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MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Nach den dicken Büchern über Superhelden-Parodien und Spion & Spion, versucht Panini einen weiteren optimalen Sammelband mit ausgewählten Beiträgen aus dem Satire-Magazin MAD zusammenzustellen. Diesmal geht es um die “besten MAD Movie- und TV-Parodien aller Zeiten!“

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, kommt natürlich nicht an den seit 1961 für MAD arbeitenden Mort Drucker vorbei, wobei sich dessen ebenso kunstvollen wie treffsicheren Karikaturen sehr viel besser gehalten haben, als die zugehörigen manchmal etwas albernen Texte von Autoren wie Larry Siegel, Dick DeBartolo, Stan Hart oder die verballhornten Songtexte von Frank Jacobs.

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Zum 2012 in den USA erschienenen Sammelband “Mort Drucker – Five Decades of his finest Works“ steuerten Hollywood-Größen wie Michael J. Fox, Steven Spielberg, J. J. Abrams, Michael J. Fox oder George Lucas Texte bei. Ihnen allen war es eine Ehre, wenn ihre Filme in MAD von Mort Drucker veralbert wurden. Der 1922 in New York geborene Mort Drucker arbeitete vor seiner Zeit bei MAD auch für die DC Comics. Parallel zu seiner Arbeit für MAD gestaltete er auch Filmplakate, am bekanntesten dürfte sein Poster zu “American Graffiti“ von George Lucas sein.

MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien

Für MAD haben auch Zeichner wie Will Elder, Wally Wood, Jack Davis, Angelo Torres, Tom Bunk, Sam Viviano oder aktuell Tom Richmond, Hermann Mejia und der Australier Anton Emdin die Stars aus Hollywood treffsicher karikiert (einige Bespiele davon sind auch in diesem Buch zu finden). Die elegant zu Papier gebrachten Filmparodien von Mort Drucker sind jedoch eine Klasse für sich und für Hollywood-Produktion ähnlich wichtig wie ein Oscar. Nach seiner Parodie zum Film „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ ging Drucker 2008 in den lange verdienten Ruhestand.

Eine weitere Grundlage für dieses Buch des Panini Verlags ist der 1998 erschienene Sammelband “MAD about the Movies“, der ausschließlich Parodien auf Filme aus dem Hause Warner Brothers (zu diesem Konzern gehört auch MAD) enthält. Mort Druckers Cover zu diesem Buch wurde für die Panini-Ausgabe von Martin Frei neu interpretiert. Jetzt wurden auch deutsche Promis wie Götz George als Schimanski oder Horst Tappert als Derrick mit ins Wimmelbild aufgenommen.

Dies hat seinen guten Grund, denn die deutsche Edition enthält auch Parodien von Frederic Dieter Stein. Nachdem dieser zunächst für Fix & Foxi zeichnete, reichte er seine Arbeiten beim deutschen MAD ein. Sofort erhielt er einen Anruf von Chefredakteur Herbert Feuerstein und arbeitete ab 1982 sechs Jahre für das Satiremagazin. Im Laufe der Jahre verarschte er Derrick, Lindenstraße, Eis am Stiel, Schimanski oder Die unendliche Geschichte. Doch auch zu Antonio Prohias‘ MAD-Klassiker Spion & Spion lieferte er Beiträge.

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MADs Meisterwerke: Spion & Spion

2015 erschien in den USA unter dem Titel “Spy vs. Spy: An explosive Celebration“ ein beeindruckendes Buch über Antonio Prohias‘ legendäre wortlose Spion-Comics aus MAD. Sergio Aragones gedachte in einer vierseitigen Comic-Biografie seinem 1998 verstorbenen Freund Prohias, 150 ausgewählte Spy vs. Spy Comics wurden eigens für das Buch aufwändig koloriert und von prominenten Comic-Künstlern wie Jim Lee, Bill Sienkiewicz, Darwyn Cooke, Tom Bunk oder den Hernandez Brothers kamen Hommage-Zeichnungen zum Abdruck.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

All dies und noch viel mehr enthält ein noch großformatigeres 350-seitiges Buch von Panini. Hier sind nicht nur die 150 kolorierten Comic-Seiten enthalten, sondern das Spion & Spion Gesamtwerk von Prohias. Zudem werden noch einige Beispiele gezeigt von “Spion & Spion“-Seiten,die von Duck Edwing oder auch Prohias geschrieben und von Bob Clarke gezeichnet wurden. Natürlich kommen auch einige der aktuell von Peter Kuper in einem komplett anderen aber dennoch sehr explosiven Stil gezeichneten Doppelseiten mit den Kämpfen der beiden Spione zum Abdruck.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Doch es ist nicht nur die Bebilderung, die für dieses Buch spricht. Was sich in der Kurzbiografie von Sergio Aragones nur andeutet, beschreibt Fabiola Santiago in einem Textbeitrag etwas ausführlicher. Der gebürtige Kubaner Antonio Prohias (1921 – 1998) war der beliebteste politische Karikaturist seines Landes. Doch als nach der Revolution Fidel Castro in einer seiner Reden einen Cartoon von Prohias als Beispiel für konterrevolutionäre Umtriebe anprangerte war dieser seines Lebens nicht mehr sicher. Da die Arbeitsbedingungen in Kuba unerträglich, ja sogar lebensgefährlich wurden, verließ Prohias Kuba 1960.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Wie Prohias schließlich bei MAD landete, das ist dann eine schon eher komische Geschichte. In einem weiteren Text in diesem Buch erinnert sich seine seinerzeit als Dolmetscherin fungierenden Tochter Maria Rosa daran, wie sie 1960 gemeinsam mit ihrem Vater in New York das MAD-Büro aufsuchte. Man betrachtete Prohias‘ Spion & Spion -Comics wohlwollend, hatte jedoch kein Interesse daran und verwies ihn an andere Publikationen. Daraufhin begann Prohias seine Probezeichnungen zu zerreißen, da er sie eigens für MAD angefertigt hatte und Spion & Spion entweder dort oder gar nicht erscheinen sollte.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion
Der erste Spion-Comic von 1981 in der Neukolorierung

Dies überzeugte, Prohias verließ die Redaktion mit einer Anzahlung von 800 Dollar und im Januar 1961 erschien der erste Comic mit Spion & Spion in MAD.

MAD Meisterwerke: Spion & Spion

Peter Kuper wird  zum Comicfestival München 2017 kommen. Im Jüdischen Museum München wird vom 23.5. bis 28.5 im Studienraum eine kleine Ausstellung mit Werken von Kuper gezeigt.  Alle Besucherinnen und Besucher des Comicfestivals erhalten gegen Vorlage des Festival-Tickets freien Eintritt ins Jüdische Museum. Dort findet am 25. 5. ein von Paul Gravett geführtes Künstlergespräch mit Peter Kuper statt.

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Die Dingodossiers

Wer René Goscinny ist, muss wohl niemandem erklärt werden. Marcel Gottlieb alias Gotlib hingegen ist in der deutschen Comiclandschaft leider sträflich unterrepräsentiert. Das war nicht immer so, denn einst gehörten seine verrückten Geschichten, genau wie Gilbert Sheltons “Freak Brothers“, zu den beliebtesten Beiträgen im Magazin U-Comix und Carlsen veröffentlichte seine Serie Rubrique à Brac unter dem Titel “Auf Fall und Knall“.

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Doch am Anfang seiner Karriere arbeitete er mit dem großen René Goscinny zusammen und beide versuchten in der regelmäßig im Comicmagazin Pilote erscheinenden Serie “Les Dingodossiers“ aus alltäglichen Situationen so viel chaotischen Humor wie möglich herauszuholen. Ihr großes Vorbild war das US-Satiremagazin MAD. Ab 1963 entstanden 169 Episoden, die zumeist aus zwei schwarzweißen Seiten bestanden.

Die Dingodossiers

Der Splitter Verlag hat sich diesem seltsamerweise bisher noch nie in Deutsch veröffentlichten Comicklassiker angenommen und veröffentlicht gleich eine Gesamtausgabe, die zudem auch noch ein sehr informatives reich bebildertes Vorwort, sowie einige “Dingodossiers“ enthält, die seinerzeit nicht in Pilote zum Abdruck kamen.

Die Dingodossiers

Wer Gotlib noch aus U-Comix kennt, wird sicher sofort den perfekten, aber dennoch sehr eigenen, Zeichenstil Gotlibs erkennen, sich vielleicht aber etwas über den harmlos-freundlichen Humor der Geschichten wundern. Nachdem sich Goscinny 1967 als Texter zurückzog, präsentierte Gottlib in seiner im Alleingang realisierten Serie “Rubrique à Brac“ sehr viel wildere und unberechenbarere Gags. Die danach in seinem eigenen Magazin Fluide Glacial entstandenen Comics waren dann alle andere als jugendfrei.

