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Bild-Comic-Bibliothek

Das Massenblatt Bild machte 2005 in seinen Ausgaben mit Otto Waalkes und täglichen Comics mächtig Werbung für seine 12-bändige Comic-Bibliothek, die am 1. August gestartet wurde und im Wochentakt erschienen, kurz darauf folgte die Reihe Klassiker der Comic-Literatur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Eigentlich waren die gebundenen Bände von Bild, die für nur 5 Euro 160 farbige Seiten von ausgewählten Comicklassikern präsentieren, eine prima Idee. Doch leider dort , wo die Bild-Zeitung verkauft wurde, waren die Bücher meist nicht erhältlich.

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So gab es keine Möglichkeit den Startband mit Asterix-Geschichten im Bereich des Münchner Hauptbahnhof zu erwerben. Weder in den Buchhandlungen noch an den Kiosken (die etliche Ausgaben der DVD-Edition der Süddeutschen Zeitung vorrätig hatten) und schon gar nicht im Comic-Shop. Es war zu erfahren, dass die angebotenen Konditionen zu ungünstig seien. Doch immerhin hatte der große Buchladen Hugendubel am Stachus einen ganzen Stoß roter Asterix-Bände prominent im Eingangsbereich präsentiert und äußerlich war das Buch wirklich ansprechend aufgemacht.

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Der Inhalt war jedoch etwas enttäuschend. Klar, das erste Album Asterix der Gallier gehört unbedingt in so einen Sammelband. Doch danach folgt dann leider keine weitere der meisterlichen Geschichten von René Goscinny sondern Uderzos eher schwaches Soloalbum Der große Graben als “Parodie auf die Mauer, die Deutschland trennte“. Nun ja und den Abschluss bilden dann die von Uderzo kommentierten Short Stories aus Asterix plaudert aus der Schule, die erst knapp zwei Jahre zuvor bei Ehapa erschienen sind.

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Insgesamt ist die Zusammenstellung zwar nicht optimal und eine redaktionelle Betreuung so gut wie nicht vorhanden (nicht einmal die Übersetzter werden genannt). Doch zum Glück ist es sehr schwierig bei einem Asterix-Sampler so richtig daneben zu greifen.

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Es war auch nicht ganz leicht an den zweiten Band der Reihe zu gelangen. In der nicht gerade kleinen Hugendubel-Filiale in München-Pasing kannte man zwar die Bild-Comic-Bibliothek, doch der erste Band war nicht mehr und der Zweite noch nicht vorrätig. Also mal wieder ab zum Stachus, wo Donald Duck, diesmal allerdings in deutlich kleineren Mengen, im Eingangsbereich auslag.

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Der zweite Band enthält eine überdurchschnittlich gelungene Zusammenstellung von 14 Donald-Stories die meist der Ehapa-Reihe “Hall of Fame“ entnommen wurden. Die jeweils zuständigen Künstler, darunter Volker Reiche, Jan Gulbransson, Romano Scarpa, Don Rosa und natürlich Carl Barks, werden jedoch lediglich bei den Geschichten in der zweiten Hälfte des Buches genannt.

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Das Vorwort ist mal wieder etwas ärgerlich, denn schlichte Gemüter könnten glauben, dass das “Comic-Genie“ Walt Disney (“ein Pedant, ein Lebemann, ein Trinker“) alles im Alleingang gezeichnet hat. In diesen Fall wissen Bild-Leser tatsächlich mehr, denn in der Zeitung wird neben Walt Disney auch gleichberechtigt Carl Barks vorgestellt. Verschwiegen wird jedoch, dass die in der Bild-Zeitung (und der Comic-Bibliothek) veröffentlichte Story Sicherheit für Entenhausen von Vicar stammt.

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Beim dritten Band gab es im Süden feiertagsbedingt einige Verzögerungen. Während die Bild-Zeitung seltsamerweise auch am Mariä-Himmelfahrts-Montag in München völlig unbeachtet erschienen ist und den großen Artikel zu Lucky Luke und zur Comic-Bibliothek enthielt, war das zugehörige Buch erst am Dienstag in einigen größeren Buchhandlungen zu erhalten.

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Bei Hugendubel am Stachus war dann noch etwas Asterix, kein Donald Duck und reichlich Lucky Luke vorrätig. Aus Hamburg wurde gemeldet, dass dort die kleinen Kiosken gar nicht mehr mit der Bild-Comic-Bibliothek beliefert wurden, da plötzlich die großen Buchhandlungen nach der unerwartet starken Nachfrage mehr Exemplare haben wollen und wegen geringer Anzahl an Vorbestellungen zu wenig gedruckt wurde.

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Doch nun zum Inhalt: Mit dem Abdruck der kompletten Alben Goldrausch! (1965), Ma Dalton (1971), Die Daltons und der Psycho-Doc (1975) und Der Kaiser von Amerika (1976), die alle von Goscinny getextet wurden, präsentiert der Band einen sehr guten Querschnitt durch die Serie. Die Zeichnungen von Morris leiden sehr viel weniger als die Arbeiten von Uderzo unter dem kleineren Format und dem etwas matten Druck. Insgesamt kann durchaus gesagt werden, dass (abgesehen vom etwas mauen Vorwort) Lucky Luke kaum besser präsentiert werden kann.

