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Mandy

Auch dieser Film mit Nicolas Cage wurde nicht groß in den Kinos gestartet. Doch durch seinen gezielten Einsatz auf dem Fantasy Filmfest und in kleinen Abspielstätten, wie dem Münchner Werkstattkino, erregte Mandy trotzdem viel Aussehen.

Mandy

Die erste Hälfte des Films fordert dem Zuschauer einiges an Geduld und Aufmerksamkeit ab. In sehr rotstichigen, oft fast komplett finsteren, Bildern wird von Red (Nicolas Cage) und Mandy (Andrea Riseborough) erzählt, die Anno 1983 glücklich in einem Häuschen in den kalifornischen Shadow Mountains inmitten der Mojave-Wüste leben. Doch plötzlich taucht die Sekte Children of the New Dawn, des ehemaligen Musikers Jeremiah Sand (Linus Roache) auf.

Mandy

Dieser will auch Mandy in seine Gruppe von Fanatikern aufnehmen. Nachdem sie sich ihm nicht nur verweigert, sondern auch noch ausgelacht hat, bringt Sand die junge Frau vor den Augen des gefesselten Red brutal um. Unter großen Mühen gelingt es Red sich zu befreien, seine wütende Trauer zu überwinden und einen Rachefeldzug zu starten…

Mandy

Die Story an sich klingt konventionell und wurde auch noch mit einem ganz schön durchgeknallten Kettensägen-Duell garniert. Doch von Fun-Splatter im Stile von Army of Darkness oder Braindead ist der Film meilenweit entfernt. Dazu werden Mandys Leiden viel zu ernsthaft geschildert und dazu ist die zweite Hälfte viel zu kunstvoll und abgefahren ausgefallen.

Mandy

Red bekommt es im Showdown nicht nur mit den Children of the New Dawn zu tun, sondern auch noch mit einer Bande von unter Drogen stehenden, kaum noch menschlich wirkenden Motorrad-Fahrern zu tun. Regisseur Panos Cosmatos hat das Geschehen zudem noch mit Zeichentrick-Einlagen garniert und Mandy hat das Zeug zum Kultfilm!

Mandy

Die Einzel-Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 121-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit deutschsprachigen Audiokommentar von Patrick Lohmeier) noch Behind the Scenes (22:01 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Deleted Scenes (13:53 min), vier Teaser (insgesamt 3:50 min), sowie den deutschen und englischen Trailer (je 2.28 min). Es gibt auch noch eine Ultimate Edition mit einem spielfilmlangen Making of und einer LP, mit dem faszinierenden Soundtrack des leider verstorbenen Isländers Jóhann Jóhannsson.

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Face/Off – Im Körper des Feindes

Als John Woo, der Regie-Gott des Hongkong-Kinos nach Hollywood ging, um einen Film mit Jean-Claude Van Damme zu drehen, waren seine Fans ziemlich entsetzt. Dies war im Anbetracht von Hard Target, der nur verstümmelt in die Kinos gelangte, auch noch halbwegs angebracht. Doch dass sich das Entsetzen auch auf Face/Off übertrug, verwundert schon ein wenig.

Face/Off - Im Körper des Feindes

Der Film ist ein bis heute ungeschlagenes Meisterwerk des modernen Actionkinos und begeistert sogar Menschen, die mit diesem Genre ansonsten eher wenig anfangen können. John Travolta überzeugt als fanatischer FBI-Agent, der einen von Nicolas Cage gespielten wahnsinnigen Kriminellen jagt. Um einen Bombenanschlag zu verhindern muss der Travolta-Charakter in den Körper der Cage-Figur schlüpfen. Doch auch der Gangster setzt anschließend die Maske des Biedermannes auf und sperrt diesen ein…

Face/Off - Im Körper des Feindes
Diese Verwandlungen meistern die beiden Darsteller so grandios, dass die Handlung niemals im furiosen Action-Dauerfeuerwerk untergeht. Anfangs lag Face/Off jedoch nur in einer mäßigen DVD-Veröffentlichung vor, die zu allem Übel auch noch in der Mitte des Filmes umgedreht (!) werden musste. Dies ist bei der sparsam mit Extras (immerhin ein prima Trailer) ausgestatteten Special Edition zum Glück nicht mehr der Fall.

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Snowden

Es ist schön, dass er immer noch zuverlässig (aber auch mit geballter kreativer Power) seinen Job verrichtet und einmal mehr seinem Heimatland den Spiegel vorhält. Drei Jahren nachdem Edward Snowden in Russland Asyl erhalten hat, steht er im Zentrum eines (großteils in München in Szene gesetzten) Spielfilms von Oliver Stone.

Snowden

Dieser setzt diesmal weniger auf die Kraft von bildgewaltigen (gelegendlich auch etwas plumpen)  Montagen, die den Zuschauer manipulieren sollen, sondern bringt den Menschen Edward Snowden ins Spiel. Dieser wird Joseph Gordon-Levitt (“The Dark Knight Rises“) als zwar etwas verklemmten, doch durchaus sympathischen, konservativ ausgerichteten Menschen gespielt. Nicht einmal Shailene Woodley, als seine eher progressiv ausgerichtete Freundin Lindsey, schafft es ihn dauerhaft davon abzuhalten seine beträchtlichen Talente in die Dienste von CIA und NSA zu stellen.

Snowden

Bei der Darstellung von Snowdens geheimdienstlichen Tätigkeiten zeigt sich einmal mehr Oliver Stones Talent in Sachen Casting und Schauspielerführung. Während der Brite Rhys Ifans (“Notting Hill“) als diabolisch-durchtriebener Vorgesetzter überzeugt, zeigt Nicolas Cage in einer kleinen, aber feinen Rolle als ausgebrannter CIA-Veteran, dass er mehr kann als seinen ehemals guten Namen für schlechte Filme zur Verfügung zu stellen.

Snowden

Joseph Gordon-Levitt gelingt es  gut die Wandlung eines zunächst fast ausschließlich an den technischen Aspekten seines zweifelhaften Jobs interessierten Mensch zum Skeptiker zu verkörpern. Sein Entschluss zum Whistleblower zu werden, wirkt glaubhaft, angesichts der Tatsache, dass sein Arbeitgeber mehr Menschen in den USA als sonstwo auf der Welt überwacht.

Snowden

Wenn am Ende des Films der echte Edward Snowden, mit dem sich Oliver Stone einige Male in Moskau getroffen hat, auf der Leinwand auftaucht und sich an die Zuschauer wendet, dann legt dies nahe, dass er mit Stones Film halbwegs zufrieden ist. Seine Landsleute hingegen ignorierten den Film genauso wie die Warnungen und das Schicksal von Edward Snowden.

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