Die Dingodossiers

Es bleibt zu hoffen, dass Splitter auch diese einzigartigen Comics in ähnlich schönen Editionen veröffentlicht. Demnächst erscheint dort ein Band der Serie “Superdupont“ mit einer Geschichte, die Gotlib “nur“ getextet hat. Die Zeichnungen hingegen stammen von François Boucq, der ein ebenso begnadeter Comic-Künstler wie Gotlib ist.

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Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 03. Juli 2016 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit einem Ständchen und der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zu Gast war der Künstler Frederic Dieter Stein, der zwischen 1983 und 1989 als Zeichner und Autor für das legendäre Satire-Magazin MAD tätig war.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Stein schuf Parodien auf TV-Serien und Filme wie “Derrick“, “Die Schwarzwaldklinik“ oder “Die unendliche Geschichte“.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

2016 zeigte er im Foyer der LV 1871 am Maximilansplatz 5 seine Ausstellung “BildGeschichten“.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Stein erzählte sehr lebendig von seiner Zeit bei MAD, von seinen Gemälden und von seinem Graphic-Novel-Projekt.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Wir zeigten den Trickfilm LEIPZIG VON OBEN vom Comiczeichner Schwarwel (“Schweinevogel“, “Seelenfresser“).

COMIC CAFÉ

Schwarwel erzählt davon, wie er den Tod seines Vaters erlebte und verarbeitete. In scheinbar unberechenbaren Zeitsprüngen schildert er Episoden aus seinem eigenen Leben, aber auch aus der jüngeren und älteren Geschichte seiner Heimatstadt Leipzig.

COMIC CAFÉ

Schwarwel plädiert in dem Film für ein Leben, das es ermöglicht “human“ zu sterben, bezieht aber auch eindeutig Stellung gegen Pegida.

COMIC CONS und COMIC-SALONS

Am 25. und 26. Juni 2016 fand der erste Comic Con Germany auf dem Geländer der Stuttgarter Messe statt. Die Veranstalter zählten „50.000 Comic-, Serien- und Spiele-Fans“ und kündigten an, fürs nächste Jahr “bereits mehr Fläche“ reserviert zu haben.

COMIC CAFÉ

Wird es jetzt auch in Deutschland regelmäßig Comic Cons geben, auf denen viele Besucher ihre Kostüme zur Schau stellen? Auf diesen Großveranstaltungen geht es zwar auch um Comics, doch noch stärker im Zentrum stehen Prominente aus Film und Fernsehen. Gemeinsam mit diesen können sich die Besucher zu Beträgen, die auch schon einmal dreistellig sind, fotografieren lassen.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zum Vergleich berichtete Igor Barkan über den Comic-Salon in Erlangen, der in diesem Jahr zum 17. Mal stattfand. Bei dieser größten reinen Comic-Veranstaltung in Deutschland zählte die Stadt Erlangen als Veranstalter “deutlich über 25.000 Besucher“.

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Igor Barkan (Zombiac), Rainer Schneider (Comicaze) und der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) zu Gast.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Diese Comics stehen zur Debatte:

Reinhard Kleist erzählt BERLINER MYTHEN (Carlsen).

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

In GAUDIS GESPENST (Salleck) erschreckt eine Mordserie die Bewohner von Barcelona.

Gaudis GespenstBilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

Koren Shadmi erzählt in LOVE ADDICT (Egmont) aus der bunten Welt des Online-Datings.

Koren Shadmi: Love Addict

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierten wir wieder unser beliebtes Musik-Quiz ERKENNEN SIE DIE MELODIE. Zu gewinnen gab es relativ wertvolle Sachpreise und Muh-Muh-Sahnebonbons!

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Hier noch einige Skizzen, die Rolf Boyke während der Veranstaltung gemacht hat:

Bilder vom Comic Café vom 03.07.2016

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 28. August 2016 um 18 Uhr.

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Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Bereits als Schüler schrieb Ralph Ruthe (Kenn ich von Facebook!) Texte und Gags für das Volksbank-Kundenheft “Mike“ und später für die “Käpt´n Blaubär“-Comics. Mit eigenen durchaus unverwechselbaren knuffigen Zeichnungen feierte er erste Erfolge mit gefakten Anzeigen, die in MAD erscheinen. Anschließend folgten Comicalben zu Themenkomplexen wie “Computer“ oder “Ballermann“ aber auch eigene Serien wie “Schweinskram“ oder “Frühreif!“.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Zu einem großen Erfolg wurde die Cartoon-Reihe “Shit happens!“, die in Zeitungen, auf Ruthes Homepage und in Form von Hardcoverbänden bei Carlsen erscheint. Innerhalb dieser Reihe hat sich im Laufe der Zeit ein Ensemble von höchst unterschiedlichen Charakteren formiert. Ruthe ist aber auch weiterhin offen für Experimente. So war Synchron-Sprecher im Disney-Film “Zoomania“, hat Cartoons auf Latein und gemeinsam mit der Kabarettistin Luise Kinseher auch auf Bayrisch veröffentlicht.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Ein dankbares Thema für Gags aller Art ist natürlich auch der von Baumärkten und Discountern immer stärker befeuerte deutsche Volkssport des Grillens. Zusammen mit dem Autor und Standup-Comedian Markus Barth (nicht verwandt mit Mario B.) hat Ruthe in einem Büchlein in Cartoons, Texten und Sketchen allerlei Komisches zusammengetragen.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Hart am Rande der Realität wird hier geschildert, wie Frauen versuchen ihre Lebensabschnittspartner davon abzuhalten, ein Vermögen in überdimensionierten Hightech-Grills anzulegen. Gegenargumente wie, dass man ja sparen kann, indem auf Gemüse und Salate verzichtet wird oder nur vorgewürztes Billigfleisch auf den Grill kommt, ziehen kaum.

Ralph Ruthe: Soll das so dunkel? – Das Grillbuch

Als Ratgeber taugt das Büchlein durchaus. Ich persönlich denke nach der Lektüre ernsthaft über die Anschaffung eines Kontakt-Grills nach. Dieser ist bei Partys recht praktisch, da er anscheinend über einen Sprach-Chip verfügt und die Gäste miteinander bekannt macht.

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MADs Meisterwerke: Superhelden

MAD startete 1952 als Comicheft. Die ersten 23 Ausgaben textete Harvey Kurtzman im Alleingang, während die Zeichnungen von Jack Davis, Will Elder und Wally Wood stammten.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Bereits die vierte Ausgabe von MAD schrieb Satire-Geschichte. Hierfür zeichnete Wally Wood in beeindruckenden Wimmelbildern unter dem Titel “Superduperman!“ die erste direkte Parodie auf eine populäre Comic-Reihe (wenn die Tarzan-Verarsche “Melvin!“ aus Heft 2 ignoriert wird).

MADs Meisterwerke: Superhelden

Der MAD-Herausgeber William M. Gaines war zunächst skeptisch, denn er beschäftigte für seine Rechtsangelegenheiten den selben Anwalt wie DC, der Verlag bei dem Superman erscheint. Daher riet der Jurist Gaines in MAD auf eindeutige Parodien populärer Figuren zu verzichten, um sich dadurch lästige Schadensersatzklagen vom Hals zu halten. Kurtzman blieb jedoch stur, denn ohne die Möglichkeit sich über andere Comic-Reihen lustig machen zu dürfen, sah er keine Zukunft für MAD. Er fand einen Anwalt, der empfahl ganz einfach mit dem Parodieren weiterzumachen. Zum Glück für die gesamte westliche Kulturlandschaft hat sich Gaines im Sinne von Kurtzman entschieden und MAD verulkte zukünftig alles was populär war.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Dieser Sammelband von Panini enthält Superhelden-Parodien, die zwischen 1953 und 2004 in MAD erschienen sind und startet logischerweise mit “Superduperman!“ Dieser Comic liegt hiermit zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Das gebundene Buch orientiert sich zwar an der US-Edition “Mad about Superheroes“, wurde jedoch um Beiträge deutscher Zeichner wie I. Astalos, Matthias Kringe oder Guido Neukamm ergänzt. Außerdem ist die deutsche Edition gebunden, streng chronologisch geordnet, sowie großformatiger, farbiger und mit 276 Seiten sehr viel umfangreicher als die US-Ausgabe.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Das Vorwort stammt von keinem Geringeren als von Adam West, der in den sechziger Jahren im TV als Batman zu sehen war. Für West war es eine große Ehre, dass seine Serie 1966 im mittlerweile als schwarzweißes Magazin erscheinenden MAD gekonnt veralbert wurde. Die Zeichnungen voller treffsicherer Karikaturen stammten von Mort Drucker, MADs Experten für Filmparodien, der sich natürlich auch an Kinofilmen mit Superhelden abgearbeitet hat. Druckers Verarschungen der Superman- und Batman-Filme der siebziger, achtziger und neunziger Jahre sind alle enthalten (mit Ausnahme von “Buttman Verschlugginer“, der auch in “Mad about Superheroes“ fehlenden Parodie zu “Batman Forever“ aus dem US-MAD # 337) . Auch TV-Serien wie “Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark“ oder “Smallville“ bekamen dabei natürlich ihr Fett ab.

