Schlagwort-Archive: Mark Millar

Hit-Girl in Kolumbien

In Kick-Ass verarbeitet der Schotte Mark Millar ab 2006 seine bei DC (Genosse Superman) und Marvel (Old Man Logan) gewonnenen Superhelden-Erfahrungen zu einer sehr eigenen Geschichte über den Schüler Dave Lizewski, der sich wider besseres Wissen als Vigilant Kick-Ass versucht. Nach drei Mini-Serien und einem Hit-Girl-Ableger (sowie zwei Kinofilmen) war die mit viel Liebe zum oft blutigen Detail von John Romita Jr. in Szene gesetzte Serie 2014 zu Ende erzählt.

Hit-Girl in Kolumbien

Doch mit Frauenpower kehren Millar und Romita Jr. zu Kick-Ass zurück. Hier erzählen sie, wie die Soldatin Patience Lee aus Afghanistan zurückkehrt und in ihrer heimatlichen Umgebung mit drastischen Mitteln gegen Kriminelle ankämpft. Zeitgleich startet Mark Millar auch noch eine aus nur 4 Heften bestehende Miniserie in der Hit-Girl Mindy McCready ein bleihaltiges Abenteuer in Kolumbien (üb)erlebt.

Hit-Girl in Kolumbien

Nachdem Dave Lizewski sein Kick-Ass-Kostüm an den Nagel hängte, versuchte Mindy einen neuen Mitstreiter zu finden. Dies war nicht ganz einfach, denn der ursprünglich für diese Rolle vorgesehene Schüler Paul McQue bekam plötzlich Muffensausen. Doch da Mindy nicht vom Vigilantentum lassen kann, nahm sie einen Auftrag aus Kolumbien an und zwang mit drastischen Methoden den Auftragskiller Mano dazu, an ihrer Seite zu kämpfen.

Hit-Girl in Kolumbien

Ganz die Klasse von Frauenpower und der Originalserie erreicht dieser ungeniert erzählte Blutrausch nicht. Das liegt zum Teil am puerto-ricanischen Zeichner Ricardo Lopez Ortiz, der nicht bei John Romita Jr. mithalten kann und allzu oft auf Cartoon-Einlagen und riesige fast leere Panels setzt. Doch Spaß macht das Wiedersehen mit Hit Girl allemal.

Hit-Girl in Kolumbien

Auf ein am Ende der Geschichte angekündigtes weiteres, diesmal in Kanada angesiedeltes, Solo-Abenteuer der jungen Dame darf sich ganz besonders gefreut werden, denn diesmal ist Jeff Lemire (Essex Country) der Autor und Eduardo Risso (100 Bullets) der Zeichner!

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Mark Millar Collection 8: Spider Man

Der absolute Höhepunkt der Comic-Serie um Spider-Man fand zweifelsohne 1973 im Heft 121 statt. Die darin enthaltene Geschichte ist (genau wie auf dem Cover zu lesen) ein “Wendepunkt“ der Serie, denn sie erzählte von dem Tag, an dem Peter Parkers Freundin Gwen Stacy starb. Dies kam wirklich überraschend, und ein derartiger Grad an Dramatik wurde in den Geschichten über Spider-Man (aber auch ansonsten im Medium Comic) nie wieder erreicht.

Mark Millar Collection 8: Spider ManWenn danach noch bemerkenswerte Geschichten über den Mann im Spinnen-Kostüm erzählt wurden, dann bezogen sie sich meist auf jene ersten 121 Amazing Spider-Man Hefte, die sich in einem Rutsch wie eine gewaltige Abenteuer- und Liebes-Geschichte lesen lassen.

Mark Millar Collection 8: Spider Man

Auch für den meisterliche schottischen Comic-Autor Mark Millar (Kick-Ass, Kingsman) war der Tod von Gwen Stacy ein prägendes Ereignis. Sein erster Marvel-Comic, den ihn sein älterer Bruder Robert schenkte,war das Heft The Amazing Spider-Man # 122, in dem sich Peter Parker nach dem Tod von Gwen Stacy ziemlich brutal an deren Mörder Green Goblin rächt, ohne danach Befriedigung zu empfinden. Das war ganz schön harter Stoff für einen 7-jährigen Jungen und als Millar schließlich selbst ein Abenteuer mit Spider-Man schreiben durfte, ging er ebenfalls nicht zimperlich mit den darin auftretenden Charakteren um.