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Diesmal war es nicht möglich den vierten Band am Erscheinungstag in Aachen oder Köln zu erwerben. Gut sortierte Kioske verwiesen auf die Buchhandlungen und dort sollte Micky Maus dann erst am nächsten Tag geliefert werden. Bei Hugendubel in München gab es das Buch am Dienstag problemlos zu kaufen, doch von den restlichen Bänden der Comic-Bibliothek fehlte jede Spur.

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Inhaltlich werden über 30 Micky-Maus-Geschichten geboten, wobei sowohl Einseiter als auch Fortsetzungsgeschichten enthalten sind. Die Namen der Zeichner werden nicht genannt, obwohl dies ansonsten selbst bei Disney mittlerweile üblich ist. Das Vorwort und der zugehörige Bild-Zeitungsartikel widmen sich, wie schon bei dem Donald Duck – Band, fast ausschließlich dem “schweren Trinker, Playboy und FBI-Spitzel“ Walt Disney. Auch die Präsentation der Geschichten ist nicht optimal.

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Als Druckvorlagen dienten Micky Maus-Hefte aus den 50er- und 60er-Jahren, was nicht ohne nostalgischen Charme ist. Doch deutlich besser gelettertes und koloriertes Material wäre problemlos aufzutreiben gewesen. So wurde z. B. die im Buch enthaltene Geschichte Die verschwundene Eisenbahn im kurz zuvor erschienen Hall of Fame-Band zu Paul Murry unvergleichbar besser präsentiert. Der Micky-Maus-Band ist durch sein wahllos zusammengewürfeltes Material, die nicht mehr zeitgemäße Bearbeitung der Comics und die oft unnötig schlechte Druckqualität der bisher schwächste Band der Reihe.

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Auf geht´s in die fünfte Runde. Mittlerweile war in der neusten Ausgabe von ZACK schon so einiges über die weiteren Inhalte der Comic-Bibliothek zu erfahren, wie z. B. dass der Spirou & Fantasio-Band ausschließlich Material von André Franquin enthalten solle, was ja so schlimm nicht ist. Hugendubel am Stachus hielt auch gleich einen ganzen Stoß der neuen Ausgabe bereit. Auch Donald Duck und Micky Maus waren noch vorhanden, während Asterix und Lucky Luke vergriffen waren. 1:0 für Francobelgien!

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Etwas störend ist, dass der eher geringfügig an den Comics beteiligte Autor Greg auf dem Cover gleichberechtigt neben Franquin steht. Beim Vorwort und dem zugehörigen Artikel in der Bild-Zeitung entsteht wieder das Gefühl, dass es den Autoren nur um Haaresbreite gelingt ihre Unkenntnis zu verbergen und sie auch noch falsch voneinander abschreiben.

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Im Vorwort des Buches steht etwas vom “schüchternen, später depressiven“ Franquin. Der Autor Blieswood macht in der Bild-Zeitung daraus einen “schüchternen (später aggressiven)“ Franquin. Doch zum Glück sind im Buch auch noch Volker Hamanns fundierte redaktionelle Seiten enthalten, die schon die Spirou-Neuausgabe von Carlsen zierten. Geboten wird mit Das Nest im Urwald, Der Plan des Zyklotrop und QRN ruft Bretzelburg durchweg gutes Comicmaterial an dem es nun wirklich nichts zu meckern gibt.

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Zeitgleich mit dem sechsten Band der Bild-Comic-Bibliothek startete auch die Reihe Klassiker der Comic-Literatur der FAZ. Auch hier war es nicht ganz leicht ein Exemplar zu bekommen. Dies klappte in München weder bei Hugendubel (dort waren mittlerweile alle Ausgaben der Bild-Comic-Bibliothek vorrätig) noch in den Bahnhofsbuchhandlungen, doch im Comic-Shop war der erste FAZ-Band zu Superman schließlich erhältlich. Diese Reihe ist zwar kleinformatiger und nicht gebunden, enthält dafür aber ausführliche Vorworte.

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Als Band 6 der Bild-Comic-Bibliothek war Conan angekündigt. Wer sich Abenteuer mit muskulösen Barbaren erhoffte, war sicherlich etwas enttäuscht, als er einen kleinen Jungen mit Sherlock-Holmes-Mütze auf der Rückseite des Buches abgebildet sah. Geboten wird der Manga Detektiv Conan, der stilecht von hinten nach vorne zu lesen ist. Hier geht es um den 16-jährigen Meisterdetektiv Shinichi Kudo, der durch ein seltsames Gift in einen sechsjährigen Jungen verwandelt wird. Er nennt sich nun Conan (nach seinem Lieblingsautor Sir Arthur Conan Doyle) und lebt fortan unerkannt im Hause seiner Freundin, deren Vater praktischerweise auch noch ein erfolgloser Privatdetektiv ist.

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Geboten werden die ersten 18 Fälle der Serie. Gosho Aoyamas schwarzweiße Grafik kommt im größeren Format besser zur Geltung als in den Taschenbüchern. Detektiv Conan ist keine schlechte Serie, doch als einzige Manga-Serie innerhalb der Bild-Comic-Bibliothek (die FAZ-Reihe verzichtet ganz auf Mangas) wäre vielleicht die ebenfalls bei Egmont-Ehapa erschienene und deutlich originellere Serie Ranma ½ die bessere Wahl gewesen.