MADs Meisterwerke: Superhelden

Hinzu kommen Beiträge von “echten“ Superhelden-Zeichnern wie Frank Miller („The Dark Knight Returns„), Jim Lee, Dave Gibbons („Watchmen„) oder John Romita Jr., sowie natürlich von MAD-Veteranen wie Sergio Aragones, Al Jaffee oder Don Martin.

MADs Meisterwerke: Superhelden

„MADs Meisterwerke: Superhelden“ lädt ein zu einer Zeitreise durch fünf Jahrzehnte und zeigt, wie präsent die Strumpfhosenträger in allen Medien sind. Diese vergnügliche Exkursion wird in einem zweiten Band bis in die Gegenwart fortgeführt.

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Batman: The Animated Series

Bei der später auch „Batman Adventures“ genannten 1992 gestarteten Zeichentrickreihe „Batman: The Animated Series“ handelte es sich um die besten jemals fürs Fernsehen produzierten Trickfilme (okay, wenn man die „Simpsons“ ignoriert).

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Während die Superhelden-Trickfilme (etwa die bei Hanna Barbera hergestellten „Super Friends“ bei denen Batman auch auftrat) zuvor immer sehr limitierte Versionen ihrer Comic-Brüder darstellten, schuf Bruce Timm ein Design, das die besten Elemente von Frank Millers Comic „The Dark Knight Returns“ und Tim Burtons „Batman„-Filmen  übernahm. Timm und sein Team machten aus der Not (niedriges Budget) eine Tugend (starke Stilisierung).

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Natürlich ist „Batman: The Animated Series“ undenkbar ohne die Vorarbeiten von Miller und Burton, aber der damals 30-jährige Bruce Timm, der zuvor an Steven Spielbergs „Tiny Toons Adventures“ sowie an Trickfilm-Versionen zu „Flash Gordon“ und „The Lone Ranger“ arbeitete, machte sofort deutlich, dass er kein Interesse an einer bloßen Kopie der beiden erfolgreichen Batman-Kinofilme hatte. Er wollte seine ganz eigene Version schaffen. Trotzdem war er froh, dass Miller und Burton die dunklen Elemente der Figur auch einem, an Tiny Toons Adventures alberner Batman-TV-Serie geschulten, Publikum vermittelten.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Gemeinsam mit Eric Radomski, der für „Tiny Toons Adventures“ die Hintergrund-Zeichnungen anfertigte, schuf er in 1 ½ Monaten einen einminütigen Promo-Film, der später auch als Vorlage für die beeindruckende Vorspann-Sequenz diente. Zur eigenen Überraschung wurden Timm und Radomski daraufhin als Produzenten der Serie angeheuert. Zunächst dachten sie, man erwartete von ihnen nur das Design, doch plötzlich waren sie für die komplette Serie zuständig.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Dies war ungewöhnlich, denn TV-Trickfilme wurden ansonsten eher wie bebildertes Radio behandelt, mit großer Sorgfalt bei der Auswahl der Sprecher und bei der Erstellung der Playback-Aufnahmen und mit einer furchtbaren Knickerigkeit bei der tricktechnischen Umsetzung. So kommt meist nur eine limitierte Animation zum Zuge, die mehr an Legetrick als an Walt Disney erinnert. Von Menschen wie Timm und Radomski, die in erster Linie optisch denken, waren nun ganz andere Resultate zu erwarten. So fertigte Radomski die Hintergrundzeichnungen meist mit Airbrush auf schwarzen Karton an und schuf dadurch nicht nur einen beeindruckenden düsteren Stil, sondern sparte auch eine ganze Menge Zeit und schwarze Farbe.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Der Look von Batman Adventures war eher am Art Deco-Stil der dreißiger und vierziger Jahre orientiert und weniger an Tim Burtons Film-Vorgaben. Daher nannten die Macher ihren neuen Stil “Dark Deco“. Dieser eigene Ansatz machte den Warner Brothers ein wenig Angst. Sicherheitshalber ließen sie daher die Entwürfe für die Trickserie von Burton noch einmal durchsehen. Doch da dieser auch schon an Zeichentrickfilmen gearbeitet hatte, brachte er durchaus Verständnis dafür auf, dass ein Trickfilm-Batmobile über weniger Details verfügte als ein durchgestyltes Modell für ein Multi-Millionen-Dollar-Film, schon um den Trickfilm-Zeichnern die Arbeit zu erleichtern. Außerdem ist ein kreativer Mensch wie Burton natürlich auch tolerant genug anderen Künstlern ihre eigene Vision zuzugestehen.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Trotzdem verdankt Batman Adventures den beiden Burton-Filmen eine ganze Menge, so z. B. das Design des Pinguins oder von Catwoman und auch diverse Häppchen aus Danny Elfmans Soundtrack wurden immer mal wieder gerne eingespielt. Trotzdem ging die Serie ihren ganz eigenen Weg und war in einem stilvollen Gotham angesiedelt, in dem es noch keine Farbfernsehgeräte und kaum Computer gibt.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Bei jeder 22-minütigen Batman Animated-Episode handelt es sich um ein kleines Trickfilm-Juwel, das sehr liebevoll gestaltet wurde. Angefangen beim immer wieder gern gesehenen markanten Vorspann und der danach folgenden stimmungsvollen Titel-Illustration. Danach fand jedoch jede Episode ihren individuellen Rythmus und auch immer mal wieder einen ganz eigenen Zugang zur Batman-Legende. Das ging auch schon einmal so weit, dass einige Kinder in der gleichnamigen Episode “I´ve got Batman in my Basement“ behaupten konnten und dann dem „Dunklen Ritter“ gegen den Pinguin helfen mussten. Sinnigerweise hieß diese Folge bei uns „Batman und die Detektive“.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Meisterliche Folgen wie “P.O.V.“ (eine an den japanischen Film “Rashomon“ erinnernde Story, in der die Cops Bullock und Montoya, sowie ein weiterer Kollege komplett verschiedene Versionen des selben Erlebnisses erzählen) oder „Perchance to Dream“ (Bruce Wayne erwacht in einer Welt in der seine Eltern noch leben und er mit Selina Kyle alias Catwoman verlobt ist, natürlich steckt ein Superschurke, in diesem Fall der Mad Hatter dahinter) entschädigen für die ganz wenigen konventionellen Episoden mehr als reichlich.

Harley Quinn
© DC / Warner Bros. Entertainment

Mit der Joker-Freundin Harley Quinn gelang dem Autor Paul Dini innerhalb der Serie auch eine unübersehbare Erweiterung des Batman-Universums. Diese erstmals im TV-Trickfilm aufgetretene Figur wurde zunächst von Dini und Bruce Timm in der preisgekrönten Erzählung “Mad Love“ in die Comicwelt eingeführt und hier zugleich die durchaus auch tragische Geschichte der jungen Psychologin Harley Quinn erzählt, die sich rettungslos in den Joker verliebt. Mittlerweile gibt es auch “realistischer“ gestaltete Comic Versionen der Figuren wie z. B. in der viel beachteten Batman-Miniserie “Hush“ von Jim Lee und Jeph Loeb.

Harley Quinn
© DC / Warner Bros. Entertainment

Ein großes Problem, das „Batman: The Animated Series“ garantiert nicht nur Nachteile bescherte, waren die “Broadcasting Standarts & Practice“ genannten freiwilligen Selbstzensur-Regeln des US-Fernsehens. Durch diese Produktions-Richtlinien sollten Werbekunden und Moralverbände vorab in Sicherheit gewogen werden.

Batman Animated
DAS ALLES IST VERBOTEN! – © DC / Warner Bros. Entertainment

Nun war es allerdings nicht so, dass überhaupt keine Brutalitäten erlaubt waren, sondern diese hatten in etwas seltsam geregelten Bahnen zu verlaufen. So war es in einer hauptsächlich für Kinder produzierten Vormittagsserie zwar nicht erlaubt Pistolen einzusetzen. Maschinengewehre hingegen, zu denen Kiddies anscheinend nicht so leicht Zugriff haben, durften jedoch problemlos eingesetzt werden. Getötet werden durfte allerdings auch mit diesen Maschinengewehren nicht. Wenn etwa ein Gangster von einem Hausdach stürzt, hat er in einem Tümpel zu landen oder es muss ganz deutlich gezeigt werden, dass er noch atmet.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Gerade der „Story Editor“ Paul Dini musste oft die seltsamsten Kompromisse eingehen, etwa wenn es nicht erlaubt war, dass eine Frau einer Anderen ins Gesicht schlägt. Stattdessen „durfte“ sie aber durchaus ihre Kontrahentin treten und an den Haaren ziehen. Manchmal jedoch, genau wie in den elegantesten Lubitsch-Komödien, trieben die Zensoren die Kreativen zu Höchstleistungen an, die sonst gar nicht angestrebt worden wären.

