Schlagwort-Archive: Jordi Bernet

Torpedo 1972

Luca Torelli ist Torpedo, ein erbarmungsloser und amoralischer Auftragskiller, eine echte Drecksau und die bekannteste Figur des Autors Enrique Sánchez Abulí. Hauptmerkmal dessen Geschichten ist ein trockener, nicht selten zynischer Humor. Fast zwanzig Jahre lang kollaborierte er mit dem begnadeten Zeichner Jordi Bernet an Torpedo 1936, der seine Abenteuer im New York der dreißiger Jahre erlebt und die beiden Spanier weltberühmt machte. Umso erstaunlicher, dass Bernet das Angebot ablehnte, mit Torpedo 1972 eine Fortsetzung des inzwischen deutlich gealterten Killer-Rentners umzusetzen. Mit Eduardo Risso wurde schließlich ein Zeichner gefunden, dessen Reputation sich nicht zu verstecken braucht, und dementsprechend gelungen ist dieser Abgesang auf die schwarze Serie.

Torpedo 1972

Die Eingangssequenz spielt in einem Kino, während Marlon Brando im damals aktuellen Kassenschlager Der Pate die Leinwand füllt. Anfang der Siebziger lebt der an Parkinson leidende Torpedo, immer noch vereint mit seinem Adlatus Rascal, in einem herunter gekommen Loch. Kein bisschen alterweise, hat sich seine Bösartigkeit noch weiter manifestiert.

Torpedo 1972

Ein Journalist will in einem Artikel einen jahrzehntealten Mord an einem Mafiosi aufwärmen und deswegen Torpedo interviewen. Naiverweise lässt er die Fotos von seiner Freundin machen, die von dem alten Brutalo vergewaltigt wird. Als der Reporter den sehr dummen Fehler macht, Torpedo bloßzustellen, dauert es nicht lange, bis dessen echte und vermeintliche Gegner sowie diverse Unschuldige mausetot sind.

Torpedo 1972

Torpedo ist nicht zurück, da er nie fort war. Knorrig, böse und gemein, weigert er sich zu sterben, weitere Abenteuer sind keineswegs ausgeschlossen. Im Anhang des schönen Hardcovers findet sich neben reichlichen Bleistiftskizzen von Risso eine nicht illustrierte Kurzgeschichte, die das erzählerische Potenzial von Abulí in seiner reinsten Form vermittelt.

Rainer Schneider

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Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Michael Rush erregt die Aufmerksamkeit des zwielichtigen Professor Magor, als er 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal im Zehnkampf siegt. Rush wird ganz rasch gekidnappt und in einen 2.000 Jahre dauernden Tiefschlaf versetzt.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Dort findet er eine Nachricht des ziemlich wahnsinnigen Magors vor. Dieser nennt Rush jetzt Andrax und begrüßt ihn in einer “besseren Zukunft“. Doch da irrt der ungute Professor gewaltig, denn Andrax scheint eher weit in die Vergangenheit gereist zu sein und muss sich mit Barbaren und Sauriern herumschlagen…

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Mit dem Comic-Magazin “Primo“ versuchte der “Fix & Foxi“-Schöpfer Rolf Kauka (noch bevor der Springer Verlag sein ähnlich gelagertes ZACK startetet) eine etwas ältere Leserschaft zu erreichen. Lange vor “YPS mit Gimmick“ gab es in “Primo“ jene verkaufsfördernde Beilage, die heute Standart bei Kiosk-Comicheften ist und damals “Schnick-Schnack“ hieß. In “Primo“ wurden neben Funny-Serien wie den “Pichelsteinern“ oder “Jojo“ (alias “Gaston“) auch realistisch gezeichnete Abenteuer-Comics wie etwa “Prinz Eisenherz“ veröffentlicht.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Nachdem schlechte Erfahrungen mit einer in Spanien eingekauften Barbaren-Reihe namens “Kronan“ gemacht wurden, entwickelte Peter Wiechmann für Kauka ein eigenes Konzept. In Zusammenarbeit mit dem spanischen Studio Bardon entstand die Serie “Andrax“, die ab 1973 in “Primo“ (und später auch kurz in “Zack“) erschien. Die Vorzeichnungen zur Serie stammen teilweise vom Kauka-Zeichner Ludwig Fischer.

Jordi Bernet & Peter Wiechmann: Andrax

Gezeichnet und co-konzipiert wurde “Andrax“ vom heute recht prominenten Zeichner Jordi Bernet, dessen Serie “Torpedo“ der Verlag Cross Cult in einer fünfbändigen Gesamtausgabe veröffentlicht. In der selben Aufmachung erscheint dort auch eine kleinformatige Hardcover-Ausgabe, die 90 % aller “Andrax“-Geschichten enthalten soll, darunter auch deutsche Erstveröffentlichungen.

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Die Geschichten wurden textlich von Peter Wiechmann überarbeitet und nicht wie in “Primo“ koloriert veröffentlicht. Wiechmann schreibt dazu im Nachwort: “Mich stören die Farben. Sie nehmen viel von der genialen Harmonie der Komposition … erzeugen Schwere, verwischen die Klarheit.“ Dies trifft zwar auf die späteren – ziemlich offensichtlich unter Zeitdruck entstandenen – “Andrax“-Geschichten nicht immer zu. Doch vor allem die Origin, also die Entstehungsgeschichte von Andrax, überzeugt durch Bernets schwarzweißes Artwork, das in dieser Neuauflage bestens zur Geltung kommt.


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