Schlagwort-Archive: Neil Gaiman

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels II

2005 veröffentlichten die Bild-Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeitgleich die 12-bändige Bild-Comic-Bibliothek und die 20-bändigen Reihe Klassiker der Comic-Literatur – Ausgewählt vom F. A. Z. – Feuilleton. Obwohl hier populäre Titel wie Asterix, Donald Duck, Lucky Luke oder Superman vertreten waren, blieb ein nachhaltiger Erfolg aus.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels II

Die sechs Jahre später erschienene zehnbändige Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels hingegen verkaufte sich so gut, dass sie bereits ein Jahr fortgeführt wurde. 2012 wurden nicht alle zehn Bände gleichzeitig angeboten. Zunächst erschienen fünf Titel, die mit 17 x 25 cm das selbe Format wie die Comics der ersten Edition hatten, und die restlichen Graphic Novel wurden einen Monat später im größeren Format von 22 x 30 cm veröffentlicht.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels II

Nachdem er bereits 2011 mit Cash – I see a darkness in der ersten Bibliothek vertreten war, eröffnet Reinhard Kleist mit Castro den zweiten SZ-Reigen.  Auch hierbei handelt es sich um eine Comicbiografie. Kleist erzählt vom Fotoreporter Karl Mertens, der Ende der 50er-Jahre nach Kuba kam, um Fidel Castro zu interviewen. Dort verfiel er nicht nur dem Charisma des Revolutionsführers, sondern verliebte sich auch in dessen Mitkämpferin Lara.

Reinhard Kleist: Castro

Dass Mertens ignoriert in seiner blauäugigen Castro-Treue die Spätfolgen der Revolution, wie das Ausschalten von alten Kämpfern. Dies entzweit ihn von Lara, die schließlich nach Miami flüchtet. Dadurch, dass “Castro“ nicht nur von Fidel sondern auch von Mertens und Lara erzählt, entstand eine sehr vielschichtige und alles andere als unkritische Biografie der kubanischen Revolution.

Sandman

1988 reaktivierte der britische Autor Neil Gaiman eine DC-alte Serie namens Sandman. Von wechselnden Zeichnern gestaltet, erzählte er von den Ewigen, einer siebenköpfigen Geschwisterschar, die mächtiger als alle Götter sind, da sie bereits seit Beginn des Universums existieren. Die SZ veröffentlichte nicht den Auftakt der Serie, sondern die Storyline Die Zeit des Nebels. Durch seine schwülstigen Texte und komplizierte Erzählstrukturen macht es Gaiman den Lesern nicht leicht. Er hat sich jedoch eine treue Fan-Gemeinde erarbeitet und ist fast nur noch im Bereich der nicht bebilderten Literatur tätig.

Gott höchstselbst

Die Comics von Marc-Antoine Mathieu begeistern durch ungewöhnliche Ideen, vor allem seine Geschichten mit dem kleinen Angestellten Julius Corentin. In Gott höchstselbst erzählt Mathieu davon, was passieren würde, wenn Gott plötzlich auf die Erde käme. Mathieus Gott ist nur nahezu perfekt, er trägt einen Ohrhörer und jemand gibt ihm möglicherweise Anweisungen. Konsequent wie er ist, vermeidet es Mathieu das Antlitz Gottes darzustellen, was weniger aus religiöser Pietät geschah, sondern damit zusammenhängt, dass dessen Verteidiger Anklage gegen die Welt wegen “visueller Belästigung“ erhoben haben und Gottes Gesicht gesetzlich schützten.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels II

Keiji Nakazawa war am 6. August 1945 sechs Jahre alt und hat den Abwurf der Atombombe über Hiroshima überlebt. Als zwanzig Jahre später seine Mutter an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung starb, beschloss Nakazawa seine Erlebnisse vor und nach dem Bombenabwurf zu Papier zu bringen. Er schrieb und zeichnete er den 900-seitigen autobiographischen Manga-Meilenstein Barfuss durch Hiroshima, von dem in der Ausgabe der SZ-Edition leider nur die ersten beiden von insgesamt vier Kapiteln enthalten sind.

