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Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon

“Der Zufall ließ mir kurz nach dem Kriege ein buntes, aus dem USA importiertes Heftchen mit dem Titel “Superman“ in die Hände fallen. Das war eine Bildergeschichte, wo den handelnden Personen textgefüllte Blasen aus Mund, Nase, Ohren oder Stirn quollen, je nachdem ob sie etwas sagten, hörten, rochen oder gar dachten.“

Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon

Obwohl Manfred Schmidt wahrscheinlich nicht wirklich “Riechblasen“ an Supermans Nase entdeckt hatte und er den Comics immerhin eine “fast 95-prozentige Lesezeitersparnis“ zugestand, beschloss er “diese primitivste aller Erzählformen so gründlich zu parodieren, dass den Leuten die Lust an der blasenreichen, auf Analphabeten zugeschnittenen Stumpfsinnliteratur verging.“

Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon

Das Experiment ging nach hinten los, denn die Leser der Illustrierten Quick waren begeistert von Manfred Schmidts mit deftiger politischer Satire garnierten Abenteuern des Detektivs Nick Knatterton. Zwischen Dezember 1950 (“Der Schuss in den künstlichen Hinterkopf“) und Dezember 1964 (“Das Verbrechen der losen Schraube“) erschienen als Fortsetzung insgesamt 18 Abenteuer des Meisterkombinierers, die Schmidt immer widerwilliger zu Papier brachte. Auf dem Höhepunkt des Comic-Erfolgs entstand 1959 der Kinofilm “Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon“.

Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon

Ursprünglich war Theo Lingen für die Hauptrolle vorgesehen. Von diesem existierten bereits Probeaufnahmen und Lingen hatte auch schon bei Besprechungen mit Manfred Schmidt dessen Rotweinbestände dezimiert. Den Zuschlag bekam dann jedoch Karl Lieffen. Dieser war als Chauffeur in Billy Wilders “Ein, zwei, drei“ dabei und spielte seine wohl bekannteste Rolle in der TV-Serie “Tadellöser & Wolff“. Auch wenn auf Make-up verzichtet wurde, hat Lieffen tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Knatterton. Doch die ständig grinsende Hauptfigur bleibt blass und unsympathisch.

Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon

Für etwas Humor innerhalb der albernen Geschichte, die kaum Gebrauch von Schmidts originellen Umgang mit Krimi-Klischees macht, sorgt neben dem ungebremst verrückten Gert Fröbe (“Goldfinger“) das eingespielte Komiker-Duo Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss. Es ist sehr erfreulich, dass der Film mittlerweile auf DVD und Blu-ray vorliegt. Die Bildschärfe und -Qualität sind okay, auch wenn gelegentliche Verschmutzungen nicht digital entfernt wurden. Als Bonusmaterial gibt es neben dem Trailer (3:14 min), einer Bildergalerie (2:52 min) und einer Super-8-Kurzfassung (17:05 min) noch ein interessant zusammengestelltes 16-seitiges Booklet.

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Manfred Schmidt: Reisereportagen

Zum 100. Geburtstag von Manfred Schmidt (1913 – 1999) zeigte das Wilhelm Busch Museum die Ausstellung “Nick Knatterton und andere Abenteuer“. Der Lappan Verlag, der bereits eine schöne Gesamtausgabe der Comic-Abenteuer des Meisterdetektivs Knatterton herausbrachte, widmet sich mit diesem Buch einem anderen Kapitel im Leben von Manfred Schmidt.

Manfred Schmidt: Reisereportagen

Dieser hatte seinen Nick Knatterton Anfang der 50er Jahre entwickelt um sich lustig zu machen über jene Comics, “wo den handelnden Personen textgefüllte Blasen aus Mund, Nase, Ohren oder Stirn quollen, je nachdem ob sie etwas sagten, hörten, rochen oder gar dachten.“ Doch die in der Quick veröffentlichten Geschichten von Nick Knatterton erwiesen sich als derart erfolgreich, dass Schmidt nichts anderes übrig blieb als sie ständig fortzuführen. Auf dem Höhepunkt des Comic-Erfolgs entstand 1959 der Kinofilm  “Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon“.

