Schlagwort-Archive: MAD

MADs Meisterwerke: Star Wars

Nachdem 1980 in MAD eine in Comicform gestaltete Parodie zu Das Imperium schlägt zurück veröffentlicht wurde, erhielt das Satire-Magazin ein Abmahnungschreiben der Anwälte von George Lucas. Es wurde gefordert, dass die Ausgabe sofort aus dem Handel genommen, die Druckplatten zerstört, das Original-Artwork ausgehändigt und alle Gewinne sowie ein Schadensersatz überwiesen werden.

MADs Meisterwerke: Star Wars

Doch die MAD-Redaktion hatte bereits zuvor einen Brief von George Lucas erhalten, der sich sehr darüber gefreut hatte, dass Autor Dick DeBartolo und der begnadete Zeichner Mort Drucker, die er für die “DaVincis der Comics“ hielt, seinen Film parodiert hatten. MAD-Herausgeber William Gaines schickte eine Kopie des Schreibens von Lucas an dessen Anwälte und schrieb noch „That’s funny, George liked it!“ drauf, womit sich die Sache erledigt hatte. Später sollte George Lucas in einem Vorwort zu dem Sammelband MAD about Star Wars schreiben, dass er das Satire-Magazin immer wieder vor seinen Anwälten geschützt hat.

MADs Meisterwerke: Star Wars

Dieses Vorwort und Hintergrundinformationen zum Inhalt fehlen leider in diesem Sammelband, obwohl er das selbe Cover von Jack Rickard hat wie MAD about Star Wars. Doch es ist erfreulich, dass Panini die Reihe fortführt, in der bisher dicke Bücher mit Parodien zu Filmen und Superhelden, sowie zu Spion & Spion erschienen sind. Dies ist nicht selbstverständlich, denn das zuletzt nur noch vierteljährlich erscheinende deutsche MAD wurde im Dezember 2018 mit der Ausgabe 185 eingestellt und in den USA wird es nur noch für Abonnenten produziert.

MADs Meisterwerke: Star Wars

Das MADs-Meisterwerke-Buch enthält auf 274 Seiten eine Zusammenstellung von Star-Wars-Parodien. Neben den von Mort Drucker mit gut getroffenen Karikaturen versehenen Film-Parodien, den sich fundiert über blödsinnige Momente lustig machenden Sergio Aragones und ein wenig Don Martin, sind vor allem exklusiv für das deutsche MAD erstellte Beiträge enthalten. Leider haben sich viele davon nicht gut gehalten und erreichen meistens weder die Qualität der liebevoll gezeichneten Cartoons von Martin Frei oder des sich 1999 durch mehrere Ausgaben ziehenden Struwwel-Vaders von Matthias Kringe, noch die lässige Rotzigkeit vom MAD-Urgestein I. Astalos.

MADs Meisterwerke: Star Wars

Es könnte auch noch bemängelt werden, dass sich die Hinweise darüber, wann die Beiträge erschienen sind ausschließlich auf die Dino– bzw. Panini-Hefte beziehen, dass die deutsche Kolorierung bei manchem ursprünglich in Schwarzweiß erschienenen Beitrag nicht wirklich eine Verbesserung ist und dass frühere Beiträge, wie die schönen Star-Wars-Covers der Williams-Ära nicht berücksichtigt wurden.

MADs Meisterwerke: Star Wars

Doch, wie bereits erwähnt, ist es erfreulich, dass Panini zumindest in dieser Form mit dem Satire-Magazin weitermacht und vielleicht auch noch den bereits angekündigten zweiten Band von MADs Meisterwerke: Superhelden herausbringt.

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Fante Bukowski: Ein amerikanischer Traum

Dem Band vorangestellt ist ein Zitat von Stephen King: “Amateure sitzen rum und warten auf Inspiration, der Rest von uns steht auf und macht sich an die Arbeit.“ Fante Bukowski wartet eigentlich nicht auf Inspiration, sondern hofft mit nur wenigen kurzen Gedichten oder durch plumpe Plagiate bekannter Romane zum gefeierten Literaten zu werden. Daran, dass dies nicht funktioniert, ist die ignorante Gesellschaft Schuld und Fante zieht seine Energie daraus, erfolglos zu sein.

