Schlagwort-Archive: Mike Mignola

Greg Rucka: Whiteout

Carrie Stetko muss als US-Marshall in einem Mordfall ermitteln. Sie wird dabei nicht nur mit zahlreichen Verdächtigen konfrontiert, sondern auch noch mit Temperaturen von unter minus 30 Grad Celsius. Der Tote wurde gefunden in der Nähe von McMurdo, der größten Forschungsstation in der Antarktis. Gemeinsam mit der englischen Geheimagentin Lilly Sharpe versucht Carrie den Täter zu finden und gerät dabei in eine gefährliche Notlage im ewigen Eis.

Greg Rucka: Whiteout

Mit Whiteout gelang Greg Rucka (Gotham Central, Queen & Country) ein spannender Thriller, der weniger durch seine verzwickte Handlung sondern sehr viel stärker durch den interessanten Schauplätze am Südpol überzeugt. Rucka hat hierzu seine Hausaufgaben gemacht und liefert auch noch eine Übersichtskarte der Antarktis, die recht hilfreich bei der Lektüre ist.

Greg Rucka: Whiteout

Sehr gelungen ist auch das klare und realistisch ausgeführte Artwork von Steve Lieber, das an Jim Holdaways kontrastreich-elegante Zeichnungen zu Modesty Blaise erinnert. Im Nachwort dieses Bandes bedankt sich Lieber bei Rucka dafür, dass er sich durch dessen Story als Comiczeichner erstmals “endlich frei“ fühlte. Abgerundet wird das schöne Buch durch eine kleine aber feine Galerie mit Covern der Whiteout-Heftausgaben von Frank Miller (Sin City), Matt Wagner (Grendel), Mike Mignola (Hellboy) und Dave Gibbons (Watchmen).

Greg Rucka: Whiteout

Mittlerweile ist nicht nur die ebenso spannende Fortsetzung Whiteout – Melt erschienen, sondern auch Hollywood sind die Qualitäten des Comics nicht entgangen. Matrix-Produzent Joel Silver nahm für seine Dark Castle-Horrorfilmreihe eine Verfilmung in Angriff und konnte Kate Beckinsale (Underworld, Pearl Harbor) für die Rolle der Carrie Stetko gewinnen.

Greg Rucka: Whiteout

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Mike Mignola: Dracula

Als Francis Ford Coppola 1992 mit Starbesetzung eine Verfilmung von Bram Stokers Klassiker Dracula in Szene setzte, war Mike Mignola als Illustrator und Storyboard-Artist an Bord. Ein Jahr bevor er mit Hellboy durchstartete, adaptierte Mignola den Kinofilm als Comic, der visuell ähnlich aufregend ausfiel wie Coppolas Film.

Mike Mignola: Dracula

Die sich nah am Drehbuch orientierenden Texte stammen von Marvel-Legende Roy Thomas, der zuvor bereits das Skript zur von Howard Chaykin gezeichneten Comic-Version des ersten Star-Wars-Film schrieb.

Mike Mignola: Dracula

Mignolas Comic erschien beim Trading-Cards-Anbieter Topps zunächst als vierteilige Heftserie und dann gebündelt als Tradepaperback, das in Deutschland 1993 bei Feest veröffentlicht wurde.

Mike Mignola: Dracula

Genau wie Alien von Archie Goodwin und Walt Simonson, sowie die noch auf eine Gesamtausgabe wartenden Comic-Versionen zu Blade Runner von Al Williamson und Outland von Jim Steranko (beide warten immer noch auf Gesamtausgaben), gehört Mignolas Dracula zu den wenigen wirklich gut gelungenen Film-Adaptionen.

Mike Mignola: Dracula

Daher erschien 2018 in den USA bei IDW eine schöne großformatige Neuausgabe, die Panini in einer geringfügig kleineren gebundenen Version veröffentlicht. Die Farben von Mark Chiarello sind in dieser Veröffentlichung noch knalliger als in der Erstauflage. Im Anhang sind Mignolas Bleistift-Zeichnungen von einige der Comic-Seiten zu sehen, die zeigen, wie groß der Beitrag vom Tuscher John Nyberg an diesem immer noch schwer beeindruckenden Gesamtkunstwerk war.