Logicomix

Im Zentrum von Logicomix steht ein, am Tag als England Deutschland den Krieg erklärte gehaltener, Vortrag über die “Rolle der Logik im menschlichen Verhalten“. Der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell kam dabei als Logiker zu der Überzeugung, dass er seine pazistische Überzeugung angesichts der Bedrohung Europas durch Hitler nicht aufrechterhalten kann. Logicomix beschäftigt sich mit dem faszinierenden Leben von Russell, doch leider auch erschreckend umfangreich mit den großen Mühen, die die beiden griechischen Autoren auf sich nahmen, um diesen Comic zu vollenden. Da auf dem Cover der SZ-Edition die Namen der Zeichner Alecos Papadatos und Annie Di Donna fehlen, lassen wir hier zum Ausgleich unerwähnt, wer Logicomix geschrieben hat.

Robert Crumbs Genesis

Wer von Robert Crumbs Genesis erwartet, dass sich der Underground-Guru über die ersten 50 Kapitel der Bibel lustig macht, dürfte ganz schön überrascht werden. Auch wenn Crumb nur sehr gelegentlich die für ihn typischen ziemlich nackten Vollweiber zeichnet, besteht kein Grund zur Enttäuschung. Im Vorwort des von der SZ im Großformat veröffentlichten Buchs erklärt Crumb, dass er den “Originaltext der Bibel nach besten Wissen und Gewissen wortgetreu wiedergegeben“ hat und versuchte die “verschlungene Ambivalenz“ des Originaltextes zu belassen. Zu diesem Ansatz passt der klare Zeichenstil Crumbs, der heute gar nicht mehr wie “Underground“ wirkt, sondern schon fast altmeisterlich.

Posy Simmonds: Gemma Bovery

Posy Simmonds Gemma Bovery erschien genau wie ihr danach entstandenen Comic Tamara Drewe, der von Stephen Frears erfolgreich als Immer Drama um Tamara verfilmt wurde, zuerst als Fortsetzungsserie in der englischen Zeitung The Guardian. In beiden Comics verbindet Simmonds die amourösen Irrwege ihrer Charaktere – bei Gemma Bovery sind es Briten, die in Landhäusern in der Normandie leben – mit Motiven aus der Welt der Literatur.

Posy Simmonds: Gemma Bovery

Die auch als Kinderbuch-Illustratorin tätige Engländerin hat für ihre sich an eine erwachsene Leserschaft richtenden Geschichten einen interessanten Stil gefunden. Sie verknüpft Comicelemente mit Prosatexten und Tagebucheintragungen. Jede Seite erzählt ein in sich abgeschlossenes Kapitel und macht gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte, was ideal für eine Veröffentlichung als Fortsetzungsserie ist, aber auch zur Binge-Lektüre verleitet.

Daniel Clowes: Wilson

Wilson ist eine Graphic Novel von Daniel Clowes, dessen Ghost World mit Steve Buscemi und der jungen Scarlett Johansson recht kultig verfilmt wurde. Zunächst sieht es so aus, als handele es sich um eine Sammlung mit in verschiedenen Stilen gezeichneten Gag-Einseiter, die um einen “Angeber ohne Selbstwahrnehmung“ (Clowes über Wilson) kreisen. Doch langsam aber sicher setzen sich experimentierfreudig gestalteten Einzelseite zu etwas Größerem zusammen. Clowes gelingt das Kunststück eine Ansammlung von für sich betrachtet recht komischen Gags zu einer mitreißenden fast schon epischen Geschichte mit tragischen Untertönen zusammenzufügen.

Manuele Fior: Fünftausend Kilometer in der Sekunde

Bei Manuele Fiors Fräulein Else handelt es sich um eine Adaption von Arthur Schnitzlers 1924 entstandener Novelle. Hierin geht es um eine junge Frau, die sich in einem italienischen Kurort aufhält und sich dort einem älteren Herren nackt zeigen soll, um ihrem Vater einen Kredit zu ermöglichen. Fräulein Else gerät dadurch in ein massives moralisches Dilemma. Fior setzt die Geschichte in stimmungsvolle Aquarellbilder in Szene und garniert diese mit Klimt-Zitaten. Manuele Fiors im Anschluss daran entstandener Comic Fünftausend Kilometer in der Sekunde wurde auf dem Comic Festival in Angoulême zum besten Album gekürt.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels II

Ein neues Land stammt von Shaun Tan, als der Sohn von japanischen und irisch-englischen Einwanderern in Australien lebt. Sein Comic beginnt damit, dass ein Mann schweren Herzens ein Auswandererschiff besteigt. Da bedrohliche Schatten über seiner Heimat schweben, nimmt er die beschwerliche Reise auf sich. Es dauert sehr lange bis der Mann die Schönheit seiner neuen Heimat zu schätzen weiß.

