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Florence Foster Jenkins: Die wahre Geschichte

“Die Leute mögen ja sagen, ich konnte nicht singen, doch niemand kann behaupten, dass ich es nicht getan habe.“ Dieser Satz von Florence Foster Jenkins dürfte recht gut erklären, warum die “untalentierteste Sängerin aller Zeiten“ auch über 70 Jahre nach ihrem Tod sehr viel populärer ist, als die meisten gefeierten Sangeskünstler ihrer Zeit.

Florence Foster Jenkins: Die wahre Geschichte

Foster Jenkins Schallplatten-Aufnahmen von Arien wie “Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus Mozarts „Zauberflöte“ und vor allem das Stück „Adele’s Laughing Song“ (“Mein Herr Marquise“ aus “Die Fledermaus“ von Johann Strauss) sind noch heute Hits. Als optimale Ergänzung zu einem mit Meryl Streep und Hugh Grant optimal besetzten Film, über die New Yorker Jahre sowie Florence Foster Jenkins‘ legendäres Konzert in der Carnegie Hall, erscheint eine Biografie.

Florence Foster Jenkins: Die wahre Geschichte

Das Buch versucht die Jugend von Foster Jenkins zu rekonstruieren und dabei Spekulationen zu vermeiden. Nicht völlig sicher ist, ob sie tatsächlich von ihrem ersten Ehemann Frank Thornton Jenkins mit Syphilis angesteckt wurde. Doch die zu Anfang des letzten Jahrhunderts weit verbreitete, aber tot geschwiegene Krankheit, sowie die von Quacksalbern als ebenso nutzlose wie gefährliche Gegenmaßnahme verordnete Einnahme von Quecksilber, könnte dazu geführt haben, dass das Gehör so weit geschädigt war, dass Foster Jenkins “sich selbst für melodisch“ hielt.

Florence Foster Jenkins: Die wahre Geschichte

Die Biographie von Nicholas Martin und Jasper Rees ist zugleich ein spannendes Stück Zeitgeschichte. Für das Buch spricht auch die gut ausgewählte Bebilderung, die zur Hälfte aus historischen Fotos und Dokumente sowie aus Film-Bildern besteht.

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Florence Foster Jenkins

Bereits kurz zuvor inspirierte das Leben der ebenso leidenschaftlichen wie untalentierten Sängerin Florence Foster Jenkins den französischen Film “Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“, der das Geschehen jedoch ins Paris der 20er Jahre verlagerte. Stephen Frears‘ Film-Biographie “Florence Foster Jenkins“ hingegen ist historisch korrekt im New York des Jahres 1944 angesiedelt.

Florence Foster Jenkins

Meryl Streep spielt eine ebenso pompöse wie wohlhabende Gesellschaftsdame, die sich sehr stark für die New Yorker Musik-Szene engagiert. Doch obwohl Florence Foster Jenkins Gesangsstunden bei den besten Lehrern der Stadt nimmt, gelingt es ihr nur selten den richtigen Ton zu treffen. Ihr Ehemann St. Clair Bayfield  (Hugh Grant), ein erfolgloser Schauspieler, bemüht sich darum, dass bei Konzerten seiner Frau nur wohlgesonnene und tolerante Freunde im Publikum sitzen.

Florence Foster Jenkins

Doch als St. Clair nach einem mit seiner Mätresse verbrachten Kurz-Urlaub nach New York zurückkehrt, hat seine Gemahlin nicht nur eine Schallplatte aufgenommen, sondern auch noch gleich die Carnegie Hall für ein Konzert gebucht. Für ihren großen Auftritt hat sie 1.000 Eintrittskarten an Kriegsveteranen verschenkt. Kann das gut gehen?

Florence Foster Jenkins

Streeps Florence Foster Jenkins scheint zunächst eine nervtötende Egomanin zu sein und ihr Gatte ein notorischer Ehebrecher. Doch nach und nach vermittelt Stephen Frears die Tragik hinter dieser innigen Beziehung. Jenkins wurde von ihrem ersten Ehemann mit Syphilis angesteckt, doch ihre große Liebe zur Musik hält sie am Leben. Aus verständlichen Gründen ist die Beziehung mit St. Clair nur platonisch, aber dennoch sehr liebevoll.