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Hellboy 2: Die goldene Armee

Da kann man lange suchen, bis man eine Comic-Verfilmung findet, die “besser“ ist als die Vorlage. Doch Guillermo Del Toro (Shape of Water) und seinem Hauptdarsteller Ron Perlman gelang 2004 das Kunststück Mike Mignolas eher optisch als inhaltlich beeindruckende Serie Hellboy in einen äußerst originellen und aufregenden Film zu verwandeln, dessen rothäutige Titelfigur trotz des teuflischen Äußeren vor Menschlichkeit nur so strotzte.

Hellboy 2: Die goldene Armee

Ebenfalls sehr selten ist eine Fortsetzung, die dem ersten Film überlegen ist (dass dies nicht immer der Fall ist bewies 2019 Hellboy – Call of Darkness). Auch dies gelang Del Toro und das nicht nur, weil er bei einem aufgestockten Budget von 80 Millionen Dollar aus dem Vollen schöpfen und sogar seinen Lieblingskomponisten Danny Elfman verpflichten konnte. Der Regisseur garniert die solide Geschichte mit seiner unvergleichbar individuellen Fantasie, die schon Pans Labyrinth so einzigartig machte. Wenn hier Fantasy-Welten gezeigt werden, wird nicht nur einfach bei Tolkien oder Harry Potter geklaut, sondern es gibt wirklich etwas Phantastisches und Neues zu entdecken, wie etwa seltsame irische Fabelwesen oder ein nerviges Baby, das sich als lebender Tumor entpuppt.

Hellboy 2: Die goldene Armee

Speziell bei Comicverfilmungen ist es ein großer Vorteil, wenn nicht mehr die “Origin“ – also die Entstehungsgeschichte der Hauptfigur – erzählt werden muss, sondern es sofort richtig losgehen kann. Del Toro zeigt am Anfang des Filmes dennoch eine kleine Rückblende und erzählt kurz vom noch sehr jungen Hellboy, dem sein Mentor Professor Trevor Bruttenholm (John Hurt hat hier einen kurzen Gastauftritt) 1955 in einem US-Militärcamp die Legende von jener Goldenen Armee erzählt um die sich dann der weitere Verlauf der Handlung dreht.

Hellboy 2: Die goldene Armee

Doch es sind nicht nur die bildgewaltig in Szene gesetzten Fantasy- und Actionszenen, die Hellboy 2 zu einem so großen Vergnügen machen. Mindestens ebenso angenehm in Erinnerung bleibt eine breit ausgespielte Szene, in der Ron Perlman alias Hellboy und sein Amphibien-Kollege Abe Sapien derart stark vom Liebeskummer gequält werden, dass sie Barry Manilows Can’t Smile Without You so herrlich versoffen-schräg schmettern, dass der Zuschauer nach dem Ende des Films diese Schnulze wohl ebenfalls noch eine Weile summen wird.

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Batman: Gotham By Gaslight

1989 erschien mit Gotham by Gaslight der erste DC-Comic, der als Elseworlds-Story bezeichnet wurde. Brian Augustyns Geschichte spielt in einer Welt, die nicht das bekannte DC-Universum ist. Erzählt wird von einem Batman, der bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts versucht seine Heimatstadt Gotham vor Übeltäter zu schützen. Dabei bekommt er es mit Jack the Ripper zu tun…

Batman: Gotham By Gaslight

Als 30. Film der Reihe der Reihe DC Universe Animated Original Movies entstand ein Film, der weniger eine Adaption des Comics ist, sondern vielmehr eine völlig neue Geschichte mit der selben Grundidee erzählt. Begründet wird dies von Produzent Bruce Timm (Batman: The Animated Series) damit, dass der 48-seitige Comic für einen knapp 80-minütigen Film etwas zu wenig Handlung hat. Doch anstatt, wie bei der Verfilmung des Comic-Klassikers Batman: The Killing Joke die Vorlage um einen Prolog und einen Epilog zu ergänzen, entstand etwas Neues.

Batman: Gotham By Gaslight

Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass Gotham by Gaslight nicht der ganz große Batman-Klassiker ist, wie die ebenfalls innerhalb der Reihe als Animationsfilme umgesetzten Frank-Miller-Comics Year One oder The Dark Knight Returns. Möglicherweise waren die markanten, viele schwarze Flächen einsetzenden Bilder von Mike Mignola (Hellboy) der Hauptgrund für den Erfolg von Gotham by Gaslight. Doch die Story von Brian Augustyn, die 1869 in Wien beginnt und Bruce Wayne als Studenten von Sigmund Freud zeigt, ist auch nicht ohne und hätte es verdient werkgetreu verfilmt zu werden.

