Schlagwort-Archive: Oktoberfest

Donald Duck in München

Das Titelbild dieses Bands stammt vom Münchner Zeichner Jan Gulbransson, der 2012 nach einer Story von Michael Kompa Die Ducks in Deutschland agieren ließ. Im Rahmen dieser zunächst als Fortsetzung im Micky Maus Magazin und anschließend als Album veröffentlichten Geschichte, besuchten Onkel Dagobert, Donald sowie die Neffen Tick, Trick und Track das Münchner Oktoberfest.

Donald Duck in München

Das Hardcover-Album Donald Duck in München startet jedoch mit einen Wiesn-Besuch der Familie Duck, der bereits in den 80er-Jahren in Szene gesetzt wurde. Die Geschichte erschien unter dem Titel Eiertanz im Alpenland innerhalb der Reihe Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe und kam erstmals 2004 in Albumform zum Abdruck.

benteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe

Konzipiert hatte diese Geschichte und die Schatztruhe-Reihe Adolf Kabatek, der als Ehapa-Geschäftsführer maßgeblich für den hiesigen Erfolg der Asterix-Comics verantwortlich war. Die sehr lockereren Zeichnungen des etwas arg konstruierten Abenteuers um eine Maschine, die aus Bananenschalen Eier macht, stammen aus den spanischen Bargadà Studios.

Donald Duck in München

Dies erklärt vielleicht, warum das Münchner Oktoberfest in dieser Geschichte wie eine Dorfkirmes aussieht. Gulbransson und Kompa vermittelten bei Die Ducks in Deutschland eine sehr viel authentischeres Wiesn-Feeling.

Donald Duck in Berlin

Zeitgleich zu Donald Duck in München ist auch ein Band erschienen, der die Ducks in die deutsche Hauptstadt schickt. Donald Duck in Berlin präsentiert aktuelleres Material. Die vier enthaltenen Comics, eins davon stammt aus der Feder von Jan Gulbransson, entstanden  zwischen 2014 und 2019  für das Micky Maus Magazin und die Lustigen Taschenbücher.

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Frank Schmolke: Nachts im Paradies

In seinem ersten Comic-Album Trabanten erzählte Frank Schmolke von Menschen, die sich im Abseits der Gesellschaft befinden. Auch in seinem neusten Werk zeigt Schmolke seine Heimatstadt München nicht gerade von ihrer besten Seite. Basierend auf eigenen Erlebnissen schildert er, was der Taxifahrer Vincent während des ja eigentlich für hohe Umsätze sorgenden Oktoberfests erlebt.

Frank Schmolke: Nachts im Paradies

Frank Schmolke hat selbst eine Weile als Taxifahrer gearbeitet und tat es immer wieder, wenn “Auftragsflauten oder finanzielle Krisen“ herrschten. Die ersten Skizzen zu Nachts im Paradies sind im Taxi entstanden. Schmolke sieht Ähnlichkeiten zwischen Taxifahren und Zeichnen: “Das Suchen einer Fahrtroute ist ähnlich dem Ziehen einer Linie mit dem Stift. Der Fahrgast ist wie ein weißes Stück Papier. Vorerst neutral. Während der Fahrt füllt sich das Blatt mehr und mehr. Bis zum Ende der Fahrt entsteht so ein Bild des Fahrgastes.“

Frank Schmolke: Nachts im ParadiesSchmolkes Comic-Erzählung ist zwar mit klaren schwarzen Linien gezeichnet, doch sind die Bilder wie skizzenhaft geblieben. Es wirkt fast so, als wenn Schmolkes Zeichengeschwindigkeit ähnlich hoch war, wie das Umblätter-Tempo, das er seinen Lesern durch die spannende Erzählung aufzwingt. Die Bilder scheinen sich schmuck- und schnörkellos auf das Wesentliche zu beschränken, entfalten ihre volle Wirkung jedoch erst durch das Großformat, das die Edition Moderne der Veröffentlichung dankenswerterweise spendiert hat.

