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Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Nahezu gleichzeitig mit dem Heimkinostart einer Verfilmung von H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte Die Farbe aus dem All mit Nicolas Cage veröffentlicht Carlsen eine Manga-Version von Gou Tanabe. Im Gegensatz zu Richard Stanleys Film, der die Geschichte in die Gegenwart verlegte und gradlinig erzählte, hat Tanabe die Rückblenden-Struktur beibehalten und die Erzählung genau wie Lovecraft im vorletzten Jahrhundert angesiedelt.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Gou Tanabe hat bereits weitere Lovecraft-Storys adaptiert, einige davon wurde bei Carlsen unter dem Titel Der Hund und andere Geschichten veröffentlicht. Er zeichnet in einem auf Schraffuren setzenden Stil, der an alte Buchillustrationen erinnern soll. Dies passt recht gut zu Tanabes werkgetreuer Wiedergabe mit einem für Manga-Verhältnisse erstaunlich hohen Anteil an erläuternden Texten.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Die in japanischer Leserichtung veröffentlichte 180-seitige Erzählung wird Lovecrafts Vorlage auch dadurch gerecht, dass Tanabe das Grauen in eher diffusen Bildern wiedergibt und bei einem schwarzweißen Manga nicht in die Verlegenheit kommt, die mysteriöse Farbe aus dem All abbilden zu müssen.

Gou Tanabe: Die Farbe aus dem All

Der schöne Band wird noch durch ein kenntnisreiches Nachwort von Thorsten Hanisch abgerundet, der völlig zurecht auch noch Alberto Breccias kunstvolle 13-seitige Adaption der selben Story aus dem Sammelband Lovecraft des Avant Verlags empfiehlt.

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Die Farbe aus dem All

Anfang der 90er-Jahre gelangen dem in Südafrika geborenen Regisseur Richard Stanley mit M.A.R.K. 13 – Hardware und Dust Devil zwei bemerkenswerte mit kleinem Budget produzierte Filme, die dem Genre des phantastischen Filmes zuzurechnen sind. Nachdem Stanley 1996 die Regie bei der völlig aus den Fugen geratenen Big-Budget-Produktion DNA – Die Insel des Dr. Moreau mit Marlon Brando entzogen wurde, zog er sich aus der Filmbranche zurück.

Die Farbe aus dem All

Doch jetzt kehrt er zurück. Er adaptierte  H. P.  Lovecrafts Kurzgeschichte Die Farbe aus dem All. Zustande kam das Projekt, weil Nicolas Cage, der ein großer Lovecraft-Fan ist, von Richard Stanleys Drehbuch gehört hatte. Der Name von Nicolas Cage, der zwischen seinen unzähligen schlechten Filmen mit Drive Angry oder Mandy auch immer wieder Erstaunliches drehte, war gut genug um eine 12-Millionen-Dollar-Produktion anzuschieben.

Die Farbe aus dem All

Die in die Gegenwart verlagerte Geschichte erzählt von einer vierköpfigen Familie, die dem Großstadtstress entkommen will und eine Farm auf dem Lande in Neuengland erwirbt. Doch nachdem ein Meteorit direkt neben ihrem neuen Wohnort einschlägt, häufen sich seltsame Ereignisse. Nachts erstrahlt der Himmel in einer undefinierbaren Farbe (bei Stanley ist es lila), während Vegetation und Fauna immer fremdartiger und bedrohlicher werden…

Die Farbe aus dem All

Der in Portugal gedrehte Film lässt sich Zeit eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, wobei es durchaus von Vorteil ist, dass die von guten Darstellern verkörperten Charaktere sehr viel menschlicher wirken als die Figuren in den Geschichten von H. P. Lovecraft. Gegen Ende dreht Richard Stanley vielleicht etwas stark an der Splatter-Schraube, doch insgesamt findet er doch einen eigenen Zugang zu Lovecrafts Universum.

Die Farbe aus dem All

Die DVD von Koch Media enthält neben dem 106-minütigen Hauptfilm noch entfallende und verlängerte Szenen (12:24 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), eine interessant zusammengestellte Galerie mit 82 Bildern. sowie den deutschen und englischsprachigen Trailer (je 2:12 min). Es gibt aber auch noch sehr viel besser ausgestattete Blu-ray- und 4K-Editionen als Mediabooks.