Florence Foster Jenkins

Streep und Grant finden in ihrem Spiel die richtige Tonart zwischen Tragik und Komödie. Doch nicht unerwähnt bleiben sollte noch Simon Hellberg. Der Darsteller des Howard Wolowitz aus “The Big Bang Theory“ trägt durch seine subtil-komische Darstellung des verzweifelt die Fassung bewahrenden Pianisten Cosmé McMoon sehr viel zum positiven Gesamteindruck des Films bei.

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Barbra Streisand

Wer dieses großformatige Buch auch nur durchblättert, wird die im Zentrum stehende Dame künftig nicht mehr Babara Streisand nennen, sondern BARBRA Streisand. Der kleinen Unterschied, also das fehlende A,  ist eins der vielen Tricks, den die 1942 in Brooklyn geborene, geborene Entertainerin, einsetzt um sich abzuheben.

Barbra Streisand

Erwähnenswert ist aber ganz sicher auch, was die Schauspielerin und Sängerin nicht getan hat, um aufzufallen. Im Gegensatz zu ihr, haben sich viele Mitbewerberinnen die Nase “richten“ lassen, um im Showbusiness dabei zu sein. Doch gerade durch ihr unverwechselbares Äußeres wurde sie zu “Der Streisand“, und wenn sie heute in einem Film (etwa in der “Meet the Fockers“-Reihe) mitspielt, ist das immer noch ein Ereigniss und Erlebniss.

Barbra Streisand

Doch das Werk aus dem Hause Taschen beschäftigt sich mit jener Zeit, als die Streisand noch ein “Funny Girl“ war. Die Rolle der ebenfalls jüdisch-stämmigen Fanny Brice spielte Barbra zunächst ab 1964 am Broadway, dann vier Jahre später unter der Regie von William Wyler im Kino. Den Oscar für ihre Hauptrolle in “Funny Girl“ musste sie sich – auch das ist einzigartig – teilen und zwar mit Katherine Hepburn.

Barbra StreisandDas Buch überzeugt nicht nur durch die sehr lebendigen und abwechslungsreich zusammengestellten Abbildungen, die ausschließlich von den auf Promi-Portraits spezialisierten Fotografen Steve Schapiro und Lawrence Schiller stammen. Zu sehen sind Abbildungen aus den zwischen 1968 und 1976 entstandenen Filmen wie „Einst kommt der Tag“, „The Way We Were“ („Cherie Bitter“ mit Robert Redford), „Die Eule und das Kätzchen“, der Fortsetzung „Funny Lady“ und „A Star Is Born“. Leider fehlen Fotos aus „Is’ was, Doc?“ von 1972, denn hier waren Schapiro und Schiller nicht am Set.

Barbra Streisand

Das Buch ist jedoch mehr als ein Bildband, denn es enthält auch noch ein sehr interessantes Gespräch zwischen den beiden Fotografen. Sie bieten dabei einen sehr lebendigen Eindruck in ihre ungewöhnliche Arbeit, denn Schapiro und Schiller arbeiteten nur inoffiziell im Auftrag der Produktionsfirmen. Dadurch dass sie unabhängige (aber die Hollywood-Spielregeln beherrschten), gelang es ihnen, auch zum Vorteil der Studios, ihre Fotos in den Hochglanz-Magazinen zu platzieren. Augenzwinkernd schildern sie wie die Streisand mit ihren Co-Stars klar kam und sich dabei von Anfang an als Star in Szene setze.

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The Punisher (1989)

Ein interessanter Marvel-Film-Klassiker kann mittlerweile problemlos im Heimkino bewundert werden. Dolph Lundgren spielte Anno 1989 den Punisher in einem nicht unbrutalen Film, der seinerzeit bei uns auf dem Index landete. Koch Media veröffentlicht die ungekürzte Version mit FSK-16-Freigabe in einer schönen Steelbook-Edition. Übrigens wird in absehbarer Zeit der Punisher im Zentrum einer Netflix-Serie stehen. Genau wie in der 2. Staffel von Daredevil wird wieder Jon Bernthal den Bestrafer spielen.

