Schlagwort-Archive: Peanuts

100 Seiten

Mit gleich 10 Bänden startete der Reclam Verlag seine Reihe 100 Seiten. Der Name ist natürlich Programm, denn diese Taschenbücher hören tatsächlich mit Seite 100 auf (und – was ungewöhnlich ist – sie beginnen tatsächlich mit Seite 1). Unter dem Motto “persönlich geschrieben“ und “modern gestaltet“ werden hier Themen wie Jane Austen, Ötzi, Menschenrechte, Ovid,  Twin Peaks, JFK. aber auch Asterix oder Superhelden, “unterhaltsam präsentiert“. Mittlerweile liegen weitere Bände vor.

100 Seiten

Der Leipziger Kritiker und Übersetzer Joachim Kalka beschäftigt sich mit der legendären Comicserie peanuts von Charles M. Schulz. Dem Buch ist deutlich anzumerken, wie sehr der Autor Charlie Brown, Linus, Snoopy und die ganze Bande liebt. In Kapiteln wie “Weltmeister des Tagtraums“, “Erklär mir die Liebe!“ oder “Vom Glück des Unabänderlichen“ beschreibt er herausragende Comic-Strips. Dabei ist es ein wenig schade, dass diese nicht zum Abdruck kommen. Doch die schlichte (copyrightfreie) Bebilderung der Bücher gehört zum Konzept der Reihe.

100 Seiten

Dies stört weniger in dem 100-seitigen Buch sgt. pepper, denn hier geht es hauptsächlich um Musik der Beatles. Natürlich spielt das einflussreiche Cover von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band auch eine gewisse Rolle, doch der Musikjournalist Peter Kemper beschreibt in erster Linie faktenreich aber auch mitreißend, wie die 13 Titel des ersten Konzeptalbums der Popgeschichte 1967 entstanden sind. Das Buch lädt dazu ein sich einmal wieder – und dann vielleicht mit etwas anderen Ohren – Lucy in the Sky with Diamonds oder A Day in the Life anzuhören.

100 Seiten

Die Vielfältigkeit der Reihe belegt der Titel die weiße rose. Der Historiker Wolfgang Benz beschreibt im Eröffnungskapitel Diktatur und Krieg ebenso knapp wie präzise die Mechanismen des deutschen Nationalsozialismus. Anschließend schildert er das Wirken und die Aburteilung der studentischen Widerstandskämpfer um zum Abschluss die Frage “Ist die Weiße Rose gescheitert?“ mit Nein zu beantworten.

Doch das ist noch längst nicht alles. Auch zu Sex, Bud Spencer, Jini Hendrix, Trash-TV oder Deutsche Sprache liegen 100-seitige Bücher vor. Ein Ende der Reihe ist zum Glück nicht abzusehen.

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COMICIADE 2016

COMICIADE 2016Vom 9. bis 11. September fand im Aachener Ludwig Forum zum zweiten Mal die COMICIADE statt.

COMICIADE 2016

Ein gewaltiges Wandgemälde mit Charlie Brown und seinen Freunden wurde exklusiv für die Comiciade von der in Aachen anwesenden Peanuts Zeichnerin Vicki Scott entworfen und wird auch weiterhin das Stadtbild der Kaiserstadt beleben.

ICIADE

Auch viele der anwesenden Zeichner erwiesen den Peanuts ihren Tribut!

COMICIADE 2016

Besonders gut gefallen hat mir der Beitrag von Timo Wuerz (Aaron und Baruch).

COMICIADE

Viele der Motive gab es auch als Klebe-Bilder zum Sammeln.

COMICIADE 2016

Haupt-Austragungsort war wieder das Ludwig Forum.

COMICIADE 2016

Bereits  bei der Eröffnung herrschte gute Stimmung bei den Gästen und beim COMICIADE-Team.

COMICIADE 2016

Eine Ausstellung war dem neuen Vater und Sohn Team Ulf K. und Marc Lizano gewidmet.

Ein weiterer Schwerpunkt waren Kinderbücher.

COMICIADE 2016

Anwesend waren Jörg Hilbert der Schöpfer von Ritter Rost

COMICIADE

… und Silvio Neuendorf, der Erfinder von Käpt’n Sharky.