Batman animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

 

Ein solcher Moment ist zum Beispiel der Tod von Robins Eltern im Zweiteiler „Robins Reckoning“. Anstatt exakt zu zeigen, wie die Trapez-Artisten „The Flying Graysons“, also Robins Eltern über der Zirkus-Manege abstürzen, zeigt uns der Film nur ein zurückschwingendes durchgeschnittenes Seil. Anschließend ist dann lediglich ein entsetzt guckender Bruce Wayne zu sehen. Die Reaktionen des übrigen Publikums mussten im Schatten bleiben, um die Kinderchen nicht allzu betroffen zu machen.

Batman Animated
KEVEN CONROY – © DC / Warner Bros. Entertainment

Neben dem hohen tricktechnischen Niveau wurde auch bei der Besetzung der Sprecher nicht gespart und meist bekannte und erfahrene Schauspieler verpflichtet. Besonders viel Lob erhielt, neben Kevin Conroys Batman-Stimme, der ansonsten eher glücklose Luke Skywalker Mark Hamill für seine ausgelassenen akustischen Darbietungen als Joker.

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MARK HAMILL – © DC / Warner Bros. Entertainment

Adrienne Barbeau, die Ex-Gemahlin von John Carpenter und das Objekt der Begierde in Wes Cravens „Swamp Thing“, sprach Catwoman. Roddy McDowall aus „Uhrwerk Orange“ lieh dem Mad Hatter seine Stimme. Shakespeare- unds  Genre Veteran David Warner(„Das Omen“, „Scream II“) gab den Ra´s Al Ghul, Ron Perlman („Hellboy“) war Clayface, Richard Moll sprach Two-Face, Paul Williams den Pinguin und John Glover („Smallv ille“) den Riddler. Auch die restliche Besetzung reichte zwar nicht ganz an das Protz-Casting der Batman-Spielfilme heran, aber Namen wie Kate Mulgrew (aus „Star Trek – Voyager“ als Red Claw), Heather Locklear, Ed Begley Jr., Diana Muldaur, Thomas Wilson (Biff aus „Zurück in die Zukunft“), Treat Williams („Hair“, „The Phantom“) , Marilu Henner, Helen Slater („Supergirl“), Michael York, Paul Winfield, Tim Matheson („Das turbogeile Gummiboot“) oder George Dzundza hat jeder am Film oder Fernsehen Interessierte garantiert schon einmal gehört.

Batman Animated
ADAM WEST – © DC / Warner Bros. Entertainment

Übrigens gab es innerhalb der Trickfilm-Reihe, die es auf 94 Episoden brachte, auch ein kleines Comeback für den TV-Batman Adam West. Er sprach in der Folge “Beware the Gray Ghost“ einen Serial-Helden dessen “Gray Ghost“-Filmreihe gerade in jenem Kino lief, aus dem der junge Bruce Wayne mit seinen Eltern kam, kurz bevor diese ermordet wurden. Später wurde diese Figur (und nicht wie ansonsten Zorro) zum Vorbild für Batman. Somit bekam West doch noch ein kleines Comeback, auch wenn er sich seinerzeit wirklich ernsthafte Hoffnungen auf die Titelrolle in Burtons „Batman“ machte.

Batman Animated
© MAD / DC / Warner Bros. Entertainment

Die Serie startete im Herbst 1992 mit einer Episode zum Appetit anregen während der Prime Time und lief dann immer am Sonntagnachmittag um auch ein etwas älteres Publikum zu erreichen. Ein sicheres Indiz für den Erfolg waren weniger die Emmy-Prämierungen für die beste TV-Zeichentrickserie und die besten Zeichentrick-Drehbücher, sondern sehr viel stärker die Tatsache, dass bereits 1993 im Satiremagazin MAD unter dem Titel „Batsman: The Anemic Series“ eine Parodie erschien. Ein weiterer Grund für den Erfolg der Serie könnte auch noch sein, daß hier, ganz im Gegensatz zu den auf schier endlose Crossovers setzenden Comichefte, abgeschlossene und pointierte Geschichten erzählt werden.

Batman animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Als erste größere Auskopplung zur erfolgreichen Zeichentrickserie produzierten Burnett, Radomski und Timm 1993 „Batman: The Mask of the Phantasm“ (bei uns als “Batman und das Phantom“ als Widescreen-Video bei Warner erschienen). Ursprünglich war dieser 80-minütige Film für den „Direct to Video“-Markt vorgesehen. Doch Warner Brothers waren von der Qualität der Vorarbeiten so angetan, daß sie beschlossen das Werk zuerst auch noch in die Kinos zu bringen.

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© DC / Warner Bros. Entertainment

„The Mask of the Phantasm“ beschäftigt sich ungewöhnlich ausgiebig mit Bruce Wayne. Eingebettet in eine wirklich ergreifende Liebesgeschichte wird erzählt, wie Bruce Wayne zunächst einmal recht erfolglos auf Verbrecherjagd geht, weil er sich nur ziemlich unspektakulär maskiert. Erst das furchteinflößende Batman-Outfit schafft Abhilfe.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Positiv ist nicht nur dass dieser Film es den Schöpfern der Serie erlaubt auch einmal eine etwas epischere Geschichte zu erzählen, sondern dass es auch durchaus einmal ein wenig härter zugehen darf als unter den starren Vorzensur-Richtlinien des US-Fernsehens. So kommen in „The Mask of the Phantasm“ einige üble Gangster tatsächlich zu Tode, natürlich nicht durch Batman, sondern eher durch das mysteriöse Phantom und den mal wieder herrlich durchgeknallten Joker. Auch das bittersüsse Ende der Love-Story macht diesen schönen Film für ein etwas erwachseneres Publikum durchaus interessant.

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© DC / Warner Bros. Entertainment

Im Zuge des Kinofilms „Batman & Robin“ entstand dann noch ein weiterer längerer Zeichentrickfilm, in dem es natürlich auch um Mr. Freeze geht. „Batman – Subzero“ schaffte es allerdings diesmal nur bis in die Videotheken, feierte als Kaufvideo mit über acht Millionen verkauften Exemplaren jedoch wahre Triumphe. Der Film beginnt in der Arktis und zeigt in gelungenen Einstellungen, wie Mr. Freeze gemeinsam mit zwei Eisbären zwischen den Eismassen herumschwimmt. Gleichzeitig nähert sich ein Forschungs-U-Boot, das nun ausgerechnet in Mr Freezes Höhle auftauchen muss.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Dabei wird der Behälter zerstört, in dem Mr. Freeze seine verstorbene konservierte Frau aufbewahrt, in der Hoffnung ein Gegenmittel zu finden. Freeze friert nun aus Rache die komplette Besatzung einfach ein und begibt sich mit seinen beiden Eisbären direkt nach Gotham City. Dort lässt er seine Frau von einem bankrotten Arzt untersuchen, der herausfindet, dass zu ihrer Rettung dringend ein Organspender benötigt wird. Hierfür kommen nur sehr wenige Personen in Frage. Freeze entscheidet sich ausgerechnet für Barbara Gordon alias Batgirl.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Im Gegensatz zum sehr viel atmosphärischeren und düster-ergreifenden Zeichentrickfilm “Batman: The Mask of the Phantasm“ konzentriert sich Subzero nicht allzu sehr auf Batman oder Bruce Wayne. Robin und Batgirl sind gleichberechtigte Handlungsträger. Da der Film ohnehin nur 67 Minuten lang ist, bleibt dadurch für eine Vertiefung der Charaktere nur sehr wenig Zeit. Auch Mr. Freeze ist diesmal eher ein Störenfried, genau wie Schwarzeneggers Filmversion in Batman und Robin, und sehr viel weniger als sonst ein tragisch-gebrochener Charakter. Die Handlung setzt sehr viel stärker auf Action. Das ist zwar etwas bedauerlich, aber immerhin sind die teilweise am Computer erzeugten Verfolgungsjagden recht gelungen animiert.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Übrigens war “Sub-Zero“ auch zugleich der letzte Auftritt des „alten“ TV-Batmans. Ende 1998 startete in den USA die letzte Batman Adventures-Staffel mit 14 Episoden. Darunter befinden sich absolute Highlights, wie eine Cartoon-Adaption des Comics “Mad Love“ und eine Episode (“Old Wounds“), die zeigt wie Dick Grayson zu Nightwing wird. Sehr interessant ist auch die Episode “Legends of the Dark Knight“. Hierfür wurden Teile im Look der Fünfziger Jahre-Comics und Teile im Stile von Frank Millers „The Dark Knight Returns“ animiert.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Nach dem Erfolg der neuen „Superman“-Trickfilm-Reihe, wurde Batman mit neuem Outfit (noch düsterer, ganz ohne Gelbtöne) und neuem Robin (einem Teenager namens Tim Drake) ausgestattet. Batgirl wurde stärker eingespannt, alles wurde den Schumacher-Filmen angepasst und daher poppig-bunter. Den Auftakt bildete der Dreiteiler „World´s Finest“ innerhalb der Superman -Trickfilmreihe. Hierin reist Bruce Wayne nach Metropolis, verknallt sich in Lois Lane und kommt nicht gerade super mit dem Stählernen klar, obwohl sie beide gemeinsam gegen Lex Luthor und dem Joker antreten müssen.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Auch ansonsten ist die Superman-Zeichentrickreihe für Batman-Fans durchaus interessant. So gibt es eine Episode in der Superman den vermissten Batman ersetzten muss und es ihm gar nicht so leicht fällt den knallharten nächtlichen Ritter zu geben. Sehr empfehenswert ist auch die Trickfilm-Serie „Justice League“.