The Punisher (1989)

Doch lange bevor 2004 Thomas Jane und 2008 Ray Stevenson als Punisher zu sehen waren, spielte der Schwede Dolph Lundgren den Marvel-Rächer in einem seiner besten Kinofilme. Der Film überzeugte durch eine spannende Geschichte, harte Action-Szenen und gute Nebendarsteller. Als Gegenspieler des Punishers ist der Holländer Jeroen Krabbè (James Bond – Der Hauch des Todes ) zu sehen, während der Oscar-Preisträger Louis Gosset junior (Ein Offizier und Gentleman) als tougher Polizist Jake Berkowitz für rauen aber herzlichen Humor sorgt.

The Punisher (1989)

Ein interessantes Extra ist ein exklusiv für diese Edition produzierter Audiokommentar vom Regisseur Mark Goldblatt, der sich nicht gerade als Comic-Experte outet. Er behauptet, dass der Punisher erstmals in einem Comic mit Daredevil aufgetreten ist (in Wirklichkeit debütierte er 1974 im Heft Amazing Spider-Man # 129) und in einer Stadt agiert, deren Namen nicht genannt wird (die Punisher-Geschichten spielen jedoch meist in New York). Interessant ist, dass Goldblatt zugibt, dass es ein Fehler war Dolph Lundgren als Punisher ohne den markanten Totenkopf auf der Brust auftreten zu lassen. Seinerzeit wollte man sich abgrenzen von den billig wirkenden Spandex-Kostümen, die Superhelden im TV trugen. Goldblatt hält es für eine gute Idee, den Film noch einmal zu überarbeiten und mit CGI-Effekten das Totenkopf-Emblem auf Lundgrens Brust zu platzieren.

The Punisher (1989)

Die Steelbook-Edition von Koch Media enthält auf einer Blu-ray den Film wahlweise in der Unrated-Version (89:22 min) und in der Kinofassung (89:05 min). Als Extras gibt es eine wirklich witzige Gagreel untermalt mit “Psycho Killer“ von den Talking Heads (6:11 min), den deutschen Trailer (1:40 min), den US-Trailer (1:39 min), sowie eine Galerie mit 98 Fotos, Plakaten, Werberatschlägen etc. Zusätzlich liegt noch eine DVD bei, die eine etwas längere englischsprachige Workprint-Version (93:34 min) in mäßiger Bildqualität und wahlweise mit deutschen Untertiteln enthält.  

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Ghostbusters

Fast 30 Jahre sollte es dauern, bis die Ghostbusters wieder in die Kinos zurückkehrten. Seinerzeit scheute Paramount die Kosten, die bei einer zweiten Fortsetzung durch die Wiederverpflichtung von Dan Aykroyd, Harold Ramis, Ernie Hudson und wohl vor allem von Bill Murray entstanden wären. Letzterer war es, der mit seinem staubtrocken Humor “Ghostbusters“ zu sehr viel mehr als einem klamaukigen Spezial-Effekt-Spektakel machte.

Ghostbusters

Das Hauptproblem der Neuauflage ist, dass hier kein Darsteller gefunden wurde, der auch nur ansatzweise über das mürrische Charisma von Murray verfügt. Da war vielleicht der Ansatz eine neue, diesmal weibliches Geisterjäger-Truppe, zu verpflichten gar nicht so blöd. Das bewährte Team aus “Brautalarm“ sorgt im neuen „Ghostbusters“ zumindest dafür, dass es einiges zu lachen gibt, denn die Chemie zwischen Kristen Wiig, als altjüngferliche Wissenschaftlerin mit seriösen Ambitionen, und Melinda McCarthy als Melinda McCarthy stimmt.

Ghostbusters

Regisseur Paul Feig gelangen nach “Brautalarm“ mit “Taffe Mädels“ und “Spy – Susan Cooper Undercover“ weitere überraschend erfolgreiche eher brachiale Komödien mit Melinda McCarthy. Der Humor der fülligen Darstellerin ist Geschmackssache, doch die Show wird ihr diesmal zweifelsohne von Kate McKinnon gestohlen.