Fante Bukowski: Ein amerikanischer Traum

Der Comic-Autor und Zeichner Noah Van Sciver hingegen hat einen beträchtlichen Output vorzuweisen. Seit 2006 verlegte, produzierte und verkaufte er in bester Underground-Tradition im Alleingang seine für einen Dollar pro Exemplar angebotene Anthologie Blammo. Dies trug Früchte, er begann fürs Magazin MAD zu arbeiten, Fantagraphics brachte Hypo, seine Comic-Biographie über den “melancholischen Abraham Lincoln“, heraus und in drei Bänden beschrieb Van Sciver die Misserfolge von Fante Bukowski.

Fante Bukowski: Ein amerikanischer Traum

Avant verlegt die bemerkenswerte Trilogie in einem 400-seitigen Hardcover- Band. Was zunächst wie eine durchaus komische Ansammlung der Blamagen eines alles andere als angenehmen oder gar talentierten Zeitgenossen beginnt, gewinnt recht rasch an Drive und Tiefe. Wir erfahren, dass Fante Bukowski in Wirklichkeit Kelly Perkins heißt und sich auf der Flucht vor seinem Vater befindet, der ihm schon seit frühster Jugend nichts zutraute.

Fante Bukowski: Ein amerikanischer Traum

Fast schon rührend wird es im zweiten Teil der Trilogie: In einer Nebenhandlung erzählt Van Sciver von einer gewissen Audrey Catron, mit der Fante eine kurze Affäre hatte. Nachdem der erste Roman der jungen Damen zu einem großen Erfolge hat, geht sie durchaus taff mit ihrem möglicherweise nur sehr kurzfristigen Ruhm um. Zugleich fühlt sie sich irgendwie zu Fante hingezogen, weil dieser “so verquere und romantische Vorstellungen vom Schreiben“ hat. Wie sich das ungleiche Duo schließlich wiedertrifft, das ist ganz großes Comic-Kino.

Fante Bukowski: Ein amerikanischer Traum

Doch auch ansonsten hat das Buch sehr viel zu bieten. Es ist überraschend, wie emotional mitreißend Noah Van Sciver mit seinen schlicht wirkenden Zeichnungen erzählen kann. Es ist erstaunlich, was der Autor alles an geistreichen Zitaten wie “Ist es nicht toll, dass morgen ein neuer Tag ist, an dem man noch keine Fehler begangen hat?“ (L. M. Montgomery) zusammengetragen hat. Es ist sympathisch, wie uneitel Noah Van Sciver seine Gastauftritte als erfolgloser Comic-Autor innerhalb dieses Buchs inszeniert hat, das er “aus Rache an der Autorin Audrey Catron geschrieben hat, weil sie seine Liebe mit Füßen getreten hat.“

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Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Wally Woods faszinierende Bilder von außerirdisch schönen  Frauen und tollkühnen Raumfahrern, deren Helme aussehen wie umgedrehte Goldfischgläser wurden in sehr vielen Bildbänden und Kunstbüchern abgedruckt. Woods tragischer selbst verursachte Tod, 1981 im Alten von nur 54 Jahren trug zudem auch noch einiges zum Mythos des Comiczeichners als begnadeter Künstler bei.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Dabei geriet ein wenig in Vergessenheit, dass der auch für MAD und Will Eisner The Spirit arbeitende Wood hervorragende Geschichten in Szene setzte, vor allem in seiner Anfangszeit bei EC Comics. Es ist daher sehr erfreulich, dass der All Verlag seine in Eigenregie erstellte und hoffentlich noch viele Blüten treibende Reihe Aus dem EC-Archiv mit drei Bänden startet, die “alle Science-Fiction & Fantasy Storys“ enthalten, die Wood ab 1950 für die Hefte des US-Verlags zeichnete.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Bemerkenswert ist, dass Wally Wood seine ersten vier innerhalb der EC-Serien Weird Fantasy und Weird Science veröffentlichte Comics gemeinsam mit Harry Harrison zeichnete. Dieser merkte jedoch recht bald, dass er ein sehr viel talentierterer Autor als Zeichner war. Harry Harrison schrieb anschließend die erfolgreiche Science-Fiction-Reihe über die “Stahlratte“ Jim DiGriz und mit dem Roman Make Room! Make Room! die Vorlage zum Erfolgsfilm Soylent Green (deutscher Titel … Jahr 2022 … die überleben wollen) mit Charlton Heston.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

