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Fil: Mitarbeiter des Monats

Plötzlich lernt der sich irgendwie als Punker fühlende Nick die tolle Jackie kennen. Erst kann es der Jüngling gar nicht fassen, dass sich so eine atemberaubende Schönheit mit einem Totalausfall wie ihm abgibt. Doch als er Jackies Wohnung betritt, die “auf eine beruhigende Art mit Müll angefüllt“ ist, wird Nick klar, dass Jackie ihre Schönheit nicht zu Kopf gestiegen ist. Schließlich liegen bei ihr “Essensreste, Bierflaschen, aber auch Steine, Holzbretter, Spiegelscherben und blutige Mullbinden“ herum. Sie ist “eine von uns – wer auch immer wir waren“.

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Doch ganz so einfach läuft es nicht mit den Beiden. Jackie lässt Nick nach langen schweigsamen Spaziergängen immer wieder in ihre Wohnung. Doch dort zeigt sie sich eher an ihren Katzen als an Nick interessiert, der aber immerhin “mit einer schlecht gelaunt zuckenden Erektion“ neben ihr schlafen darf. Das geht eine ganze Weile so, und Nick hofft auf mehr, doch dann eröffnet Jackie ihm, dass es gut wäre, wenn sie sich “eine Weile nicht sehen“ würden. Schweren Herzens hält sich Nick an die ihm verordnete dreimonatige Trennungsfrist. Als er sich jedoch danach bei wieder bei ihr meldet, ist Jackie mit jemand anderem zusammen, der “nicht so kompliziert“ ist.

Fil: Mitarbeiter des Monats
© Marion Strencioch

Dieses wohl fast jedem Leser bekannt vorkommende Beziehungs-Kuddelmuddel, inklusive  dem in jungen Herzen vorherrschenden Mischmasch aus Depressivität und Unbekümmertheit, beschreibt Fil Tägert sehr wirklichkeitsnah. Daher ist zu vermuten ist, dass er in seinem zweiten nach “Pullern im Stehen“ zweiten Roman etliche autobiografische Bestandteile eingearbeitet hat. Das Buch ist nicht so durchgehend komisch, wie ein Live-Auftritt von Fil oder seine “Didi & Stulle“ Comics, doch die Mischung aus Spaß und Ernst stimmt. Ein wenig wirkt “Mitarbeiter des Monats“ als wenn Charles Bukowski “Der Fänger im Roggen“ geschrieben hätte, doch Vergleiche wie diese hinken, denn Fil ist auch als Literat einzigartig.

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Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Am 7.1.2016 verstarb in Freiburg im Alter von 87 Jahren Hansrudi Wäscher, der Pionier der deutschen Comics. 2009 erhielt er auf dem Comicfestival München den PENG!-Preis für sein Lebenswerk.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Sein Agent Hartmut Becker schrieb: „In den Fünfzigerjahren hat er dem Lehning Verlag mit Sigurd, Akim, Nick der Weltraumfahrer, Falk und Tibor Millionenauflagen beschert. Und schuf damit im zerbombten Nachkriegsdeutschland eine erste Jugendkultur. Wäschers Abenteuerhelden sind bis heute unvergessen geblieben und inzwischen sogar als iPhone-App verfügbar.“

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Hartmut Becker verlegte 2011 unter dem Titel “Allmächtiger!“ auch das wohl schönste Fachbuch über Wäscher. Eine so dicke und fundierte Schwarte war schon lange fällig! Gefeiert wurde Wäscher zuvor als emsiger Schöpfer von Abenteuercomics wie Sigurd, Tibor und Nick zwar schon eine ganze Weile. Doch dies geschah eher innerhalb einer eingeschworenen Gemeinschaft von Fans, die oftmals wenig Interesse haben an Comics, die nicht von Wäscher gezeichnet wurden. Große Teile der Comicszene hingegen nahmen Wäscher wenn überhaupt nur naserümpfend zur Kenntnis. Erst 2008 erhielt Hansrudi Wäscher auf dem Comic-Salon in Erlangen einen Max-und-Moritz-Preis und musste sich diesen auch noch mit dem (ebenfalls eigenständig mehr als preiswürdigen) DDR-Comic-Pionier Hannes Hegen teilen.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics
Knigge und Becker © Comicforum.de

Andreas C. Knigge hat als Mitbegründer der Fachzeitschrift Comixene und als Cheflektor des Carlsen Verlages viel dazu beigetragen, dass Comics in Deutschland salonfähig wurden. Im Vorwort zu diesem Buch räumt Knigge ein, nicht ganz unschuldig daran zu sein, dass Wäschers Comics als “Instrumente zur Zementierung bürgerlicher Moral entlarvt und somit als reaktionär einsortiert“ wurden. Doch Knigge hat nicht nur durch das Verfassen dieses Buches Abbitte geleistet, sondern auch durch den Weg dorthin. Zur Vorbereitung hat er “in einem Crashkurs“ (mit Ausnahme der meisten Buffalo Bills und Gespenster Geschichten) sämtliche von Hansrudi Wäscher gezeichneten und geschriebenen Comics gelesen. Dies geschah “fast ausnahmslos zum ersten Mal und mit einem ähnlichen Sog als würde man alle Staffeln von Prison Break hintereinander gucken.“

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics
Das Cover der vergriffenen Hardcover-Ausgabe.

Hinzu kamen noch einige aufschlussreiche Gespräche mit Wäscher und heraus ein bemerkenswertes Stück Comic-Fachliteratur. Der versierte Sachbuchautor Knigge widmet sich nicht nur ausführlich Wäschers Figurenensemble. Er erzählt zugleich auch die Geschichte der Comics im Nachkriegsdeutschland sowie von den Verlegerpersönlichkeiten Walter Lehning und Norbert Hethke, die Wäscher mehr zu verdanken hatten als ihnen zunächst bewusst war. Auch die Bebilderung des großformatigen Buches ist exquisit, wobei es recht praktisch war, dass der Herausgeber zugleich auch der Agent von Hansrudi Wäscher ist.

Allmächtiger! Hansrudi Wäscher – Pionier des deutschen Comics

Nach einigen etwas von der eigenen Begeisterung vernebelten Fan-Publikationen ist es schön, dass endlich ein Werk über Wäscher erscheint, das dessen Lebenswerk und Bedeutung für die deutschsprachigen Comics voll gerecht wird.

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