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DC und die Looney Tunes

Bereits 2000 kam es mit der vierteiligen Miniserie Superman / Bugs Bunny zu einem Crossover zwischen den DC-Superhelden und den Charakteren aus den Looney-Tunes-Trickfilmen. Damals schrieb Mark Evanier (Groo the Wanderer) eine ziemlich witzige durchgehende Geschichte, die im konventionellen, doch recht gut zu den Animations-Figuren passenden, Retro-Stil gezeichnet wurde.

DC und die Looney Tunes

Nachdem Ende 2015 bei DC fünfundzwanzig Variant-Cover für reguläre Superhelden-Hefte produziert wurden, auf denen Catwoman auf Tweety traf oder Flash mit Speedy Gonzales und dem Road Runner um die Wette lief, folgte zwei Jahre später eine Reihe mit Cross-Over-Geschichten. Das absolute Highlight ist dabei ganz gewiss die Begegnung zwischen Batman und Elmer Fudd, dem lispelnden Erzfeind von Bugs Bunny und Daffy Duck.

DC und die Looney Tunes

Die vom hochgelobten Autor Tom King (The Vision, Sheriff of Babylon) geschriebene Geschichte Pray for me (Bete für mich) wäre nur die halbe Miete, wenn der erfahrene Daredevil-Zeichner Lee Weeks sie nicht souverän als Film noir in Szene gesetzt hatte. Die Story erzählt wie Batman versucht zu verhindern, dass Elmer Fudd, der sich mal wieder auf Hasenjagd befindet, Bugs Bunny erledigt. Einer der Clous der Story ist, dass Bugs durch einen Menschen verkörpert wird, dessen Aussehen etwas an dessen Sprecher Mel Blanc erinnert.

DC und die Looney Tunes

Pray for me ist optisch und inhaltlich das absolute Highlight dieses Sammelbands, der noch fünf weitere Crossover zwischen Superhelden und Trickfilm-Figuren enthält. Hübsch anzusehen sind alle diese Geschichten und auch die Paarungen wurden originell ausgewählt. So trifft Wonder Women auf den Tasmanischen Teufel, die Legion of Superheroes muss sich mit Bugs Bunny auseinandersetzten, während mit Jonah Hex und Yosemite Sam zwei hart gesottene Burschen aufeinandertreffen. Fast schon ein Zungenbrecher ist der Titel des außerirdischen Begegnungs-Hefts Martian Manhunter / Marvin the Martian.

DC und die Looney Tunes

Potential gehabt hätte auch die Sache mit Lobo und dem Road Runner zumal mit dem neuen MAD-Chefredakteur Bill Morrison (The Simpsons) ein versierter Autor am Werke war. Doch die Geschichte plätschert eher dahin, doch es bleibt immerhin die Freude am Betrachten der herrlich morbiden Bilder von Batman-Ikone Kelley Jones. Es ist schade, dass das Niveau der meisten Geschichten und auch der jeweiligen im Animations-Look gestalteten Zweit-Storys nicht beim teilweise wirklich spektakulären Comic-Artwork mithalten kann.

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Lobo vs. Batman

Okay, erst einmal die Plastiktüte aufschneiden und dann das Objekt meiner Begierde entnehmen: Aha … und vorne steht sogar ’ne Gebrauchsanleitung drin: „FRÄGG Ahoi!“ Außerdem heißt „Elseworld“, dass alles möglich sein kann, aber nix passiert und dass für diese extra-ordinäre Story der kranke und extra-zugedröhnte Simon Bisley mal wieder den Zeichenstift geschwungen hat! Klingt vielversprechend!

Lobo vs. Batman

Verkehrte Welt: Butler Alfred Pennyworth ist Commissioner von Gotham City und Commissioner James Gordon ist Bruce Waynes Butler. Nightwing heißt Tim und Robin heißt Richard. Jimmy Olsen ist Superman. Als Krönung sind Batman und der Joker auch noch die Zwillingsbrüder Bruce und Leonardo Wayne. Doch jetzt zur Geschichte, die übrigens von Alan Grant stammt, der fast im Alleingang die „Shadow of the Bat“-Hefte textete. Er hat auch zusammen mit Norm Breyfogle über Jahre hinweg Batman und TEC gemacht. Gemeinsam mit Simon Bisley hat Grant 1991 schon das Crossover „Batman/Judge Dredd – Judgment on Gotham“ geschaffen. Zwei alte Kenner der Materie also.

Lobo vs. Batman

Wie gut sie ihre Hausaufgaben gemacht haben ist an vielen Kleinigkeiten zu sehen:: Bisley kennt die (angeblich alten) Zeichnungen von Bob Kane mit Batman als fliegende Fledermaus á la Leonardo da Vinci und auch die alten Zeichnungen aus den allerersten Batman-Heften. Hier und da gibt es ein paar Anleihen an Frank Miller als Hommage an den Schöpfer des „Dark Knights“. Und in einem Panel ist er sogar höchstpersönlich zu sehen (S.31). Doch am Ende sieht Batman nur noch wie vom „Mad“-Zeichner Sergio Aragonés gezeichnet aus.