Batman: Gotham By Gaslight

Die Adaption des Comics lässt zusätzlich Elemente von Brian Augustyns Gotham by Gaslight-Fortsetzung Master of the Future (diesmal zeichnete nicht Mignola, sondern Eduardo Barreto) mit in die Geschichte einfließen. Daher geht es auch um eine Weltausstellung, die inklusive eines Zeppelins nach Gotham kommt. Während der Mörder aus der Comic-Vorlage nur kurz im  Hintergrund zu sehen ist, gibt es Auftritte von allerlei vertrauten Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman, den Polizisten Harvey Bullock, Poison Ivy, Dr. Leslie Thompkins, sowie gleich drei Robins, die in der Vorlage gar nicht vorkommen. Optisch hingegen orientiert sich der Film, so gut wie es das Budget zulässt, an den Bilderwelten von Mike Mignola und kann insgesamt durchaus gefallen.

Batman: Gotham By Gaslight

Die Blu-ray von “Batman: Gotham by Gaslight“ enthält neben dem 77-minütigen Hauptfilm noch einen Audiokommentar von Produzent Bruce Timm, Drehbuch-Autor Jim Krieg und Regisseur Sam Liu (leider ohne Untertitel), die Dokumentation “Caped Fear: The First Elseworld“ (20:45 min, wahlweise mit deutschen Untertitel); “Aus dem DC-Comics-Archiv“: Zwei thematisch passende Cartoons, einmal der klassischen Batman-Trickfilmserie: “Harley and Ivy“ und aus Batman: The Brave and the Bold “Showdown“ (beide Filme , wahlweise mit deutschen Untertitel); sowie eine Vorschau auf den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum: “Suicide Squad: Hell to Pay“ (8:33 min, ohne Untertitel)

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Batman: Schwarz und Weiss 3

Nun liegt der dritte Band innerhalb der Serie Batman: Schwarz und Weiss bei Panini vor.  Wieder mal könnte sich ein Unbedarfter fragen, wo kommen all diese Storys her? Lohnt sich ein Kauf? Sind das nicht die Geschichten, die damals schon bei Carlsen veröffentlicht wurden? Die Erklärung ist folgende: Bei Carlsen erschien im Mai 1997 als Band 30 der Album-Serie Batman eine komplette Veröffentlichung der US-Mini-Serie Batman: Black & White #1 bis #4 aus dem Jahre 1996. Mit so illustren Künstlern wie Bruce Timm, Ted McKeever, Joe Kubert, Richard Corben, Barry Windsor-Smith, Klaus Janson, Matt Wagner, Bill Sienkiewicz, Teddy Kristiansen u.v.a.m.

Batman: Schwarz und Weiss 3

Bei Panini kommen jetzt die Batman: Black & White-Back-Ups zum Abdruck, die in der damals in den USA im März 2000 innerhalb der neu gestarteten Serie Gotham Knights begannen. Diese sind jeweils Eight-Pager und in jedem Panini-Band werden immer zwölf Geschichten gesammelt. Jetzt im dritten Band kommen also die Geschichten aus den US-Nummern #26 bis #37 zum Abdruck. Aus drucktechnischen Gründen wurde #21 ausgelassen.

Batman: Schwarz und Weiss 3

Diesmal ist die Bandbreite der vertretenen Künstler und Autoren nicht ganz so hochkarätig, wie in den beiden vorangegangenen Bänden, aber immer noch sehr spannend und überraschend. Die wohl überraschendste Geschichte ist zweifelsohne Der Wahn des Alfred Pennyworth (Autor: Danielle Dwyer, Künstler: Scott Morse). Hier taucht Jason Todd auf! Zwar nur als Geist, aber er greift dennoch in die Handlung ein und hilft Batman bei seiner Jagd nach Verbrechern. Und ab und zu trifft er sich sogar mit Alfred zum Teetrinken. Wenn das nicht ein Omen ist?