Shaun Tan: Ein neues Land

Shaun Tan kommt bei Ein neues Land ganz ohne (lesbare) Worte aus und erzählt seine Geschichte durch an alte leicht vergilbte Schwarzweiß-Fotos erinnernde Bilder. Das Werk verblüfft durch den Hyperrealismus der Zeichnungen, aber auch durch surrealistische Verfremdungseffekte. Tan gelang ein auf vielen Ebenen faszinierendes Meisterwerk.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels 3

Auch die zweite Comic-Edition der SZ bestand wieder aus einer interessanten und abwechslungsreichen Auswahl an lesenswerten Comics aus aller Welt. Die Verkaufszahlungen waren auch diesmal so erfreulich, dass ein Jahr später die Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels III folgte, aber nur aus acht Bänden bestand. Die Auswahl war durchwachsener als bei den vorherigen Editionen. Es waren mit From Hell, Stadt aus Glas und Die Sache mit Sorge lediglich drei wirklich gute Graphic Novels und mit  Vallat und Scarface zwei sehr schwache Comics enthalten. Dass mit „Verbrechen“ also „Crime“ ein gemeinsames Thema gewählt wurde, war keine gute Idee, denn gute Graphic Novels lassen sich nur selten einem Genre zuordnen. Wie dem auch sein, bis heute wurde die Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels leider nicht fortgeführt.

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Reddition # 73//4: Comics & Musik

Die neuste Ausgabe der „Zeitschrift für Graphische Literatur“ ist eine 100-seitige Doppelnummer, deren Konzept sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Das Cover zeigt ein großartiges Jimmy-Hendrix-Gemälde von Timo Wuerz (Black Metal) und die ersten 75% der Reddition beschäftigen sich in Form von 16 Artikeln mit “Rock, Metal und Pop“ im Comic.

Reddition # 73//4: Comics & Musik

Dabei geht es natürlich um das schier unerschöpfliche Thema “Beatles und Comics“. Ebenfalls auf sechs Seiten wird Reinhard Kleist gewürdigt, der sich aktuell mit David Bowie beschäftigt und zuvor Comics zu Nick Cave, Johnny Cash und Elvis schuf.

Reinhard Kleist: Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Die Redditon würdigt außerdem comic-affine Künstler wie Bill Sienkiewicz, Frank Margerin, Jamie Delano, Hervé Bourhis oder Ingo Römling und natürlich die Band Kiss. Peter Osteried beschäftigt sich mit dem kurzlebigen Label Marvel Music, in dem sich 1994 die Comic-Größen Neil Gaiman und Dave McKean an Musikern wie Alice Cooper, Bob Marley oder den Stones versuchten.

Reddition # 73//4: Comics & Musik

Wer die Reddition umdreht, hält quasi ein zweites Heft mit einem Cover von Serge Clerc in den Händen. Dieses beschäftigt sich mit Comics zu “Jazz, Soul & Hip-Hop“. Hierin geht es u. a. um die großartigen jazzigen Soundtracks, die Vince Guaraldi für die Peanuts-TV-Serie schuf und natürlich um “Robert Crumb & Die Musik“. Hinzu kommen noch fünf Seiten mit LP-Covern von Comickünstlern wie Morris, Bernie Wrightson, Milo Manara, Peter Puck oder Hugo Pratt, die das gelungene Themenheft perfekt abrunden.

Zu bestellen unter: www.reddition.de

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Neil Gaiman: Nur wieder das Ende der Welt

Mit Eine Studie in Smaragdgrün und Mögliche Geschichten startete der Dantes Verlag seine in den USA bei Dark Horse erschienene Neil Gaiman Bibliothek. Beide Bände enthielten Adaptionen von Prosa-Geschichten und die Comics entstanden ganz ohne Beteiligung von Gaiman. Dies ist bei der im dritten Band enthaltenen Comic-Geschichte nicht der Fall. Only the End of the World Again debütierte 1998 in den Heften 6 bis 8 der Reihe Ōni Double Feature. Zwei Jahre später folgte eine 48-seitige Gesamtausgabe, ebenfalls in Schwarzweiß.