Manfred Schmidt: Reisereportagen

Doch nachdem er mit seinen bebilderten Reisereportagen ein neues Tätigkeitsfeld fand, das den Lesern der Illustrierten genauso viel Freude bereitete, gelang ihm schließlich der Knatterton-Ausstieg. Manfred Schmidt war schon immer gerne gereist. Nachdem er “am Ende des vorigen Krieges ziemlich viel herumgeflogen wurde“ mied er das Flugzeug. Daher erforscht er in seinen amüsanten Berichten eher die nähere Umgebung wie die Nacktbadestrände in Kampen auf Sylt oder den Touristenrummel am Rhein. In Begleitung seiner “Frau Meier“ bereist er immerhin Nordafrika und sehr gerne immer wieder sein geliebtes Paris, wo er sich recht erfolglos (aber resultierend in einem sehr lustigen Bericht) als Maler am Montmartre versuchte.

Manfred Schmidt: Reisereportagen

Schmidts Reisereportagen erschienen in einer Millionenauflage auch in diversen Buch-Zusammenstellungen. Die Texte haben sich erstaunlich gut gehalten. Manchmal wecken sie nostalgische Gefühle, wirken dabei aber niemals antiquiert. Schmidt erweist sich als scharfer Beobachter, der ewiggestriges Gedankengut ebenso treffsicher anprangert wie er Lokale oder Cafés findet, in denen er es sich gut gehen lassen konnte. Während er seine Nick Knatterton Abenteuer und Pointen mühsam am heimischen Zeichentisch zusammenbasteln musste, konnte er die Inspirations-Örtlichkeiten für seine Reisereportagen frei (auch von eigenen Auslagen) wählen. Wenn er etwa in Paris das Opfer einer tückischen Bande wurde, die ihn tänzelnd ausraubte, dann hatte er nicht nur eine schöne Story namens “Der Brieftaschentango von Pigalle“ beisammen, sondern konnte sich seine finanziellen Verluste von der Quick erstatten lassen.

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Manfred Schmidt: Nick Knatterton – Alle aufregenden Abenteuer des berühmten Meisterdetektivs

Dieser querformatige Sammelband enthält nicht nur – in angemessener Größe abgedruckt – sämtliche achtzehn “Nick Knatterton“-Abenteuer, die zwischen Dezember 1950 (“Der Schuss in den künstlichen Hinterkopf“) und Dezember 1964 (“Das Verbrechen der losen Schraube“) in der Illustrierten “Quick“ erschienen sind, sondern auch noch ein mindestens ebenso amüsantes Vorwort von Manfred Schmidt, dem Schöpfer des Meisterkombinierers mit der karierten Schiebermütze.

Manfred Schmidt: Nick Knatterton - Alle aufregenden Abenteuer des berühmten Meisterdetektivs

“Der Zufall ließ mir kurz nach dem Kriege ein buntes, aus dem USA importiertes Heftchen mit dem Titel “Superman“ in die Hände fallen. Das war eine Bildergeschichte, wo den handelnden Personen textgefüllte Blasen aus Mund, Nase, Ohren oder Stirn quollen, je nachdem ob sie etwas sagten, hörten, rochen oder gar dachten.“ Obwohl Manfred Schmidt wahrscheinlich nicht wirklich “Riechblasen“ an Supermans Nase entdeckt hatte und er den Comics immerhin eine “fast 95-prozentige Lesezeitersparnis“ zugestand, beschloss er “diese primitivste aller Erzählformen so gründlich zu parodieren, dass den Leuten die Lust an der blasenreichen, auf Analphabeten zugeschnittenen Stumpfsinnliteratur verging.“

