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Superdupont – Renaissance

Die Figur des Superdupont dürfte allen jenen, die in den 70er und 80er Jahren das Comic-Magazins U-Comix gelesen haben, ein Begriff sein. Der fliegende Mann im Unterhemd mit Baskenmütze war sowohl eine Parodie auf US-Superhelden als auch auf allzu patriotische Franzosen. Seine ersten Auftritte hatte Superdupont ab 1972 im Magazin Pilote, dort gastierte er jedoch nur recht kurz. Richtig los ging es ab 1975 in der sich an eine erwachsenere Leserschaft richtenden Satire-Zeitschrift Fluide Glacial.

Superdupont – Renaissance

Bemerkenswert ist auch, dass die (angeblich gleichzeitig) von Jacques Lob (“Lone Sloane“, “Snowpiercer“) und Marcel Gotlib (“Die Dingodossiers“) erfundene Figur von verschiedenen in sehr unterschiedlichen Stilen arbeitenden Künstlern wie Alexis, Solé, Goossens oder natürlich auch von Gotlib und sogar von der US-Superhelden-Legende Neal Adams (“Superman gegen Muhammad Ali“) gezeichnet wurde.

Superdupont – Renaissance
Gotlib als Superdupont gezeichnet von Boucq

Der Splitter Verlag hat sich der Figur angenommen, bringt jedoch keinen Sampler mit den Highlights aus der über 40-jährigen Geschichte heraus, sondern veröffentlicht das aktuellste Werk “Superdupont – Renaissance“, das in Frankreich im September 2015 erschienen ist. Das liegt sicher auch daran, dass diesmal Francois Boucq als Zeichner fungierte, denn dessen Meisterwerke “Die Frau des Magiers“, “Teufelsmaul“ und “Little Tulip“ sind bereits ebenfalls bei Splitter erschienen.

Superdupont – Renaissance

Nach einem Szenario von Gotlib und Karim Belkrouf setzt Boucq in seinem unverwechselbaren, ebenso detailreichen wie lässigen, Zeichenstil eine durchgehende 60-seitige Geschichte in Szene. Dabei handelt es sich weniger um politische oder gesellschaftskritische Satire, sondern ein großes ziemlich abgefahrenes gagreiches Abenteuer.

Superdupont – Renaissance

Superdupont bekommt hier Nachwuchs, doch bevor er seinen ebenfalls mit Superkräften gesegneten Sohn richtig einnorden kann, wird dieser auch schon vom Papst der Finsternis entführt. Es bleibt zu hoffen, dass Splitter noch mehr von diesem verrückten französischen Zeug herausbringt.

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Die Dingodossiers

Wer René Goscinny ist, muss wohl niemandem erklärt werden. Marcel Gottlieb alias Gotlib hingegen ist in der deutschen Comiclandschaft leider sträflich unterrepräsentiert. Das war nicht immer so, denn einst gehörten seine verrückten Geschichten, genau wie Gilbert Sheltons “Freak Brothers“, zu den beliebtesten Beiträgen im Magazin U-Comix und Carlsen veröffentlichte seine Serie Rubrique à Brac unter dem Titel “Auf Fall und Knall“.

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Doch am Anfang seiner Karriere arbeitete er mit dem großen René Goscinny zusammen und beide versuchten in der regelmäßig im Comicmagazin Pilote erscheinenden Serie “Les Dingodossiers“ aus alltäglichen Situationen so viel chaotischen Humor wie möglich herauszuholen. Ihr großes Vorbild war das US-Satiremagazin MAD. Ab 1963 entstanden 169 Episoden, die zumeist aus zwei schwarzweißen Seiten bestanden.

Die Dingodossiers

Der Splitter Verlag hat sich diesem seltsamerweise bisher noch nie in Deutsch veröffentlichten Comicklassiker angenommen und veröffentlicht gleich eine Gesamtausgabe, die zudem auch noch ein sehr informatives reich bebildertes Vorwort, sowie einige “Dingodossiers“ enthält, die seinerzeit nicht in Pilote zum Abdruck kamen.

Die Dingodossiers

Wer Gotlib noch aus U-Comix kennt, wird sicher sofort den perfekten, aber dennoch sehr eigenen, Zeichenstil Gotlibs erkennen, sich vielleicht aber etwas über den harmlos-freundlichen Humor der Geschichten wundern. Nachdem sich Goscinny 1967 als Texter zurückzog, präsentierte Gottlib in seiner im Alleingang realisierten Serie “Rubrique à Brac“ sehr viel wildere und unberechenbarere Gags. Die danach in seinem eigenen Magazin Fluide Glacial entstandenen Comics waren dann alle andere als jugendfrei.

Die Dingodossiers

Es bleibt zu hoffen, dass Splitter auch diese einzigartigen Comics in ähnlich schönen Editionen veröffentlicht. Demnächst erscheint dort ein Band der Serie “Superdupont“ mit einer Geschichte, die Gotlib “nur“ getextet hat. Die Zeichnungen hingegen stammen von François Boucq, der ein ebenso begnadeter Comic-Künstler wie Gotlib ist.

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