COMICIADE

Zu Gast war auch YPS-Zeichner Oliver Gerke.

Ein weiterer Veranstaltungsort war die ehemalige St. Elisabeth Kirche.

COMICIADE

Dort fand Cosplay statt.  Hier im Bild: Lani von Riddle Costumes.

COMICIADE

Die Kirche ist jetzt ein Hotel und dort wo früher der Altar war, ist nun ein Altar.

COMICIADE

Natürlich war auch Spider-Man anwesend.

COMICIADE

Einer der vielen Höhepunkte war der mitreißende Auftritt von Kai Havaii & Stefan Kleinkrieg. Die beiden EXTRABREIT-Musiker begeisterten mit einer konzertanten Lesung.

COMICIADE

Kein Besucher musste hungern, denn es gab jede Menge Karl-der- Kleine-Printen.

2018 geht es weiter mit der COMICIADE!

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Kein Strich zu viel – 65 Jahre Peanuts

Über Charles M. Schulz und seine Peanuts gibt es reichlich Bücher, doch was der begnadete Designer Chip Kidd unter dem Originaltitel “Only What’s Necessary“ zwischen zwei querformatige Pappdeckel gepackt hat, dürfte selbst Comic-Experten überraschen. Kidd legt sein Hauptaugenmerk auf die Original-Zeichnungen von Schulz und zeigt was für ein begnadeter Künstler dieser war.

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Seiner Fähigkeit mit wenigen Strichen Emotionen auszudrücken zollt das Titelbild des Buchs Tribute, genauso wie der aktuelle Kinofilm, bei dem die Gesichter der aufwändig animierten Peanuts so aussehen, als hätte Charles M. Schulz sie höchstpersönlich auf die plastischen Figuren gekritzelt.

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Charles M. Schulz wurde am 25. November 1922 in Minneapolis geboren und erhielt den Spitznamen Sparky. Sein Vater, der als Friseur arbeitete, war ein großer Comic-Fan. Nur wegen der Comic-Beilage kaufte er jedes Wochenende so viele Zeitungen wie möglich. Sparky, der keine Geschwister hatte, durchlebte eine scheinbar ganz normale Schulzeit. Er schien jedoch ein wenig darunter zu leiden, dass er in so ziemlich allem nur Durchschnitt war. An dieses Gefühl muss er sich auch später als erfolgreicher Cartoonist immer noch sehr gut erinnert haben. Das Highlight seiner Kindheit waren die Besuche im Kino. Hier sah er all die Abenteuer, die er später seinen Snoopy erleben ließ.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Über einen Fernkurs lernte er schließlich zeichnen und 1937 verkaufte er seine erste Zeichnung (es handelte sich um ein Bild des Familienhunds) an „Ripley´s Believe it or not“, eine Serie mit Illustrationen zu unglaublichen Begebenheiten. Eine Weile schlug Schulz sich als Cartoonist und Letterer durch.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Ab 1948 erschienen unter dem Titel „Li´l Folks“ wöchentlich in der „St. Paul Pioneer Press“ von Schulz gezeichnete Cartoons über eine Bande von Kindern . Als man es dort ablehnte seine Zeichnungen öfter und an besserer Stelle zu platzieren, ging er nach Chicago. Dort gelang es Schulz nach einigen Anläufen und der Überwindung seiner angeborenen Schüchternheit einen Comic-Strip bei einer Agentur unterzubringen.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Da es jedoch bereits eine Serie namens „Little Folks“ gab, wurde der Strip ohne Rücksprache mit Schulz kurzerhand in „Peanuts“ umbenannt, obwohl Schulz lieber „Good Ol´ Charlie Brown“ als Alternativtitel gehabt hätte. Auch später dachte Schulz immer wieder darüber nach die Serie umzubenennen, da er sich mit „Peanuts“ als Titel nie so recht identifizieren konnte. Ab dem 2. Oktober 1950 wurde sein erster Strip veröffentlicht. Es sollte nicht allzu lange dauern, bis sich kaum eine US-amerikanische Zeitung erlauben konnte, ohne die Peanuts zu erscheinen.