BATMAN BEYOND
BATMAN BEYOND – © DC / Warner Bros. Entertainment

Neben der neugestylten Trickserie gab es aber auch noch eine zweite Trickserie namens “Batman Beyond“ (“Batman of the Future“). Hier ist ein gewisser 17-jähriger Terry McGavin der Batman des nächsten Jahrtausends. Nachdem sein Vater ermordet wurde, findet er im mittlerweile steinalten Bruce Wayne einen Mentor und sorgt nun im futuristischen Gotham für Ordnung. Mit dieser jugendlichen Figur wurde versucht ein wenig im Spiderman-Terrain zu wildern. Doch das ist eine andere Geschichte.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Der animierte Batman im Bruce Timm-Style hatte seinen letzten Auftritt (wenn von den „JLA“-Serien abgesehen wird) in dem ganz gelungenen direkt für den DVD-Markt angefertigten Zeichentrickfilm “Mystery of the Batwoman“, der bei uns unter dem Titel “Batman – Rätsel um Batwoman“ erschien.

Interessant sind auch die von Bruce Timm direkt für den DVD-Markt produzierten Filme der Reihe “DC Universe Animated Original Movies“  wie „Superman Doomsday„, “Justice League: The New Frontier“ oder „Batman: Gotham Knight„.

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The Silver Age of DC Comics

Große Freude kam bei mir auf, als zu erfahren war, dass der Taschen Verlag seinem riesigen Prachtband “75 Jahre DC Comics: The Art of Modern Mythmaking“ nicht – wie sonst oft üblich – eine kleinformatigere preiswerte Softcover-Ausgabe folgen ließ. Mit „The Golden Age of DC Comic“ wurde eine fünfbändige DC-Enzyklopädie gestartet, die sich noch ausführlicher mit jenem Comic-Verlag beschäftigt, der durch Helden wie Superman oder Batman das Comicheft salonfähig machte.

The Silver Age of DC ComicsZuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in den Zeitungen, doch nach dem riesigen Erfolg von Action Comics # 1 im Juni 1938 mit dem ersten Auftritt von Superman, war klar dass Comics mehr als nur eine Zeitungs-Beigabe sind. Comichefte wurden zu einem riesigen Geschäft.

The Silver Age of DC ComicsDie Superhelden zogen in ihren Abenteuern auch mit in den Zweiten Weltkrieg, oftmals noch bevor die Amerikanischen Streitkräfte in der Realität in Europa oder Asien aktiv wurden. Nach Ende des Krieges erlahmte das Interesse an den kostümierten Helden und das sogenannte “Golden Age“ ging zu Ende. Andere Comic-Genres wie die Funny Animals, hier speziell die Entengeschichten von Carls Barks, oder die auch an erwachsene Leser adressierten Kriegs- und Horror-Hefte aus dem Hause EC weckten größeres Interesse. Letztere riefen Jugendschützer auf den Plan und der Comics Code, eine Art freiwillige Selbstzensur der Verlage, sorgte dafür, dass die Comics wieder kindischer (aber gelegentlich auch – wie im Falle des MAD-Magazines – satirischer) wurden.

The Silver Age of DC ComicsMitte der Fünfziger Jahre starteten die DC-Superhelden wieder durch. In den Heften Showcase # 4 und # 22 erschienen modernisierte Version von Flash, dem schnellsten Menschen der Welt, und vom allmächtigen Helden Green Lantern, der jetzt durch eine zivile Tätigkeit als Testpilot etwas geerdet wurde. Helden-Truppen wie die Justice League of America wurden so beliebt, dass DCs Konkurrent Marvel seine Fantastic Four startete. Den größten Popularitätsschub bekam allerdings Batman. Eine in den Sechziger Jahren ungemein populäre TV-Serie mit Adam West zeigte den Fledermaus-Mann nicht als Dark Knight sondern als knallbunte Pop-Art-Figur, deren Abenteuer allenfalls sehr kleine Kinder spannend und die restlichen Zuschauer höchst amüsant fanden. Durch diese TV-Serie wurden auch viele DC-Comics knallbunt und infantil. Erst durch die realitätsnahen Geschichten von Denny O’Neil und Neal Adams, die das “Bronze Age“ einläuteten, erholten sich die DC-Helden von dieser Entwicklung.

The Silver Age of DC ComicsIn “The Silver Age of DC Comics” dokumentiert Paul Levitz, der von 2002 bis 2009 Chef bei DC war, auf 400 reich bebilderten Seiten dieses hochinteressante Comic-Zeitalter. Der Band ist gegenüber dem schwergewichtigen Werk “75 Jahre DC Comics“ sehr viel lesefreundlicher. Dies liegt zum einen daran, dass er komplett auf Deutsch übersetzt wurde, aber auch am etwas kleineren Format. Zudem sind zahlreiche neue Abbildungen, Texte sowie ein Interview mit Neal Adams enthalten. Es darf sich schon auf die drei weiteren DC-Bände zum Bronze-, Dark- und Modern-Age gefreut werden.

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MAD

MAD, das „vernünftigste Magazin der Welt“, hat unsere Kulturlandschaft nicht nur veralbert und kommentiert, sondern sie sogar stärker geprägt und auch verändert als jeder andere Comic. 

MAD Don Martin

Die Anfänge: Geschichten aus der Bibel und aus der Gruft

Es wird immer wieder gerne behauptet MAD wäre vom EC-Verlag herausgebracht worden, weil es durch drastische Zensurmaßnahmen in den USA nicht mehr möglich war Horrorheftchen wie “Tales from the Crypt“ zu veröffentlichen. Doch genaugenommen ist MAD eher eine Fortsetzung des Horrors der EC-Comics mit komischen Mitteln.

Max Gaines
Max Gaines

Um dies zu belegen muss etwas weiter ausgeholt werden. Max Gaines, der Vater des MAD-Gründers, war, übrigens ähnlich wie der Duck-Master Carl Barks, ein Mensch der es in allen möglichen Bereichen versuchte, dort immer wieder scheiterte und schließlich in der Comic-Branche landete. Wobei in den depressiven dreißiger Jahren von einer “Comic-Branche“ noch gar nicht die Rede sein konnte. Comics gab es eigentlich nur als tägliche Strips in den Tageszeitungen und als farbige Beilage am Wochenende. Max Gaines fragte sich nun, ob es nicht auch möglich wäre diese Beilagen auch ohne die störende Zeitung direkt am Kiosk zu verkaufen.

Famous Funnies
Er kam mit einer Firma namens Eastern Color Printing ins Geschäft. Dort wurden Unmengen von Comicheften als Gratiswerbegeschenke für Firmen produziert. Doch seltsamerweise hatte bisher niemand daran gedacht diese Hefte zu verkaufen. Gaines überzeugte die Firma indem er auf einige dieser Gratis-Hefte einen Preisaufdruck von 10 Cents stempelte. Da sich die Hefte prima verkauften, erhielt Gaines den Auftrag für Eastern ein Serie neuer Comichefte zusammenzustellen. Hierfür erfand Gaines auch noch ganz nebenbei das noch heute gültige Format für US-Comichefte. Im Mai 1934 erschien die erste Ausgabe von “Famous Funnies“ und diese 64-seitigen Farbhefte hatten sofort Erfolg. Gaines wurde für seine Bemühungen nicht gerade belohnt, denn eines Tages fand er ohne Angaben von Gründen seine Bürotür plötzlich verschlossen vor. Doch Gaines blieb in der Comicbranche und fand sofort wieder Arbeit. Er verlegte ein Heft namens “Popular Comics“, das ebenfalls Zeitungsstrips veröffentlichte und damit noch mehr Erfolg als “Famous Funnies“ hatte.

