Schlagwort-Archive: Marx Brothers

Film ab: Heinz Erhardt

Zum 90. Geburtstag von Heinz Erhardt erschien dieses sehr schön aufgemachte Buch, das sich in aller Ausführlichkeit mit den Filmen des großen Komikers und Wortspielers auseinandersetzt. Anfang der 80er-Jahre waren dessen meist 30 Jahre zuvor entstanden Filmwerke wie Ach Egon! oder Der Haustyrann große Erfolge in den bundesdeutschen Programmkinos. Hier gibt es durchaus Parallelen zum nahezu zeitgleichem Studentenkino-Erfolg der Filme mit den Marx Brothers.

Film ab: Heinz Erhardt

Genau wie Groucho, Harpo und Chico (mit denen er in Drillinge an Bord sogar zahlenmäßig gleichzieht) gelingt es auch Heinz Erhardt immer wieder die eigentlich spießige Handlung von Filmen wie Vater, Mutter und neun Kinder oder Witwer mit fünf Töchtern durch unerwartete lustige Einfälle aufzubrechen und manchmal sogar ein wenig anarchistisch zu sein. Der Wortwitz von Erhardt ist dabei zwar sehr viel weniger böse als der von Groucho Marx, aber nicht minder ausgefeilt.

Film ab: Heinz Erhardt

Im vorliegende Buch beschäftigt sich Manfred Hobsch chronologisch mit den 39 Kinofilmen, die zwischen 1949 (Gesucht wird Majora) und 1971 (Willi wird das Kind schon schaukeln) entstanden. Besonders interessant sind dabei die jeweiligen Filmkritiken. Anlässlich der Wiederaufführung von Immer die Radfahrer hat die linke Zeitschrift Konkret in diesem harmlosen Filmchen mit Hans-Joachim Kulenkampff und Erhardt als „Likörfabrikant Fritz Eilers“ unter anderem „faschistische Ordnungs- und Ehrbegriffe“ entdeckt.

Film ab: Heinz Erhardt

Nicht schlecht ist auch das Zitat aus dem Progress-Filmprogramm der DDR (längst nicht alle westdeutschen Filmproduktionen kamen dort in die Kinos) in der ein ebenfalls eher harmloses Filmchen wie Der müde Theodor mit Erhardt als „Marmeladenfabrikant Theodor Hagemann“ zur Satire auf den Großkapitalismus verklärt wurde. Dies beweist die Vielfältigkeit Heinz Erhardts, der gleichzeitig als Steigbügelhalter und als Totengräber des Kapitalismus herhalten darf.

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Das Haus der 1000 Leichen

Vier Jugendliche (zwei von jeder Art) landen an einer seltsamen Tankstelle (mit integrierter Geisterbahn!), erfahren von einem seltsamen Menschen etwas über einem seltsamen Ort an dem seltsame Dinge geschehen sind. Sie nehmen eine seltsame Anhalterin mit und landen in dem abgelegenen Haus einer seltsamen Familie. Jetzt wäre es mehr als seltsam, wenn alle vier Jugendlichen dies überleben würden.

Das Haus der 1000 Leichen

So weit, so klischeehaft, doch der Rockmusiker Rob Zombie hat altbekannte Versatzstücke aus harten 70er Jahren Horrorschockern wie Tobe Hoopers Texas Chainsaw Massacre und Wes Cravens Last House on the Left kräftig mit der Ästhetik der Rocky Horror Picture Show und der unberechenbaren Schnitttechnik eines Oliver Stone vermixt und dann noch mit einer Prise Marx-Brothers-Anarchismus abgeschmeckt.

Das Haus der 1000 Leichen

Das Resultat mundet bei aller (dann doch gar nicht so schlimmen) Blutigkeit ganz vortrefflich, was auch an der völlig entfesselten Darstellung des Captain Spaulding durch Sid Haig liegt. Unverständlich, dass weder Universal noch MGM diesen sympathischen Schocker verleihen wollten und völlig verständlich, dass Rob Zombie mit The Devil´s Rejects eine sehr viel härtere Fortsetzung nachschob.

Das Haus der 1000 Leichen

Extras der DVD: Audiokommentar von Rob Zombie ohne Untertitel;  “Making Of“: Ein kurzer launiger Bericht, der fast nur aus Interviews besteht besteht (4:12 min);  „Behind the Scenes“ (2:33 min, ohne Untertitel); Interviews mit Rob Zombie (7:34 min), Sid Haig (4:24 min), Bill Moseley (5:38 min), Sheri Moon (1:29 min) und Maskenbildner Wayne Toth (3:25 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln; Der völlig sinnlose Sketch „Tiny und der Baumstumpf“ (3:00 min), ohne Untertitel; Aufnahmen vom Casting (5:13 min), ohne Untertitel; Biographien zu Rob Zombie, Sid Haig, Bill Moseley und Karen Black; Galerie mit 59 sehr kleinen Bildern; Zwei US-Trailer (1:04 min + 1:43 min); US-Radio-Spot (1:00 min); Deutscher Trailer (1:36 min); Hauptattraktion ist aber zweifelsohne das völlig durchgeknallte Menü mit etlichen extra hierfür mit Sid Haig gedrehten Szenen

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