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Auch die anderen elf Geschichten sind wieder einmal ein Beweis dafür, dass mit Batman so ziemlich alles möglich ist. Die Stile reichen von animated bis realistisch. Wieder einmal können wir erleben, was man mit Batman so alles machen kann. Dieser Charakter ist so vielseitig verwendbar und die zwölf Kurzgeschichten aus den Federn von alten und bekannten Autoren, wie z.B.: Dwayne McDuffie, Paul Kupperberg, Darwyn Cooke, Brian Azzarello oder Mike Mignola (leider nur als Autor) untermauern voll und ganz diese Behauptung. Diese s/w Back-Ups liefen in USA bis zum Heft #49, ab der Nummer #50 wurden sie eingestellt. Es bleibt also zu hoffen, dass in einem vierten Band noch die Nummern #38 bis #49 gedruckt werden. Lohnen würde es sich auf jeden Fall!

Norbert Elbers

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Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Mike Mignola (Hellboy) ist ohne Frage ein begnadeter Comiczeichner, allerdings schaue ich mir seine Comics lieber an als das ich sie lese. Seine Geschichten erscheinen mir oft schwerfällig und zäh, umso erstaunlicher dass ich mich an ein fast 300 Seiten dickes Buch von ihm herangewagt habe.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Die Illustrationen in dem Roman wirken anfänglich sehr düster und nicht unbedingt einladend. Aber wie kam es zu diesem Buch? Mignola plante schon lange eine Vampir–Geschichte, aber seine Idee wurde so groß als das er sie nicht mehr zeichnerisch umsetzen konnte. Im Gespräch mit dem Comic- und Fantasy-Autoren Christopher Golden kamen beide auf den Gedanken aus dieser Idee einen illustrierten Roman zu machen. Während Golden Mignolas Geschichts-fragmente zusammenbrachte, lieferte Mignola selbst nach und nach Illustrationen zu der Geschichte. Dabei motivieren die Zeichnungen nicht unbedingt zum Lesen, während dem Lesen der Geschichten runden Sie aber den Film ab, der gerade im Kopf abläuft.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Es gibt eine Rahmenhandlung mit diversen Fantasy-Episoden. Mignola und Golden berichten das Schicksal des Lord Henry Baltimore, der (vermutlich) im ersten Weltkrieg seine Kompanie und sein Bein verliert (die Zeit lässt sich nur erahnen – historischen Eckdaten wurden bewusst nebulös gelassen). Nach verlorener Schlacht fallen auch noch Vampire über die verwundeten Soldaten her. Baltimore verpasst einem der Vampire ein Mal, woraus dann sein Widersacher für die Rahmengeschichte resultiert. Der Vampirfürst tötet in der Folge Baltimores Eltern und seine Geliebte und macht damit Baltimore zum verbitterten aber standhaften, einbeinigen Vampirjäger. Dabei wird bewusst die Parallele zu dem Märchen Der standhafte Zinnsoldat von Hans Christian Andersen gezogen.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Der Reiz ist aber nicht diese etwas herkömmlich klingende Rahmenhandlung, sondern die Erzählweise, denn nicht der Protagonist oder ein unabhängiger Erzähler berichten diese Geschichte. Es treffen drei Freunde von Baltimore aufeinander, die gemeinsam auf ein Treffen mit ihm warten. Dabei erzählt jeder das Schicksal des Lord Baltimores aus seiner Sichtweise und garniert dies zusätzlich mit einem eigenen übernatürlichen Erlebnis. Hierbei schaffen Golden und Mignola extrem bildhaft erzählte Kurzgeschichten, die jede für sich im Kopf als Comic ablaufen.

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Die letzten 100 Seiten führen diese Episoden zusammen und runden Sie mit einer Erzählung aus dem Tagebuch von Lord Baltimore ab. Zum pompösen Showdown treffen die drei Freunde auf den bösen Vampirfürsten, wo auch der einbeinige Vampirjäger nicht mehr fehlen darf.

Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir

So ist das Buch ein wirklich fantastischer Fantasy-Roman und es wundert nicht dass die Filmrechte schon verkauft sind. Mignola und Golden liefern insgesamt eine großartige Geschichtssammlung mit schicksalhaften Charakteren. Dabei sind die Einflüsse von Klassikern wie Moby Dick, Dracula und Frankenstein unverkennbar – so dass ich persönlich es für die beste Fantasy-Geschichtensammlung seit Ray Bradburys Der illustrierte Mann halte.

Michael Kompa


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Walt Disney: Atlantis – Das geheimnisvolle Buch

In den USA brachte der auf Filmadaptionen (u.a. zu Star Wars, Aliens, Predator und Buffy) spezialisierte Verlag Dark Horse zum Walt Disney Film „Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ lediglich ein Comic-Heftchen im Prestigeformat heraus. Doch das Werk ziert immerhin ein Cover und auch noch zehn Entwurfsseiten von Mike Mignola („Hellboy„), der den Look des Films gestaltete.

