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The King of Comedy

The King of Comedy ist die fünfte Zusammenarbeit von Robert De Niro und Martin Scorsese. Der Film war 1982 ein völliger Flop und spielte – bei einem Budget von knapp 20 Millionen Dollar – wenig mehr als 2 Millionen wieder ein. Das lag sicher auch daran lag, dass Erwartungen nicht erfüllt wurden. So hätte niemand einen Darsteller wie Jerry Lewis in der Hauptrolle eines Scorcese-Films erwartet.

The King of Comedy

Wahrscheinlich gar nicht so weit von seiner tatsächlichen Persönlichkeit entfernt, spielte der Star-Komiker den erfolgreichen Showmaster Jerry Langford spielt, der privat keinen Spaß versteht. Ausgerechnet ihn hat sich Rupert Pupkin als Idol auserkoren und erwartet Dankbarkeit dafür, wenn er sich als Langfords größter Fan bezeichnet. Noch schlimmer ist, jedoch, dass sich Pupkin auch noch für einen geborenen Komiker hält, der nur auf seinen großen Durchbruch wartet.

The King of Comedy

Robert De Niro porträtiert Rupert Pupkin als einen Menschen, der zunächst durch seine große aufgesetzte Freundlichkeit nervt, doch genau genommen nicht weniger gefährlich ist, als in seiner Rolle als Parade-Psychopath Travis Bickle in Taxi Driver. Als Langford nicht daran denkt Pupkin zum Erfolg zu verhelfen, knallt dieser völlig durch. Kurzentschlossen entführt Pupkin sein Idol, um für sich einen TV-Auftritt zu erpressen. Unterstützt von der ebenfalls großartig durchgeknallt aufspielenden Sandra Bernhard geht Travis bei seinem Vorhaben erstaunlich brutal vor.

The King of Comedy

Martin Scorsese gelang hier nicht nur ein weiterer großartiger New-York-Film, sondern auch eine bitterböse Satire auf das Showbusiness und das Streben nach Erfolg um jeden Preis. Eine Blu-ray-Veröffentlichung zeigt, dass The King of Comedy ganz gewiss nicht der Tiefpunkt in den Filmografien von Robert De Niro und Martin Scorsese ist.

The King of Comedy

Die Blu-ray-Edition von Filmconfect präsentiert interessantes Bonusmaterial. Neben dem 109-minütigen Hauptfilm ist noch das Making Of “A Shot at the Top” von 2002 (18:10 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), Deleted and Extended Scenes (39:11 min) und der Bericht “Inside Rupert Pupkin“ (39:21 min) enthalten.

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Silence

Nachdem das Christentum im Japan im Windschatten des portugiesischen Kolonialismus sich zunächst ungehindert verbreitete, änderte sich dies ab circa 1630. Um die Einflussnahme fremder Mächte auf die eigene Kultur zu verhindern, wurde mit teilweise drastischen Methoden gegen Japaner vorgegangen, die den christlichen Glauben angenommen hatten.

Silence

Dieses Themas nahm sich der japanische Autor Shūsaku Endō an, dessen 1966 erschienener Roman “Schweigen“ zum Bestseller wurde. Erzählt wird von zwei jungen Jesuiten, die 1639 nach Japan aufbrechen, um ihren Mentoren Pater Cristóvão Ferreira zu suchen, der angeblich zum Buddhismus übergetreten ist und eine Japanerin geheiratet hat.

Silence

Bereits 1971 verfilmte der Japaner Masahiro Shinoda das Buch. Auch der katholisch erzogene Martin Scorsese war von der in “Schweigen“ geschilderten Thematik fasziniert und versuchte seit den 90er Jahren aus dem Buch einen Film zu machen. Seine Version schildert zwar die große Brutalität mit der japanische Feudalherren gegen ihre christlichen Landsleute vorgehen. Es wird gezeigt wie Bauern mit heißem Quellwasser gefoltert oder in der tosenden Meeresbrandung gekreuzigt werden.

Silence

Doch vom selbstzweckhaften Märtyrer-Folter-Horror, den Mel Gibson in “Die Passion Christ“ zelebrierte, ist “Silence“ weit entfernt. Martin Scorsese zeigt sich stärker an subtileren Methoden der Entchristianisierung interessiert. So wurden christliche Bürger gezwungen auf ein Bildnis Christi zu treten und durften danach ihrer Wege gehen.

Silence

Mit 161 Minuten ist “Silence“ nicht eben kurz und es hätte nicht geschadet, wenn Scorsese den Mittelteil etwas gestrafft hätte. Doch wenn am Ende des Film Andy Garfield (“The Amazing Spider-Man“) als junger Jesuit Sebastião (endlich!) auf den von Liam Neeson gespielten ehemaligen Pater Ferreira trifft, dann ist das großes Kino. Dieser Moment lässt das an die Begegnung von Martin Sheen und Marlon Brando im Finale von “Apocalypse Now“ denken.

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