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Zunächst war Charlie Brown, dessen Vater übrigens genau wie der von Schulz Friseur von Beruf ist, von einer Horde nicht sonderlich markanter Kinder umgeben, die alle keine große Zukunft in der Serie haben sollten. Auch die Gags waren noch auf einem ziemlich kindlichen Niveau. Doch das sollte sich ändern, als nach und nach Schroeder, Lucy und ihr Bruder Linus, sowie Charlie Browns Schwester Sally auftauchten. Sie waren zunächst merklich jünger als Charlie Brown, wuchsen jedoch recht rasch heran und waren schließlich alle (bis auf Sally) ungefähr im selben Alter.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts
In gewisser Weise sollten die anderen Peanuts sogar schneller älter werden als Charlie Brown. Sie erwarben besondere Fähigkeiten, wie etwa Schroeder, der so viel übte, dass er sogar auf einem Klavier mit aufgemalten Tasten ganz phantastisch Beethoven spielen konnte. Sie bekamen aber auch Neurosen wie Linus, der unzertrennlich mit seiner Schmusedecke verbunden war. Sie ließen schließlich sogar ihr Innenleben bereitwillig zu Wucherpreisen von der boshaften Lucy („The Doctor is in.“) analysieren.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Lediglich Charlie Brown, der zweifelsohne das Zentrum der Serie darstellt, blieb „normal“. Charlie war als kleiner Junge mit seinen Bedürfnissen nach simplen Kinderspielen höchst durchschnittlich. Überdurchschnittlich war er jedoch in seinen Nehmer-Qualitäten. Obwohl ihm Lucy jedes Mal den Ball wegzog, obwohl alle seine Drachen abstürzten und obwohl das von ihm trainierte Baseballteam kein einziges Mal siegte, dachte er niemals ernsthaft daran aufzugeben. Eine Art weibliches Gegenstück zu Charlie Brown sollte schließlich Peppermint Patty werden. Gerade diese Strips über depressive Ereignisse halfen Schulz (und mit Sicherheit auch vielen seiner Leser) dabei, über persönliche Krisen hinwegzukommen.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Damit es innerhalb der Serie jedoch nicht nur erwachsen, depressiv und dialoglastig zuging, gab es noch den Beagle Snoopy, der immer wieder für chaotischen Humor und surreale Momente sorgte. Mit dem gelben Vogel Woodstock, dessen zahlreichen Neffen und den in der Wüste lebenden Cowboy-Verwandten von Snoopy hat Schulz die Serie jedoch gelegentlich ein wenig zu weit von ihrem eigentlichen Zentrum entfernt.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Schulz war einer der wenigen Zeichner, der seine komplette Arbeit von der ersten Idee bis zur Reinzeichnung ganz alleine ohne Assistenten durchführen konnte. Für den farbigen Sonntagsstrip benötigte er einen Tag. Die sechs anderen Wochenstrips schaffte er manchmal an einem Nachmittag. Ihm gehörten zwar nicht die Rechte an seinen Figuren. Er setzte etwa 1968 nach dem Tode von Martin Luther King durch, dass gegen den Widerstand vieler Zeitungen ein schwarzer Junge namens Franklin gleichberechtigt mit den anderen Figuren agieren sollte. Inspiriert hierzu wurde er durch den Briefwechsel mit einer weißen Lehrerin namens Harriet Glickman, der in diesem Buch enthalten ist. Schulz hatte auch alleinige Kontrolle über die zahlreichen Lizenzprodukte. Doch oftmals, wie etwa bei den Zeichentrickfilmen, war er sehr unzufrieden mit den fertigen Resultaten, die seine Ideen nicht optimal umsetzten.

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Der Peanuts-Comic, der am 13. Februar 2000 in den US-Zeitungen erschien, war nicht sonderlich witzig. Die farbige Sonntagsseite wurde einen Tag nach dem Tod von Charles M. Schulz veröffentlicht und wiederholte noch einmal, was der Peanuts-Schöpfer seinen Fans bereits am 3. Januar 2000 in seinem letzten schwarzweißen Tages-Strip mitgeteilt hatte.