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“Knatterton war die deutsche Antwort auf James Bond“ ist in der Bild-Zeitung vom 12.9.2005 zu lesen und auf dem Buchrücken des siebten Bandes ist es noch etwas peinlicher formuliert: “Manfred Schmidt erfand Nick Knatterton 1950 als James-Bond-Parodie“. James Bond hat seinen ersten Auftritt erst 1953 im Roman Casino Royale und der erste Kinofilm Dr. No kam 1962 in die Kinos.

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Kombiniere, da hat jemand mal wieder keine Ahnung und verschenkt auch die schönste Legende um Nick Knatterton: Mit der Figur des superschlauen Super-Detektives wollte sich Manfred Schmidt eigentlich lustig machen über die amerikanischen Comic-Superhelden. Doch seine ab 1950 in der Illustrierten Quick veröffentlichten Bildgeschichten wurden so erfolgreich, dass sich Manfred Schmidt immer neue Großtaten für Knatterton ausdenken musste und Sklave seiner eigenen Erfindung wurde.

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Ansonsten ist der Band für Knatterton-Novizen durchaus brauchbar. Enthalten sind auf 190 schwarzweißen Seiten im Querformat und in der für die Buchausgaben überarbeiteten Form die ersten sieben Abenteuer von Der Schuss in den künstlichen Hinterkopf bis Das Geheimnis der Superbiene.

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Vom achten Band zu Tim und Struppi war am Erscheinungstag gerade noch ein nicht mehr eingeschweißtes Exemplar zu ergattern. Die Bild-Zeitung hat aufgrund der Wahlberichterstattung erstmals nicht auf der Titelseite auf den Begleitartikel zur Comic-Bibliothek hingewiesen.

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Im Innenteil der Zeitung befindet sich dann jedoch ein Artikel über den “berühmtesten Reporter der Welt“. Ebenfalls zum Abdruck gekommen sind drei verkleinerte Seiten (im selben Format wie in der Comic-Bibliothek) aus Tim und der Sonnentempel, in den nächsten Tagen wurde das Finale des Zweiteilers als Fortsetzung abgedruckt.

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Band 8 enthält mit Die sieben Kristallkugeln, Tim und der Sonnentempel und Der Fall Bienlein einen guten Querschnitt durch die Serie, aber leider auch wieder ein Vorwort. Norbert Körzdörfer schreibt von den “Zwillingsdetektiven Schulze und Schultze mit Melone, Regenschirm und Fliege“. Ein Blick in eins von Hergés Comicalben macht sofort klar, dass das Duo Krawatten trägt. Warum schreibt hier nicht jemand, wie z. B. bei der FAZ-Reihe Klassiker der Comic-Literatur,  der wirklich etwas von der Materie versteht.

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Während im Band 2 der Comic-Bibliothek kein Wort über Carl Barks verloren wird, ist er jetzt plötzlich der Erfinder von Phantomias. Dies ist natürlich Quatsch, denn Barks hat zwar der Ente 1949 in der Geschichte Der Supermensch (Super Snooper) tatsächlich gewaltige Kräfte (aber kein Kostüm) verliehen und dabei gleichzeitig kräftig über Superhelden abgelästert.

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Doch die 10-seitige Story blieb ohne Folgen und erst 1969 erfanden in Italien der Zeichner Giovan Battista Carpi und der Autor Guido Martina die Superheldenfigur Paperinik, indem sie Donald (der in Italien Paperino heißt) die Spezialausrüstung des Gentleman-Verbrechers Phantomias vorfinden ließen.

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Ihren ersten Auftritt in Deutschland hatte die Figur in Walt Disneys Lustigem Taschenbuch Nr. 41 („Donald mal ganz anders“). Der Comic-Bibliothek-Band enthält jetzt leider ausschließlich neueres Material, das ab 1996 bei Ehapa erschien. Die mit Manga-Elementen versetzten Zeichnungen sind grafisch durchaus hochwertig ist, die Inhalte können jedoch kaum fesseln (oder gar amüsieren). Diese Version von Phantomias hat sich nicht dauerhaft behauptet und ist ganz gewiss kein Comic-Highlight.

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Beim 10. Band der Bibliothek zu Brösels Werner gibt es dann erstmals wirklich gar nichts zu meckern. Ich ergatterte mein Buch noch vor dem eigentlichen Verkaufstag und seltsamerweise trug es die Inschrift „zweite Auflage“. Im Vorwort sind keine Fehler auszumachen und die Auswahl der enthaltenen Comicbeiträge deckt erstmals wirklich die volle Bandbreite der “behandelten“ Figur ab.

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Es sind sowohl die grafisch sehr schlichten aber dabei auch unglaublich komischen Frühwerke wie z. B. die Klassiker Bescheid oder Werner im Krankenhaus in der rohen schwarzweißen Urversion enthalten als auch ausgefeiltere Spätwerke wie Würfelkönig oder das 50-seitige Epos Wer bremst hat Angst!, die im Team realisiert wurden und leider meist weniger spaßig als bunt sind.