Lobo vs. Batman

Doch jetzt wirklich zur Geschichte: Ohne lange Einführung ist der Leser auch schon mitten drin und er sieht, wie sich zwei ordentlich in die Fresse hauen: Batman gegen den Joker. Drei Seiten später sitzt der Joker dann mal wieder im Arkham Asylum, aber zum Glück kommt Lobo vorbei. Er richtet mal eben ein Gemetzel der übelsten Sorte unter dem Personal an und zieht Killer Croc seinen Haken durch den Kopf. Schon ist der Joker frei, aber nur um vom intergalaktischen Auftragskiller, der Geißel des Universums, im Auftrag von „Scarface“ (der Handpuppe vom Ventriloquist) gemeuchelt zu werden? Joker schlägt einen Deal vor: Alles kein Problem – „Sterben ist keine große Sache! Vielleicht macht es sogar Spaß! Unendliche Weiten und so!“ – aber vorher soll Lobo bitte noch Batman entehren, erniedrigen und zerstören. Dafür kriegt er dann 10 Millionen Dollar. Lobo wird schwach, gewährt dem Opfer einen Aufschub und macht sich an die Arbeit. Er zerlegt mal eben den Pinguin samt seiner ganzen Bande in seine organischen Einzelteile (sehr schön in Szene gesetzt ) und noch viele andere Leutchen. Dies alles macht er auch noch im Bat-Kostüm. Daher gibt es Aufruhr, Panik und Entsetzen unter den Politikern, der Presse und der Polizei, denn so etwas waren die Bürger von Gotham nun wirklich nicht von Batman gewohnt. Es kommt wie es kommen muss: Ein Kampf Lobo gegen Batman. Dabei kommen leider Robin und Nightwing mal eben ums Leben. Auch Batman entkommt nur mit knapper Not. Nun folgt ein ebenso altes wie beliebtes Thema: Man stecke einen guten Verbündeten von Batman (meist Alfred oder Robin) in dessen Kostüm, während der dunkle Ritter an den entscheidenden Stellen selber alles richtet. In einem zweiten Kampf muss es Gordon, der Butler, in einer Hightech-Rüstung mit Lobo aufnehmen. Mit diesem Bluff verschafft sich Batman die Zeit (der klassische Aufbau eines Dramas eben!), die er braucht um den Joker aufzusuchen und ihm alles zu erklären: Wir sind Brüder! Du musst Lobo zurückpfeifen! Nun kommt Lobo noch zu der rührenden Szene und man erwartet ein großes Finale, aber was passiert? Batman versprüht Gas mit einem ‚Extra-Zusatz an Gehorsamkeits-Faktor‘ und hypnotisiert Lobo: „Du wirst tun, was ich Dir sage“ Lobos Antwort: „Ja, ich bin in Deiner Gewalt. Ich werde tun, was Du sagst.“ Lobo macht sich auf den Weg, um als freiwilliger Helfer beim intergalaktischen Wohlfahrtsamt anzuheuern. So einfach ist das!

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Zehn Minuten sind rum, das Heft ist ausgelesen und was bleibt? Alles für ein Lachen? Fun, Fun, Fun pur? Sprüche hat er ja schon drauf, dieser Lobo: „…Aber zuerst setzt’s ’ne Ganzkörperhäutung, ’ne Augapfelentkorkung und ’nen heftigen Gedärmeknoten!“ Außerdem kann Lobo einfach alles, sogar „La Cucaracha auf sei’m Arschloch pfeifen“ Ist es möglich, dass wir es hier mit irgendeiner übergeordneten Normalität zu tun haben? Eine brillante neue Modifikation der menschlichen Wahrnehmung, dem urbanen Leben am Ende des 20. Jahrhunderts angepasst? Die Welt als absurdes Theater? Hey, oder ist es doch einfach nur Splatter?

Lobo vs. Batman

Wer Bisley von Conventions kennt, weiß wie er Batman und Robin am liebsten zeichnet: Poppend! Wenn Bisley dürfte wie er könnte, dann hätten die Fans etwas ganz anderes zu erwarten. Tja, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten darf das Blut zwar literweise auf zerstückelte Personen laufen. Doch diese müssen schon züchtig bekleidet sein. Es ist nichts Neues, dass Zeichner vom DC-Editor dazu angehalten werden, bestimmte Körperteile schamhafter darzustellen.

Fazit: Solides Handwerk, der Rest ist reine Geschmackssache. Doch gut, dass es eine „Elseworld“-Geschichte ist und daher nichts davon wahr ist. Doch jetzt mit Hypertime weiß man ja nie….

Norbert Elbers



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