Frank Schmolke: Nachts im Paradies

Bemerkenswert ist auch, dass Nachts im Paradies, obwohl Schmolke einige selbsterlebte Sequenzen in die 350-seitige Geschichte eingebaut hat, kein Episoden-Comic geworden ist. Die Story vom Taxifahrer Vincent, der sich um seine 16-jährige Tochter sorgt, aber auch nicht gerade als Vorbild taugt, hat Schmolke mitreißend und emotional aufwühlend zu Papier gebracht. Es gibt wenige Comics, die einen so stark mitten ins Geschehen hineinziehen wie dieser!

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Der Buzi-Maler

Zwei Schöpfungen des Münchner Künstler Emil Kneiß (1867 – 1956) sind zu einem festen Teil der bayrischen Folklore geworden. Auf dem Oktoberfest ist alljährlich rund um den Turm des Winzerer Fähndls eine große Truppe von Maßkrug schleppenden Kellnerinnen zu sehen, die Kneiß gemalt hat. Außerdem hat er in verschiedenen Versionen das Hündchen Buzi gezeichnet, das von seinem Herrchen nicht aufzufinden war, da es unter seinem beachtlichen Bauch Männchen macht. Herr und Hund wurden zum Maskottchen des Bräustüberls am Tegernsee.

Der Buzi-Maler

Anlässlich einer noch bis zum 25. Mai 2019 im Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum gezeigten Ausstellung ist beim Volk Verlag ein umfangreiches Buch über Leben und Werk von Emil Kneiß erschienen. Im Frühwerk des Künstlers war Mobilität ein großes Thema. Er zeichnete viele Karikaturen über Radfahrer und Automobilisten. Auch mit dem Trickfilm experimentierte Kneiß. Sein dreiminütiger Cartoon “Texas Jack zähmt ein wildes Pferd“ entstand 1922, also noch bevor sich Walt Disney des Mediums annahm.

Der Buzi-Maler

Auch als politischer Karikaturist versuchte sich Kneiß. Es spricht für den Autor Hermann Kurz, dass er die Arbeiten, die Kneiß zur Zeit des „Dritten Reichs“ zeichnete nicht ausspart. Kurz analysiert ausführlich unappetitliche Bilder, die darstellen wie unter der Hakenkreuz-Flagge das „deutsche Haus“ im alten Glanze erstrahlt oder sich bereits 1933 hämisch darüber amüsieren, dass der ehemalige Reichstagspräsident Paul Löbe im KZ endlich mal “richtig arbeitet“.

Der Buzi-Maler

Insgesamt gelang Hermann Kurz mit seiner kenntnisreich zu Papier gebrachten Künstler-Biografie auch eine interessante Zeitreise auch durch unschöne Epochen.

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Wiesn-G’schichtn – Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der Welt

Die Initialzündung war ein kleines im A5-Querformat und Selbstverlag herausgebrachte Album namens “Anno Domini“, das 2008 zum 850. Stadtjubiläum Münchens erschien. Hierin erzählten 15 Zeichner und Autoren aus dem Umfeld des Gratismagazins “Comicaze“ Geschichten aus der bayrischen Metropole.

Wiesn-G'schichtn - Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der Welt

Das Resultat verkaufte sich nicht nur wie warme Brezn, sondern machte auch den Münchner Volk Verlag (nicht zu verwechseln mit Raymond Martin schon lange nicht mehr existierenden Volksverlag) auf die Zeichnergruppe aufmerksam. Hier konnten die Comicazler in einem schönen Hardcover-Band zum fairen Preis ihre sorgfältig geplante und recherchierte Zusammenstellung von Wiesn- Geschichten veröffentlichen.

Wiesn-G'schichtn - Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der Welt
Halbwegs chronologisch gegliedert und inhaltlich verknüpft enthält das Album fünfzehn meist auf tatsächlichen Ereignissen basierende Geschichten rund um das Oktoberfest. Dabei geht es meist eher heiter zu, so erhält 1888 Albert Einstein schon als kleiner Bub seine typische Frisur als er seinem Onkel Jakob dabei half das Schottenhammel-Festzelt elektrisch zu beleuchten. Doch neben kauzigen Bajuwaren wie dem 14-maligen Gewinner des Oktoberfest-Pferderennens Franz Xaver Krenkl (Wahlspruch: “Wer ko, der ko“), dem rabiaten Hans Steyrer, der gegen den Widerstand der Obrigkeit den ersten Festzug der Wiesnwirte durchführte, wird auch die Zeit des Dritten Reiches oder der Oktoberfest-Bombenanschlag vom 18. September 1981 thematisiert.