Highlights sind jene zwei Kapitel aus der Reihe Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Hier agiert Werner als Lehrling zusammen mit Meister Röhrich („Sanitäre Anlagen, Heizungsbau, Klima- und Schwimmbadtechnik“) und Lehrling Eckat, Brösels wohl schönsten Figuren. Die Mischung aus pointierter Alltagsbeobachtung und völlig abgedrehten Slapstick-Humor erwecken schon jetzt den Eindruck einen unverwüstlichen Comicklassiker zu lesen.

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Der elfte Band ist Rolf Kaukas Fix & Foxi gewidmet und war bereits sehr zeitig erhältlich. Geboten werden chronologisch geordnet Geschichten aus den Jahren 1963 bis 1991 (wobei leider die Frühphase fehlt).

Bild-Comic-Bibliothek

Ein Impressum benennt dankenswerterweise, die jeweiligen Fix & Foxi-Hefte aus denen die Stories stammen. Auch befinden sich umfassende Copyrightvermerke zu jeder Geschichte im Buch, doch für die Namen der Autoren und Zeichner (vertreten sind u. a. Florian Julino und Branco Karabajic) blieb dann leider mal wieder kein Platz mehr.

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Der Hauptklopper im Vorwort ist diesmal die „Information“, dass das erste Fix & Foxi-Heft von 1953 „heute circa 125.000 Euro wert“ ist. Der aktuelle Comicpreiskatalog listet hingegen maximal 1.500 Euro! In einem Nachwort weist Alexandra Kauka noch ganz besonders auf die erste Geschichte hin. Ein Name für die Wissenuni erlebt in diesem Buch seine Premiere und stammt vom neuen Fix & Foxi-Zeichnerteam um Lutz Mathesdorf.

Bild-Comic-Bibliothek 11: Fix & Foxi

Nahezu zeitgleich mit dem Bild Comic Bibliothek Band erlebte auch die Heftserie einen kurzen Relaunch. Die neuen Zeichner hatten die Nebenfiguren (darunter Karikaturen von TV-Promis namens Gunter Bauch, Jürgen Viellaber, Tom Teufelernst und Stefano Kräh) deutlich besser im Griff als die etwas unsicher modernisierten Hauptfiguren. Doch insgesamt macht die Geschichte, die auch noch eine Harry Potter-Parodie enthält, durchaus Spaß.

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Bezüglich des Abschlussbandes über Popeye herrschte ganz besondere Spannung. Dieser Spinatmatrose war in Elzie Crisler Segars Comicserie Thimble Theater von der Nebenfigur zur Hauptattraktion aufgestiegen. Eine ähnliche Karriere machte er auch im Zeichentrickfilm. 1933 trat er in einem Cartoon mit Betty Boop auf, schlug voll ein und bekam gleich seine eigene Serie.

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Doch der Comic-Bibliothek-Band enthält keinerlei Comics von Segar, sondern “153 Geschichten“ (bzw. Sonntagsseiten), die ausschließlich aus der Feder von Hy Eisman stammen. Eisman, der bevor er 1994 Popeye übernahm, bereits den Comic-Klassiker The Katzenjammer Kids fortgeführt hat, kann auch beim Spinat-Matrosen bezüglich Zeichnungen und Gags durchaus punkten.

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Doch es mutete etwas sinnlos an, in einen Comic-Bibliothek-Band zu Popeye ausschließlich Material aus den späten 90er-Jahren zu veröffentlichen. Das Vorwort hingegen geht überhaupt nicht auf Eisman ein und enthält wieder Unfug wie “In Popeye steckt die Abenteuerlust von Donald Duck, die Frechheit von Asterix und die Kraft von Superman – und im Mund die Pfeife von Nick Knatterton.“ Ganz klar, Popeye wurde maßgeblich beeinflusst von all diesen sehr viel später entstandenen Figuren.

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Abschließend ist bezüglich der Bild-Comic-Bibliothek festzustellen, dass Format, buchbinderische Aufmachung und Drucktechnik deutlich besser gelungen sind als bei der FAZ-Reihe Klassiker der Comic-Literatur.

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Doch die Auswahl des Materials kann nur selten überzeugen (Ausnahmen sind die Bände zu Lucky Luke und Spirou) und die einleitenden Worte zeigen, dass hier nicht mit Sachverstand vorgegangen wurde.

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TITANIC – Das endgültige Titel-Buch

Noch bis zum 2. Februar 2020 ist im Caricatura Museum Frankfurt eine beeindruckende Ausstellung zu sehen. Hier werden die Cover des Satiremagazins TITANIC gefeiert, die Monat für Monat immer wieder für einen Aufreger gut sind.

TITANIC - Das endgültige Titel-Buch

Zu sehen sind jene geschmacklosen Titelbilder, die Zonen-Gabi im Glück, immer wieder den Papst in zweifelhaften Situationen, erstaunlich oft Adolf Hitler, aber auch Kanzler Kohl als Birne oder – kurz nach dem Selbstmord von Uwe Barschel – Björn Engholm in der Badewanne zeigen.

