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Swamp Thing

1971 erzählten der Autor Len Wein und der im März 2017 verstorbene Zeichner Bernie Wrightson die tragische Geschichte vom Biologen Alec Holland. Dieser wurde von einem eifersüchtigen Kollegen, der es auf dessen Frau abgesehen hatte, umgebracht. Anschließend wurde Alec “zum stinkenden Sumpf getragen und dort vergraben“. Doch Alec ging eine Metamorphose mit den wilden Sumpfblüten ein, wurde zum mächtigen Swamp Thing und rächte sich an seinem Mörder. Doch das entfremdete ihn von seiner Frau und traurig ging das Ding zurück in den Sumpf…

Swamp Thing

Diese auf nur acht Comic-Seiten im DC-Heft House of Secrets # 92 erzählte Geschichte wurde zu einem gewaltigen Erfolg. Nach anfänglichem Zögern machten sich Wein und Wrightson daran, aus Swamp Thing einen Serien-Helden zu machen. Sie ließen ihr tragisches Ungetüm auf das Monster von Frankenstein aber auch auf Batman treffen. Nach 10 Heften verließ Wrightson die Serie und drei Ausgaben später ging Len Wein von Bord. 1976 war dann erst einmal Schluss mit Swamp Thing.

Swamp Thing

1982 drehte Wes Craven eine gar nicht einmal so gute Verfilmung von Swamp Thing, der trotzdem sieben Jahre später eine etwas amüsantere Fortsetzung folgte. Ab 1993 entstand eine erstaunlich langlebige TV-Serie, die es auf 72 Episoden brachte. Dies alles belebte auch den Comic wieder, der zu einem Höhenflug ansetzte, als Alan Moore (Watchmen) 1983 als Autor einstieg und innerhalb der Serie ganz nebenbei auch noch den Detektiv und Magier John Constantine einführte.

Swamp Thing

Nach vielen weiteren Neustarts trat Len Wein 2016 wieder als Autor von Swamp Thing in Erscheinung. Die in sechs Heften erzählte Story hatte er bereits 30 Jahre zuvor gemeinsam mit Bernie Wrightson entwickelt. Doch als dieser plötzlich nicht mehr als Zeichner zur Verfügung stand, hatte DC kein Interesse an einer Veröffentlichung. Doch es gab ein Happy End, denn mit Kelley Jones wurde der optimale Zeichner gefunden.

Swamp Thing

Für Jones, der zu den interessantesten Batman-Zeichnern zählt, war Wrightson eine große Inspirationsquelle. Seine morbiden Bilder bilden den Hauptanreiz der Neu-Interpretation von Swamp Thing. Len Weins Story hingegen erscheint als ein eher schwacher Vorwand um Gastauftritte von Figuren wir Phantom Stranger, Zantana, Deadman, Spectre oder den von Jack Kirby erfundenen Dämonen Etrigan zu ermöglichen.

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Before Watchmen

So richtig erfreut war wohl kaum ein Comicfreund als zu erfahren war, dass DC ganz ohne Beteiligung von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons eine Prequel-Reihe zu “Watchmen“ in Auftrag gab. Darf man das, nur weil man die Rechte an DEM Comicklassiker der 80er Jahre hat?

Before Watchmen

Alan Moore meinte eher nicht, denn schließlich gibt es ja auch keine literarische Fortsetzung zu Melvilles “Moby Dick“ (jedoch zu “Doktor Schiwago“ und zu “Vom Winde verweht“). Peter Osteried hingegen meinte in Alfonz – Der Comic-Reporter, dass sich Alan Moore nicht so anstellen solle, da er in “Liga der extraordinären Gentlemen“ und in “Lost Girls“ auch recht ungeniert eigene Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen Figuren erzählte.

Before Watchmen

Dennoch waren die Erwartungen nicht allzu hoch, auch wenn bei den insgesamt zehn “Before Watchmen“-Miniserien eine ganze Reihe von prominenten – abgesehen vom argentinischen Zeichner Eduardo Risso (“100 Bullets“) – allesamt aus den USA stammenden – Kreativkräften eingesetzt wurden. Bei uns erscheinen diese Serien bei Panini gebündelt in insgesamt acht Sammelbänden, die es wahlweise als Softcover- oder limitierte Hardcover-Edition gibt. Den Anfang bilden die vierteilige Miniserie “Rorschach“ von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die eine halbwegs spannende Crime-Story mit dem wohl beliebtesten Watchman sowie einem Gastauftritt von Taxidriver Travis Bickle alias Robert De Niro erzählt, sowie Darwyn Cookes überraschend gut gelungene Geschichte der “Minutemen“.