 

Im Alleingang steigerte Wally Wood seine graphische Meisterschaft so stark, dass er auch verstärkt Cover für die EC-Comichefte zeichnete. Zwar strahlen viele Bilder von Wood für sich betrachtet einen naiv anmutenden Optimismus aus, der eine Zukunft voller Abenteuer verspricht, doch die von ihm detailreich in Szene gesetzten Geschichten sind eher Dystopie als Space-Opera. Auch heute noch überraschen die ganz schön bösen “No Future“-Schlusspointen der Short Stories.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Für diese Geschichten, die sich nicht hinter den zeitgleich erschienenen Science-Fiction-Geschichten von Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke verstecken müssen, zeichneten sich zumeist EC-Herausgeber William C. Gaines und der auch als Zeichner tätige spätere MAD-Chefredakteur Al Feldstein verantwortlich. Doch so manches Mal ließ sich das Duo von zuvor genossener Lektüre nicht nur inspirieren, sondern es schuf ziemlich dreiste Plagiate.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Daher bekam der Verlag 1952, nach dem Abdruck der von Wally Wood gezeichneten Story Heimgekehrt um zu bleiben! (abgedruckt in Band 2 der Wally-Wood-Reihe des All Verlags), einen Brief vom damals noch aufstrebenden SF-Autor Ray Bradbury (Fahrenheit 451), der 50 Dollar forderte, da im Comic die Handlungen von zwei seiner Kurzgeschichten kombiniert wurden. Der in einem sehr freundlichen Ton gehaltene Brief begann mit der freundlichen Anrede “Dear Sir“ und Bradbury schlug vor, auch offiziell für EC zu arbeiten.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Er träumte sogar von einer Ausgabe, die ausschließlich Comic-Adaptionen seiner Geschichten enthält. Daraus wurde zwar nichts, doch im Laufe der nächsten Zeit erschienen bei EC insgesamt 24 von Bradbury autorisierte Comic-Geschichten, zwei davon gezeichnet von Wally Wood. Band 2 der Wally-Wood-Reihe des All Verlags dokumentiert diesen Vorgang ausführlich im sehr gut zusammengestellten Anhang.

Aus dem EC-Archiv: Wally Wood

Es ist großartig, dass es endlich möglich ist, alle diese tollen klassischen Science-Fiction-Geschichten in deutscher Sprache, gut gedruckt in Farbe, im leichten Überformat, in chronologischer Reihenfolge und garniert mit interessanten Anmerkungen lesen zu können!

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Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 22. Juli 2018 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

Zu Gast:

MAD-Zeichner I. ASTALOS

Nachdem er ein einwöchiges Praktikum beim Kauka-Verlag (Fix & Foxi) absolviert hatte, entdeckte Ivica Astalos das Satiremagazin MAD. Er nahm Kontakt zum Chefredakteur Herbert Feuerstein auf, der gerade an einer Neuausrichtung des Magazins arbeitete.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Ab 1975 arbeitete Astalos regelmäßig als Texter, Ideenautor und Zeichner für MAD. Gelegentlich benutzte er auch das Pseudonym “Hans (Johannes) Tischler“. Dies war die Übersetzung seines jugoslawischen Namens, den er bei politischen MAD-Beiträgen einsetzte, die “seltsam ausgesehen hätten mit einem ausländischen Namen“.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Neben eigenen Arbeiten zeichnete Astalos auch circa 10 Seiten der Serie Spion & Spion. Astalos blieb bei MAD  an Bord, auch nachdem Feuerstein 1991 bei MAD aufhörte und das Magazin 1998 neu gestartet wurde. Seine in einem lässigen Stil zu Papier gebrachten Beiträge erschienen auch in Schweden, Norwegen, Ungarn und Chile. Sie wurden in vier Taschenbüchern veröffentlicht. Aktuell hat Astalos im Eigenverlag in zwei 100-seitigen Bänden die Highlights aus seinen beiden MAD-Schaffensphasen zusammengestellt.

I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Im Comic Café unterhielten wir uns mit I. Astalos über seine bisherigen und künftigen Projekte.

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Igor Barkan (Zombiac), der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) und Michael Khambekar zu Gast.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Diese Comics standen zur Debatte:

Mit OUTCAST gelang Robert Kirkman (The Walking Dead) ein faszinierendes Update zum Filmklassiker Der Excorzist.

Hier die Wertung der Expertenrunde:

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

In einem sehr eleganten Stil begehen Pascal Regnauld und Robert Seiter MORD FÜR MORD (Schreiber & Leser).

Comic Café

Hier die Wertung der Expertenrunde:

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Trickfilme!

Matthias Schäfer hat wieder ausgewählte und besonders lustige Trickfilm-Klassiker vorgestellt und sachkundig kommentiert.

ERKENNEN SIE DIE MELODIE

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierten wir wieder unser beliebtes Musik-Quiz ERKENNEN SIE DIE MELODIE.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Zu gewinnen gab es relativ wertvolle Sachpreise wie Sachpreise wie MAD-Hefte und Muh-Muh-Sahnebonbons.

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Hier Rolf Boykes Eindruck von der Veranstaltung :

Bilder vom Comic Café vom 22.07.2018

Die nächste 2018er Termine sind der 07. Oktober und der 28. Oktober

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I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Nachdem er ein einwöchiges Praktikum beim Kauka-Verlag (Fix & Foxi) absolviert hatte, entdeckte Ivica Astalos das Satiremagazin MAD. Er nahm Kontakt zum Chefredakteur Herbert Feuerstein auf, der gerade an einer Neuausrichtung des Magazins arbeitete. Ab 1975 arbeitete Astalos regelmäßig als Texter, Ideenautor und Zeichner für MAD. Gelegentlich benutzte er auch das Pseudonym “Hans (Johannes) Tischler“. Dies war die Übersetzung seines jugoslawischen Namens, den er bei politischen MAD-Beiträgen einsetzte, die “seltsam ausgesehen hätten mit einem ausländischen Namen“.

I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Neben eigenen Arbeiten zeichnete Astalos auch circa 10 Seiten der Serie Spion & Spion. Astalos blieb bei MAD  an Bord, auch nachdem Feuerstein 1991 bei MAD aufhörte und das Magazin 1998 neu gestartet wurde. Seine in einem lässigen Stil zu Papier gebrachten Beiträge erschienen auch in Schweden, Norwegen, Ungarn und Chile. Sie wurden in vier Taschenbüchern veröffentlicht. Jetzt hat Astalos im Eigenverlag in zwei 100-seitigen Bänden die Highlights aus seinen beiden MAD-Schaffensphasen zusammengestellt.

I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Band 1 enthält unter dem Motto “Feuerstein & Co.“ zahlreiche schwarzweiße MAD-Beiträge aus den Jahren 1974 bis 1985, die sich über aktuelle Phänomene, “Sternstunden der Menschheit“ und immer wieder auf eine unverwechselbare Art über Märchen lustig machen. Der zweite Band beschäftigt sich mit der Zeit von 1998 bis 2017 für den Dino Verlag und für Panini tätig war. Als Titel wählte Astalos für seinen Rückblick auf diese Zeit “Kleine Brötchen backen“.

