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Die Geschichte des Marvel-Universums

Der hyperrealistische Comic-Künstler Alex Ross brachte 1994 mit Marvels eine faszinierende Geschichte von Kurt Busiek (Astro City) in großartigen Gemälden zu Papier. Er verknüpfte dabei die Historie der Marvel-Comics mit der tatsächlichen Zeitgeschichte. Zwei Jahre später nahm sich Ross in Kingdom Come im selben Stile die kostümierten Helden aus dem Hause DC vor. Die etwas überambitionierte Geschichte über die Zukunft von Superman, Batman & Co stammte aus der Feder von Mark Waid und erreichte nicht den selben Klassiker-Status wie Marvels.

Die Geschichte des Marvel-Universums

Vielleicht war dies ein Grund für Waid sich in einer sechsteiligen Reihe der Geschichte des Marvel-Universums zu widmen. Dabei holt er sehr weit aus und das erste Kapitel liest sich ein wenig so, als wenn L. Ron Hubbert im Auftrag der Zeugen Jehovas die Geschichte der Schöpfung neu geschrieben hätte: “Materie reicherte sich an und der M’Kraan-Kristall formte den ersten Planeten.“ Seltsam, aber so erzählt es – laut Waid – der große Weltenverschlinger Galactus Franklin Richards, dem Sohn der phantastischen Zwei Mr. Fantastic und der Unsichtbaren.

Die Geschichte des Marvel-Universums

In Szene gesetzt wurde das Marvel-Silmarillion vom Spanier Javier Rodríguez in durchaus faszinierenden Kollagen aus großformatigen Panels, die sich meist über Doppelseiten hinziehen. Noch beeindruckender sind jedoch die von Steve McNiven gezeichneten Wimmelbild-Cover. Der Auftakt der Universums-Geschichte macht einen arg esoterischen Eindruck, doch in einem ausführlichen ansprechend bebilderten Anhang – der alleine schon den Kauf des Bands rechtfertigt – werden die Fakten (mit Marvel-Literaturangaben) für Waids Geschichtsschreibung geliefert.

Die Geschichte des Marvel-Universums

Nicht berücksichtigt wurde hierbei Neil Gaimans Marvel 1602, in dem sich bereits im Elisabethanischen Zeitalter die Superhelden tummelt. Doch bereits am Ende des ersten Kapitels taucht der junge Wolverine aus Origin auf. Von da an entwickelt sich der nur im Prolog und im Epilog Sprechblasen einsetzende Comic zu einer faszinierenden Zeitreise durch die Geschichten und Geschichte des Marvel-Universums.

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Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer

Im Vergleich zu den stargespickten und visuell ambitionierten Filmen des Marvel Cinematic Universe wirkte der 2005 entstandene Kinoauftritt der Fantastic Four reichlich hausbacken (aber nicht so schlimm wie der 10 Jahre später entstandenen Fantastic-Four-Neustart).

Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer

Der etwas behäbig erzählte Film und sein im Gummianzug steckender Ben Grimm schienen eher aus den Siebziger Jahren zu stammen. Doch seltsamerweise war der von Bernd Eichinger mitproduzierte Film so erfolgreich, das schon zwei Jahre später eine Fortsetzung folgte.

Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer

Durch den Gastauftritt des Silver Surfers – eines der interessantesten (Anti-) Helden des Marvel-Universums – kommt die Fortsetzung nicht nur tricktechnisch deutlich interessanter daher. Zwar wirken Ioan Gruffud (Hornblower) als Mr. Fantastic (ganz schlimm seine Tanzszene) und der spätere Captain America Chris Evans als Fackel auch diesmal erschreckend blass in ihren Kostümen, während das durchaus vorhandene Potential von Jessica Alba und des ansonsten äußerst charismatischen Michael Chiklis (The Shield), der nur ganz kurz ohne Gummimaske zu sehen ist, ziemlich verschenkt wird.

Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer

Doch die tragische Figur des einsam durch das Weltall reisenden Silver Surfers ist eine gelungene Animation der Comicfigur. Auch die locker aneinander gefügte Erzählstruktur, die beständig zwischen aktionsreichen, komischen, und menschlich ergreifenden Momenten wechselt, atmet den Geist von Stan Lees und Jack Kirbys in den 60er-Jahren entstandenen Comics.

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Fantastic Four (2005)

Diese Verfilmung der 1961 von Stan Lee und Jack Kirby kreierten Comicserie hat eine sehr lange Produktionsgeschichte. Bernd Eichinger hatte mit Der bewegte Mann, Werner und der ziemlich verunglückten zweiten Prinz Eisenherz-Verfilmung immer auch gerne Comic-Stoffe in die Kinos gebracht. Bereits Anfang der 90er Jahre erwarb er die Rechte an den Fantastic Four auch um sich an den Erfolg von Tim Burtons Batman-Film zu hängen.

Fantastic Four
Fantastic Four 1994

Doch das Projekt kam nicht zustande und Eichinger ließ 1994 von Roger Cormans Produktionsfirma eine Billigversion der Fantastischen Vier drehen, die nur realisiert wurde um nicht die Rechte am Stoff zu verlieren. Obwohl der Film offiziell nie gezeigt wurde, wird er als DVD immer wieder als halblegale Pressung bei ebay angeboten oder ganz offen auf dem Comic Con in San Diego verkauft. Das Filmchen hat durchaus seinen Charme und es hat wirklich schon bedeutend peinlichere Comichelden im Kino gegeben.