Ghostbusters

Was diese, als durchgeknallte Geek-Wissenschaftlerin Dr. Jillian Holtzmann mit einem Faible für Hightech-Waffen, alles anstellt, kann durchaus bei Christopher Lloyds Leistung in den “Zurück in die Zukunft“-Filmen mithalten. Das “Ghostbusters“-Quartett ergänzt noch die dunkelhäutige Leslie Jones, die eher sympathisch als wirklich komisch ist.

Ghostbusters

Richtig lustig hingegen ist “Thor“ Chris Hemsworth als hinreißend blöder Sekretär, den die  Geisterjäger-Mädels nur wegen seines Körpers eingestellt haben. Zudem gibt es noch Gastauftritte von vielen Darstellern der Originalfilme. Während Dan Aykroyd, Ernie Hudson, Sigourney Weaver und Annie Potts nur kurz zu sehen sind, spielt Bill Murray einen etwas größeren Part. Rick Moranis sah keinen Sinn in einem Gastauftritt. während dem 2014 verstorbenen Harold Ramis im Nachspann gedacht wird.

Ghostbusters

Tricktechnisch kann der neue “Ghostbusters“ durchaus punkten, vor allem in 3D. Genau wie einst im Disney-Film “G-Force – Agenten mit Biss“ wurden hier im unteren und oberen Bereich des projizierten Bildes noch schwarze Balken platziert. In diese scheinbar nicht “bespielten“ Bereiche springt das Geschehen hinein, wenn es besonders rasant zur Sache geht . Dadurch wird im wahrsten Sinne des Wortes der Rahmen gesprengt und die Illusion erweckt, dass Figuren oder Gegenstände die Leinwand verlassen.

Ghostbusters

Die Story des Films stört nicht weiter und bietet einen eher lauen Vorwand dafür, dass es wieder zu einer Geister-Invasion in New York und zu Konflikten der Ghostbusters mit dem von Andy Garcia gespielten Bürgermeister kommt. So ganz nebenbei wird die Stadt durch seltsame Phänomene auch noch in eine Zeit zurück versetzt, als der Time Square eine gefährliche Gegend war. Im Nachspann wimmelt es von Hinweisen darauf, dass Fortsetzungen nicht ausgeschlossen sind, was so schlimm nicht wäre.

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Before Watchmen

So richtig erfreut war wohl kaum ein Comicfreund als zu erfahren war, dass DC ganz ohne Beteiligung von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons eine Prequel-Reihe zu “Watchmen“ in Auftrag gab. Darf man das, nur weil man die Rechte an DEM Comicklassiker der 80er Jahre hat?

Before Watchmen

Alan Moore meinte eher nicht, denn schließlich gibt es ja auch keine literarische Fortsetzung zu Melvilles “Moby Dick“ (jedoch zu “Doktor Schiwago“ und zu “Vom Winde verweht“). Peter Osteried hingegen meinte in Alfonz – Der Comic-Reporter, dass sich Alan Moore nicht so anstellen solle, da er in “Liga der extraordinären Gentlemen“ und in “Lost Girls“ auch recht ungeniert eigene Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen Figuren erzählte.

Before Watchmen

Dennoch waren die Erwartungen nicht allzu hoch, auch wenn bei den insgesamt zehn “Before Watchmen“-Miniserien eine ganze Reihe von prominenten – abgesehen vom argentinischen Zeichner Eduardo Risso (“100 Bullets“) – allesamt aus den USA stammenden – Kreativkräften eingesetzt wurden. Bei uns erscheinen diese Serien bei Panini gebündelt in insgesamt acht Sammelbänden, die es wahlweise als Softcover- oder limitierte Hardcover-Edition gibt. Den Anfang bilden die vierteilige Miniserie “Rorschach“ von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die eine halbwegs spannende Crime-Story mit dem wohl beliebtesten Watchman sowie einem Gastauftritt von Taxidriver Travis Bickle alias Robert De Niro erzählt, sowie Darwyn Cookes überraschend gut gelungene Geschichte der “Minutemen“.

