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Superman: Man of Tomorrow

Der 38. Beitrag zur Reihe der DC Universe Animated Original Movies basiert auf keiner Comic-Vorlage, sondern vermengt allerlei Versatzstücke des Superman-Mythos. Als roter Faden dienen Clark Kents erste Versuche als Reporter und Superheld Fuß zu fassen. Dabei bekommt er es natürlich mit Lois Lane und Lex Luthor zu tun. Letzterer führt riskante Experimente durch, die schief gehen und einen seiner Angestellten – den Hausmeister Rudy Jones – in einen gefährlichen Parasiten verwandeln.

Superman: Man of Tomorrow

Äußerlich erinnert der Parasit an Supermans schlimmsten Gegner Doomsday und verfügt über ein gewaltiges Zerstörungspotential, das er gnadenlos einsetzt. Superman hingegen muss sich erst langsam an seine Kräfte und speziellen Fähigkeiten, sowie das Kostüm gewöhnen. Ihm zur Seite steht der geheimnisvolle Martian Manhunter, während Lex Luthor am Rande der Katastrophe sein eigenes Süppchen kocht.

Superman: Man of Tomorrow

Wie ein Fremdkörper wirkt der plötzlich aus heiterem Himmel auf der Erde auftauchende galaktische Kopfgeldjäger Lobo, der zusätzliche Turbulenzen verursacht. Diese soll wohl für etwas Humor innerhalb der teilweise ganz schön finsteren Geschichte (die FSK-Freigabe ab 12 ist etwas niedrig angesetzt) sorgen. Die Krawall-Action wird jedoch immer wieder durch sensible Momente aufgebrochen. So wird sehr einfühlsam geschildert, wie sich Superman und Martian Manhunter als Außerirdische auf der Erde  sehr einsam fühlen.

Superman: Man of Tomorrow

Das Resultat ist etwas uneinheitlich geraten, dennoch ist diese sorgfältig animierte Zeichentrick-Produktion sehenswerter als die meisten DC-Realverfilmungen. Auch das Bonusmaterial, mit sehr gut zusammengestellten Dokus über Lobo und dem Martian Manhunter, ist als DC-Nachhilfeunterricht wieder eine sinnvolle Ergänzung zum Hauptfilm.

Superman: Man of Tomorrow

Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 86-minütigen Hauptfilm noch die Dokumentationen “Lobo – Natural Force of Chaos“ (10:23 min) und “Martian Manhunter – Lost and Found“ (8:47 min), den thematisch passenden Zweiteiler “The Main Man“ (gemeint ist Lobo) aus der Superman-Animationsserie, sowie eine Vorschau auf „Batman: Soul of the Dragon“, den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum (11:56 min). Leider gibt es diesmal keinem Kurzfilm aus der Reihe DC Showcase.

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Mark Millar: Sharkey – The Bounty Hunter

Das Konzept klingt eigentlich ganz spaßig. Sharkey ist, ähnlich wie der DC-Charakter Lobo, ein galaktischer Kopfgeldjäger. Doch er hat sehr viel mehr Herz als der weißhäutige Muskelprotz. Sharkey empfindet immer noch etwas für seine im selben Metier tätige Exfrau und während er mit seiner Eiswagen-Rakete eine Terroristin jagt, auf die ein gewaltiges Kopfgeld ausgesetzt wurde, kümmert er sich um einen kleinen Waisenjungen…

Mark Millar: Sharkey - The Bounty Hunter

Genau wie schon The Magic Order und Prodigy wurde auch dieser Comic von Mark Millar im Hinblick auf eine Netflix-Serie konzipiert und daher hatte die Streaming-Plattform bei der visuellen Konzeption der Figuren mehr als ein Wörtchen mitzureden. Im Anhang dieses Sammelbands, der die aus sechs Heften bestehende erste Mini-Serie mit Sharkey enthält, befinden sich Entwurfszeichnungen, die von Kreativkräften stammen, die für Netflix arbeiteten.

Mark Millar: Sharkey - The Bounty Hunter

Den Comic zeichnete dann der Italiener Simone Bianchi, der bereits reichlich Erfahrungen bei Marvel sammeln konnte. Doch was er hier zu Papier bringt, ist – vielleicht auch, weil eigener Input von Bianchi unerwünscht war –  die wohl lustloseste Bebilderung einer Serie von Mark Millar. Pro Seite gibt es nur wenige grell kolorierte Panels, die es dem Leser nicht leicht machen, der Handlung zu folgen. Erinnerungen werden wach, an Fantasy-Comics aus den 70er-Jahren mit tollen bunten Bildern, doch ohne nachvollziehbare Geschichten.