Fantastic Four (2005)

1996 bekundete der spätere Harry Potter-Regisseur Chris Columbus Interesse an dem Stoff und das Projekt gewann langsam wieder etwas an Fahrt. Etliche Regisseure und Drehbuchautoren kamen und gingen. Doch 2005 wurde recht schnell Ernst gemacht und Columbus produzierte den Film. Fantastic Four entstand genau wie X-Men aus finanziellen Gründen im preiswerteren Vancouver, das auch hier als Double für New York City diente.

Fantastic Four (2005)

Regie führt Tim Story, der zuvor mit New York Taxi und Barbershop nicht weiter aufgefallen war. Auch bei der Besetzung war eher Schmalhans Küchenmeister. Abgesehen von Jessica Alba (die auch in der Comicverfilmung Sin City dabei ist) und Michael Chiklis aus der TV-Serie The Shield agierten mit Ioan Gruffud (Hornblower) und dem späteren Captain America Darsteller Chris Evans eher unbekannte Darsteller.

Fantastic Four (2005)

Das Resultat war seinerzeit das bisher schwächste Glied der nicht abreißen wollenden Kette von Filmen um Superhelden aus dem Hause Marvel, wurde aber noch unterboten von dem 10 Jahre später entstandenen Fantastic-Four-Neustart. Lust- und Kraftlos hangelt sich der Film durch eine geringfügig modernisierte Version der Fantastic Four-Entstehungsgeschichte. Bei einer Raumexpedition bekommen das Superhirn Reed Richards, der bullige Ben Grimm, der flapsige Johnny Storm und seine Schwester Susan Superkräfte, die den Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft entsprechen.

Fantastic Four (2005)

Gleichzeitig verwandelt sich (und das ist neu gegenüber der Comicvorlage, war aber ähnlich schon im Film von 1994 zu sehen) der skrupellose Victor Von Doom in den noch skrupelloseren Doctor Doom, dessen menschliches Gesicht in den Comics immer hinter einer Maske verborgen war. Absolut passend zu den trashigen Tricks, den flauen Gags und den gelangweilten Darstellern ist Ben Grimms Gummikostüm, das er trägt wenn er zum orangefarbenen Ding wird und auch sehr gut in die Billigproduktion von 1994 gepasst hätte. Wider Erwarten war Fantastic Four so erfolgreich, das schon zwei Jahre später eine Fortsetzung folgte.

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Fantastic Four (2015)

1994 ließ sich Bernd Eichinger von Roger Cormans Produktionsfirma einen ganz billigen Film mit den Fantastic Four drehen, der nicht im Kino gezeigt sondern nur realisiert wurde, damit Constantin Film nicht die Rechte am den Marvel-Superhelden zu verliert. Fast möchte man glauben, diese Geschichte hätte sich 2015 wiederholt, denn selbst neben den nicht sonderlich beeindruckenden Constantin Filmen mit dem Marvel-Helden von 2005 und 2007 sieht die neue Kinoversion der Fantastic Four ganz schön alt aus.

Fantastic Four

Dies liegt nicht an der Besetzung und am Konzept des Films, das sich allerlei Freiheiten mit der Comic-Vorlage nimmt. Die mit sehr jungen Darstellern besetzten Reed Richards (Miles Teller aus Whiplash), Susan Storm (Kate Mara aus House of Cards), Johnny Storm (Michael B. Jordan spielte den Sohn von Rocky Balboas Gegner Apollo Creed in Creed), Ben Grimm (Jamie Bell, der Hauptdarsteller aus Billy Elliott, sammelte schon bei Spielbergs Tim und Struppi Erfahrungen mit computeranimierten Charakteren) und Victor von Doom (Toby Kebbel spielte auch in Ben Hur den Schurken) werden nicht durch eine Raum-Expedition, sondern durch ein Teleportations-Experiment zum elastischen Mr. Fantastic, zur unsichtbaren Frau, zur menschlichen Fackel, zum klobigen Ding und zum finsteren Dr. Doom.

Fantastic Four

Der Film beginnt damit in schleppendem Tempo und im Look einer durchschnittlich budgetierten TV-Serie aus der Kindheit von Reed Richards und Ben Grimm zu erzählen. Die Bilder bleiben blass und verwaschen, die Geschichte vorhersehbar und den ansonsten talentierten Darstellern wird keine Gelegenheit gegeben ihren Figuren Leben einzuhauchen. Spezialeffekte finden gelegentlich statt, beeindrucken aber – trotz eines Budgets von 120 Millionen Dollar – kein einziges Mal. Schlimmer ist jedoch, dass es Fantastic Four ganz im Gegensatz zu den Filmen aus dem Marvel Cinematic Universe völlig an Spannung, Humor, Leichtigkeit – und daher natürlich auch an einem gewaltigen Erfolg an der Kinokasse – mangelt.

Fantastic Four

Die DVD von Constantin Film enthält neben dem 97-minütigen Hauptfilm. Noch ein 9-minütiges Making Of in deutscher Sprache, sowie Berichte zu den Superkräften der Fantastic Four (18:48 min, wie alle übrigen Extras in englischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln), den Quanten Portalen (10:23 min), Planet Zero (7:58 min) und der Filmmusik von Marco Beltrami und Philipp Glass (4:51 min), sowie den deutschen Trailer (2:27 min) und den Original-Trailer (2:26 min)

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