Before Watchmen
In seinem feinen klaren Retro-Stil erzählt der auch als Autor fungierende Cooke („Parker“, “Neue Horizonte“, “The Spirit“) vom komplizierten Beziehungsgeflecht der Vorgänger der Watchmen. Die Minutemen formierten sich aus den unterschiedlichsten Motiven Ende der 30er Jahre in New York. Sie bildeten eine nur bedingt funktionierende hauptsächlich aus kommerziellen Gründen zusammengeschweißte Heldentruppe, die langsam aber sicher auseinander bricht. Hauptfigur der Geschichte ist Hollis Mason, die erste Nite Owl, der von seiner vergeblichen Liebe zu Ursula Zendt alias Silhouette aber auch vom wohl wohl seltsamsten Minuteman dem finsteren Hooded Justice erzählt.

Before WatchmenCooke ist weniger daran interessiert erzählerische Lücken zu schließen, wie dies z. B. Don Rosa bei seinen Versionen von Carl Barks’ Enten-Comics recht penetrant praktizierte. Vielmehr nutzt Cooke respektvoll das von Alan Moore geschaffene faszinierend detailfreudig ausgestaltete Watchmen-Universum um darin einzutauchen und eine eigene Geschichte zu erzählen.

Before Watchmen

Cooke trifft den Geist des Originals findet aber auch durch den sehr eigenständigen Zeichenstil einen interessanten Zugang zum Comic-Meilenstein. In diesem Stile wäre auch eine Fortsetzung zu “Moby Dick“ wünschenswert.

Before Watchmen

Insgesamt muss festgestellt werden, dass das Niveau dieser Reihe in Sachen Optik aber auch Inhalt sehr viel höher ausgefallen ist als zu erwarten war. Mir persönlich hat eigentlich nur die OZYMANDIAS-Reihe von Len Wein und Jae Lee überhaupt nicht gefallen.

Before Watchmen

Im Zentrum von „Crimson Cosair“, dem letzten Band der Serie stehen zwar nicht die Superhelden aus WATCHMEN, dennoch enthält er einige Perlen, wobei die Titelstory nicht gerade das absolute Highlight ist. In der Originalserie WATCHMEN spielten Piraten-Comics eine große Rolle, weil Alan Moore der Meinung war, dass in einer Welt in der Superhelden tatsächlich existieren, Comics über maskierte Räche nicht der Hit wären. Daher entschieden sich er und Gibbons dafür, dass im Watchmen-Universum Piraten-Comics sehr beliebt sind und ließen immer wieder kleine Häppchen aus dem Freibeuter-Comic “Tales of the Black Freighter“ in ihre Geschichte mit einfließen.

Before Watchmen

Auch die meisten Hefte der BEFORE WATCHMEN Reihe enthielten am Ende als Zugabe zwei Seiten des Piratencomics THE CURSE OF THE CRIMSON CORSAIR. Diese wurden von John Higgins gezeichnet und gemeinsam mit Len Wein erdacht. Higgins fungierte seinerzeit bei WATCHMEN als Kolorist. Die atmosphärisch gestaltete Seiten mit der Piraten-Geschichte mag in kleinen Häppchen zum Erzeugen von einem gewissen WATCHMEN-Feeling in den Heften vielleicht noch ganz gut funktionieren. Geballt gelesen ergibt sich jedoch kein Piraten-Epos sondern allenfalls eine Schatztruhe voller “Fluch der Karibik“-Klischees.

Before Watchmen
Sehr viel interessanter sind die ebenfalls in diesem Band enthaltenen Geschichten über zwei absolute WATCHMEN-Nebenfiguren. Während sich J. Michael Stracynski und der begnadete argentinische Zeichner Eduardo Risso in zwei US-Heften dem tragischen Leben des schurkischen Magiers MOLOCH widmen, brauchen Len Wein und Steve Rude noch weniger Seiten um die ebenfalls recht traurige Geschichte des “Minuteman“ Story DOLLAR BILL zu erzählen. Wie alle Panini-Bände, die es auch als limitierte und mittlerweile schon hoch gehandelte Hardcover-Ausgaben gibt, enthält auch dieses Buch neben knappen aber sehr informativen Texten noch alle Variantcover zu CRIMSON CORSAIR, MOLOCH und DOLLAR BILL.

Before Watchmen THE BUTTON

Demnächst soll es zu einer Art Crossover zwischen den WATCHMEN und dem “regulären“ DC-Universum kommen. In den US-Heften 21 und 22 der Reihen BATMAN und THE FLASH wird der Vierteiler THE BUTTON erzählt. Es bleibt abzuwarten, ob dies eine gute Idee ist.

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