Mark Millar: Sharkey - The Bounty Hunter
Cover von Frank Quitely

Fans von Mark Millar kommen um diesen Band dennoch nicht herum, denn es könnte sich um die Grundlage einer tollen Serie handeln. Wichtiger noch ist der Anhang mit der wunderschönen Sharkey-Variantcovern von Künstlern wie Frank Quitely (Jupiter`s Circle) oder Skottie Young (I hate Fairyland), die bestimmt tolle Comics über den galaktischen Kopfgeldjäger zustande gebracht hätten.

Space Bandits

Sehr viel amüsanter ist Mark Millars im selben Universum wie Sharkey spielende Serie Space Bandits. Dies liegt sicher an der originelleren Story von Millar, doch in einem noch stärkeren Maße an dem inspirierten Artwork des Italieners Matteo Scalera.

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DC und die Looney Tunes

Bereits 2000 kam es mit der vierteiligen Miniserie Superman / Bugs Bunny zu einem Crossover zwischen den DC-Superhelden und den Charakteren aus den Looney-Tunes-Trickfilmen. Damals schrieb Mark Evanier (Groo the Wanderer) eine ziemlich witzige durchgehende Geschichte, die im konventionellen, doch recht gut zu den Animations-Figuren passenden, Retro-Stil gezeichnet wurde.

DC und die Looney Tunes

Nachdem Ende 2015 bei DC fünfundzwanzig Variant-Cover für reguläre Superhelden-Hefte produziert wurden, auf denen Catwoman auf Tweety traf oder Flash mit Speedy Gonzales und dem Road Runner um die Wette lief, folgte zwei Jahre später eine Reihe mit Cross-Over-Geschichten. Das absolute Highlight ist dabei ganz gewiss die Begegnung zwischen Batman und Elmer Fudd, dem lispelnden Erzfeind von Bugs Bunny und Daffy Duck.

DC und die Looney Tunes

Die vom hochgelobten Autor Tom King (The Vision, Sheriff of Babylon) geschriebene Geschichte Pray for me (Bete für mich) wäre nur die halbe Miete, wenn der erfahrene Daredevil-Zeichner Lee Weeks sie nicht souverän als Film noir in Szene gesetzt hatte. Die Story erzählt wie Batman versucht zu verhindern, dass Elmer Fudd, der sich mal wieder auf Hasenjagd befindet, Bugs Bunny erledigt. Einer der Clous der Story ist, dass Bugs durch einen Menschen verkörpert wird, dessen Aussehen etwas an dessen Sprecher Mel Blanc erinnert.

DC und die Looney Tunes

Pray for me ist optisch und inhaltlich das absolute Highlight dieses Sammelbands, der noch fünf weitere Crossover zwischen Superhelden und Trickfilm-Figuren enthält. Hübsch anzusehen sind alle diese Geschichten und auch die Paarungen wurden originell ausgewählt. So trifft Wonder Women auf den Tasmanischen Teufel, die Legion of Superheroes muss sich mit Bugs Bunny auseinandersetzten, während mit Jonah Hex und Yosemite Sam zwei hart gesottene Burschen aufeinandertreffen. Fast schon ein Zungenbrecher ist der Titel des außerirdischen Begegnungs-Hefts Martian Manhunter / Marvin the Martian.

DC und die Looney Tunes

Potential gehabt hätte auch die Sache mit Lobo und dem Road Runner zumal mit dem neuen MAD-Chefredakteur Bill Morrison (The Simpsons) ein versierter Autor am Werke war. Doch die Geschichte plätschert eher dahin, doch es bleibt immerhin die Freude am Betrachten der herrlich morbiden Bilder von Batman-Ikone Kelley Jones. Es ist schade, dass das Niveau der meisten Geschichten und auch der jeweiligen im Animations-Look gestalteten Zweit-Storys nicht beim teilweise wirklich spektakulären Comic-Artwork mithalten kann.

DC und die Looney Tunes

Jetzt folgen unter dem Motto “Der Irrsinn geht weiter“ neue Crossovers. Doch der zweite Band ist mit nur vier anstatt sechs Begegnungen etwas dünner ausgefallen. Auch diesmal sind die Ideen zumeist origineller als die Ausführung. Dies bezieht sich jedoch eher auf die zumeist etwas arg bemühten Storys als auf die auch diesmal sehr gelungenen Bilder, die sich wieder daran versuchen „realistische“ Versionen der Looney Tunes zu Papier zu bringen.

DC und die Looney Tunes

Die am prominentesten besetzte Begegnung kam auf das Cover des Panini-Sammelbandes und zeigt Daffy Duck gemeinsam mit dem Joker in der Klapsmühle. Catwoman trifft in einer weiteren Geschichte auf den Kater  Sylvester, hier kommt es zugleich auch noch zu einer Begegnung zwischen dem Vögelchen Tweety und Black Canary. In Lex Luthor/Porky Pig kommt es zum Gipfeltreffen der Glatzenträger.