Mark Millar Collection 8: Spider Man

2004 ließ Mark Millar im Rahmen der Reihe Marvel Knights fast alle wichtigen Figuren des Spider-Man-Universums auftreten. Einmal mehr ist es Peter Parkers Tante May, deren Leben auf dem Spiel steht und die diesmal entführt wurde. Bei seinen Ermittlungen trifft Peter auf sehr viele seiner prominentesten Gegner. Darunter befindet sich natürlich der Green Goblin und auch der Tod von Gwen Stacy erweckt bei Peter Parker immer noch höchst unangenehme Erinnerungen…

Mark Millar Collection 8: Spider Man

Als achten Band seiner Mark Millar Collection veröffentlicht der Panini Verlag die aus zwölf Heften bestehende Spider-Man-Miniserie in einer mit 19 x 28 cm etwas großformatigeren Hardcover-Edition mit interessanten Anhängen, wie einer Einleitung von Stan Lee und einem Nachwort von Robert Millar. Enthalten sind auch markante Entwurfsskizzen, der an der Saga beteiligten Zeichner Terry Dodson (Spider-Man / Black Cat: Das Böse in Dir) und Frank Cho (University Freaks, Liberty Meadows), die dank Millars Story beide einmal mehr ihre Fähigkeiten im Gestalten von besonders attraktiven Hauptfiguren ausleben konnten.

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Marvel Zombies

Nicht nur der Auftakt dieser Geschichte ist ein ziemlicher Schlag in die Magengrube von jedem aufrechten Marvel-Superhelden-Fanboy. Einzig der ansonsten höchst schurkische Magneto bietet einer Horde zerlumpter, aber bunt kostümierter Zombies die Stirn.

Marvel Zombies

Es handelt sich dabei um Spider-Man, der seine geliebte Mary Jane verspeisen wird, Captain America, dem schon recht bald die Schädeldecke fehlen wird. Auch Thor, Hulk & Co grinsen nur irre und verspeisen schließlich den verzweifelt kämpfenden Magneto. Dies macht Iron Man ziemlich wütend, doch nur weil er keinen Bissen abbekommen hat…

Marvel Zombies

Das Konzept der in den USA und auch bei uns irre erfolgreichen Reihe Marvel Zombies basiert auf einer Storyline, die Mark Millar 2005 in den Heften 21 bis 23 der Serie Ultimate Fantastic Four erzählte. Hier konnte das Helden-Quartett den Zombies, die eine Parallelerde komplett erobert hatten, gerade noch entkommen. Marvel-Redakteur Ralph Macchio gefiel diese Idee noch im selben Jahr setzte er den zum Starautor aufgestiegenen Robert Kirkman (Marvel Team-Up) darauf an. Dieser hatte sich hierfür durch seine endlose Zombie-Serie The Walking Dead mehr als qualifiziert.

Marvel Zombies

Kirkman beschloss fast alle Marvel-Superhelden (Ausnahmen sind Black Panther und Silver Surfer) in Zombies zu verwandeln. Dies führte zu allerlei herrlich kranken Ideen, wie etwa einen Zombie-Großangriff auf den gigantischen und dadurch sehr sättigenden Weltenverschlinger Galactus.

Marvel Zombies

Das Salz in dieser blutigen Suppe sind die völlig durchgeknallten Cover. Arthur Suydam hat sich allgemein bekannte klassische Marvel-Titelbilder wie z. B. die Hochzeit von Spider-Man vorgenommen und diese dann “zombiefiziert“.

Marvel Zombies

Robert Kirkman schrieb 2007 noch das Prequel Dead Days sowie das Sequel Marvel Zombies 2. In einer weiteren Fortsetzungen namens Marvel Zombies vs. Army of Darkness kam es zu einem Crossover mit dem aus der Evil Dead-Filmtrilogie von Spider-Man-Regisseur Sam Raimi bekannten Ash Williams, den Bruce Campbell so herrlich grimmig-trottelig verkörpert hat.

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Mark Millar: Reborn

Es ist schon erstaunlich mit welchem Tempo der schottische Comic-Autor Mark Millar neue Comic-Serien raushaut. Noch erstaunlicher ist, dass trotzdem nicht der Eindruck von Massenproduktion entsteht, sondern jeder Comic über einen ganz eigenen individuellen Charme verfügt.