Popular Comics

Max Gaines tätigte auch Geschäfte mit DC, angeblich ist die Idee ein “Superman“-Comicheft  herauszubringen auch mit auf seinem Mist gewachsen. Gemeinsam mit DC entstanden arbeitete er an den “All American“ (AA) –Comics mit Helden wie Flash, Hawkman und später auch Wonder Woman. 1944 gründete Gaines schließlich als Tochter von DC und AA seinen eigenen Verlag namens E.C. Dieses Kürzel stand für “Educational Comics“ (also “Erzieherische Comics“), denn auch in den vierziger Jahren waren die Comics vielen Erziehern ein Dorn im Auge.

Picture Stories from the Bible

Daher verlegte Gaines Comics, die Wissen vermitteln sollten. Produkte wie diese trafen zwar nicht unbedingt den Geschmack der Zielgruppe, denn die Kinder benötigten mindestens 10 Ausgaben von “Picture Stories from the Bible“ um diese bei ihren Freunden gegen ein einziges Batman-Heft einzutauschen. Für das Image des Medium Comics waren Produkte wie “Picture Stories from Science“ jedoch ganz gewiss nicht schlecht und dem E. C. -Verlag ging es recht gut. Doch eine Katastrophe sollte alles ändern: 1947 kam Max Gaines bei einem Bootsunglück ums Leben und seine Witwe bat ihren damals 25-jährigen Sohn das Geschäft zu übernehmen.

Reddition
Empfehlenswert ist zum Thema auch die REDDITION 62

Im Gegensatz zu seinem Vater hatte es William M. Gaines nicht so mit Geschichten aus der Bibel. Er war eher ein Fan von spannenden und pointierten Radiohörspielen. Daher setzte er auf Kriminal-Comics. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Zeichner Al Feldstein, der eigentlich Teenie-Comics im Stile von Archie für EC zeichnen sollte, schuf er mit der Serie “Crime Suspense Stories“ ein erstes Highlight des Verlages. Zeichner wie Jack Davies, Graham Ingels, Bernard Krigstein und Wallace Wood setzten die Geschichten von Gaines und Feldman in beeindruckendes Artwork um.

Crime Suspense Stories

Es ging dabei meist um Kriminalfälle, die sich nicht in einer ominösen Unterwelt sondern in der Familie oder am Arbeitsplatz abspielten, also in einer dem Leser vertrauten Umgebung. Ganz wichtig war hierbei auch die überraschende Wendung am Ende der Geschichte, die in der Tradition großer amerikanischer Short Story-Autoren wie O. Henry stand und zu ECs Markenzeichen wurde.

Tales from the Crypt

1950 versuchten sich Gaines und Feldstein an zwei Horror-Stories namens “Crypt of Terror“ und “Vault of Horror“, die beide von einem gewissen modrigen Cryptkeeper anmoderiert wurden. Diese Geschichten wurden zunächst in zwei Ausgaben der EC-Krimi-Comicreihen “Crime Patrol“ und “War Against Crime“ versteckt. Doch Gaines und Feldstein waren so sehr vom Erfolg ihrer Stories überzeugt, dass sie gleich mit den Heftreihen “The Crypt of Terror“ (später umbenannt in “Tales from the Crypt“) und “The Vault of Horror“ starteten, ohne abzuwarten wie solche Sammlungen von Horror-Geschichten vom Publikum aufgenommen wurden. Der Erfolg sollte ihnen recht geben und Bill Gaines änderte den Verlagsnamen in “Entertaining Comics“.

Two-Fisted Tales
Schon bald mussten 10 andere Comichefte geopfert werden um diese gegen ein EC-Horrorcomic einzutauschen und ein Schriftsteller wie Stephen King gibt unumwunden zu, dass diese Comicreihen der Hauptinspirationsquelle seiner ersten Schreibversuche waren. (Später sollte er mit dem Film “Creepshow“ den E. C.-Comics Respekt erweisen). Gaines gelang es weitere talentierte Zeichner um sich zu versammeln und ermutigte diese dazu in ihrem eigenen Stil zu zeichnen. So entstanden neben den Horror-Heften auch Science Fiction-Comics, für die sogar eine anerkannte Genregröße wie Ray Bradbury schrieb (nachdem er sich zuvor darüber beschwert hatte, das Gaines einige seiner Stories plagiert hatte), und sehr realistische Kriegscomics. Diese Serien namens “Two-Fisted Tales“ und “Frontline Combat“ boten gut recherchierte Stories und glorifizierten den Krieg kein bisschen. Diese Hefte betreute ein gewisser Harvey Kurtzman.

Frontline Combat

Als sich Kurtzman eines Tages bei Gaines darüber beschwerte, das Al Feldstein mehr Gehalt bezieht als er, wies ihn Gaines darauf hin, dass Feldstein ja schließlich auch fünf Heftserien betreute, während Feldstein “nur“ für die beiden Serien mit Kriegscomics verantwortlich war. Zuvor war es Kurtzman bereits gelungen humoristische Comics u. a. inmitten von Marvels Superhelden-Heften unterzubringen und ähnliches war ihm auch schon bei EC gelungen. Gaines bot daher Kurtzman eine Gehaltserhöhung von 50% an, wenn dieser ihm in kürzester Zeit ein wirklich komisches Comicheft zusammenstellen würde. Kurtzman schlug den Titel “Tales calculated to drive you Mad“ vor.

MAD unter Kurtzman

Ab 1952 erschien MAD in Form eines Comicheftes. Die ersten drei Hefte enthielten jeweils 4 Stories, die alle von Harvey Kurtzman getextet und von Jack Davis, Wally Wood und Bill Elder gezeichnet wurden.

MAD

Den Auftakt machte die Geschichte “Hoohah!“ in der sich Kurtzman ausgiebig über den E. C.s Flaggschiff “The Crypt of Terror“ lustig machen konnte, denn er hat sich immer nur sehr widerwillig für E.C.s Horrorheftchen gearbeitet. Auch viele der meisten Geschichten in den ersten drei MAD-Heften parodierten andere E.C.-Comicreihen und der Erfolg hielt sich zunächst noch in Grenzen. Dies sollte sich ab der vierten Ausgabe ändern.

MAD

Hierfür zeichnete Wally Wood in beeindruckenden Wimmelbildern unter dem Titel “Superduperman!“ die erste direkte Parodie auf eine populäre Comicreihe, die nicht aus dem Hause E.C. stammt (wenn die Tarzan-Verarsche “Melvin!“ aus Heft 2 ignoriert wird). Gaines war zunächst skeptisch, denn er beschäftigte für seine Rechtsangelegenheiten den selben Anwalt wie DC, der Verlag bei dem Superman erscheint. Daher riet der Jurist Gaines in MAD auf eindeutige Parodien populärer Figuren zu verzichten, um sich dadurch lästige Schadensersatzklagen vom Hals zu halten. Kurtzman blieb jedoch stur, denn ohne die Möglichkeit sich auch über andere Comic-Reihen lustig machen zu dürfen, sah er keine Zukunft für MAD. Er fand einen Anwalt, der empfahl ganz einfach mit dem Parodieren weiterzumachen.

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Zum Glück für die gesamte westliche Kulturlandschaft hat sich Gaines im Sinne von Kurtzman entschieden und MAD verulkte in den nächsten Heften Comic-Reihen wie “Prinz Eisenherz, “Archie“ und auch die Disney-Comics blieben nicht verschont. Der “Maus“-Zeichner Art Spiegelman meint, das MAD die sechziger Jahre genauso stark geprägt hat “wie Gras und LSD“. Bewusstseinserweiternd war MAD schon, denn der respektlose Umgang mit Autoritäten, Ikonen und Klischees machte Schule und es selbsternannten Meinungsmachern und Moralaposteln nicht mehr so leicht Punkte bei der Bevölkerung zu machen. (Wenn man allerdings einmal den leidigen Rummel hierzulande um die Rechtmäßigkeit von Asterix-Parodien betrachtet, sieht es so aus, als wenn wir im Humor-Verständnis immer noch weit hinter den Amis der fünfziger Jahre herhinken).