DC und die Looney Tunes

In der wohl schönsten Geschichte des Bands trifft Harley Quinn auf ein weniger bekanntes Mitglied der Looney Tunes. Das haarige rote Monster Gossamer hatte eine Vorliebe für weiße Turnschuhe und strahlte bei aller Bedrohlichkeit auch eine gewisse Unschuld aus. Auch diesmal gibt es wieder Zweitstories, die im Animated-Look gehalten sind und den Band gut abrunden.

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Batman vs. Lobo

Lobo und Batman – zwei ziemlich unglaubliche und ungewöhnliche Gefährten treffen aufeinander. Die erste Story ist von 2000 und war eine sogenannte Elseworlds-Geschichte. Die zweite ist hingegen in der „Realität“ angesiedelt.Und Elseworlds heißt, dass alles möglich sein kann, aber nix passiert. Für diese extra-ordinäre Story hat der kranke, extra-zugedröhnte Simon Bisley mal wieder den Zeichenstift geschwungen. Vielversprechend!

Batman vs. Lobo

Verkehrte Welt: Alfred Pennyworth ist Commissioner von Gotham City und James Gordon ist Bruce Waynes Butler. Nightwing heißt Tim und Robin heißt Richard. Jimmy Olsen ist Superman. Und als Krönung sind Batman und Joker Zwillingsbrüder: Bruce und Leonardo Wayne. Und jetzt zur Geschichte – übrigens von Alan Grant. Aus Grants Feder stammen fast im Alleingang die Shadow of the Bat-Hefte; er hat auch zusammen mit Norm Breyfogle über Jahre hinweg Batman und TEC gemacht.

Batman vs. Lobo

Bisley kennt die (angeblich alten) Zeichnungen von Bob Kane: Batman als fliegende Fledermaus a la Leonardo da Vinci. Und die alten Zeichnungen aus den allerersten Batman-Heften. Und hier und da ein paar Anleihen an Frank Miller – eine Hommage an den Schöpfer des ‘Dark Knight‘. Und in einem Panel ist er sogar höchstpersönlich zu sehen. Und am Ende sieht Batman nur noch aus, wie von ‘Sergio Aragonés gezeichnet‘.

Batman vs. Lobo

Aber jetzt wirklich zum Inhalt: Und ohne lange Einführung ist man auch schon mitten drin und man sieht, wie sich zwei ordentlich in die Fresse hauen: Batman gegen Joker. Drei Seiten später sitzt der Joker im Arkham Asylum, aber zum Glück kommt Lobo vorbei – richtet mal eben ein Gemetzel der übelsten Sorte unter dem Personal an und zieht Killer Croc seinen Haken durch den Kopf – und schon ist der Joker frei. Aber nur um vom intergalaktischen Auftragskiller, der Geißel des Universums, im Auftrag von Scarface (der Puppe vom Ventriloquisten) gemeuchelt zu werden? Joker schlägt einen Deal vor: Alles kein Problem – ‘Sterben ist keine große Sache! Vielleicht macht es sogar Spaß! Unendliche Weiten und so!‘ – aber bitte vorher soll Lobo Batman noch entehren, erniedrigen und zerstören. Und dafür kriegt er auch noch $ 10 Mio – Lobo wird schwach und gewährt dem Opfer einen Aufschub und macht sich an die Arbeit. Er zerlegt mal eben den Pinguin samt seiner ganzen Bande in seine organischen Einzelteile – sehr schön in Szene gesetzt –  und noch viele andere Leutchen – und alles im Batkostüm. Aufruhr, Panik, Entsetzen unter den Politikern, der Presse und der Polizei – das waren die Bürger von Gotham nun wirklich nicht von Batman gewohnt. Es kommt wie es kommen muss: Ein Kampf Lobo gegen Batman. Robin und Nightwing kommen leider mal eben dabei um und auch Batman entkommt nur mit knapper Not.

Batman vs. Lobo

Und Sprüche hat er ja drauf, der Lobo: ‘…Aber zuerst setzt ‘ne Ganzkörperhäutung, ‘ne Augapfelentkorkung und ‘nen heftigen Gedärmeknoten!‘ Und Lobo kann einfach alles: Sogar “La Cucaracha auf  sei’m Arschloch pfeifen“.

In der zweiten Story werden Lobo und Batman in ein Lichtjahre von der Erde entferntes Raumschiff teleportiert um eine Alien-Seuche aufzuhalten. Diesmal ist Sam Kieth (The Maxx, Zero Girl) für Story und Zeichnungen alleinverantwortlich. Nun müssen der Dunkle Detektiv und der intergalaktische Kopfgeldjäger zusammenarbeiten bevor die Seuche alle weiblichen Wesen – denn nur diese werden befallen –  dahinrafft. Die Zeichnungen – sowohl von Simon Bisley als auch von Sam Kieth – sind überaus durchgedreht, und solch einer Story würdig.

Norbert Elbers



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