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Wir müssen nun leider ganz auf den Mignola-Anteil verzichten, bekommen dafür aber ansonsten bei Ehapa die volle „Atlantis“-Comic-Dröhnung.

Walt Disney: Atlantis - Das geheimnisvolle Buch

So enthalten die drei 68-seitigen Hardcoveralben mit durchgehenden Covermotiv nicht nur die 46-seitige Filmadaption der US-Ausgabe, sondern auch noch Vorgeschichte (der Vater des Filmhelden Milos auf der Suche nach Atlantis) und Fortsetzung (Milos weiteren Abenteuer in Atlantis) zum Animationsfilms in Form einiger kürzerer Stories.

Walt Disney: Atlantis - Das geheimnisvolle Buch

Insgesamt muss festgestellt werden, dass der Mittelteil mit der Filmadaption im zweiten Album „Die Expedition“ am gelungensten ist. Die Vorgeschichte im ersten Band „Das geheimnisvolle Buch“ ist auch noch recht gut umgesetzt und überzeugt durch den Versuch den stark aus Schwarzflächen bestehenden Stil Mignolas nachzueifern. Der Abschlussband „Der rote Kristall“ hingegen ist optisch und auch inhaltlich eine einzige Enttäuschung.


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Aliens

Lange bevor im zweiten Predator-Film ein Schädel des Monsters aus Alien zu sehen war und sehr, sehr lange bevor in Alien vs. Predator die beiden populären Kino-Ungeheuer schließlich auch auf der Leinwand aufeinander trafen, waren derartige Begegnungen in den Comic aus dem Hause Dark Horse bereits etwas Alltägliches. Sogar auf die DC-Heroen Superman und Batman trafen die einst von H. R. Giger entworfenen Aliens.

Aliens

Seit 1988 erscheinen bei Dark Horse mit großem Erfolg Alien-Comics. Da hier nicht jeder Zeichenstrich mit dem Lizenzgeber abgestimmt werden muss – wie dies bei den ebenfalls bei Dark Horse erscheinenden Star Wars-Comics der Fall ist – arbeiteten auch prominente Comickünstler gerne für die Reihe.

Aliens

Cross Cult präsentiert in der bewährten kleinformatigen Hardcover-Aufmachung vier schwarzweiße Alien-Highlights aus den Neunziger Jahren, die von bekannten Zeichnern und Autoren wie David Lloyd (V wie Vendetta), John Byrne (Superman), Dave Gibbons (Watchmen) und Mike Mignola (Hellboy) stammen.

Aliens

Abgerundet wird der Band durch Texte von Peter Osteried, die sich kurz aber äußerst fundiert mit den Filmen und Comics beschäftigen. Insgesamt macht der Band Appetit auf weitere ähnlich gelungene Comicvarianten zu beliebten Filmen.


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Walt Disney: Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Der 32-jährige Milo Thatch bricht im Jahre 1914 mit einer U-Boot-Expedition zum versunkenen Kontinent Atlantis auf. Doch schon nach kurzer Zeit wird das Unterseeboot „Ulysses“ von einem metallenen Seeungeheuer zerstört und neben Milo hat nur noch ein 8-köpfiges Spezialisten-Team überlebt. Diese bunt zusammengewürfelte Truppe findet tatsächlich den versunkenen aber immer noch bevölkerten Kontinent, verfolgt dabei aber höchst unterschiedliche Interessen.

Walt Disney: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
Nachdem Produzent Don Hahn die Zeichentrick-Musicals „Die Schöne und das Biest“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ fertig gestellt hatte, war ihm der Sinn nach etwas komplett anderem. Er verteilte T-Shirts mit dem Aufdruck „Weniger Songs, mehr Explosionen“ und versuchte sich mit seinem Team an einem Zeichentrickfilm, der die Tradition von Disney-Abenteuerfilm-Klassikern wie „20.000 Meilen unter dem Meer“ oder „Insel am Ende der Welt“ fortsetzen sollte.

Walt Disney: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
Diese Grundüberlegungen sind durchaus interessant und sympathisch, doch dramaturgisch (und leider auch tricktechnisch) haut es diesmal einfach nicht hin. Recht schnell verschwindet das anfangs unter großem Getöse vorgestellte U-Boot aus dem Zentrum der Handlung. Milo muss sich mit viel zu viel Nebencharakteren herumschlagen, die zwar oft für jeweils einen einzigen Gag gut sind, dafür aber den ganzen Film über mitgeschleppt werden müssen.