Manfred Schmidt: Nick Knatterton - Alle aufregenden Abenteuer des berühmten Meisterdetektivs

Der Erfolg gab Manfred Schmidt Unrecht. “Nick Knatterton“ wurde zu einem gewaltigen Erfolg und zwang Schmidt sich immer wieder aufs Neue als Stumpfsinnsliterat zu betätigen. Angeblich erst ein psychiatrisches Gutachten, das Schmidt bestätigte aus “inneren Widerwillen gegen die Knatterton-Zeichnerei“ unfähig zu sein einen Bleistift zu halten, entließ ihn aus der ungeliebten Pflicht. Schmidt, der im eigenen Trickstudio auch die Figuren von Loriot und Mordillo animierte, drehte aber immerhin noch einige Nick Knatterton-Cartoons, bevor er am 28. Juli 1999 verstarb. Die ein Jahr später entstandene äußerst peinliche “Nick Knatterton“-Verfilmung erlebte er zum Glück nicht mehr.

Manfred Schmidt: Nick Knatterton - Alle aufregenden Abenteuer des berühmten Meisterdetektivs

Die 1959 entstandene Verfilmung “Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon“ liegt mittlerweile auf DVD und Blu-ray vor.

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Deutsche Comicforschung 2015

Der elfte Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe “Deutsche Comicforschung“ enthält trotz gewohntem Umfang etwas weniger Beiträge als gewohnt. Doch dafür sind diese teilweise etwas ausführlicher ausgefallen.
Deutsche Comicforschung 2015

Da aktuell gerade wieder eine Ausstellung stattfindet, die Wilhelm Busch als Urvater des deutschen Comics feiert, war es dem Herausgeber Eckart Sackmann einmal mehr ein besonderes Anliegen durch einen reich bebilderten Beitrag darauf hinzuweisen, dass es hierzulande schon etliche Jahre vor “Max und Moritz“ Bild-Erzählungen gab.

Deutsche Comicforschung 2015

Sehr interessant ist auch ein Beitrag, der sich mit jenen Karikaturen und Bildergeschichten beschäftigt, die der 1871 in New York geborene Lyonel Feininger in Deutschland zeichnete und veröffentlichte, bevor er mit seinen gar nicht so zahlreichen Arbeiten für die Chicago Sunday Tribune Comicgeschichte schrieb.Das Titelbild des Buchs ziert ein ungewöhnliches Motiv des “Nick Knatterton“-Schöpfers Manfred Schmidt. Es handelt hierbei um das Cover des von ihm illustrierten Buchs “Wir beginnen das Wunschkonzert für die Wehrmacht“. Passend dazu beschreibt Ralf Palandt in einem Artikel wie Schmidt, der sich später immer wieder als Anti-Militarist geoutet hat, durchs Dritte Reich gekommen ist. Palandt hat hierzu zahlreiche Bild-Beispiele zusammengetragen, die zeigen wie sich Schmidt humoristisch vor den Karren der Nazis hat spannen lassen. Er überlässt es jedoch dankenswerterweise dem Leser selbst darüber moralisch zu urteilen.

Deutsche Comicforschung 2015

Die restlichen Artikel beschäftigen sich mit einer speziellen Ausgabe des “Simplicissimus“ von 1914, die eine durchgehende Bildergeschichte erzählte, damit wie US-Comics in der deutschen “Zeitungsforschung“ vor 1945 beurteilt wurden und mit dem 1930 in einer Elsässer Illustrierten erschienenden Comic “Zip und Zap“. Außerdem schildert Doris Hethke sehr lebendig die turbulenten Anfänge des Verlages ihres Mannes Norbert.

Deutsche Comicforschung 2015

Einmal mehr gelang es Eckart Sackmann eine bunte Mischung zusammen zu stellen, für jeden Comic-Interessierten dürfte mindestens ein interessanter Beitrag dabei sein. Das nächste Jahrbuch ist laut Vorwort bereits halb gefüllt. Freuen wir uns drauf!

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