Wiesn-G'schichtn - Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der WeltDas Album ist sehr liebevoll aufgemacht. Jan Reiser (De Gschicht vom Brandner Kasper) verzierte die Innencover mit lässig hingerotzten typischen Wiesn-Situationen, wie einen sehr entspannt kotzenden Biertrinker. Ein umfangreicher Anhang stellt die Protagonisten der Geschichten, sowie die Macher vor und enthält Skizzen zu jeder Story. Doch wichtiger noch ist, dass – im Gegensatz zu den meisten Story-Sammlungen – ALLE Geschichten zeichnerisch und inhaltlich voll überzeugen können.

Wiesn-G'schichtn - Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der Welt

Als nächstes versuchten sich die Comicazler an den Sammel-Bänden „Karl Valentin – Sein ganzes Leben in einem Comic“ und an „BIER – Alles über den Durst„. Übrigens treffen sich die „Comicaze“-Macher und alle Comic-Interessierten jeweils am zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr in der Münchener Kneipe „Klenze 17“ in der Klenzestrasse 17.

Wiesn-G'schichtn - Komisches, Tragisches und Unerhörtes vom größten Volksfest der Welt
Hier noch die Namen der am Comic beteiligten Künstler: Adrian vom Baur, Tobias Bitterer, Timo Böhmler (Patsch), Frank Cmuchal, Christian Effenberger (Chriseff), Brigitte Gebhard (Bhrìd), Josef Hölzl (Huawa Sepp), Rees Jeannotte, Michael Kaintoch (TAZ), Peter Knoblich, Uli Knorr, Gaelle Liedts (Helga L.), Maximilian Lückenhaus, Robert Platzgummer, Jan Reiser, Oskar Rauch, Christoph Schöne, Simon Sieber

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Comicfestival in A Coruña 2015

Krönender Abschluss meiner Wanderung auf dem Jakobsweg war ein Besuch des spanischen Comicfestivals Viñetas desde o Atlántico. Es findet seit 1998 jährlich in in A Coruña statt.

Comicfestival in A Coruña 2015
Im Zentrum des Plakats zum Festival stand wieder das Wahrzeichen der Stadt, der aus der Römerzeit stammende Leuchtturm. Die Zeichnung stammt von Montse Martín, die im letzten Jahr Gast des Festivals war.

IMG_2181Organisiert wird das Festival von Miguelanxo Prado (Ardalén, Der tägliche Wahn, links im Bild), dessen Heimatstadt A Coruña ist.

Überall in der Stadt sind lebensgroße Comicfiguren zu sehen.

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Hier ist auch die gut besuchte Budenstadt zu sehen, in der Comics verkauft wurden und auch Signieraktionen stattfanden.

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Einer der Gäste des Festivals war Ana Miralles (Djinn).

Ana Miralles

In einer beeindruckenden Ausstellung im Rathaus zeigte die Künstlerin, wie sie die Titelbilder zu ihren Comics entwirft und ausführt.

IMG_2127Weitere Gäste waren Chloé Cruchaudet (Das falsche Geschlecht), …

IMG_2118Alfonso Zapico (James Joyce – Porträt eines Dubliners),…

IMG_2129Keiko,…

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und der sehr freundliche und vielfältig talentierte Joaquín López Cruces  (Mitte).

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Auch ansonsten gab es in A Coruña ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, u. a. mit einer Ausstellungen zum international operierenden Trickfilm-Studio Grangel aus Barcelona.

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IMG_2170Gezeigt wurden aber auch Erinnerungsstücken aus Hollywood-Blockbustern.

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Schon sehr zeitig startete in A Coruña das Oktoberfest!

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IMG_2105Natürlich wurde zünftig mit Wikinger-Helmen und Warsteiner Bier gefeiert!

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