Mark Millar: Reborn

Nach dem jeden Tag eine gute Tat vollbringenden Superhelden Huck sowie den beiden optimistischen Science-Fiction-Reihen Starlight und Empress lässt Millar mit Reborn eine originelle Variante zur Heroic Fantasy folgen.

Mark Millar: Reborn

Im Zentrum steht die 78-jährige Bonnie Black, die sich nach ihrem Tode plötzlich nicht nur in der Fantasy-Welt von Adystria sondern auch noch im Körper einer wunderschönen jungen Frau wiederfindet. Zu allem Überfluss trifft sie dort auch noch auf ihren schon lange verstorbenen Vater. Gemeinsam brechen sie zu einer Mission auf um Bonnies ebenfalls in Adystria lebenden Ehemann Harry zu finden und den Tyrannen Lord Golgotha zu bezwingen…

Mark Millar: Reborn

Bei Reborn arbeitet Millar erstmals mit dem populären Zeichner Greg Capullo zusammen. Dieser begeisterte Comic-Fans vor allem durch seine detailverliebte Darstellung von Spawn und Batman. In Reborn bringt Capullo sowohl die reale Welt als auch den Fantasy-Kosmos souverän und prächtig zu Papier.

Mark Millar: Reborn
Variant-Cover von Todd McFarlane

Das Paperback von Panini Deutschland enthält alle sechs US-Hefte von Reborn, die Titelbilder der Originalausgaben sowie vier Seiten mit Skizzen von Greg Capullo.

Mark Millar: Reborn
Variant-Cover von Jock

Schade nur, dass nicht alle Variantcover enthalten sind, denn sie stammen von Meistern ihres Fachs wie Todd McFarlane, Jock, John Cassaday oder Frank Cho.

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Mark Millar: Huck

Der Lieblings-Superheld des schottischen Erfolgs-Autors Mark Millar (Kick-Ass, Wanted, Kingsman) ist anscheinend immer noch Superman. Nachdem er für DC zunächst für Heftserien wie Superman Adventures oder Action Comics geschrieben hatte, stellte Millar 2003 spektakuläre Spekulationen darüber an, wie unsere Welt wohl ausgesehen hätte, wenn der außerirdische Kal-El anstatt in der Nähe von Smallville in Stalins Sowjetunion gelandet wäre.

Mark Millar: Huck

Genosse Superman war ein großer Erfolg, zugleich aber auch Millar letzter Comic für DC. Anschließend schuf er mit Werken wie Old Man Logan oder Civil War erstaunliche Marvel Comics, bevor er sich selbstständig machte. Sein Label, dessen Comics bei diversen Verlagen erscheinen, nannte er in aller Bescheidenheit Millarworld. Hier hat Mark Millar sich mit Huck einen eigenen Superman geschaffen.

Mark Millar: Huck

Der einst in einem Körbchen vor einem Waisenhaus abgegebene Huck arbeitet als Tankwart in einer US-Kleinstadt und vollbringt dort jeden Tag eine gute Tat. Obwohl er über spezielle Superkräfte verfügt, nutzt er diese nicht jedes Mal, sondern Huck verrichtet auch nette Hilfeleistungen, zu denen Jedermann in der Lage wäre. Bewohner, die neu in der Kleinstadt sind, machen die Medien auf Huck aufmerksam, was diesem gar nicht gefällt. Doch dadurch erfährt er auch alles über seine Herkunft…

Mark Millar: Huck

Mit Huck gelang Millar ein weiterer Comic, der aus vertrauten Genre-Versatzstücke eine originelle (und vor allem nicht episch lange) Geschichte bastelt. Erstmals arbeitet Millar mit dem Brasilianer Rafael Albuquerque (American Vampire) zusammen. Dessen meist recht großformatigen und klaren Zeichnungen wurden von Dave McCraig plastisch koloriert. Thematisch passend haben die Bilder manchmal einen gewissen Norman-Rockwell-Touch.

Mark Millar: Huck

Das Paperback von Panini Deutschland enthält alle sechs US-Hefte von Huck, die Titelbilder der Originalausgaben sowie vier Seiten mit Skizzen und Seitenlayout-Entwürfen von Rafael Albuquerque. Leider fehlen diesmal die Variant-Cover.