Seduction of the Innocent
Doch ganz so weit waren auch die USA im April 1954 noch nicht. Zeitgleich mit der zehnten Ausgabe von MAD erschien Fredric Werthams Buch “Seduction of the Innocent“, das anhand von zahlreichen Illustrationen aus EC-Heften nachzuweisen versucht, dass Comics für die Verführung und Verrohung junger Menschen verantwortlich sind. Der “Erfolg“ des Buches war so gross, dass prompt Comic-Verbrennungen organisiert wurden. Etwas Öl in diese Feuer goss Gaines selber noch als er ebenso treffend wie verletzend ausführte: “Dr. Wertham das harmlose Vergnügen an einer Horror Story begreiflich zu machen, ist ebenso schwierig wie einer frigiden alten Jungfrau die Freuden der Liebe zu erklären.“

Comics Code

Auch Gaines Erklärungen, dass die Cover der EC-Comics durchaus noch schrecklicher und blutiger hätten ausfallen können, überzeugte nicht so recht. Nach und nach musste Gaines alle seine erfolgreichen Horror-Comicreihen einstellen, da diese ohne den Siegel des neu formulierten Comics Code von den meisten Händlern nicht mehr verkauft wurden.

MAD 20

MAD hingegen war bisher der Öffentlichkeit nur einmal unangenehm aufgefallen (bzw. in den Klassenzimmern gar nicht aufgefallen) als der Umschlag der Nummer 20 genau wie ein Schulheft gestaltet war. Um Kurtzman, dem ein lukrativer Job bei einem anderen Verlag angeboten wurde, zu halten schlug Gaines vor MAD künftig im Magazinformat herauszubringen. Kurtzman war begeistert und begann sofort den Markt abzuchecken. Er fand heraus, dass bei einem Magazin farbige Seiten nicht unbedingt erforderlich waren und trotzdem der Preis von 10 Cents auf 25 Cents angehoben werden konnte. Außerdem musste ein Magazin sich überhaupt nicht mit dem Comics Code herumärgern. Ein weiterer Vorteil war, dass nachdem schon so ziemlich jede populäre Comicreihe ihr Fett abbekommen hatte, jetzt noch zusätzlich alle möglichen Unarten des American Way of Life verulkt werden konnten.. Dafür war verzichtete MAD künftig auf Handlettering und setzte stattdessen Maschinensatz ein um den Magazin-Charakter und die Bedeutung des gedruckten Wortes zu betonen. Das MAD-Magazin entfernte sich also etwas vom Medium Comic und sprach dadurch ein größeres Publikum an.

MAD 24

So erschien im Sommer 1955 als Ausgabe 24 “The new MAD“ und die Legende will wissen, dass bereits die Arbeiter in der Druckerei Tränen lachten. Trotz des großen Erfolges brauchte der qualitätsbewusste Kurtzman deutlich länger zum Zusammenstellen des Magazins und MAD erschien meist nicht wie geplant alle zwei Monate sondern nur vierteljährlich. Dies machte die weitere Zusammenarbeit mit Gaines, dessen Verlag immer mehr den Bach runterging, nicht gerade leichter. Mit einem Angebot vom Hugh Hefner, dem Herausgeber des Playboys, in der Hinterhand forderte Kurtzman auch noch volle Kontrolle über das von ihm gegründete MAD-Magazin. Für seine Weiterarbeit forderte er, dass MAD ihm künftig zu 51% gehören solle. Gaines war entsetzt. Er entschied sich Kurtzman gehen zu lassen und seinem loyalen Freund Al Feldstein zum MAD-Herausgeber zu machen.

Harvey Kurtzman

Kurtzman brachte kurz darauf für Hugh Hefner das Satire-Magazin “Trump“ heraus. Trotz guter Resonanz und Verkaufszahlen stellte Hefner das Blatt bereits nach zwei Ausgaben wegen der hohen Produktionskosten wieder ein. Dies hinderte Kurtzman nicht daran gemeinsam mit Will Elder die prachtvoll gestaltete Serie “Little Annie Fanny“ für den Playboy zu gestalten. Von 1960 bis 1965 produzierte Kurtzman gemeinsam mit dem späteren Monty Python-Mitglied Terry Gilliam das Magazin “Help!“. Hier wurden die ersten Werke der späteren Underground-Stars Robert Crumb (“Fritz the Cat“) und Gilbert Sheldon (“Freak Brothers“) veröffentlicht. Bis zu seinem Tode im Jahre 1993 lehrte Kurtzman als Dozent für graphische Kunst an der New York School of Visual Arts.

Die übrige Gang von Idioten

Viele der Künstler des alten Teams hatten das Magazin gemeinsam mit Kurtzman verlassen und Hugh Hefner promotete sein neues Satire-Blatt im “Time Magazin“ sogar damit, dass er behauptete, für ihn arbeitete jetzt die gesamte Belegschaft von MAD, einem kurzlebigen “satirical Pulp“. Al Feldstein, dem der Humor von Harvey Kurtzman teilweise ein wenig zu elitär und abgehoben war, musste nun komplett neu beginnen.

Alfred E. Neuman Postkarte
Alfred E. Neuman Postkarte

Den Übergang von Kurtzman zu Feldstein markierte auch ein gewisser Alfred E. Neuman. Kurtzman hatte eine Postkarte mit dem zahnlückigen Segelohrträger entdeckt, deren Bildunterschrift “Me Worry“ lautete. Spätere Streitigkeiten um die Rechte an der Figur ergaben, dass dieser sorglose Bengel bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts überall auftauchte, ohne dass sein Ursprung genau dingfest zu machen war. Kurtzman platzierte jedenfalls eine Reproduktion der “What – Me Worry“-Postkarte  auf der Umschlagrückseite von Heft 27. Die Leserschaft und auch Al Feldstein waren von dem putzigen Kerlchen recht angetan. Daher wurde Norman Mingo von Feldstein damit beauftragt aus dem Postkartenmotiv eine Identifikationsfigur für das Magazin zu machen. Seitdem Feldstein das MAD-Magazin übernommen hatte war Alfred E. Neuman dann auf den meisten Titelbildern zu sehen.

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Bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1984 gelang es Feldstein zahllose neue Talente anzuwerben, die alle eine eigene umfangreiche Würdigung verdient hätten: Etwa Don Martin, der ab Heft 29 Wesen mit ganz krummen Füssen durch das Magazin schlurfen ließ, Mort Drucker, der ab Heft 32 seine gefürchtete Film- und TV-Parodien platzierte, Dave Berg (ab Heft 34) mit seinen immer treffenden Alltagsbetrachtungen, Sergio Aragones (ab Heft 76) der schnellste Cartoonist der Welt und Al Jaffee (ab Heft 91) das Bastelgenie mit den dummen Fragen, das mit seinen Fold-Ins dem “Playboy“ und dessen Fold-Outs erhebliche Konkurrenz machte. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll der Kubaner Antonio Prohias, der schon zu Zeiten des kalten Krieges seinen weißen und schwarzen Spion aufeinanderhetzte. Heute wird Spy vs. Spy von Peter Kuper gezeichnet.

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1962 verkaufte Bill Gaines MAD an Premier Industries, die es später an DC weiterveräußerte. Doch Gaines behielt volle Kontrolle über das Heft. Das Magazin florierte und Gaines konnte sich weiterhin locker erlauben auf Werbung zu verzichten und sein komplettes Team immer wieder zu ausgiebigen Reisen in alle Teile der Welt einzuladen. Nach Gaines Tod im Jahre 1992 übernahm im Aufrage von DC Joe Orlando den Job des “Consultant Editor“. Nach und nach gewann er das Vertrauen des MAD-Teams und die Gang von Idioten fällt immer weiterhin aktuell und treffend über den American Way of Life her.

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Auf eine etwas bedenkliche Tendenz muss jedoch noch hingewiesen werden: Zwar kommt MAD immer noch ohne Werbung aus, doch auch Satire kann eine Art von Werbung sein, denn schlimmer als jede schlechte Filmkritik ist es, wenn ein neuer Film nicht in MAD parodiert wird. Seitdem das eigentlich unabhängige Satiremagazin zum Warner-Medienkonzern gehört, der den DC-Verlag kaufte, gibt es einige Liebesdienereien in Richtung des Mutterkonzerns: So erschien die amerikanische MAD-Ausgabe mit der Parodie zu „Batman und Robin“ gleich mit vier (!) Variantcovern zum Film, was sicher mehr mit Promotion als mit Satire zu tun hat und es kam auch ein Sammelband heraus, der nur Verarschungen von Filmen aus dem Hause Warner enthielt. Es bleibt abzuwarten, ob die MAD-Macher in Zukunft die Hand die sie füttert überhaupt noch beißen dürfen?

MAD in Deutschland

Ab 1967 brachte der Williams Verlag MAD auch in Deutschland heraus.

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Die Erscheinungsform war sehr stark an die amerikanische Ausgabe angelehnt.

Chefredakteur war ab Ausgabe 32 Herbert Feuerstein, der 1971 einen Anruf erhielt, der sein Leben “komplett verändern“ sollte. Der Aachener Bildschriftenverlag suchte einen Übersetzter für das Feuerstein bestens bekannte Satire-Magazin MAD. Feuerstein war sofort begeistert und übernahm, zunächst noch gemeinsam mit Lutz Reinecke, der später den Verlag “Zweitausendeins“ gründen sollte, ab Ausgabe 32 die Übersetzung und komplette Konzeption der deutschen Ausgabe von MAD.

