Schlagwort-Archive: Masayuki Kusumi

Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst

In diesem Band schildern der Autor Masayuki Kusumi und der leider bereits verstorbene Zeichner Jiro Taniguchi (Vertraute Fremde, Die Sicht der Dinge, Die Wächter des Louvre) in 13 Kapiteln weitere kulinarische Erlebnisse von Goro Inokashira. Genau wie im ersten Band Der Gourmet: Von der Kunst alleine zu genießen vermeidet es der Handlungsreisende immer wieder dieselben Restaurants aufzusuchen.

Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst

Neugierig begibt er sich in neue Umgebungen und probiert ihm unbekannten Speisen. Meist ist er in Tokio unterwegs. Dort isst er peruanisch (und trinkt Inca-Cola) im Tokioer Shinjuku-Bezirk, staunt über die feine Küche in der Uni-Mensa und versucht sich in einer Seitengassea n Pizzai. In Paris hingegen stellt er fest, dass die algerische Küche große Ähnlichkeiten mit der japanischen hat.

Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst

Auch diesmal gibt es wieder ein Kapitel, in dem Jiro die Rolle des beobachtenden Konsumenten verlässt und sich überraschenderweise einmischt. Als er mitbekommt, wie ein Vorgesetzter, der mit seinen Mitarbeitern abends essen geht, einen seiner Untergebenen sehr lautstark und penetrant dazu auffordert Alkohol zu trinken, platzt Jiro der Kragen. Der abstinent lebende Gourmet schreitet ein und schreckt auch vor einer Schlägerei nicht zurück…

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Wie keinem anderen Comic-Künstler gelang es Jiro Taniguchi durch detailfreudige Bilder einmal mehr auf die nur scheinbar kleinen Dinge des Alltags aufmerksam zu machen und den Leser aufzufordern, nicht sich nur auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen, sondern sich jeden Tag neu überraschen zu lassen.

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100 Manga Artists

2004 erschien beim Taschen Verlag das von Masanao Amano herausgegebene voluminöse Buch Manga Design. 13 Jahre später erfolgt mit “100 Manga Artists“ eine Art kompakte gebundene Neuausgabe, die innerhalb von Taschens “Bibliotheca Universalis“ erschienen ist.

100 Manga Artists

Hierin präsentiert Herausgeber Julius Wiedemann auf 650 Seiten einige der interessantesten japanischen Zeichner und Autoren. Jeder der 100 Manga-Künstler wird auf 4 bis 8 Seiten mit Kurzbiografie (in englischer, deutscher und französischer Sprache), ausgewählten Seiten aus den japanischen Original-veröffentlichungen und Manga-Covern vorgestellt.

100 Manga Artists

Zum Abdruck kommen Klassiker aber auch Vertreter der Avantgarde. Wer es bisher noch nicht wusste, dem wird schon beim ersten Blättern in diesem ansprechend zusammengestellten Buch klar, dass Manga nicht automatisch großäugige Mädchen oder Riesenroboter bedeutet, sondern hier alles möglich ist. Bemerkenswert ist einmal mehr bei Taschen neben der schönen Aufmachung auch der günstige Preis von 15 Euro.

100 Manga Artists

Zum Abschluss hier noch die Namen der im Buch aufgeführten Manga-Künstler: Tomomi Abe, Mitsuru Adachi,Koji Aihara, Ken Alkamatsu, Fujio Akatsuka, Osamu Akimoto, Moyoco Anno Yuji Aoki, Gosho Aoyamo, Hirohiko Araki, Inio Asano, Kiyohiko Azuma, Tetsuya Chiba, Tatsuya Egawa, Hisashi Eguchi, Fujiko Fujio, Minoru Furuya, Usamaru Furuya, Moto Hagio, Kengo Hanazawa, Tetsuo Hara, Yasuhisa Hara, Akiko Higashimura, Kensshi Hirokane, Tsukasa Hojo, Yoriko Hoshi, Haruko Ichikawa, Riyoko Ikeda, Santa Inoue, Takehiko Inoue, Hajime Isayama, Shinichi Ishizuka, Keisuke Itakgaki, Junji Ito, Hitoshi Iwaaki, Mariko Iwadate, Shintaro Kago, Atsushi Kaneko, Masashi Kishimoto, Satoshi Kon, Yuriro Koyama & Lipyao, Mitsuro Kubo, Iou Kuroda, Masayuki Kusumi, Machiko Kyo, Gataro Man, Shohei Manabe, Suehiro Maruo, Leiji Matsumoto, Taiyo Matsumoto, Ryoji Minagawa,Nayuka Mine, Natsujikei Miyazaki,

100 Manga Artists

Shigeru Mizuki, Minetaro Mochiziku, Milk Morizono, Daijiro Morohoshi, Go Nagai, Tsuchika Nishimura, Miho Obana, Takeshi Obata, Eiichiro Oda, Reiko Okano, Kyoko Obazaki, Hiroya Oku, Yumiko Oshima, Shuzo Oshimi, Katsuhiro Otomo, Yoshiyuki Sadamoto, Rieko Saibara, Fumi Saimon, Takao Saito, Momoko Sakura, Noriko Sasaki, Kotobuki Shiriagari, Kenichi Tachibana & Yu Sasuga, Gengorch Tagame, Yuzo Takada, Rumiko Takahashi, Fumiko Takano, Jiro Taniguchi, Natsuko Taniguchi, Katzuto Tatsuta, Osamu Tezuka, Yoshihiro Togashi, Akira Toriyama, Yoshiharu Tsuge, Kazuo Umezu, Chika Umino, Naoki Urasawa, Hideo Yamamoto, Naoki Yamamoto, Kazumi Yamashita, Mari Yamazaki, Ai Yazawa, Sensha Yoshida, Fumi Yoshinaga.

