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Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

So ganz lassen kann Alan Moore (Watchmen, V for Vendetta) das Comic-Schreiben zum Glück nicht. So startete er 2016 bei Avatar Press –  hier veröffentlichte er bereits Comics wie Neonomicon und beteiligte sich auch an der Serie Crossed – eine Anthologie-Reihe. Hierzu steuerte Moore die Titelserie Cinema Purgatorio über “Babylon Hollywood“ bei. Diese wird von Kevin O’Neill gezeichnet, mit dem Moore auch an seiner verfilmten Erfolgsreihe Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen zusammenarbeitete.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Hinzu kommen weitere “Serien innerhalb der Serie“, die von namhaften Autoren wie Kieron Gillen (Über), Christos Gage (Batman: Die Sünden des Vaters) oder Max Brooks (World War Z) stammen. Während in den USA von den achtzehn angekündigten Schwarzweiß-Heften erst Band 16 vorliegt, veröffentlicht bei uns der umtriebige Dantes Verlag (Teenage Mutant Ninja Turtles / Usagi Yojimbo) bereits eine liebevoll aufgemachte Hardcover-Edition, die Avatar Press nicht im Angebot hat.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Da sich der Erscheinungstermin des Sammelbands mit Cinema Purgatorio von O’Neill und Moore, der ein exklusives Vorwort zur deutschen Ausgabe liefern will, noch etwas verschiebt, startet die Edition mit dem zweiten Highlight der Anthologie. Code Pru stammt aus der Feder von Garth Ennis (Preacher, The Boys). Im Zentrum der Serie steht die junge Sanitäterin Prudence Slapweather, die bei ihren Rettungseinsätzen in New York mit Monstern aller Art konfrontiert wird.

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Die Zeichnungen stammen vom Spanier Raulo Cáceres, der mit David Laphams Psychopath eine der kranksten Stories der von Ennis gestarteten Reihe Crossed ganz schön schrecklich illustrierte. Bei Code Pru gelangen Cáceres angemessen glibbrige Monster, doch für die ruhigeren Passagen, die es bei Garth Ennis gelegentlich auch gibt, ist er sicher nicht der optimale Zeichner. Hier hätte eine Kolorierung vielleicht noch etwas retten können.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Doch die abgefahrenen oft auch ganz schön kranken Ideen von Ennis halten den Leser bei der Stange. Dankenswerterweise liefert der Dantes Verlag auch noch umfangreiche Anhänge, mit Erklärungen und Hintergrundinfos zu den einzelnen Storys. In dieser Form erscheinen weitere Sammelbände aus dem Cinema-Purgatorio-Universum, auf die ich mich schon sehr freue!

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Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Im Jahre 1898 versammelte sich rund um eine gewisse Mina Murray eine seltsame Ansammlung von Abenteurern. Da wären Allan Quatermain aus den Afrika-Roman von Henry Rider Haggard, der von H. G. Wells erfundene unsichtbare Hawley Griffin, Robert Louis Stevensons Dr. Henry Jekyll (und somit natürlich auch Mr. Hyde) und Jules Vernes Kapitän Nemo.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Da will Miss Murray natürlich auch nicht nachstehen und entpuppt sich schließlich als Mina Harker aus Bram Stokers Dracula. Gemeinsam mit zahlreichen Figuren aus den Sherlock-Holmes-Geschichten und Edgar Allan Poes Auguste Dupin (Der Mord in der Rue Mogue) erlebt Mina und ihre Liga der extraordinären Gentlemen allerlei Abenteuer.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Diese in den USA 1999 zunächst in sechs Heften veröffentlichte Kolportage-Geschichte ist das ambitionierteste Projekt in Alan Moores Reihe America´s Best Comics. Doch dies liegt nicht nur an der fabulierfreudigen Geschichte des Autor von Watchmen und From Hell sondern mindestens ebenso sehr an den sehr eigenen und detailfreudigen Zeichnungen von Kevin O’Neill (Lobo, Marshal Law). Im beweist sehr ausführlichen Anhang dieses Bandes beweist Alan Moore in seiner Prosageschichte Allan und der geteilte Schleier, dass ein gefeierter Comic-Autor nicht zwangsweise auch ein guter Schriftsteller ist.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Bereits 2002 folgte eine zweite Miniserie: Seltsame Dinge passieren im Juli 1898 auf dem Planeten Mars. Dort treffen sich zwei Erdlinge namens Gullivar und John. Sie kämpfen gemeinsam mit diversen Marsbewohnern gegen die dreibeinigen Kampfmaschinen der Mollusken. Doch als der Sieg greifbar nahe ist, entkommen die Aliens in künstlichen Meteoren, die kurz danach auf einer Weide in England einschlagen. Doch dies bleibt nicht unbemerkt und Quatermain, Mina Harker, Captain Nemo, Mr. Hyde und der Unsichtbare sind sofort zur Stelle.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Für die Fortsetzung hat Alan Moore als Aufhänger H. G. Wells‘ Kampf der Welten auswählt und beginnt mit einem stimmungsvollen Prolog auf dem Mars, der Kevin O’Neill zu unglaublich atemberaubenden Bildern anstachelt. Bei den beiden Erdlingen auf dem Mars handelt es sich übrigens um den 1905 vom englischen Schriftsteller Edwin L. Arnold geschaffenen Lieutenant Gullivar Jones und um John Carter vom Mars des Tarzan-Autors Edgar Rice Burroughs.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Doch auch ansonsten gibt es haufenweise Anspielungen auf Mythen der Trivialliteratur. Doch es bleibt nicht bei Gastauftritten und Namedropping. Moore schafft innerhalb seiner Geschichte einige verblüffend originelle Verbindungen, etwa zwischen Dr. Moreau und diversen vermenschlichten Tiere der englischen Kinderbuchliteratur wie Winnie Puuh.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Die Tatsache, dass Moore sein erfolgreich verfilmtes Quintett im Laufe dieser Geschichte nicht nur im Streit auseinanderbringt, sondern auch noch drastisch dezimiert. Dennoch folgten zahlreiche weitere Fortsetzungen.

Cinema Purgatorio

Außerdem arbeiteten Moore und O’Neill noch innerhalb der Heftreihe Cinema Purgatorio zusammen.

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