Mark Millar: Huck

Dies ist besonders schade, denn Millar und Albuquerque haben sich hierfür besonders lustige Motive ausgedacht, das Ensemble aus Huck Filmplakate, wie etwa jene zu Die Goonies, Blues Brothers oder Forrest Gump, parodieren lassen.

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Mark Millar: Empress

Nach “Starlight“ schrieb der schottische Autor Mark Millar eine weitere Mini-Serie, die eine zwar durchaus dramatische aber nicht finster-pessimistische Science-Fiction-Geschichte erzählt. Auch bei “Empress“ erinert das diesmal vom Kanadier Stuart Immonen stammende Design an “Flash Gordon“, “Buck Rogers“ oder “Captain Future“ und somit natürlich an “Star Wars“.

Mark Millar: Empress

Im Zentrum der siebenteiligen Mini-Serie steht Königin Emporia, die lange bevor unsere heutige Zivilisation dort Fuß fasste an der Seite ihres Gemahls Morax über unsere Erde herrschte. Doch die “Empress“ ist es leid, dabei zuzusehen, wie ihr Mann sein Volk mit eiserner Faust terrorisiert. Sie flieht gemeinsam mit ihren drei Kindern und dem getreuen Leibwächter Captain Havelok.

Die galaktischen Erlebnisse der flüchtigen Familie erinnern ein wenig an den Comic-Erfolg “Saga“, doch im Gegensatz zu Brian K. Vaughan und Fiona Staples legen es Millar und Immonen nicht darauf an, die Leser mit abgefahrenen Ideen und ungewöhnlichen Aliens zu überraschen. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass Captain Havelock ein wenig wie George Lucas aussieht.

Mark Millar: Empress

Mark Millar hat “Empress“ beim Marvel Imprint “Icon Comics“ unter seinem Label “Millarworld“ herausgebracht. Eine Verfilmung soll auch bereits im Gespräch sein. Dies scheint wahrscheinlicher geworden zu sein, nachdem Marvel die Zusammenarbeit mit Netflix einstellen will, Netflix hat im Gegenzug für angeblich 100 Millionen Dollar “Millarworld“ erworben und will TV-Serien auf der Basis von Mark Millars noch nicht verfilmten Comic-Reihen produzieren.

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Mark Millar Collection 3: Kick-Ass Runde 1

Nachdem Autor Mark Millar und Zeichner John Romita Jr. zuvor bereits bei Marvels Wolverine – Staatsfeind zusammengearbeitet hatten, begannen sie 2006 eine eigene Serie zu konzipieren. Die Grundidee zu Kick-Ass, um einen Jungen, der sich zunächst ziemlich vergeblich als Superheld versucht, ist recht simpel. Umso erstaunlicher ist, was Millar und Romita schließlich daraus gemacht haben. Ihnen gelang eine ebenso spaßige wie mitreißende Geschichte, die – noch bevor das erste Kick-Ass-Comicheft erschienen war – bereits nach Hollywood verkauft wurde.

Mark Millar Collection: Bd. 3: Kick-Ass Runde 1

Der Comic-Fan Dave Lizewski bestellt sich bei ebay einen enganliegenden grünen Tauchanzug und versucht sich in New York als Kämpfer für das Gute. Das geht zunächst ganz schön schief und Dave landet nach seinem ersten Einsatz schwer verletzt im Krankenhaus. Doch er gibt nicht auf und als Kick-Ass wird er schließlich durch ein Video auf YouTube zum Volkshelden. Dies ruft allerlei Nachahmer, aber auch den Schurken Red Mist, auf den Plan. Schon sehr viel länger im Rächer-Business unterwegs ist jedoch die von ihrem Vater trainierte Mindy McCready alias Hit-Girl, der Millar und Romita sogar eine eigene Mini-Serie spendierten. Diese ist zeitlich zwischen Kick-Ass 1 und Kick-Ass 2 angesiedelt.

Mark Millar Collection: Bd. 3: Kick-Ass Runde 1
Panini veröffentlicht die ersten beiden aus insgesamt 15 Heften bestehenden Kick-Ass-Miniserien in einer 19 x 28 cm großen Hardcover-Edition, die mit einigen – aber längst nicht allen – Variant-Covern garniert wurde. Als zusätzlichen Lesestoff gibt es noch ein Vorwort von Deadpool-Schöpfer Rob Liefeld und ein Nachwort vom Regisseur Joe Carnahan (The A-Team). Die zweite Runde von Kick-Ass folgt nachdem zuvor noch Genosse Superman als vierter Band der Mark Millar Collection erschienen ist.