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Locke & Key

Der Einstieg in diesen Comic wird dem Leser nicht ganz einfach gemacht, denn es wird zwischen drei Zeitebenen gewechselt. Erzählt wird zugleich von Rendell Lockes Ermordung, von seiner Beerdigung, sowie davon, wie seine Witwe Nina anschließend mit den Kindern Bode, Kinsey und Tyler das Keyhouse bezieht. In diesem ungewöhnlichen viktorianischen Haus in Lovecraft, Neuengland, das über seltsame Türen und einem mysteriösen Brunnen verfügt, sind die Geschwister laut Rendell Locke “sicherer als irgendwo sonst“.

Locke & Key

Der Auftakt verlangt dem Leser einige Aufmerksamkeit ab, macht aber sofort neugierig auf Geschichte und Figuren. Die Kunst des Erzählens wurde dem Autor Joe Hill (Blind) wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt, denn dieser heißt mit vollem Namen Joseph Hillstrom King. Der zugehörige Vater hört auf den Vornamen Stephen und ist bekannt für seine Horror-Romane wie Brennen muss Salem, The Stand oder Shining.

Locke & Key

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wechseln häufig die Zeitebenen und es gibt Hintergrundinformationen zum Mord an Rendell Locke, den zwei seiner Schüler begangen haben.

Locke & Key

Äußerst einfühlsam bebildert wurde Locke & Key vom Chilenen Gabriel Rodriguez. Dessen oft etwas knuffigen Figuren erinnern an die Zeichnungen von Humberto Ramos (Crimson), der in Out There eine ähnliche (aber deutlich schwächer getextete) Geschichte erzählte.

Locke & Key

Es ist erfreulich, dass Panini eine gebundene Gesamtausgabe von Locke & Key im leichten Überformat (19 x 29 cm) gestartete hat. Der erste Band dieser Master-Edition enthält auf 304 Seiten die ersten beiden Miniserien “Willkommen in Lovecraft“ und “Psychospiele“ (Hefte 1 bis 12). Das Buch ist nicht nur schön anzusehen, sondern sogar günstiger als Paninis teilweise schon vergriffene Softcover-Ausgabe!

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Alan Moore: Neonomicon

Um nicht zu hohe Erwartungen zu erwecken, ist im Vorwort zu diesem Band zu lesen, dass Comic-Legende Alan Moore (Watchmen, From Hell) diese Serie schrieb, weil er “eine Steuernachzahlung erwartete und das Geld brauchte“. Außerdem ist zu erfahren, dass Moore ohnehin nur vier der sechs in diesem Sammelband enthaltenen Hefte textete. Die ersten beiden Ausgaben tragen den Titel The Courtyard und wurden nach einem Prosawerk von Moore von Anthony Johnston adaptiert.

Alan Moore: Neonomicon

Hauptfigur ist hier ein FBI-Agent namens Aldo Sax, der eine eigenwillige Anomalie-Theorie entwickelt hat. Er ermittelt damit in einer Serie von nahezu identischen Ritualmorden, die von völlig unterschiedlichen nicht miteinander bekannten Tätern begangen wurden. Sax ist zwar auf der richtigen Spur, wird aber schließlich selbst zum Mörder und landet in einer geschlossenen Anstalt. Hier setzt die von Moore getextete vierteilige Miniserie Neonomicon an, die von Sax’ Kollegin Merril Brears erzählt. Diese wird mit noch seltsameren Vorkommnissen konfrontiert.

Alan Moore: Neonomicon

Hauptinspirationsquelle sind die seltsamen Bücher vom merkwürdigen H. P. Lovecraft, die von uralten den Menschen nicht eben freundlich gesinnten Göttern und dem geheimnisvollen Buch Necronomicon handeln. An diesem sogenannten Cthulhu-Mythos haben bereits andere Autoren wie Robert Bloch (Psycho), Robert E. Howard (Conan) oder Wolfgang Hohlbein herumgeschraubt und jetzt eben auch noch Alan Moore.

Alan Moore: Neonomicon

Sein Neonomicon ist recht gutes Fantasy-Horror-Lesefutter. Dabei kann der von Anthony Johnston adaptierte zweiteilige Prolog The Courtyard durch seinem strengen Bildaufbau mit zwei Hochkant-Panels pro Seite und sehr viel Moore-Prosa als innerer Monolog der Hauptfigur etwas stärker überzeugen als das dann doch gar nicht so große Finale. Die sexsüchtige FBI-Agentin Merril Brears erinnert hier eher an eine Figur aus dem kranken Universum von Garth Ennis (Preacher, Rover Red Charlie), was nicht verwundert, denn der Zeichner Jacen Burrows setzte auch schon dessen fulminanten Auftakt zu Crossed ansprechend ekelig in Szene.

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