TITANIC - Das endgültige Titel-Buch

Mehr als ein Nebenprodukt zur Ausstellung ist der voluminöse im Kunstmann Verlag erschienene gebundene 400-seitige Katalog der sich nicht darauf beschränkt alle Titelbilder von November 1979 (“Die einzige Ausgabe, bei der keiner meinte, TITANIC war früher besser.“) bis Juli 2019 (“Habeck legt sich fest: Ich bumse auch im Kanzleramt“).

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Hilke Raddatz, von der die die immer treffenden Karikaturen zur Rubrik “Briefe an die Leser“ stammen und die als einzige Künstlerin in jeder TITANIC-Ausgabe dabei war, hat eigens für Ausstellung und Katalog in ihrem unverwechselbaren Stil zu jedem Jahrzehnt ein Panorama-Bild zu Papier gebracht.

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Otto Waalkes hat sein aus Fotos bestehendes Titelbild “Jugend ’83“ vom Juli 1983 mit der neuen Collage “Alter 2019“ fortgesetzt. Ebenso witzig wie aufschlussreich sind pointierte Textbeiträge, die z. B. erzählen, wie stolz der damals noch als Ministerpräsident von Niedersachsen tätige Gerhard Schröder war, als er im April 1996 auf einem TITANIC-Titelbild zu sehen war und vergeblich versuchte ein Freiexemplar oder gar ein Poster des Covers abzugreifen.

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Witzig sind auch Dokumente, die belegen, dass in der TITANIC-Redaktion heftig um die Inhalte gerungen wird. So beschwerte sich Ex-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt 2001 bei den “lieben Kollegen“ über ein rätselhaftes Titelbild und fragte “Wo ist der Witz?“

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Auch Humor liegt im Auge des Betrachters und jede Ausgabe von TITANIC mag für sich ein “endgültiges Satiremagazin“ sein, doch die “Titelausstellung“ in Frankfurt ist nicht “endgültig“, denn die Verarsche geht zum Glück im Monatstakt weiter!

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TITANIC

Böse, oh so böse sein!

Bevor es die Titanic gab, war in der Bundesrepublik für Satire die Zeitschrift PARDON zuständig. Ab 1962 wurden hier aber auch Bereiche wie Literatur oder Philosophie beackert und die Beilage Slapstick brachte den Lesern sogar das Medium Comic näher. Besonders bemerkenswert war die als Provinz-Zeitung getarnte Rubrik Welt im Spiegel – WimS, in der Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und F. K. Waechter ihre Texte veröffentlichten. Doch Ende der 70er Jahre war PARDON nach Meinung viele Mitarbeiter wie Peter Knorr “aus den lichten Höhen rational aufklärerischer Satire in die Schleimgruben esoterischer Weltsicht“ geraten.

TITANIC

Daher hatten sich im Laufe der Jahre viele PARDON-Mitarbeiter, wie neben Gernhardt, Bernstein und Waechter auch Clodwig Poth vom Magazin getrennt und suchten nach einer neuen Veröffentlichungsmöglichkeit. Zunächst sollte das neue Satiremagazin “Die Sonne“ heißen, denn dadurch waren Rubriken wie “Sonnenbrille“, “Sonne Unverschämtheit“ und vor allem “Sonne Scheiße“ möglich. Doch “Die Sonne“ ging unter, denn sie war urheberrechtlich geschützt und im November 1979 tauchte erstmals das endgültige Satiremagazin TITANIC auf.

TITANIC

Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Bewusst geschmacklose Titelbilder, die Zonen-Gabi im Glück oder – kurz nach dem Selbstmord von Uwe Barschel – Björn Engholm in der Badewanne zeigen, sind der garantierte Aufreger des Monats. In bitterbösen Texten und vor allem in ebenso kunstvollen wie komischen Zeichnungen werden Würdenträger und Wichtigtuer veralbert. Zu bremsen ist diese Maschinerie weder durch Gerichtsverfahren noch durch erboste Leserbriefe, für die es im Magazin keinen Platz gibt. Stattdessen schreibt TITANIC “Briefe an die Leser“, die besonders unangenehm aufgefallen sind.

TITANIC

Gleich in der ersten Ausgabe nutzte TITANIC diese Rubrik dazu sich zu positionieren. Den “lieben Genossen vom KBW“ schrieb die Redaktion, dass es dem Magazin in erster Linie darum ging “Reibach“, “Kies“ und “Riesenkohle“ zu machen. “Ideologie-Kritik und ästhetische Kommunikation“ dienten hingegen lediglich dem Zeitvertreib. Ganz anders fiel die Selbstdarstellung des Blatts im Brief an die “lieben Freunde im Unternehmer-Verband“ aus: “Nieder mit der Macht des Kapitals! Mit den Waffen der Satire die Multis bekämpfen! Den kritischen Intellekt als Faustpfand gegen Imperialismus undsoweiter einsetzen! Böse, oh so böse sein!“

Titanic

Die Wirkung dieser Schmähbriefe an die Leser wird zudem noch durch sehr treffsichere Karikaturen von Hilke Raddatz gesteigert. Nicht nur die Rubrik “Briefe an die Leser“ zeigt, dass zum Erfolg von TITANIC die richtige Mischung aus Wort und Bild beigetragen hat. Neben Wort-Akrobaten wie Max Goldt, Heinz Strunk, dem DDR-Agitator Karl-Eduard von Schnitzler (“Sudel-Ede“) oder dem kürzlich verstorbenen Wiglaf Droste haben sehr viele in völlig unterschiedliche Richtungen arbeitende Cartoonisten, Karikaturisten und Comic-Zeichner für TITANIC gearbeitet.