Neil Gaiman Bibliothek
©2020 Dantes Verlag und Neil Gaiman; Illu. Mark Buckingham

Die Story versteht sich als Tribut an den Science-Fiction- und Fantasy-Autor Autor Roger Zelazny (Die Chroniken von Amber). Doch die Geschichte ist schon durch den Handlungsort – der fiktiven Stadt Innsmouth in Massachusetts – eindeutig im Cthulhu-Universum von H. P. Lovecraft angesiedelt. Hauptfigur ist der Versicherungs-Sachbearbeiter Lawrence Talbot. Da so auch die von Lon Chaney Jr. verkörperte Hauptfigur des Universal-Monsters-Klassiker The Wolfsman heißt, dürfte klar sein, in was sich Talbot regelmäßig verwandelt…

Neil Gaiman: Nur wieder das Ende der Welt
©2020 Dantes Verlag und Neil Gaiman; Szen. Neil Gaiman/Mark Buckingham; Illu. Mark Buckingham

Anscheinend dienten dem Comic einige Ideen von Gaiman als Grundlage, die der auch als Zeichner bekannte P. Craig Russell zu einer Geschichte zusammenfügte. Diese wiederum brachte dann der Kanadier Troy Nixey zu Papier. Für die dritte Ausgabe derselben Geschichte spendierte Dark Horse noch eine Kolorierung von Matthew Hollingsworth und streckte das Ganze noch durch ein schön zusammengestelltes Skizzenbuch.

Neil Gaiman: Nur wieder das Ende der Welt

Nur wieder das Ende der Welt ist nicht mehr – aber auch nicht weniger! – als ein angenehm morbider Ausflug in eine vertraut wirkende Gruselwelt und somit das Comic-Gegenstück zu einem liebevoll in Szene gesetzten B-Picture. Genau wie die ebenfalls bei Dantes erschienene Veröffentlichung von Alan Moores Serie Cinema Purgatorio gibt es auch bei den Bänden der Neil Gaiman Bibliothek einem umfangreichen Anhang mit interessanten Hintergrundinfos des Übersetzers Jens R. Nielsen.

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„Omaha“ the Cat Dancer 3

Omaha hat ihrem Freund Chuck verschwiegen, dass sie verheiratet ist. Als sie es ihm es schließlich gesteht, fühlt sich Chuck betrogen und beendet die zuvor sehr glückliche Beziehung. Omaha verlässt Mipple City und färbt sich die Haare blond. In Lawrenceville findet sie Arbeit als Tänzerin in einem Strip Club und neue Freunde. Dennoch muss sie weiterhin an Chuck denken…

„Omaha“ the Cat Dancer 3

Das klingt nicht nach einem Comic, der zeitweise wegen angeblich pornografischer Inhalte indiziert wurde. Bemerkenswert an Omaha ist, wie menschlich die Hauptfiguren wirken, obwohl sie über Tierköpfe und Schwänze verfügen. Rund um Omaha und Chuck hat sich ein Ensemble sympathischer Charaktere versammelt, deren Probleme dem Leser keineswegs kalt lassen.

„Omaha“ the Cat Dancer 3

Doch zurück zur Pornografie. Tatsächlich geht es in den Geschichten von Kate Worley und Reed Waller manchmal ganz schön zur Sache. Wenn die Figuren Sex miteinander haben, wird dies als integraler Teil der Handlung sehr deutlich aber nie selbstzweckhaft gezeigt.

„Omaha“ the Cat Dancer 3

Neil Gaiman (Sandman) bringt es in seinem Vorwort zum dritten Band der Omaha-Gesamtausgabe von Schreiber & Leser sehr gut auf den Punkt: “Das Ganze hat so viel Charme, dass ich mich frage, wo Sex und Erotik in all den anderen Kulturprodukten geblieben sind, die man so sieht, hört und liest.“

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Fables

Schneeweißchen ist nicht nur eine anbetungswürdige Schönheit, sie kann zuweilen auch eine gnadenlose Zicke sein. Und in Rosenrot, dem lebenslustigen Party-Girl, steckt mindestens eine Femme Fatal, wenn nicht sogar eine falsche Schlange. Der Große Böse Wolf wiederum ist zwar noch der schlaue, lebensgestählte Einzelgänger, ansonsten jedoch der Sheriff von Fabletown, der Gemeinschaft der Märchenwesen, die im modernen New York eingebettet ist.