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Jiro Taniguchi: Der geheime Garten vom Nakano Broadway

Obwohl Jiro Taniguchi (Vertraute Fremde, Die Sicht der Dinge) diesem Comic nicht getextet hat, sind die kurzen Geschichten maßgeschneidert für den akribischen Chronisten des japanischen Alltags. Auf der Basis eigener Beobachtungen erzählt der Autor Masayuki Kusumi, der mit Taniguchi auch bei Der Gourmet: Von der Kunst allein zu genießen zusammenarbeitete, vom leitenden Angestellten Uenohara, der immer wieder vom rechten (Spazier-)Weg abkommt und dabei kuriose Entdeckungen macht.

Jiro Taniguchi: Der geheime Garten vom Nakano Broadway

Die Geschichte des “geheimen Garten vom Nakano Broadway“ ist seltsamerweise in diesem Band nicht in Comicform vorzufinden, sondern wird von Masayuki Kusumi im umfangreichen Nachwort erzählt. Hier erklärt dieser auch die Hintergründe zu seinen acht Short Storys, die für ein Magazin konzipiert wurden, das hauptsächlich von Hausfrauen gelesen wird. Doch die Geschichten haben einen universellen Charme und laden dazu ein, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich auf Entdeckungsreise zu begeben. Vielleicht findet der Leser ja auch etwas ähnlich Kurioses wie den Nachbau einer Edison-Glühbirne, in deren schwachen Licht manches (wie etwa die eigene Ehefrau) neu zu erstrahlen beginnt.

Jiro Taniguchi: Der geheime Garten vom Nakano Broadway

Ein wenig erinnert dies Konzept an Taniguchis Comic Der spazierende Mann, den Carlsen in einer um Farbseiten ergänzten Ausgabe neu herausgebracht hat. Auf den ersten Innenseiten von Der geheime Garten vom Nakano Broadway ist ein wunderschönes Aquarellgemälde von Taniguchi abgebildet, das zeigt wie gut aber auch wie lässig dieser mit Farben umgehen kann und es ist ein bisschen schade, dass seine Comics fast nur aus schwarzweißen Seiten bestehen.

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Jiro Taniguchi: Der Gourmet – Von der Kunst allein zu genießen

Mit dem Autor Masayuki Kusumi hatte Jiro Taniguchi (Vertraute Fremde, Die Sicht der Dinge, Die Wächter des Louvre) bereits bei Der geheime Garten vom Nakano Broadway zusammen gearbeitet. Wie in Lars von Tönes interessantem Vorwort zu diesem Buch zu erfahren ist, hat es Taniguchi, der die meisten seiner Comics selbst schreibt, genossen nach den Vorgaben eines Szenaristen zu arbeiten. Dadurch  besteht für ihn nicht die Gefahr komplett in seiner eigenen Welt gefangen zu sein.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Der Ansatz zu Der Gourmet: Von der Kunst allein zu genießen klingt eher unspektakulär. In 18 Kapiteln wird geschildert wie der unscheinbar anmutende Handlungsreisende Goro Inokashira diverse Restaurant, Kneipen und Örtlichkeiten besucht, an denen er sich Speisen bestellt und diese zu sich nimmt. Dabei meidet Giro so weit wie möglich den Kontakt zu seiner Umwelt und gibt sich ganz dem Genuss hin. Speisen und Gaststätten werden von Taniguchi akribisch abgebildet und daher ist Der Gourmet eher eine Comic-Reportage als eine Comic-Erzählung.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Doch Taniguchi und Kusumi spielen mit ihren eigenen Vorgaben. So lassen sie Giro etwa im Hochgeschwindigkeits-Zug Shinkansen eine etwas streng riechende Lunchbox öffnen und auch die in einem Baseball-Stadion angebotenen Gerichte sind nicht ohne. Zudem ist in kurzen Rückblenden gelegentlich auch etwas mehr über die Hauptfigur zu erfahren, so zum Beispiel, dass er einst in Paris gemeinsam mit einer Schauspielerin ein neues Leben beginnen wollte. Völlig überraschend ist es schließlich, als sich der ansonsten absolut passive Giro in einer der Geschichten plötzlich sehr energisch mit einem rabiaten Restaurant-Besitzer anlegt, der seine chinesische Küchenhilfe permanent lautstark demütigt.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Über die Speisen hinaus sehr viel über verschiedene Alltagswelten vermittelt und wohl noch in keinem anderen Comic von Jiro Taniguchi war so viel über die japanische Gesellschaft zu erfahren.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet - Von der Kunst allein zu genießen

Unter dem Titel Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst ist ein zweiter Band der Reihe erschienen.

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