TITANIC
„Obwohl ich heute noch detailliert angeben kann, wie wir aussahen und was wir sprachen, vermag ich nicht mehr mit Bestimmtheit zu sagen, wer von den dreien ich war.“ – © 1989, Eugen Egner aus TITANIC

Man denke nur an Walter Moers, Gerhard Seyfried, Volker Reiche, Manfred Deix, Gerhard Haderer, Bernd Pfarr, Greser & Lenz, Gary Larson oder dem auf Bühne und Zeichenpapier gleichermaßen hochtalentierten Otto Waalkes.

Titanic Otto Waalkes

Dieser verdankte seinen Erfolg auch dem Wortwitz der TITANIC-Autoren Bernd Eilert, Peter Knorr und Robert Gernhardt. Letzterer brachte es auf den Punkt: “Unser Sechser im Lotto war Otto“, woraufhin der Ostfriese konterte: “Mein Überraschungs-Ei, das waren die Drei“.

Titanic das endgültige Titelbuch

Zum Jubiläum des Satiremagazins ist unter dem Motto “40 Jahre nur verarscht“ zur noch bis zum 2. Februar 2020 im Caricatura Museum Frankfurt gezeigten Ausstellung ein wuchtiger und interessant zusammengestellter Katalog mit allen Titelbildern erschienen.

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Otto Waalkes: Kleinhirn an alle

Als am 11.11.2018 der Sondermann-Preis für komische Kunst an Otto Waalkes verliehen wurde, zeigte der mittlerweile 70-jährige Entertainer, dass er immer noch in Höchstform ist. Während sich sein Live-Programm im Laufe der Jahre zu einem gewaltigen Spektakel mit Leuchtturm-Bühnenbild und Live-Band entwickelt hat, genügte Otto in der Frankfurter Brotfabrik eine schlichte Gitarre, um mit schrägen deutschen Versionen von Beatles-Songs beste Stimmung zu verbreiten.

Otto Waalkes: Kleinhirn an alle

Das kommt nicht von ungefähr und ist das Produkt einer langen Karriere, die sich zwar auch im Kino und im Fernsehen abspielte, doch in erster Linie auf der Bühne stattfand und stattfindet. Den auf einer von Bernd Pfarr geschaffenen Figur aus dem Magazin TITANIC basierenden Preis erhielt Otto aber auch, weil der Ostfriese nie geleugnet, dass viele seiner besten Gags und Film-Drehbücher von Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Peter Knorr, den Chef-Satirikern der Publikation, stammen. Mittlerweile ist nur noch Eilert für Otto tätig und dieser hat auch an dessen „großer Ottobiografie“ mitgearbeitet.

Otto Waalkes: Kleinhirn an alle

Das 400-seitige Buch ist unverkennbar im Tonfall von Otto Waalkes geschrieben (und würde ganz sicher noch sehr viel komischer wirken, wenn er es vorliest). Es handelt sich nicht um eine komplette Darstellung von Ottos Leben, sondern sprunghaft wechseln lebendige Schilderungen wichtiger Ereignisse mit oft recht interessanten Reflektionen darüber, warum manche Gags funktionieren und andere nicht. Passend dazu wurde das Buch noch mit Zitaten von nationalen und internationalen Comedy-Größen wie Wilhelm Busch oder Steve Martin garniert.

Otto Waalkes: Kleinhirn an alle

Das Resultat ist kurzweilig und macht einen recht ehrlichen Eindruck. Am Rande des oft sehr turbulenten Geschehens schildert Otto auch, wie seine beiden Ehen scheiterten, sucht die Schuld großteils bei sich, ist dann aber recht schnell wieder bei der nächsten erfreulicheren Anekdote. Doch auch dass ist nicht völlig unsympathisch, denn natürlich bedarf es gewisser Mechanismen, um sich einen Grundoptimismus, Lebensfreude und einen fast nie bösartigen Humor zu erhalten.

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Der Schuh des Manitu

Bereits Erkan und Stefan war eine große Überraschung, denn der Film bot neben den durchaus soliden Gags eine mindestens ebenso solide Kriminalstory, an der sich das Prolo-Duo reiben konnten. Doch bei Der Schuh des Manitu war der umtriebige Michael Bully Herbig nicht nur Drehbuchautor und Regisseur, sondern auch noch Produzent und Hauptdarsteller (natürlich in einer Doppelrolle). Solche Egotrips gehen bei Personen, die nicht gerade Charlie Chaplin heißen, meist ziemlich in die Hose. Doch der Schuh geht nicht in die Hose, sondern amüsiert auf eine sehr eigene und schwer zu beschreibende Weise.

