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Der Schuh des Manitu

Bereits Erkan und Stefan war eine große Überraschung, denn der Film bot neben den durchaus soliden Gags eine mindestens ebenso solide Kriminalstory, an der sich die Prolo-Doubles reiben konnten. Doch bei Der Schuh des Manitu war der umtriebige Michael Bully Herbig nicht nur Drehbuchautor und Regisseur, sondern auch noch Produzent und Hauptdarsteller (natürlich in einer Doppelrolle). Solche Egotrips gehen bei Personen, die nicht gerade Charlie Chaplin heißen, meist ziemlich in die Hose. Doch der Schuh geht nicht in die Hose, sondern amüsiert auf eine sehr eigene und schwer zu beschreibende Weise.

Der Schuh des Manitu
Vordergründig handelt es sich um einen in Spanien gedrehten Western, der ungefähr genauso sorgfältig ausgestattet und inszeniert wurde, wie die Meisterwerke des Italo-Western und der Karl May-Reihe. Doch dann verwundert es schon ein wenig, wenn Bully als Apachen-Häuptling Apahachi und sein Blutsbruder Ranger sich am Marterpfahl in Münchener Mundart wie ein altes Ehepaar streiten. Doch seltsamerweise wird es dabei nie albern, selbst dann nicht, wenn der brillante Sky du Mont als eleganter Schurke Santa Maria sehr fürsorglich zu seiner Bande ruft: „Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo und dann reiten wir los!“

Der Schuh des Manitu

Ebenso erfreulich wie der schräge und sehr eigene Humor dieses Filmes ist die Tatsache, dass dies sorgfältig produzierte Werk vom hiesigen Publikum, dass ja eigentlich die typischen deutschen Beziehungskomödien leid ist, auch noch mit offenen Armen aufgenommen wurde. Der Schuh des Manitu erreichte in unseren Kinos weit über 10 Millionen Zuschauer und wurde mit geringen Abstand zum ersten Kinofilm von Otto Waalkes zum zweiterfolgreichsten deutschen Film.

Der Schuh des Manitu

Um zu versuchen, Ottos Rekord zu brechen, ergänzte Bully seinen Film um 8 Minuten und brachte ihn als Der Schuh des Manitu – Extra Large erneut in die Kinos. Ergänzt wurde ein mäßig lustiger Prolog, der Menschen die den Film erstmals sehen eher verwirren wird. Halbwegs lustig ist dann Bullys Auftritt als Elvis-Indianer Grauer Star. Selbstverständlich wurde die verlängerte Fassung auch erneut auf DVD gestartet. Hierzu gab es zwar einige neue Extras, doch dafür fielen andere Spezial Features wie das Making Of oder die Interviews weg. Insgesamt ist die alte Schuh des Manitu-DVD deutlich besser ausgestattet.

Der Schuh des Manitu

Extras der ersten DVD-Edition: Extratonspur mit Kommentaren von Bully und Dimitri; Making Of zur Extra Large-Version (9:10 min); 17 entfallene Szenen (insgesamt 14:59 min); Outtakes (4:00 min); Winnetouchs neue Urlaubsdias (3:26 min); 3 Fernsehauftritte von Bully in diversen Sendungen (insgesamt 27:34 min); Zwei Berichte zum Makup (2:53 min und 5:26 min); 4 Texttafeln mit Presseberichten, Interview mit Bully, Winnetouch und Abahachi (3:26 min); Musikvideo „Do The Tomahawk-a-lula“ mit Grauer Star (3:02 min); Bullys Storyboard-Zeichnungen im Vergleich zu drei Filmszenen (insgesamt 3:40 min); 11 Produktiondesign-Entwürfe; “Ein Schuh geht um die Welt“: Synchronisationsgags in verschiedenen Sprachen (insgesamt 5:02 min), Zwei identische Trailer zur Extra Large Version (je 0:56 min, 16 : 9, nicht anamorph, Stereo 2.0), Zwei TV-Spots (0:27 min)

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Otto – 50 Jahre Bühnenjubiläum

Zum 50. Bühnenjubiläum von Otto Waalkes erschien eine Doppel-DVD, die Höhepunkte aus allen Schaffensjahren des Komikers präsentiert. Für meinen Geschmack kommt in dieser Zusammenstellung der “klassische“ Otto etwas kurz. Die 70er Jahre sind vertreten mit Die Otto Shows (20:50 min), die 80er Jahre mit Hilfe, Otto kommt! (10:35 min), Ein neues Programm von und mit Otto Waalkes (11:06 min). Diese insgesamt nur 42 Minuten sind immer noch sehr, sehr komisch. Hier ist zu sehen, wie amüsant aber auch wie musikalisch Otto bereits von Anfang an war und wie schnell er gelernt hat mit seinem Publikum zu spielen.

Otto - 50 Jahre Bühnenjubiläum

Weitere Schaffensperioden werden meiner Meinung nach dann im Verhältnis zu den ersten wirklich tollen Jahren ein wenig zu breit getreten. So komisch war dieser von Otto synchronisierte Schimpanse in Ronny’s Pop Show (18:01 min) nun auch wieder nicht. Dies gilt auch für die Trickfilmserie Ottifanten aus den 90er Jahren, deren erste Episode Rock’n‘ Roll und Schokoküsse (22:55 min) in dieser Sammlung enthalten ist. Besonders ausführlich eingegangen wird auf die letzten Jahre mit Heimatkunde Otto – Mein Ostfriesland und mehr (37:12 min), auf norddeutsch getrimmten Popsongs Otto und die Friesenjungs (17:38 min), sowie Führungen durch Dat Otto Huus in Emden: Geboren um zu blödeln (45:18 min) und Otto als Künstler – Malt was ganz anderes (28:59 min).

Otto - 50 Jahre Bühnenjubiläum

Interessant wären sicher noch Ausschnitte aus Otto – Die Serie gewesen, für die Szenen aus Edgar-Wallace-Filmen neu zu Sketchen zusammengestellt wurden, sowie natürlich eine richtig gut recherchierte Dokumentation über das komplette Leben des friesischen Götterboten. Wer mag kann diese Otto-DVDs auch noch mit allerlei Beigaben wie Kunstdrucken oder Plüschtieren als Luxus-Editionen beziehen.

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