Feuerstein Mad
© schuerbeln.de

Auch als mit Klaus Recht ein neuer Geschäftsführer das MAD-Ruder übernahm, konnte sich Feuerstein behaupten und handelte für sich sogar eine Gewinnbeteiligung heraus. Diese kam sehr gut zum Tragen, als in den 80er Jahren die Auflage auf 300.000 Exemplare gesteigert werden konnte. Feuerstein bemühte sich zunehmend darum auch eigene Beiträge zu produzieren. Dazu arbeitete er mit Zeichnern wie I. Astalos oder Dieter Stein zusammen.

 

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In diesem Zusammenhang möchte ich etwas persönlicher werden: In meiner Schulzeit war MAD eine Weile (so zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr) ganz schön wichtig. Wer das neuste Heft hatte, war einen ganzen Tag lang der Größte. Alle hechelten die Artikel durch, erfreuten sich an Namen wie Kaputnik, Feinbein oder Jeremias Kartoffelkäfer und amüsierten sich über Parodien von Filmen die damals noch kein Mensch kannte. (Ein Freund namens Alfred (E.) Neuwald litt allerdings etwas unter der allgemeinen MAD-Begeisterung).

Mitte der siebziger Jahre hörte ich zufällig, dass der Freund eines Freundes schon mehrmals für MAD getextet hatte und von Herbert Feuerstein zum Dank auch noch zum Essen ausgeführt wurde. Als Film- und MAD-Fan stellte ich prompt einige Einfälle zum Thema “Schade, dass es sowas nur im Kino gibt“ zusammen. Ich erhielt eine freundliche Antwort von Herbert Feuerstein, der darum bat die Texte für einen dreiseitigen Beitrag, der dann von I. Astalos illustriert werden sollte, noch etwas zu ergänzen.

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Nachdem ich dann u. a. noch textete: “In deutschen Sexfilmen sind Schulmädchen immer wohlgeformt wild und willig, aber in Wirklichkeit sind Schulmädchen meist wohlgenährt, wabblig, und würg.“, folgte recht schnell ein Brief mit einem Scheck über 150,- DM (damals ein Menge Geld, jaja) und damit war auch der “Leitspruch des Monats“ für “MAD´s monatlichen Almanach“ (“Wo eine Villa ist auch ein Weg“) abgegolten.

MAD 125

Mein Betrag, der dann in Ausgabe 125 erschien, spornte mich gewaltig an. Ich fühlte mich dadurch auch noch zum Zeichner berufen und lieferte Arbeitsproben für eine Filmparodie auf den James-Bond-Film “Moonraker“ mit der ich Mort Drucker Konkurrenz machen wollte. Außerdem hatte ich noch tolle Ideen für einen Beitrag über “Kaffeekannen der Zukunft.“ Diesmal fiel die Reaktion Feuersteins schon etwas verhaltener aus und ich wandte mich anderen Dingen zu.

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Doch auch ohne meine Mitarbeit hielt das deutsche MAD noch eine ganze Weile durch, wobei Herbert Feuerstein bereits 1991 von Bord ging und im Fernsehen eine lukrative Anstellung als Harald Schmidts nerviger Punchingball fand.  Zeitweilig verkaufte sich das deutsche MAD mit bis zu 300.000 Exemplaren sogar besser als das Mutterblatt zum selben Zeitpunkt in den USA. Doch die Beiträge waren nicht mehr allzu zeitgemäß. Das ganze Heft wirkte zuletzt nur noch lustlos zusammengestellt und schien sich auf alten Erfolgen auszuruhen. Als sich nur noch knapp 30.000 Hefte absetzten ließen, stellte das deutsche MAD 1995 mit Ausgabe 300 (vorerst) sein Erscheinen ein.

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Drei Jahre nachdem MAD in Deutschland eingestellt wurde, fragte Warner an, ob der Dino Verlag Interesse daran hätte einen Neustart mit MAD zu wagen. Ab Oktober 1998 erscheint MAD wieder monatlich und genau wie in den USA hat es auch hierzulande mit seiner sinkenden Auflage zu kämpfen.

50 JAHRE DEUTSCHES MAD

Doch  es ist mehr als erfreulich, dass wir mit einem regelmäßig erscheinenden MAD-Heft und zahlreichen zusätzlichen Veröffentlichungen mit den Werken des üblichen Haufen von Idioten verwöhnt werden.

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Auf dem Comicfestival München 2017 wurde 50 JAHRE DEUTSCHES MAD unter anderen mit einer Ausstellung im Valentin Karlstadt Musäum gefeiert. Zu Gast waren MAD-Zeichner wie Peter Kuper (Spion & Spion) oder Tom Bunk.  In diesem Zusammenhang wurde auch Herbert Feuerstein, der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazin MAD mit dem PENG!-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

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Don Martin

Don Martins seltsame Männchen mit den gekrümmten Füßen brachten ihm den Titel “MAD’s Maddest Cartoonist“ ein. Genau wie heute noch allenfalls Sergio Arragonés hatte Don Martin, der seit 1956 ab Ausgabe 29 beständig für das Satiremagazin MAD arbeitete, eine ganz eigene Sicht der Dinge. Es war immer wieder prickelnd seine Versionen bekannten Mythen wie Batman, Superman oder King Kong zu sehen. Meist kam er dabei mit wenig oder gar keinem Text aus, denn seine eigenwilligen Zeichnungen sprachen Bände.

Don Martin

Als Don Martin am 6. Januar 2000 im Alter von 68 Jahren verstarb, schrieb Herbert Feuerstein, der von 1971 bis 1991 Chefredakteur des deutschen MAD war und Don Martin einige Male persönlich getroffen hatte, einem rührenden Nachruf in der “Süddeutschen Zeitung“. Er beschreibt diesen als “schweigsam, freundlich, geduldig, immer am Rand des Geschehens oder versteckt im Hintergrund“.

Don Martin
Im Gegensatz zu den meisten MAD-Mitarbeitern arbeitete Martin nicht im turbulenten New York, sondern erledigte seine Jobs lieber vom fernen Florida aus. Dabei stammt er eigentlich aus New Jersey, dem US-Bundesstaat der direkt an New York grenzt und sich auf der anderen Seite des Hudsons befindet. 1987 gab es Streit mit dem MAD-Herausgeber William Gaines. Es ging darum, dass Martin weder seine Originalzeichnungen behalten durfte, noch an den Einnahmen für Zweitverwertungen beteiligt werden sollte. Martin wechselte daraufhin zum Konkurrenzmagazin „Cracked“ (bei uns kurzzeitig als “Kaputt“ erschienen) und vermarktete dort erfolgreich seine von MAD abgelehnten Cartoons.

Don Martin
Es war die erfreulichste Neuigkeiten, die 2007 auf dem Comic Con in San Diego zu erfahren war. Ein Sammelband mit sämtlichen Arbeiten die Don Martin für Mad schuf, erscheint in einer zweibändigen tausendseitigen 25 x 33 cm großen Prachtausgabe. Ich konnte den großformatigen Prospekt hierzu kaum aus der Hand legen. Die Freude war noch größer als ich die (ge)wichtigen Bände endlich in der Hand hatte. Schön chronologisch geordnet sind alle Strips und Cartoons (aber auch abgefahrene Gemälde wie die verkrampft lächelnde Mona Lisa) enthalten, die der unverwechselbare Zeichner (man denke nur an die seltsam gebogenen Schuhe!) von 1957 bis 1987 für “Mad“ anfertigte, bevor er zu “Cracked“ wechselte. Einziger Makel: Es fehlen die Arbeiten für die MAD-Taschenbücher.

Don MartinHier ist zu sehen wie schnell Don Martin seinen Stil fand. Schon nach einigen wenigen noch etwas schwächeren und recht textlastigen (weil von fremden Autoren stammenden) Beiträgen, geht es los mit völlig wahnwitzigen Geschichten, die ihren eigenwilligen Humor ohne viel Worte treffsicher an den Leser bringen. Garniert wird der Band mit Vorworten von Gary Larson und dem damaligen MAD-Herausgeber Al Feldstein, zahlreichen Fotos, Entwurfsskizzen von Martin und seinem Mitarbeiter Duck Edwing (der auch sein Nachfolger wurde), sowie Würdigungen von MAD-Kollegen wie Jack Davis, Al Jaffee, Sergio Aragones und Comiczeichnern wie Jim Davis (“Garfield“).

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Nachdem bei Panini bereits der sehr schön zusammengestellte Band “MADs große Meister: Sergio Aragonés“ erschien, folgt eine deutsche Ausgabe von “The Completely MAD Don Martin“ allerdings in drei Bänden und mit einem Vorwort von Hella von Sinnen.

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