Fables

Der Autor Bill Willingham breitete ab 2002 in Fables einen wundersamen Kosmos vor uns aus, mit alten und neuen Märchenfiguren, die vor der Eroberung ihrer Welten als letzte Zuflucht in unsere flüchten mussten.

Fables

Es sind Fabeln in einer phantastischen und doch bekannten Umgebung, da Willingham uns an Mythen teilhaben lässt, an denen wir uns schon seit Menschenaltern reiben. Ihm gelingt spielerisch und trotzdem mit großer Intensität eine Kunst, der er sich bereits im Titel verschrieb und der wir nur zu gerne erliegen – dem Fabulieren.

Fables

In diesem ersten Sammelband Legenden im Exil sind es die meisterhaften Zeichnungen von Lan Medina (Aria: Uses of Enchantment), welche die bezaubernde Vorlage zum Leben erwecken. Ein Mord ist geschehen, innerhalb der Gemeinde, und der Große Böse Wolf muss beweisen, was für ein Schnüffelpotential in ihm steckt. Wir lernen die wichtigsten Charaktere mit ihren Schrullen und Lebensumständen kennen und versinken in einer spannenden, humorvollen und köstlich erzählten Geschichte.

Fables

Wie bei Farm der Tiere, die Titelanspielung auf Georg Orwell bereits verkündet, spielt der zweite Band von Fables auf der Farm, neben Fabletown der wichtigste Zufluchtsort der Märchengemeinde, auf der die Wesen mit nichtmenschlichem Aussehen leben. Ging es im ersten Band um einen vorgetäuschten Mord, startet der vorliegende gleich mit einer Revolution, einem Aufstand innerhalb der Gemeinde.

Fables

Viele Märchenwesen, etwa die Drei Kleinen Schweinchen, sind erwachsen geworden und beileibe niemand würde sie noch als drollig und vergnügt bezeichnen. Sie lehnen sich gegen eine scheinbare Unterdrückung auf, und nicht nur rhetorisch, sondern auch durchaus tödlich.

Fables

Wenn am Ende Gericht gehalten wird und zwei der Kleinen Schweinchen als Rädelsführer der Revolte vom Henker geköpft werden, weicht der Autor Willingham weit vom Resümee Orwells ab, dem es mit seiner Fabel um die nur leicht verhüllte Darstellung der Realität ging. Siebzig Jahre später erleben wir ein Happy End, das aber auch seinen Blutzoll fordert.

Fables

Der Vergleich mit Neil Gaimans Sandman musste bereits herhalten, um der Dimension von Fables gerecht zu werden. Aber so unterschiedlich beide Welten sind, eint sie eine außergewöhnliche Herangehensweise an die Legenden und Fabeln, die wir uns schon seit Jahrhunderten erzählen.

Unbedingt lesen!

Rainer Schneider

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Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Die Besucher des über einem Londoner Plattenladen gelegenen Diogenes Club sind alles andere als vornehme Gentlemen. Oft schon etwas angetrunken, tauschen sie gerne Geschichten aus, die zwar bizarr sind, sich vielleicht aber auch tatsächlich zugetragen haben. So geht es etwa um eine seltsame Geschlechtskrankheit oder ein Fotomodell, das in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Magazinen zu sehen war, aber kein bißchen gealtert ist…

Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Basierend auf Neil Gaimans Geschichten Foreign Parts, Feeders and Eaters, Looking for the Girl und Closing Time entstand 2016 die von skyARTS produzierte Serie Likely Stories, die nicht über die aus vier Episoden bestehende erste Staffel hinauskam. Zwei Jahre später erschien bei Dark Horse ein Comic, in dem Adaptionen der selben vier Short Stories enthalten sind.

Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Bei uns wurde diese Collection beim Dantes Verlag unter dem Titel Mögliche Geschichten als zweiter Band der Neil Gaiman Bibliothek veröffentlicht wurde. Genau Eine Studie in Smaragdgrün, der Eröffnungsband der Reihe, entstand auch Mögliche Geschichten ganz ohne Beteiligung von Gaiman.

Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Mark Buckingham (Fables) hat die vier durch eine Rahmenhandlung verbundenen Geschichten nicht nur gezeichnet, sondern auch adaptiert. Dabei hat einen verdammt guten Job gemacht. Der Brite Buckingham ist eine Art Gaiman-Veteran, denn seit 1987 illustrierte er zahlreiche Texte und Comics, wie Beiträge zur Serie Sandman, des mittlerweile in nahezu allen Medien tätigen Autors.

Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Buckingham arbeitet bei Mögliche Geschichten oft mit kleinformatigen aber detailreichen Panels und versucht so viel Gaiman-Prosa wie möglich in den Comic einfließen zu lassen. Das klappt erstaunlich gut, wobei die wohlüberlegte Kombination aus Gaiman-Texten und virtuosen Buckingham-Illustrationen erstaunlich gut darüber hinwegtröstet, dass manche Story eher seltsam als pointiert ist.

Neil Gaiman: Mögliche Geschichten

Genau wie die ebenfalls bei Dantes erschienene Veröffentlichung von Alan Moores Serie Cinema Purgatorio gibt es auch bei Möglichen Geschichten einen umfangreichen Anhang mit interessanten Hintergrundinfos des Übersetzers Jens R. Nielsen. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch noch Mark Buckinghams ebenfalls im Buch enthaltende mit Randnotizen versehenen sehr ausdrucksstarken Entwurfszeichnungen.

Neil Gaiman Bibliothek

Als nächste Beiträge zur Neil Gaiman Bibliothek erscheinen Nur wieder das Ende der Welt (Co-Autor: P. Craig Russell) sowie Das Susan-Problem und andere Geschichten.

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Eine Studie in Smaragdgrün

2003 erschien in den USA die Anthologie Shadows Over Baker Street: New Tales of Terror. Die deutsche Veröffentlichung erfolgte zwei Jahre später unter dem Titel Sherlock Holmes – Schatten über Baker Street.

Eine Studie in Smaragdgrün

In dem Buch ließen achtzehn Autoren, wie Brian Stableford oder Elizabeth Beat, ihre Fantasie spielen und konfrontierten den britischen Meisterdetektiv Sherlock Holmes mit den Prophezeiungen des wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred oder dem Tentakelgott Cthulhu, also den finsteren Welten des US-amerikanischen Pulp-Autoren H. P.  Lovecraft.

Eine Studie in Smaragdgrün

Den Kurzgeschichten-Reigen eröffnete Neil Gaiman, der sich mit Romanen wie American Gods und mit der Reihe Sandman sowohl im Literaturbetrieb, als auch in der Comicbranche einen guten Namen gemacht hat. Da lag es natürlich nahe aus Gaimans Prosa-Erzählung Eine Studie in Smaragdgrün aeinen Comic zu machen.

Eine Studie in Smaragdgrün

Die Adaption der Geschichte erledigte der in Brasilien geborene Zeichner Rafael Albuquerque (American Vampire, Huck, Prodigy) gemeinsam mit Rafael Scavone, mit dem er danach auch bei Hit Girl in Rom zusammengearbeitete. Für eine plastische Kolorierung der Zeichnungen von Albuquerque sorgte Dave Stewart, der auch zahlreiche Titelbilder zu The Walking Dead koloriert hat.

Eine Studie in Smaragdgrün

2018 erschien der Comic A Study in Emerald bei Dark Horse. Die im viktorianischen England ihr Unwesen treibenden skurrilen Lovecraft-Kreaturen sind optisch ein Augenschmaus. Gaimans Geschichte hingegen richtet sich an Leser, die sich so gut in der Welt von Sherlock Holmes auskennen, dass sie in der Lage sind, sich über kleine Unstimmigkeiten in der Erzählung zu wundern und die alles auf den Kopf stellende finale Pointe zu verstehen.