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Snoopy hockte sinnierend auf seiner Hütte und vor ihm steht eine Schreibmaschine. Anscheinend hat er folgendes getippt: „Liebe Freunde, ich hatte das Glück Charlie Brown und seine Freunde fast 50 Jahre lang zeichnen zu dürfen. Dies war die Erfüllung meiner Kinderträume. Leider bin ich den Anstrengungen, die ein täglich erscheinender Comic Strip erfordert, nicht mehr gewachsen. Daher gebe ich hiermit bekannt, dass ich mich zur Ruhe setze. Ich bis sehr dankbar für die langjährige Loyalität meiner Herausgeber und die wundervolle Unterstützung und Liebe, die ich durch die Fans des Comic Strips erfahren habe. Charlie Brown, Snoopy, Linus, Lucy… wie könnte ich sie jemals vergessen… Charles M. Schulz.“

Kein Strich zu viel - 65 Jahre Peanuts

Das vorliegende Buch endet mit diesem Strip und Paige Braddock, die als Creativ Director in Schulz‘‘ Studio in Santa Rosa arbeitet, erläutert erstmals die Hintergründe der Entstehung. Sie war dabei als Schulz bei der Übergabe seines wöchentlichen Pensums an Peanuts-Comics einen Schlaganfall erlitt. Danach stellte sie mit dem schwer gehandicapten Schulz eine Collage aus markanten Situationen zusammen, die noch einmal zeigt, was das Besondere an diesem Comic war, der seine Leser fast 50 Jahre lang erfreute und auch heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

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Peanuts: Auf zu den Sternen, Charlie Brown!

Bereits 2012 erschien bei Carlsen unter dem Titel „Das Glück ist eine Schmusedecke“ eine neue nach dem Tode von Charles M. Schulz entstandene Comic-Geschichte mit den „Peanuts„. Eigentlich ist es ja eine kleine Sensation, dass die Traditions-Serie fortgeführt wird. Doch dies erregte ebenso wenig Aufsehen, wie der dem Comic zugrundeliegende (nahezu) gleichnamige auch bei uns auf DVD und Blu-ray veröffentlichte Animationsfilm „Das Glück ist eine wärmende Decke„.

Peanuts: Auf zu den Sternen, Charlie Brown!

Nicht von Schulz gezeichnete Peanuts-Comics wurden bereits zu dessen Lebzeiten in den 50er und 60er Jahren in Comicheften aus dem Hause Dell veröffentlicht, doch niemals in den Zeitungen. Die in Los Angeles ansässigen BOOM! Studios hatten bereits Erfolge mit „Planet der Affen„-Comics und einer preisgekrönten von Roger Langridge gezeichneten Comicversion der „Muppets Show„. Hier ist auch die neue verlegerische Heimat der Peanuts. Die Mannschaft um das Ehepaar Vicki und Bob Scott lässt den Mythos der Li’l Folks Charlie Brown, Linus, Lucy und Snoopy weiterleben.

Peanuts: Auf zu den Sternen, Charlie Brown!

In Deutschland hat sich Cross Cult der Sache angenommen, sicher auch im Hinblick auf den neuen Peanuts-Animationsfilm. Der erste dort in einem etwas kleineren Format als in den USA veröffentlichte Band „Auf zu den Sternen, Charlie Brown!“ trägt im Original den schöneren Titel „The Beagle has landed, Charlie Brown!„. Dies ist natürlich eine Anspielung auf die Eagle genannte Mondlande-Fähre der NASA. Das Büchlein enthält allerlei lustige neue Comic-Kurzgeschichten, die meist um Snoopys Versuche kreisen mit seiner Hütte zum Mond zu fliegen. In einer längeren Story am Ende des Buches gelingt es dem Beagle schließlich gemeinsam mit dem Vögelchen Woodstock auf dem Mond zu landen. Abgerundet wird das Buch noch durch einige Seiten mit Skizzen und Entwurfszeichnungen.

Peanuts: Auf zu den Sternen, Charlie Brown!

Als nächster Band erschien bei Cross Cult die sehr lustige durchgehend erzählte Geschichte „Auf nach Tokio, Charlie Brown!“ Hier reisen die Peanuts nach Japan um bei einem Baseball-Turnier anzutreten. Es ist schön, dass es jetzt auch bei uns auf einem so hohen Niveau und mit so viel Respekt vor dem Werk von Charles M. Schulz mit den Peanuts weitergeht.

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