Der Schuh des Manitu
Vordergründig handelt es sich um einen in Spanien gedrehten Western, der ungefähr genauso sorgfältig ausgestattet und inszeniert wurde, wie die Meisterwerke des Italo-Western und der Karl May-Reihe. Doch dann verwundert es schon ein wenig, wenn Bully als Apachen-Häuptling Apahachi und sein Blutsbruder Ranger sich am Marterpfahl in Münchener Mundart wie ein altes Ehepaar streiten. Doch seltsamerweise wird es dabei nie albern, selbst dann nicht, wenn der brillante Sky du Mont als eleganter Schurke Santa Maria sehr fürsorglich zu seiner Bande ruft: „Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo und dann reiten wir los!“

Der Schuh des Manitu

Ebenso erfreulich wie der schräge und sehr eigene Humor dieses Filmes ist die Tatsache, dass dies sorgfältig produzierte Werk vom hiesigen Publikum, dass ja eigentlich die typischen deutschen Beziehungskomödien leid ist, auch noch mit offenen Armen aufgenommen wurde. Der Schuh des Manitu erreichte in unseren Kinos weit über 10 Millionen Zuschauer und wurde mit geringen Abstand zum ersten Kinofilm von Otto Waalkes zum zweiterfolgreichsten deutschen Film.

Der Schuh des Manitu

Um zu versuchen, Ottos Rekord zu brechen, ergänzte Bully seinen Film um 8 Minuten und brachte ihn als Der Schuh des Manitu – Extra Large erneut in die Kinos. Ergänzt wurde ein mäßig lustiger Prolog, der Menschen die den Film erstmals sehen eher verwirren wird. Halbwegs lustig ist dann Bullys Auftritt als Elvis-Indianer Grauer Star. Selbstverständlich wurde die verlängerte Fassung auch erneut auf DVD gestartet. Hierzu gab es zwar einige neue Extras, doch dafür fielen andere Spezial Features wie das Making Of oder die Interviews weg. Insgesamt ist die alte Schuh des Manitu-DVD deutlich besser ausgestattet.

Der Schuh des Manitu

Extras der ersten DVD-Edition: Extratonspur mit Kommentaren von Bully und Dimitri; Making Of zur Extra Large-Version (9:10 min); 17 entfallene Szenen (insgesamt 14:59 min); Outtakes (4:00 min); Winnetouchs neue Urlaubsdias (3:26 min); 3 Fernsehauftritte von Bully in diversen Sendungen (insgesamt 27:34 min); Zwei Berichte zum Makup (2:53 min und 5:26 min); 4 Texttafeln mit Presseberichten, Interview mit Bully, Winnetouch und Abahachi (3:26 min); Musikvideo „Do The Tomahawk-a-lula“ mit Grauer Star (3:02 min); Bullys Storyboard-Zeichnungen im Vergleich zu drei Filmszenen (insgesamt 3:40 min); 11 Produktiondesign-Entwürfe; “Ein Schuh geht um die Welt“: Synchronisationsgags in verschiedenen Sprachen (insgesamt 5:02 min), Zwei identische Trailer zur Extra Large Version (je 0:56 min, 16 : 9, nicht anamorph, Stereo 2.0), Zwei TV-Spots (0:27 min)

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Unnützes Hamburg Wissen

Auf Seite 17 ist unter der Überschrift “Das älteste Gebäude Hamburgs“ zu lesen, dass sich dieses auf der Nordseeinsel Neuwerk befindet. Beim im Jahre 1310 erbauten dortigen Leuchtturm soll es sich zugleich auch noch um den “ältesten Leuchtturm Europas“ handeln. Die Insel Neuwerk ist in der Tat ein Stadtteil Hamburgs, der älteste Leuchtturm Europas hingegen befindet sich an der Nordküste Spaniens. Das Wahrzeichen des galcisischen A Coruña ist der Herkulesturm, ein Leuchtturm aus der Römerzeit, der zum ersten Mal im Jahre 400 nach Christi erwähnt wurde.

Unnützes Hamburg Wissen

Auf Seite 61 erfahren wir, dass das Hamburger “Alstervergnügen“ ein seltenes Vergnügen sei, da es “in den letzten 40 Jahren nur sechs Mal“ stattfand. Dies ist nicht richtig, denn das “Alstervergnügen“ wird seit 1976 alljährlich Ende August / Anfang September rund um die Binnenalster gefeiert. Richtig ist, dass die mitten in der City gelegene Alster nur sehr selten zufriert und wenn es passiert, dies für die Hamburger in der Tat ein großes Vergnügen ist, das Eis zu betreten und Glühwein zu trinken.

Unnützes Hamburg Wissen
Der ältesten Leuchtturm Europas in A Coruña

Auf Seite 91 steht, dass Udo Lindenberg “seit 1968 im Hamburger Hotel Atlantic“ wohnt. Lindenberg zog 1968 nach Hamburg (und wohnte dort zeitweise in einer auf Seite 96 erwähnten WG mit Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen). Seine erste (nicht besonders erfolgreiche) Platte “Lindenberg“ erschien 1971 und erst Mitte der Neunziger Jahre zog Udo Lindenberg ins Hotel Atlantic.

Unnützes Hamburg Wissen
Dieses hübsche Hamburger Gebäude hätte auch einen Eintrag verdient.