Eine Studie in Smaragdgrün

Dankenswerterweise hat der Dantes Verlag seine schöne Hardcover-Edition von Eine Studie in Smaragdgrün herausgebracht. Genau wie die im selben Verlag erschienene Veröffentlichung von Alan Moores Cinema Purgatorio wurde diese mit einem umfangreichen Anhang mit interessanten Hintergrundinfos des Übersetzers Jens R. Nielsen garniert. Dadurch hat jeder Leser die Chance Gaimans Erzählung folgen zu können. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch noch, die ebenfalls im Buch enthaltende schöne Zusammenstellung von Rafael Albuquerques Entwurfszeichnungen.

Mögliche Geschichten

Als zweiter Band der Neil Gaiman Bibliothek ist Mark Buckinghams Mögliche Geschichten erschienen.

Neil Gaiman Bibliothek

Es folgen Nur wieder das Ende der Welt (Co-Autor: P. Craig Russell) sowie Das Susan-Problem und andere Geschichten .

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Lucifer

Neil Gaiman ließ den gefallenen Engel Lucifer Morningstar bereits 1989 in seinem Comic-Klassiker Sandman auftreten. Als diese Figur fast drei Jahrzehnte später im Zentrum einer TV-Serie stand, wurde Gaimans Name erst ab der dritten Staffel im Vorspann genannt. Als Entschädigung durfte der britische Autor in der Episode Once Upon A Time die Stimme von Gott einsprechen.

Lucifer

Doch ansonsten nutzt Lucifer Gaimans mythologische Vorgaben nur am Rande. Die Serie ist eine muntere Mischung aus Crime, Comedy, Drama und Love Story. Produzent ist Tom Kapinos, von dem bereits die Serie Californication stammte. Lucifer zeigt den in Los Angeles einen Nachtclub betreibenden Höllenfürsten als jemanden, der – genau wie David Duchovny als Hank Moody in Californication – kein Problem damit hat, alles was ihm gerade durch den Kopf geht offen auszusprechen.

Lucifer

Diese Ungeniertheit, die Lucifer auch bei seiner Tätigkeit als Berater der Polizei von Los Angeles einsetzt, erinnert an Simon Bakers Auftreten als Mentalist Patrick Lane. Doch wie in Lucifer der allwöchentliche, manchmal durchaus spannende, Kriminalfall ganz selbstverständlich mit den Problemen einiger auf der Erde lebenden Engeln und Dämonen verknüpft, ist einzigartig.

Lucifer

Die Hauptattraktion der Serie ist jedoch zweifelsohne der Waliser Tom Ellis, der sich als Lucifer nicht nur – oft ziemlich arrogant – über die Menschheit lustig macht, sondern in einem noch sehr viel stärkeren Maße über den American Way of Life ablästert. Doch bei der Zusammenarbeit mit der Polizistin Cloe Decker (Lauren German), die er liebevoll auch privat mit “Detective“ anspricht, entwickelt Lucifer Gefühle, die ihm – nach einem ausgefüllten Single-Leben seit Beginn der Zeit – völlig fremd sind,

Lucifer

Rund um die sich langsam mit vielen Rückschlägen, Enttäuschungen und Enthüllungen entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Lucifer und seinem Detective, spielen sich weitere nicht minder mitreißende Dramen ab. Zu den vielen schillernden Nebencharakteren gehört Lesley-Ann Brandt als Mazikeen alias Maze, die als wehrhafte meist Leder tragende Dämonin Lucifer gerne mit roher Waffengewalt beisteht.

Lucifer

Nicht unerwähnt bleiben soll auch Ella Lopez (Aimee Garcia),  die als Forensikerin auch an den blutigsten Tatorten immer gute Laune verbreitet und stets ein neues Nerd-T-Shirt trägt.

Lucifer

Den Pilotfilm in Kinoqualität inszenierte Len Wiseman (Underworld, Stirb Langsam 4.0), der bereits mit ähnlich gut gelungenen Episoden die Serien Sleepy Hollow und Swamp Thing eröffnete. In der dritten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Tom Welling aus Smallville, der als Polizist Marcus Pierce ein finsteres Geheimnis mit sich herumschleppt.

Lucifer

Nach drei Staffeln wollte Fox die Serie einstellen und Netflix übernahm (bei uns blieb Lucifer jedoch bei Amazon Prime), wodurch Abnutzungs-Erscheinungen mit etwas mehr Gewalt und Freizügigkeit ausbügelt wurden. Thematisch passend soll die immer noch sehr viel Spaß machende Serie mit der sechsten Staffel enden.

