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Muhammad Ali

Muhammad Ali stand bereits im Zentrum eines spektakulären Comics von Neal Adams, in dem er gegen Superman kämpfte und natürlich gewann. Auch die von Sybille Titeux gezeichnete und von Amazing Améziane geschriebene Comic-Biographie beschäftigt sich mit Alis außergewöhnlichen Fähigkeiten als Boxer.

Muhammad Ali

Auf mehreren Seiten werden seine legendären Kämpfe gegen George Foreman (“Rumble in the Jungle“) und Joe Frazier (“A Thrilla in Manila“) mitreißend in Szene gesetzt. Nicht ausgespart wird aber auch der Psychoterror, den Ali vor den Fights gegen seine Gegner anwendete (und für den er sich später bei Frazier entschuldigte).

Muhammad Ali

Doch in erster Linie handelt die Comic-Biographie von einem hochpolitischen Menschen, der auch außerhalb des Rings kämpfte. Als Muhammad Ali, der 1967 bereits Olympia-Sieger und Weltmeister im Schwergewicht war, zum Wehrdienst eingezogen werden sollte, sagte er den bemerkenswerten Satz: „Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Vietkong, kein einziger Vietkong hat mich je als Nigger beschimpft.“ Als er sich weigerte in der US-Army zu dienen, wurde ihm sein Titel aberkannt und erst 1970 erlaubte ihm der Oberste Gerichtshof der USA wieder zu boxen.

Muhammad Ali

Als er noch Cassius Clay hieß, aber bereits ein bekannter Boxer war, wurde Ali in seinem Heimatort Louisville in einem Restaurant wegen seiner Hautfarbe nicht bedient. Daraufhin schrieb er “Nigger“ auf seine Olympische Goldmedaille und warf diese in den Ohio River. Dieser Moment wird in der ansonsten farbig bibilderten Biographie auf einer beeindruckenden schwarzweißen Seite mit einem an Frank Millers Comic-Klassiker “Sin City“ erinnernden Layout in Szene gesetzt.

Muhammad Ali

Der Comic widmet sich auch Alis Freundschaft zu Malcolm X und seiner nicht unkomplizierten Beziehung zur “Nation of Islam“. Ohne dass es den Lesefluss bremst, werden Biographien von Zeitgenossen und Informationen über historische Ereignisse in die Erzählung mit eingeflochten. Dadurch bietet das Buch nicht nur reichlich Stoff zum Lesen, sondern auch zum Nachdenken.

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Superman vs. Muhammad Ali

Der Boxpromoter Don King setzte Muhammad Ali bereits bei dessen Kämpfen gegen George Foreman in Zaire (Rumble in the Jungle) und Joe Frazier auf den Philippinen (Thrilla in Manila) bestens in Szene. Als er vom Erfolg eines großformatigen Comics erfuhr in dem DCs Superman gegen Marvels Spider-Man antrat (bevor beide gemeinsam die Schurken Lex Luthor und Doctor Octopus bekämpften), kam er auf die Idee Ali gegen den Stählernen in den Ring zu schicken.

Superman vs. Muhammad Ali
Cover der Panini-Ausgabe

Bei DC rannte King mit dieser Idee offene Türen ein, zumal Superman in Comicheften bereits Präsident Kennedy oder Jerry Lewis getroffen hatte und gegen den Wrestler Antonino Rocca angetreten war. Auch Muhammad Ali war begeistert und – bescheiden wie er ist – stellte er die Bedingung, dass er er in der Comic-Geschichte nur mitwirkt, wenn er Superman besiegen würde. Die Aufgabe aus dieser eher hirnrissigen Grundidee einen packenden Comic zu machen landete beim Team Denny O’ Neil und Neal Adams, denen es Anfang der Siebziger Jahre gelang soziale Botschaften in ihre Geschichten um Green Lantern und Green Arrow zu packen.

Superman vs. Muhammad Ali

Dem Autoren O’ Neil, der nach einer Weile als Texter vom Zeichner Adams abgelöst wurde, gelang das Wunder eine erstaunlich unblöde spannende Geschichte zu erzählen. Diese handelte nicht nur von einem Boxkampf zwischen Ali und Superman vor dem Hintergrund einer außerirdischen Bedrohung, sondern spielte ganz offensichtlich in einer Welt in der die Gleichberechtigung aller Menschen noch lange nicht vollzogen ist.

Superman vs. Muhammad Ali

Den “Realismus“ der Geschichte unterstrich ein sich über Vorder- und Rückseite ziehendes monumentales Cover, das Ali und Superman bei ihrem Boxkampf vor einem höchst prominenten Publikum zeigte. Rund um den Ring verteilt waren als Zuschauer neben DC-Charakteren und Comiczeichnern auch Promis wie Andy Warhol, Woody Allen oder Frank Sinatra zu sehen, deren Zustimmung von DC einzeln eingeholt werden musste.

Superman vs. Muhammad Ali
Neal Adams

Ehapa brachte den Band bereits 1978 heraus. Die Kolorierung war damals nicht besonders und auch die Reproduktion der Seiten ließ zu wünschen übrig. Panini legt diesen wahrhaft monumentalen Comic als großformatige Hardcover-Edition zum fairen Preis vor. Im Gegensatz zur US-Ausgabe (dort gibt es Bonusmaterial nur im Anhang einer kleinformatigen Edition) enthält der unter der Aufsicht von Neal Adams überarbeitete und neukolorierte Band auch noch einige Seiten mit Skizzen. Neal Adams hält Superman vs. Muhammad Ali für den besten Comic aller Zeiten, ein Stück sehr lebendige Comic-Geschichte ist er auf alle Fälle.

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