel Perlen der Comickunst alle Ehre. Interessant wäre vielleicht ein weiterer Band, der die Comic-Adaptionen zu Filmklassikern mit John Wayne wie El Dorado, Der schwarze Falke, Der Eroberer, Rio Bravo oder auch Hatari! enthält.

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Blutch: Der kleine Christian

Der kleine Christian lebt im Elsass in der Nähe von Straßburg. Er hat gehört, dass auf der anderen Seite des Rheins ein seltsames Volk lebt. “Ihr Stammesleben war bestimmt von einem äußerst strengen Ehrenkodex. Sie waren berüchtigt für ihre barbarischen Bräuche. Ihre Umgangsformen verstörten die misstrauischen Franzosen.“ Doch der kleine Christian, der sich gelegentlich für den Cowboy “Lacki Luk“ hält, achtete die Deutschen so “wie man große Krieger achtet: aus der Ferne.“

Blutch: Der kleine Christian

Blutch (Blotch – der König von Paris) der eigentlich auch Christian (Hincker) heißt und 2009 auf dem Comicfestival in Angoulême den Grand Prix gewann, betrachtet als Der kleine Christian in ebenso sensiblen wie komischen Comickurzgeschichten die Welt aus der Sicht eines Fünftklässlers.

Christian (Hincker

Dieser holt sich in seinen Phantasien schon einmal Rat bei John Wayne oder Marlon Brando ein, findet Mädchen doof aber interessiert sich trotzdem sehr stark für Frauen wie Farrah Fawcett, ist jedoch ganz enttäuscht als er erfährt, dass diese den Sechs Millionen Dollar Man Lee Majors geheiratet hat.

Christian (Hincker

Reprodukt veröffentlicht gebündelt die ersten beiden Alben mit dem kleinen Christian, wobei der zweite Band sich nicht nur durch den Einsatz der Schmuckfarbe rot vom ersten unterscheidet, sondern hier hat sich die Figur des kleinen Christians tatsächlich weiterentwickelt und kommt in die sechste Klasse. Der kleine Christian verliert etwas das Interesse an Lacki Luk und Playmobil, denn er hat sich in die schöne Catie (“Sie ist ein Kunstwerk!“) verliebt. Doch schon Woody Allen sagte: “Das Herz ist ein sehr beweglicher Muskel.“ Daher entliebt sich Christian auch wieder und die etwas in Vergessenheit geratenen Comicfiguren warten schon auf ihn.

Wo ist Kiki?

Nach einem Szenario seines Bruders Robber schuf Blutch mittlerweile mit Wo ist Kiki? auch ein neues Abenteuer des klassischen Detektiv-Duos Harry und Platte.

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Stagecoach

Der Film ist bei uns auch als Ringo oder Höllenfahrt nach Santa Fe bekannt – erlebte im magischen Hollywoodjahr 1939 neben Klassikern wie Vom Winde verweht oder Der Zauberer von Oz seine Premiere. Der Film ist sicherlich auch dafür bemerkenswert, dass durch ihn John Wayne – der auf der Besetzungsliste noch an zweiter Stelle hinter Claire Trevor genannt  wird- zum Star wurde. Doch wichtiger noch ist, dass der Western mit Stagecoach erwachsen wurde.

Stagecoach

Nachdem das Genre zuvor fast ausschließlich in billig produzierten Serials stattfand, erzählt John Ford (Kavallerie-Trilogie, Faustrecht der Prärie) in Stagecoach – trotz beeindruckender Außenaufnahmen mit Indianer-Action im Monument Valley und einem sehr spannenden Showdown-Finale – in erster Linie ein Kammerspiel. Der Film handelt von sehr unterschiedlichen Charakteren, die zusammengepfercht eine gefährliche Kutschfahrt überstehen müssen. Dabei entpuppt sich der Bankdirektor als Schurke, der besoffene Doktor als heldenhafte Hebamme und dass die selbstlose Alice eine Prostituierte ist, wird mehr als nur zart angedeutet.

Stagecoach

Lange hat es gedauert, bis Stagecoach endlich als DVD oder gar als Blu-ray vorliegt. Der Anbieter Schröder Media hat sich für die Blu-ray fast schon ein wenig zuviel Mühe gegeben. So ist auf der deutschen Tonspur nicht nur eine sehr ordentliche deutsche Synchronisation zu hören, sondern gelegentlich gar zwei Soundtracks gleichzeitig. Es wäre nicht nötig gewesen den Film noch mit Ennio-Morricone-artiger Musik und zusätzlichen Geräuscheffekten wier Hühnergegacker zu „veredeln“. Die Bildqualität ist während des Vorspanns grenzwertig, fängt sich dann aber wieder und insgesamt bereitet es viel Freude diesen kapitalen Klassiker als Blu-ray neu zu erleben.

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Western von Gestern

Ende der Siebziger Jahre gab es noch kein Privatfernsehen in Deutschland, doch auch die öffentlich-rechtlichen Sender bemühten sich das Publikum mit unbeschwerter Unterhaltung zu versorgen und zeigten freitags unter dem Motto Väter der Klamotte zur Abendbrotzeit immer gerne schwarzweiße Slapstick-Filme. Doch als sich kaum noch “neues“ sendefähiges Material auffinden ließ, hieß es “Galopp statt Klamauk“.

Western von Gestern

Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurde Serials immer beliebter. Hierbei handelt es sich um meist aus 12 – 15 Teilen bestehende Fortsetzungsfilme. Diese 20-minütigen Einzelepisoden liefen im Vorprogramm der Kinos und endeten immer mit einem so genannten Cliffhanger. Da hing dann der Held buchstäblich an einem Cliff und wer wissen wollte, wie es weiter geht, musste nächste Woche erneut ins Kino kommen.

Western von Gestern

Als eins der besten dieser Serials gilt nicht ohne Grund Zorro Rides Again von 1937. In deutschen Kinos wurde die Filmreihe unter dem Titel Zorros schwarze Peitsche in zwei Teilen gezeigt. Als Zorro reitet wieder eröffnete das Serial in neuer Bearbeitung am 5. Mai 1978 im ZDF die Reihe Western von Gestern. Hierzu wurden die 12 Episoden etwas gerafft in sechs Teilen gezeigt und mit neuer Musik versehen.

Western von Gestern

Betreut wurde die Serie von Joe Hembus, der mit seinem leider schon lange vergriffenen Western-Lexikon ein echtes Standartwerk verfasst hatte und auch ein Begleitbuch zu Western von Gestern schrieb. Das Konzept ging auf und in insgesamt 155 Folgen wurden im ZDF neben Western-Serials auch gekürzte Filme mit Westernstars wie John Wayne, Roy Rogers und Al “Fuzzi“ St. Jones gezeigt. In vier Boxen hat Fernsehjuwel 84 dieser Episoden auf DVD veröffentlicht.

Western von Gestern

Doch am meisten Spaß macht immer noch Zorro reitet wieder, eine in der damaligen Gegenwart der dreißiger Jahre angesiedelte humorvolle Abenteuerserie mit reichlich Explosionen und Verfolgungsjagden per Bahn, Pferd und Flugzeug, kurzum eine der Vorlagen für Indiana Jones.

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