I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Sicher MAD hat heute nicht mehr den Stellenwert, den das Magazin früher hatte. Doch für gute Verkaufszahlen sorgen Hefte auf deren Titelbildern Donald Trump zu sehen ist. Auch Astalos hat sich auf den US-Präsidenten eingeschossen und seine aktuellen Beiträge sind oftmals politischer als zu Feuersteins Zeiten.

I. Astalos: 40 verrückte Jahre

Die beiden auf 500 Exemplare limitierten Sammelbände sind für alle MAD-Freunde unverzichtbar. Sie kosten je 15 Euro, können direkt bei Astalos hier auf dessen Homepage bestellt werden und wer nett fragt bekommt bestimmt auch noch eine Widmung oder vielleicht sogar eine kleine Zeichnung.

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MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Nach den dicken Büchern über Superhelden-Parodien und Spion & Spion, versucht Panini einen weiteren optimalen Sammelband mit ausgewählten Beiträgen aus dem Satire-Magazin MAD zusammenzustellen. Diesmal geht es um die “besten MAD Movie- und TV-Parodien aller Zeiten!“

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, kommt natürlich nicht an den seit 1961 für MAD arbeitenden Mort Drucker vorbei, wobei sich dessen ebenso kunstvollen wie treffsicheren Karikaturen sehr viel besser gehalten haben, als die zugehörigen manchmal etwas albernen Texte von Autoren wie Larry Siegel, Dick DeBartolo, Stan Hart oder die verballhornten Songtexte von Frank Jacobs.

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Zum 2012 in den USA erschienenen Sammelband Mort Drucker – Five Decades of his finest Works steuerten Hollywood-Größen wie Michael J. Fox, Steven Spielberg, J. J. Abrams, Michael J. Fox oder George Lucas Texte bei. Ihnen allen war es eine Ehre, wenn ihre Filme in MAD von Mort Drucker veralbert wurden. Der 1922 in New York geborene Mort Drucker arbeitete vor seiner Zeit bei MAD auch für die DC Comics. Parallel zu seiner Arbeit für MAD gestaltete er auch Filmplakate, am bekanntesten dürfte sein Poster zu American Graffiti von George Lucas sein.

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Für MAD haben auch Zeichner wie Will Elder, Wally Wood, Jack Davis, Angelo Torres, Tom Bunk, Sam Viviano oder aktuell Tom Richmond, Hermann Mejia und der Australier Anton Emdin die Stars aus Hollywood treffsicher karikiert (einige Bespiele davon sind auch in diesem Buch zu finden). Die elegant zu Papier gebrachten Filmparodien von Mort Drucker sind jedoch eine Klasse für sich und für Hollywood-Produktion ähnlich wichtig wie ein Oscar. Nach seiner Parodie zum Film Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia ging Drucker 2008 in den lange verdienten Ruhestand.

Eine weitere Grundlage für dieses Buch des Panini Verlags ist der 1998 erschienene Sammelband MAD about the Movies, der ausschließlich Parodien auf Filme aus dem Hause Warner Brothers (zu diesem Konzern gehört auch MAD) enthält. Mort Druckers Cover zu diesem Buch wurde für die Panini-Ausgabe von Martin Frei neu interpretiert. Jetzt wurden auch deutsche Promis wie Götz George als Schimanski oder Horst Tappert als Derrick mit ins Wimmelbild aufgenommen.

Dies hat seinen guten Grund, denn die deutsche Edition enthält auch Parodien von Frederic Dieter Stein. Nachdem dieser zunächst für Fix & Foxi zeichnete, reichte er seine Arbeiten beim deutschen MAD ein. Sofort erhielt er einen Anruf von Chefredakteur Herbert Feuerstein und arbeitete ab 1982 sechs Jahre für das Satiremagazin. Im Laufe der Jahre verarschte er Derrick, Lindenstraße, Eis am Stiel, Schimanski oder Die unendliche Geschichte. Doch auch zu Antonio Prohias‘ MAD-Klassiker Spion & Spion lieferte er Beiträge.