Before Watchmen
In seinem feinen klaren Retro-Stil erzählt der auch als Autor fungierende Cooke („Parker“, “Neue Horizonte“, “The Spirit“) vom komplizierten Beziehungsgeflecht der Vorgänger der Watchmen. Die Minutemen formierten sich aus den unterschiedlichsten Motiven Ende der 30er Jahre in New York. Sie bildeten eine nur bedingt funktionierende hauptsächlich aus kommerziellen Gründen zusammengeschweißte Heldentruppe, die langsam aber sicher auseinander bricht. Hauptfigur der Geschichte ist Hollis Mason, die erste Nite Owl, der von seiner vergeblichen Liebe zu Ursula Zendt alias Silhouette aber auch vom wohl wohl seltsamsten Minuteman dem finsteren Hooded Justice erzählt.

Before WatchmenCooke ist weniger daran interessiert erzählerische Lücken zu schließen, wie dies z. B. Don Rosa bei seinen Versionen von Carl Barks’ Enten-Comics recht penetrant praktizierte. Vielmehr nutzt Cooke respektvoll das von Alan Moore geschaffene faszinierend detailfreudig ausgestaltete Watchmen-Universum um darin einzutauchen und eine eigene Geschichte zu erzählen.

Before Watchmen

Cooke trifft den Geist des Originals findet aber auch durch den sehr eigenständigen Zeichenstil einen interessanten Zugang zum Comic-Meilenstein. In diesem Stile wäre auch eine Fortsetzung zu “Moby Dick“ wünschenswert.

Before Watchmen

Insgesamt muss festgestellt werden, dass das Niveau dieser Reihe in Sachen Optik aber auch Inhalt sehr viel höher ausgefallen ist als zu erwarten war. Mir persönlich hat eigentlich nur die OZYMANDIAS-Reihe von Len Wein und Jae Lee überhaupt nicht gefallen.

Before Watchmen

Im Zentrum von „Crimson Cosair“, dem letzten Band der Serie stehen zwar nicht die Superhelden aus WATCHMEN, dennoch enthält er einige Perlen, wobei die Titelstory nicht gerade das absolute Highlight ist. In der Originalserie WATCHMEN spielten Piraten-Comics eine große Rolle, weil Alan Moore der Meinung war, dass in einer Welt in der Superhelden tatsächlich existieren, Comics über maskierte Räche nicht der Hit wären. Daher entschieden sich er und Gibbons dafür, dass im Watchmen-Universum Piraten-Comics sehr beliebt sind und ließen immer wieder kleine Häppchen aus dem Freibeuter-Comic “Tales of the Black Freighter“ in ihre Geschichte mit einfließen.

Before Watchmen

Auch die meisten Hefte der BEFORE WATCHMEN Reihe enthielten am Ende als Zugabe zwei Seiten des Piratencomics THE CURSE OF THE CRIMSON CORSAIR. Diese wurden von John Higgins gezeichnet und gemeinsam mit Len Wein erdacht. Higgins fungierte seinerzeit bei WATCHMEN als Kolorist. Die atmosphärisch gestaltete Seiten mit der Piraten-Geschichte mag in kleinen Häppchen zum Erzeugen von einem gewissen WATCHMEN-Feeling in den Heften vielleicht noch ganz gut funktionieren. Geballt gelesen ergibt sich jedoch kein Piraten-Epos sondern allenfalls eine Schatztruhe voller “Fluch der Karibik“-Klischees.

Before Watchmen
Sehr viel interessanter sind die ebenfalls in diesem Band enthaltenen Geschichten über zwei absolute WATCHMEN-Nebenfiguren. Während sich J. Michael Stracynski und der begnadete argentinische Zeichner Eduardo Risso in zwei US-Heften dem tragischen Leben des schurkischen Magiers MOLOCH widmen, brauchen Len Wein und Steve Rude noch weniger Seiten um die ebenfalls recht traurige Geschichte des “Minuteman“ Story DOLLAR BILL zu erzählen. Wie alle Panini-Bände, die es auch als limitierte und mittlerweile schon hoch gehandelte Hardcover-Ausgaben gibt, enthält auch dieses Buch neben knappen aber sehr informativen Texten noch alle Variantcover zu CRIMSON CORSAIR, MOLOCH und DOLLAR BILL.