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Punisher: Welcome Back, Frank

Für ihre 1998 gestartete Reihe Marvel Knights hatten sich Joe Quesada und Jimmy Palmiotti meist eher bodenständige Charaktere aus dem Fundus des US-Superhelden-Verlages Marvel ausgesucht. Hierzu zählt neben Black Widow und Daredevil natürlich auch unbedingt der schwer bewaffnete Rächer The Punisher. Diese Figur hatte ihren ersten Auftritt 1974 in einem Spider-Man-Heft.

Punisher: Welcome Back, Frank

Doch seltsamerweise machten die ersten Hefte innerhalb der ansonsten eher realistischen Marvel Knights-Reihe aus dem Punisher eine Art auf die Erde zurückgekehrten Zombie mit magischen Kräften. Zwar konnten die Zeichnungen von Pat Lee und Bernie Wrightson überzeugen, doch richtig los mit dem Punisher ging es erst 2001. Nachdem der irische Autor Garth Ennis und der britische Zeichner Steve Dillon, die bereits innerhalb der Serie Hellblazer Beachtliches geleistet hatten, ihre mittlerweile auch als TV-Serie verfilmte Reihe Preacher nach 66 Heften beendet hatten, wurden sie von ihren guten Kumpels Joe Quesada und Jimmy Palmiotti (dessen Inking auch noch einiges aus Dillons ansonsten eher nüchternen Zeichnungen herausholte) dazu überredet sich unter dem Titel Welcome Back, Frank mit dem Bestrafer zu beschäftigen.

Punisher: Welcome Back, Frank

Die mit roher Gewalt operierende Figur liegt Garth Ennis und bereits 1995 gab es ein von ihm geschriebenes Sonderheft mit dem schönen Titel The Punisher kills the Marvel Universum  in dem Ennis den Bestrafer tatsächlich alle Superhelden des Verlages töten ließ. Die Geschichten von Ennis sind sehr gewalttätig und der Leser muss sich fragen, warum er so viel Vergnügen daran hat, dem Punisher dabei zuzusehen, wie er völlig rücksichtslos aufräumt. Eine mögliche Theorie wäre, dass der Ire Ennis sich jegliches US-amerikanische Pathos verkneift und Selbstjustiz nicht glorifiziert. Stattdessen sind seine Geschichten so pointiert übertrieben erzählt, dass ein übler Beigeschmack gar nicht erst aufkommt.

Punisher: Welcome Back, Frank

Auf den Punkt bringt es Comic-Autor Mark Millar (Kick-Ass): “In den falschen Händen ist ein rechtsradikaler durchgeknallter Charakter wie der Punisher eine Katastrophe und bestätigt alle Vorurteile gegen das Medium Comic. Doch wenn ein Paar clevere Burschen wie Ennis und Dillon sich der Sache annehmen, landet Frank Castle an der Spitze aller Verkaufscharts und räumt alle Preise ab.“

Punisher: Welcome Back, Frank

Sehr viele Elemente aus Welcome Back, Frank waren  auch im Punisher-Kinofilm mit John Travolta und Thomas Jane wieder zu finden. Ende 2016 verstarb Steve Dillon, der kurz zuvor in Operation Condor noch ein letztes Mal den Punisher zeichnete.

Punisher: Welcome Back, Frank

Angesichts der gar nicht einmal so gut gelungenen Netflix-Serie hat Panini die aus 13 US-Heften bestehenden Serie Frank ist zurück noch einmal komplett neu aufgelegt. Das Cover verweist zwar auf Netflix, doch der Inhalt ist purer Ennis und Dillon!

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Mark Millar Collection 2: Wolverine – Staatsfeind