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MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien bietet auf 400 Seiten eine abwechslungsreiche, chronologisch geordnete Zeitreise durch 55 Jahre Trivial-Kultur!

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MADs Meisterwerke: Spion & Spion

2015 erschien in den USA unter dem Titel “Spy vs. Spy: An explosive Celebration“ ein beeindruckendes Buch über Antonio Prohias‘ legendäre wortlose Spion-Comics aus MAD. Sergio Aragones gedachte in einer vierseitigen Comic-Biografie seinem 1998 verstorbenen Freund Prohias, 150 ausgewählte Spy vs. Spy Comics wurden eigens für das Buch aufwändig koloriert und von prominenten Comic-Künstlern wie Jim Lee, Bill Sienkiewicz, Darwyn Cooke, Tom Bunk oder den Hernandez Brothers kamen Hommage-Zeichnungen zum Abdruck.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

All dies und noch viel mehr enthält ein noch großformatigeres 350-seitiges Buch von Panini. Hier sind nicht nur die 150 kolorierten Comic-Seiten enthalten, sondern das Spion & Spion Gesamtwerk von Prohias. Zudem werden noch einige Beispiele gezeigt von “Spion & Spion“-Seiten,die von Duck Edwing oder auch Prohias geschrieben und von Bob Clarke gezeichnet wurden. Natürlich kommen auch einige der aktuell von Peter Kuper in einem komplett anderen aber dennoch sehr explosiven Stil gezeichneten Doppelseiten mit den Kämpfen der beiden Spione zum Abdruck.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Doch es ist nicht nur die Bebilderung, die für dieses Buch spricht. Was sich in der Kurzbiografie von Sergio Aragones nur andeutet, beschreibt Fabiola Santiago in einem Textbeitrag etwas ausführlicher. Der gebürtige Kubaner Antonio Prohias (1921 – 1998) war der beliebteste politische Karikaturist seines Landes. Doch als nach der Revolution Fidel Castro in einer seiner Reden einen Cartoon von Prohias als Beispiel für konterrevolutionäre Umtriebe anprangerte war dieser seines Lebens nicht mehr sicher. Da die Arbeitsbedingungen in Kuba unerträglich, ja sogar lebensgefährlich wurden, verließ Prohias Kuba 1960.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Wie Prohias schließlich bei MAD landete, das ist dann eine schon eher komische Geschichte. In einem weiteren Text in diesem Buch erinnert sich seine seinerzeit als Dolmetscherin fungierenden Tochter Maria Rosa daran, wie sie 1960 gemeinsam mit ihrem Vater in New York das MAD-Büro aufsuchte. Man betrachtete Prohias‘ Spion & Spion -Comics wohlwollend, hatte jedoch kein Interesse daran und verwies ihn an andere Publikationen. Daraufhin begann Prohias seine Probezeichnungen zu zerreißen, da er sie eigens für MAD angefertigt hatte und Spion & Spion entweder dort oder gar nicht erscheinen sollte.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion
Der erste Spion-Comic von 1981 in der Neukolorierung

Dies überzeugte, Prohias verließ die Redaktion mit einer Anzahlung von 800 Dollar und im Januar 1961 erschien der erste Comic mit Spion & Spion in MAD.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Peter Kuper war Gast des Comicfestival München 2017.

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Die Dingodossiers

Wer René Goscinny ist, muss wohl niemandem erklärt werden. Marcel Gottlieb alias Gotlib hingegen ist in der deutschen Comiclandschaft leider sträflich unterrepräsentiert. Das war nicht immer so, denn einst gehörten seine verrückten Geschichten, genau wie Gilbert Sheltons Freak Brothers, zu den beliebtesten Beiträgen im Magazin U-Comix und Carlsen veröffentlichte seine Serie Rubrique à Brac unter dem Titel Auf Fall und Knall.