Before Watchmen THE BUTTON

Demnächst soll es zu einer Art Crossover zwischen den WATCHMEN und dem “regulären“ DC-Universum kommen. In den US-Heften 21 und 22 der Reihen BATMAN und THE FLASH wird der Vierteiler THE BUTTON erzählt. Es bleibt abzuwarten, ob dies eine gute Idee ist.

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Will Eisner: Ein Vertrag mit Gott – Miethausgeschichten

Lange hat es gedauert, bis dieser Comic-Meilenstein wieder aufgelegt wurde. Während alle möglichen (und unmöglichen) Comics das – anscheinend zum Verkauf in Buchhandlungen unverzichtbare – Label Graphic Novel verpasst bekamen, war die „Mutter aller Grapic Novels“ bei uns seit beinahe 30 Jahre nicht mehr lieferbar. Mit “Ein Vertrag mit Gott“ erlebte Will Eisner 1978 ein grandioses Comeback innerhalb der amerikanischen Comiclandschaft, die er zuvor schon einmal – inhaltlich und formal – mit den “Spirit“-Kurzgeschichten revolutioniert hatte. Nach Einstellung der Serie arbeitete er als u. a. Illustrator für die Army. Angeregt durch die Underground-Comics machte sich Eisner daran eine Comicgeschichte (bzw. gleich vier davon) zu erzählen, die sich an ein erwachsenes Publikum richtete(n). Um hierfür einen Buchverlag begeistern zu können, erfand er den Begriff Graphic Novel.

Will Eisner: Ein Vertrag mit Gott - Miethausgeschichten

Inspiriert durch eigene tragische Erlebnisse erzählt Will Eisner in der Titelstory von “Ein Vertrag mit Gott“ wie ein frommer Mann nach dem Tode seiner Tochter an seinem Glauben zweifelt und zum rücksichtslosen Geschäftsmann wird. Die weiteren Geschichten handeln von einem talentierten Straßensänger, der kurz vor dem großen Durchbruch viel (nicht ganz unverdientes) Pech hat, sowie von einem unangenehmen Hausmeister, dem so übel mitgespielt wird, dass er dem Leser am Ende leid tut. Krönender Abschluss ist die Schilderung der Landpartie einiger Bewohner der New Yorker Dropsie Avenue (in dieser fiktiven Straße sind alle Geschichten beheimatet). Mit großem Ensemble setzt Eisner hier äußerst souverän und sehr freizügig allerlei Geschichten über das Streben nach Glück und Liebe in Szene.

Will Eisner: Ein Vertrag mit Gott - Miethausgeschichten

Doch die voluminöse sehr schön aufgemachte Carlsen Ausgabe enthält neben “Ein Vertrag mit Gott“ sowie informativen Vor- und Nachworten noch zwei weitere (ebenfalls schon lange vergriffene) Bücher von Eisner, die ebenfalls von der Dropsie Avenue erzählen. In “Lebenskraft“ wird unaufdringlich innerhalb spannender Geschichten die Frage gestellt, was den Menschen eigentlich unterscheidet von einer nur um das nackte Überleben kämpfenden Kreatur wie z. B. einer Küchenschabe. “Dropsie Avenue“ schließlich ist die sich von 1870 bis in die Gegenwart hinziehende Chronik einer Nachbarschaft. Dabei interessieren Eisner die Vor- und Nachteile ständiger gesellschaftlicher Veränderungen.

Will Eisner: Ein Vertrag mit Gott - Miethausgeschichten

Eisners Mietshaus-Stories sind zwar meist in den Dreißiger und Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts angesiedelt, wirken aber auch heute noch kein bisschen veraltet oder nostalgisch. Obwohl es recht häufig um Glaubensangelegenheiten geht, sind die Geschichten äußerst mitreißend erzählt.

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