Der zweite Band von Paninis Mark Millar Collection erhält nach Wanted ein etwas weniger bekanntes Kapitel aus dem umfangreichen Comic-Oeuvre des schottischen Star-Autors. 2004 startete Millar in Heft 20 der dritten Marvel-Serie um den X-Man Wolverine die Mini-Serie Enemy of the State, die sich über 12 Einzelhefte erstreckte. Als Zeichner fungierte John Romita, Jr. mit dem Millar vier Jahre später seine auch erfolgreich verfilmte Serie Kick-Ass starten sollte.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Der Hardcoverband enthält ein Vorwort in dem Garth Ennis (Preacher), der sich normalerweise “eher einen tollwütigen Tintenfisch aufs Gesicht nageln“ lassen würde, als einen Superhelden-Comic zu lesen. Sein Lob zu Enemy of the State ist überschwänglich, begeistert schwärmt er davon, wie Millar “mit einem Samurai-Schwert und einen Mixer durch das Marvel-Universum rennt“. Doch im Gegensatz zum respektlosen Umgang, den Ennis als Autor mit Superhelden, etwa in Punisher kills the Marvel Universe pflegt, ist Mark Millar in Enemy of the State (noch) im Mainstream unterwegs. Dies sollte sich jedoch spätestens 2009 mit Old Man Logan ändern, als er auf seine Weise ebenfalls das Marvel-Universum tötete.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Enemy of the State ist eine groß angelegte Rache-Geschichte in der Wolverine ohne Rücksicht auf Verluste (und die sind beträchtlich) den Mörder eines kleinen japanischen Jungen jagt, für dessen Tod er sich verantwortlich fühlt. Nahezu das komplette Marvel-Universum mit den Fantastic Four, Elektra, Nick Fury, Spider-Man und diversen X-Men ist in die Geschichte involviert, die John Romita, Jr. eher geschmackvoll als blutig in Szene setzte.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Als Zugabe gibt es noch das Wolverine-Heft 32, das direkt im Anschluss an Enemy of the State erschien. Mark Millar erzählt hier die von Kaare Andrews gezeichnete, in sich abgeschlossene Geschichte Prisoner Number Zero. Diese spielt 1942 im Konzentrationslager Sobibor und erzählt von einer Konfrontation zwischen dem dortigen Kommandanten und Wolverine.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Geschichten, in denen Superhelden in finsteren Kapiteln der menschlichen Geschichte auftauchen, können leicht in die Hose gehen. Doch für Prisoner Number Zero holte Millar sich Hilfe bei einem der ganz Großen. Er diskutierte seine Bedenken bezüglich einer im KZ angesiedelten Wolverine-Story mit keinem geringeren als der Comic-Legende Will Eisner (The Spirit, Ein Vertrag mit Gott).

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Eisners im Nachwort dieses Buchs von Millar beschriebener Input ließ Prisoner Number Zero zu einer schaurigen Comic-Short-Story in der Tradition des EC-Horrors à la Tales from the Crypt werden.

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Wanted

Wesley Gibson wird er auf der Arbeit wie der letzte Dreck behandelt und sein Freund betrügt ihn nicht allzu heimlich mit seiner Freundin. Doch plötzlich ändert sich Wesleys Leben ganz radikal. Er erfährt, dass sein gerade verstorbener Vater der beste Killer aller Zeiten war. Dadurch verfügt Wesley über entsprechende Killerinstinkte und eine Geheim-Organisation namens “Die Bruderschaft“ übernimmt seine Ausbildung. Doch schon recht bald muss Wesley erfahren, dass es ihn nicht wirklich ausfüllt “rund um die Uhr böse zu sein“.

Wanted

Für diese Verfilmung wurde die Comic-Miniserie “Wanted“ von Mark Millar („Kick-Ass„, „Kingsman„) und J.G. Jones um alle Superhelden-Komponenten bereinigt. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen, was auch an der exquisiten Besetzung liegt. James McAvoy (“X-Men: Erste Entscheidung“) überzeugt sowohl als Schwächling wie auch als eiskalter Meisterkiller, Angelina Jolie wirkt sexy und gefährlich, Morgan Freeman ist ein angemessen zwielichtiger Mentor während Terence Stamp und Thomas Kretschmann ihre wichtigen Nebenrollen bestens ausfüllen.

Wanted

Etwas halbherzig wirken die Versuche des Drehbuchautoren-Trios den Anfang des Filmes ähnlich pointiert-gesellschaftskritisch zu gestalten, wie einst David Fincher seinen düsteren “Fight Club“. Da wirkt die von einem mystischen Webstuhl gesteuerte Bruderschaft schon sehr viel glaubhafter. Eine gute Wahl ist auch der russische Regisseur Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht“, “Abraham Lincoln Vampirjäger“, “Ben Hur“), der hier beweist hier, dem es gelingt ein relativ gradliniges Drehbuch durch wuchtig-rohe Actionszenen zu veredeln.

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