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Doch am Anfang seiner Karriere arbeitete er mit dem großen René Goscinny zusammen und beide versuchten in der regelmäßig im Comicmagazin Pilote erscheinenden Serie Les Dingodossiers aus alltäglichen Situationen so viel chaotischen Humor wie möglich herauszuholen. Ihr großes Vorbild war das US-Satiremagazin MAD. Ab 1963 entstanden 169 Episoden, die zumeist aus zwei schwarzweißen Seiten bestanden.

Die Dingodossiers

Der Splitter Verlag hat sich diesem seltsamerweise bisher noch nie in Deutsch veröffentlichten Comicklassiker angenommen und veröffentlicht gleich eine Gesamtausgabe, die zudem auch noch ein sehr informatives reich bebildertes Vorwort, sowie einige Dingodossiers enthält, die seinerzeit nicht in Pilote zum Abdruck kamen.

Die Dingodossiers

Wer Gotlib noch aus U-Comix kennt, wird sicher sofort den perfekten, aber dennoch sehr eigenen, Zeichenstil Gotlibs erkennen, sich vielleicht aber etwas über den harmlos-freundlichen Humor der Geschichten wundern. Nachdem sich Goscinny 1967 als Texter zurückzog, präsentierte Gottlib in seiner im Alleingang realisierten Serie Rubrique à Brac sehr viel wildere und unberechenbarere Gags. Die danach in seinem eigenen Magazin Fluide Glacial entstandenen Comics waren dann alle andere als jugendfrei. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch Gotlibs Zusammenarbeiten mit André Franquin wie Slowburn.

Die Dingodossiers

Es bleibt zu hoffen, dass Splitter auch diese einzigartigen Comics in ähnlich schönen Editionen veröffentlicht. Dort erschien auch ein Band der Serie Superdupont mit einer Geschichte, die Gotlib “nur“ getextet hat. Die Zeichnungen hingegen stammen von François Boucq, der ein ebenso begnadeter Comic-Künstler wie Gotlib ist.

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Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 03. Juli 2016 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit einem Ständchen und der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zu Gast war der Künstler Frederic Dieter Stein, der zwischen 1983 und 1989 als Zeichner und Autor für das legendäre Satire-Magazin MAD tätig war.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Stein schuf Parodien auf TV-Serien und Filme wie “Derrick“, “Die Schwarzwaldklinik“ oder “Die unendliche Geschichte“.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

2016 zeigte er im Foyer der LV 1871 am Maximilansplatz 5 seine Ausstellung “BildGeschichten“.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Stein erzählte sehr lebendig von seiner Zeit bei MAD, von seinen Gemälden und von seinem Graphic-Novel-Projekt.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Wir zeigten den Trickfilm LEIPZIG VON OBEN vom Comiczeichner Schwarwel (“Schweinevogel“, “Seelenfresser“).

COMIC CAFÉ

Schwarwel erzählt davon, wie er den Tod seines Vaters erlebte und verarbeitete. In scheinbar unberechenbaren Zeitsprüngen schildert er Episoden aus seinem eigenen Leben, aber auch aus der jüngeren und älteren Geschichte seiner Heimatstadt Leipzig.

COMIC CAFÉ

Schwarwel plädiert in dem Film für ein Leben, das es ermöglicht “human“ zu sterben, bezieht aber auch eindeutig Stellung gegen Pegida.

COMIC CONS und COMIC-SALONS

Am 25. und 26. Juni 2016 fand der erste Comic Con Germany auf dem Geländer der Stuttgarter Messe statt. Die Veranstalter zählten „50.000 Comic-, Serien- und Spiele-Fans“ und kündigten an, fürs nächste Jahr “bereits mehr Fläche“ reserviert zu haben.