Diese hier erwähnten Fehler trüben ein wenig den Spaß am hübsch aufgemachten und nett bebilderten Büchlein, das sich eigentlich perfekt als Geschenk für Fans und Bewohner der Freien und Hansestadt eignet. Der österreichische Holzbaum Verlag, der sich bisher eher auf “Wien Wissen“ konzentrierte, hat “unnützes Wissen“ wahrscheinlich nicht mit “unwahren  Wissen“ verwechselt. Möglicherweise steht das Werk in der Hamburger “He lücht“-Tradition. Diese wird völlig richtig auf Seite 49 des Buchs damit beschrieben, dass Barkassenführer bei Hafenrundfahrten gerne “Übertreibungen, Anekdoten, harmlose Unwahrheiten und sonstiges Seemannsgarn“ erzählen.

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Otto – 50 Jahre Bühnenjubiläum

Zum 50. Bühnenjubiläum von Otto Waalkes erschien eine Doppel-DVD, die Höhepunkte aus allen Schaffensjahren des Komikers präsentiert. Für meinen Geschmack kommt in dieser Zusammenstellung der “klassische“ Otto etwas kurz. Die 70er Jahre sind vertreten mit Die Otto Shows (20:50 min), die 80er Jahre mit Hilfe, Otto kommt! (10:35 min), Ein neues Programm von und mit Otto Waalkes (11:06 min). Diese insgesamt nur 42 Minuten sind immer noch sehr, sehr komisch. Hier ist zu sehen, wie amüsant aber auch wie musikalisch Otto bereits von Anfang an war und wie schnell er gelernt hat mit seinem Publikum zu spielen.

Otto - 50 Jahre Bühnenjubiläum

Weitere Schaffensperioden werden meiner Meinung nach dann im Verhältnis zu den ersten wirklich tollen Jahren ein wenig zu breit getreten. So komisch war dieser von Otto synchronisierte Schimpanse in Ronny’s Pop Show (18:01 min) nun auch wieder nicht. Dies gilt auch für die Trickfilmserie Ottifanten aus den 90er Jahren, deren erste Episode Rock’n‘ Roll und Schokoküsse (22:55 min) in dieser Sammlung enthalten ist. Besonders ausführlich eingegangen wird auf die letzten Jahre mit Heimatkunde Otto – Mein Ostfriesland und mehr (37:12 min), auf norddeutsch getrimmten Popsongs Otto und die Friesenjungs (17:38 min), sowie Führungen durch Dat Otto Huus in Emden: Geboren um zu blödeln (45:18 min) und Otto als Künstler – Malt was ganz anderes (28:59 min).

Otto - 50 Jahre Bühnenjubiläum

Interessant wären sicher noch Ausschnitte aus Otto – Die Serie gewesen, für die Szenen aus Edgar-Wallace-Filmen neu zu Sketchen zusammengestellt wurden, sowie natürlich eine richtig gut recherchierte Dokumentation über das komplette Leben des friesischen Götterboten. Wer mag kann diese Otto-DVDs auch noch mit allerlei Beigaben wie Kunstdrucken oder Plüschtieren als Luxus-Editionen beziehen.

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Dinosaurier – Im Reich der Giganten

Ende der Neunziger Jahre war die dreistündige BBC-Serie “Walking with Dinosaurs – A Natural History“ ein großer Hit. Hierbei wurden genauso gelungen am Computer animierte Dinosaurier wie im Kinofilm „Jurassic Park“ (und sehr viel besser als nahezu gleichzeitig im Trickfilm „Disney´s Dinosaurier“) benutzt. Die Serie lehnte sich an herkömmliche Tier-Dokumentationen an und versuchte in sechs recht unterschiedlichen halbstündigen Episoden mit teilweise recht drastischen Szenen zu zeigen, wie das Leben der Dinosaurier möglicherweise stattgefunden hat.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Weitere weltweit erfolgreich vermarktete BBC-„Dokus“ wie „Die Erben der Saurier – Im Reich der Urzeit“ oder das Prequel „Walking with Monsters“ (“Die Ahnen der Saurier“) folgten und da war es naheliegend auch einen Kinofilm zu produzieren. Doch bei ihrem Bestreben diesen möglichst kindgerecht zu gestalten sind die Macher leider weit über das Ziel hinausgeschossen.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN
Die Handlung des Filmes wird von einem lustig gemeinten Urzeitvogel namens Alex erzählt und das in der deutschen Fassung auch noch mit der Stimme von Otto Waalkes, so dass der Titel “Walking with Dinosaurs“ besser gepasst hätte. Im Zentrum der Handlung steht der kleine Pachyrhinosaurus Patchi. Dieser hat wie alle Heranwachsenden ganz viele familiäre aber auch hormonelle Probleme, die er dem Publikum äußerst geschwätzig mitteilt. Das permanente Geplapper auf der Tonspur relativiert die durchaus beeindruckenden Trickaufnahmen. So richtig überzeugen kann diese Urzeit-Version von Disneys “Bambi“ trotz teilweise toller Bilder leider nicht.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Bonusmaterial: Making of in deutscher Sprache (10:17 min), Musikclip Dino-Rap (0:59 min), Blick hinter die Kulissen (2:17 min), Interviews (10:40 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, Spiel „Englisch mit den Dinos“, Deutscher Trailer (1:32 min), Englischer Trailer (1:20 min), Trailershow

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