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Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume

Jeder, der sich in den letzten 50 Jahren mit Musik oder Filmen beschäftigt hat, wird in irgendeiner Form David Bowie begegnet sein. Vielen Deutschen werden vielleicht zuerst die Berliner Jahre einfallen, in denen Bowie Helden aufnahm und später noch einmal zurückkehrte, um sich selbst in Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo zu spielen.

Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume

Den US-amerikanischen Comiczeichner Mike Allred (Madman) hingegen fasziniert eine früher Phase von Bowies Karriere. Die Rahmenhandlung seines gemeinsam mit Steve Horton verfassten Comics bildet ein Konzert in London am 3. Juli 1973, in dem David Bowie Abschied von seinem drei Jahre zuvor geschaffenen Alter Ego Ziggy Stardust nahm.

Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume

Was danach passierte – wozu auch die Berliner Jahre gehören – handelt Allred unter dem Motto “und viele Geschichten werden noch folgen, zahllose Persönlichkeiten und Masken, die es zu tragen gilt“ auf einigen im Collagen-Stil gestalteten Wimmelbildern ab.

Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume

Recht ausführlich hingegen widmet sich der Comic mit den 60er-Jahren und Bowies ersten Gehversuchen als Musiker. Dabei wird fast schon zu akribisch geschildert, wann der junge Bowie welchen Zeitgenossen getroffen hat und welcher Film ihn besonders beeindruckte. Etwas auf der Strecke bleibt dabei der Mensch Davis Bowie.

Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume

Doch das detailfreudige Artwork mit den gut erkennbaren Pop-Ikonen fasziniert von Anfang an. Dies und das Vorwort des ebenfalls von Ziggy Stardust faszinierten Neil Gaiman laden dazu ein, wieder in die Welt von Bowie einzutauchen.

Reinhard Kleist: Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Eineinhalb Jahre nach dem Erscheinen dieses Comics nahm sich Reinhard Kleist in Starman – David Bowie’s Ziggy Stardust Years der selben Thematik an.

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Coraline

Coraline ist nicht eben begeistert als sie mit ihren Eltern in ein altes Landhaus zieht. Das emsig von daheim aus arbeitende Ehepaar kümmert sich nur beiläufig um das 11-jährige Mädchen. Eines Tages entdeckt Coraline in ihrem neuen Zuhause eine kleine Tür hinter der sich fast immer Mauerwerk gelegentlich aber auch eine andere vermeintlich bessere Welt befindet. Hier gibt es scheinbar deutlich verbesserte Varianten ihrer Eltern, die immer Zeit für Coraline haben, aber auch Knöpfe anstatt Augen…

Coraline

1993 vermengte Henry Selick unter der Oberaufsicht von Tim Burton in dem Puppentrickfilm Nightmare before Christmas auf höchst anregende Art und Weise Halloween und Weihnachten. Die seinerzeit mäßig erfolgreiche Disney-Produktion wurde (ganz im Gegensatz zu Selicks eher durchwachsenen Nachfolgeprojekt James und der Riesenpfirsich) im Laufe der Jahre zu einem Klassiker.

Coraline

16 Jahre später liefert Selick – basierend auf einem Bestseller von Neil Gaiman (Sandman) – eine Art Update zu Alice im Wunderland. Hierzu stand Selick eine 450-köpfige Crew und ein Budget von knapp 70 Millionen Dollar zur Verfügung, was beweist, dass der Puppentrickfilm salonfähig geworden ist.

Coraline

Die Technik hat seit Nightmare before Christmas gewaltige Fortschritte gemacht und die beeindruckenden in Szene gesetzten Bildfolgen von Coraline wären ohne (dezente) Computer-Unterstützung wohl nicht zu realisieren. Im Gegensatz zu Nightmare before Christmas oder Tim Burtons Nachfolgefilm Corpse Bride verzichtet Coraline fast gänzlich auf Musical-Einlagen und ist auf seine Art ebenso phantasievoll und einzigartig. Wer die Möglichkeit hat, sollte den Film in der 3D-Version genießen.

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