Walt Disney: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Auch das abschließende Erreichen von Atlantis ist keine wirkliche Überraschung, da der Kontinent bereits am Anfang des Filmes in voller Pracht zu sehen war. Ferner wurde leider nur sehr wenig Gebrauch gemacht von den Entwürfen, die der begnadete Comiczeichner Mike Mignola (“Hellboy„) für den Film in seinem überwiegend aus Schwarzflächen bestehenden Stil geliefert hatte.

Walt Disney: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
Entwurfszeichnung von Mike Mignola

Die Blu-ray-Edition von “ Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ kann zwar in Sachen Bild und Ton voll überzeugen. Leider wurden nur sehr wenige Extras der alten DVD-Special-Edition übernommen. So fehlen etwa der Audiokommentar, die Dokumentationen über die Dreharbeiten und die Bildergalerien.

Walt Disney: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Extras der Blu-ray: Eine eher alberne gefakte „Panne mit dem Stein-Giganten“ (0:35 min); Vier zusätzliche Szenen, darunter der voll animierte „Wikinger-Prolog“ (insgseamt 16:57 min); „Wie spricht man in Atlantis“ mit Marc Okrand dem Erfinder der klingonischen Sprache (2:12 min)

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Frankenstein Underground

Mike Mignola ist zweifelsohne einer der größten lebenden Comiczeichner. Die von ihm gestaltete Batman-Geschichte “Gotham by Gaslight“ etablierte mit den Elseworlds Stories sogar ein eigenes Genre. Mignola ist auch großartig, wenn es darum geht vollkommen neue Figuren zu schaffen. Das wussten auch die Kreativen bei Disney, die sich Mignolas als Designer für den nur bedingt gelungenen Trickfilm “Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ verpflichteten.

Frankenstein Underground

Eine der interessantesten Comic-Figuren überhaupt ist Mignolas Hellboy, doch das volle Potential dieses gefallenen Teufels wurde erst in Guillermo Del Toros Kinofilmen ausgeschöpft. Als Erzähler ist Mignola bestenfalls Mittelmaß. Daher ist es höchst bedauerlich, dass er sich in letzter Zeit darauf beschränkt die Comics aus dem Hellboy-Universum nur noch zu schreiben, aber immerhin auch mit höchst bemerkenswerten Titelbildern zu versehen.

Frankenstein Underground
Frankenstein meets Hellboy

Auch “Frankenstein Underground“ ist ein von Mignola leider nur getextete, konzipierte und mit Entwurfszeichnungen versehender Comic. Es gibt innerhalb der Geschichte lose Verknüpfungen zum Hellboy-Universum. Auf einem Panel ist Frankensteins Monster im Boxkampf mit Hellboy zu sehen, ansonsten halten sich die Bezüge zu anderen Comics von Mignola in Grenzen.Die in “Frankenstein Underground“ erzählte Geschichte ist eine Art Road Movie, das sich auch als Fortsetzung von Mary Shelleys Roman versteht.

Frankenstein Underground

Das Monster verschlägt es nach Mexiko, wo es in eine höllenähnliche Höhlenwelt gerät, die von seltsamen Monstern und Menschen bevölkert wird. Bei letzteren handelt es sich um Überlebende einer Zeppelin-Expedition, die erforschen wollte, ob es innerhalb der Erde noch eine bevölkerte Hohlwelt gibt. Diese nur kurz als Rückblende erzählte tragische Geschichte der Expedition erscheint interessanter als die Erlebnisse der Frankenstein-Kreatur.

Frankenstein Underground
Doch von der Optik her gibt es nicht auszusetzen an diesem zunächst bei Dark Horse in fünf Heften veröffentlichten Comic. Ben Stenbeck hat schon andere von Mignola geschriebenen Comics wie “Baltimore“ in Szene gesetzt. Ihm gelingt es sehr gut dessen reduzierten und sehr viel Schwarzflächen einsetzenden Stil zu imitieren. Mit das interessanteste dieses schön aufgemachten Buchs ist ein Anhang, der durch viele wunderschöne Entwurfszeichnungen verdeutlicht, wie die Zusammenarbeit zwischen Mignola und Stenbeck funktioniert.

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