COMIC CAFÉ

Wird es jetzt auch in Deutschland regelmäßig Comic Cons geben, auf denen viele Besucher ihre Kostüme zur Schau stellen? Auf diesen Großveranstaltungen geht es zwar auch um Comics, doch noch stärker im Zentrum stehen Prominente aus Film und Fernsehen. Gemeinsam mit diesen können sich die Besucher zu Beträgen, die auch schon einmal dreistellig sind, fotografieren lassen.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zum Vergleich berichtete Igor Barkan über den Comic-Salon in Erlangen, der in diesem Jahr zum 17. Mal stattfand. Bei dieser größten reinen Comic-Veranstaltung in Deutschland zählte die Stadt Erlangen als Veranstalter “deutlich über 25.000 Besucher“.

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Igor Barkan (Zombiac), Rainer Schneider (Comicaze) und der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) zu Gast.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Diese Comics stehen zur Debatte:

Reinhard Kleist erzählt BERLINER MYTHEN (Carlsen).

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

In GAUDIS GESPENST (Salleck) erschreckt eine Mordserie die Bewohner von Barcelona.

Gaudis GespenstBilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

Koren Shadmi erzählt in LOVE ADDICT (Egmont) aus der bunten Welt des Online-Datings.

Koren Shadmi: Love Addict

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierten wir wieder unser beliebtes Musik-Quiz ERKENNEN SIE DIE MELODIE. Zu gewinnen gab es relativ wertvolle Sachpreise und Muh-Muh-Sahnebonbons!

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Hier noch einige Skizzen, die Rolf Boyke während der Veranstaltung gemacht hat:

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 28. August 2016 um 18 Uhr.

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Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Bereits als Schüler schrieb Ralph Ruthe (Kenn ich von Facebook!) Texte und Gags für das Volksbank-Kundenheft “Mike“ und später für die “Käpt´n Blaubär“-Comics. Mit eigenen durchaus unverwechselbaren knuffigen Zeichnungen feierte er erste Erfolge mit gefakten Anzeigen, die in MAD erscheinen. Anschließend folgten Comicalben zu Themenkomplexen wie “Computer“ oder “Ballermann“ aber auch eigene Serien wie “Schweinskram“ oder “Frühreif!“.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Zu einem großen Erfolg wurde die Cartoon-Reihe “Shit happens!“, die in Zeitungen, auf Ruthes Homepage und in Form von Hardcoverbänden bei Carlsen erscheint. Innerhalb dieser Reihe hat sich im Laufe der Zeit ein Ensemble von höchst unterschiedlichen Charakteren formiert. Ruthe ist aber auch weiterhin offen für Experimente. So war Synchron-Sprecher im Disney-Film “Zoomania“, hat Cartoons auf Latein und gemeinsam mit der Kabarettistin Luise Kinseher auch auf Bayrisch veröffentlicht.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Ein dankbares Thema für Gags aller Art ist natürlich auch der von Baumärkten und Discountern immer stärker befeuerte deutsche Volkssport des Grillens. Zusammen mit dem Autor und Standup-Comedian Markus Barth (nicht verwandt mit Mario B.) hat Ruthe in einem Büchlein in Cartoons, Texten und Sketchen allerlei Komisches zusammengetragen.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Hart am Rande der Realität wird hier geschildert, wie Frauen versuchen ihre Lebensabschnittspartner davon abzuhalten, ein Vermögen in überdimensionierten Hightech-Grills anzulegen. Gegenargumente wie, dass man ja sparen kann, indem auf Gemüse und Salate verzichtet wird oder nur vorgewürztes Billigfleisch auf den Grill kommt, ziehen kaum.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Als Ratgeber taugt das Büchlein durchaus. Ich persönlich denke nach der Lektüre ernsthaft über die Anschaffung eines Kontakt-Grills nach. Dieser ist bei Partys recht praktisch, da er anscheinend über einen Sprach-Chip verfügt und die Gäste miteinander bekannt macht.

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