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Micky Maltese: Eine Mäuseballade

Der 1947 in Venedig geborene Italiener Giorgio Cavazzano war bereits als 12-Jähriger professionell in der Comic-Branche tätig! Er tusche zunächst die Zeichnungen seines auch für Disney tätigen Cousins Luciano Capitanio und wurde dann Mitarbeiter von Romano Scarpa (Der fliegende Schotte), dem wohl einflussreichsten italienischen Disney-Zeichner.

Micky Maltese: Eine Mäuseballade
© 2019 Disney

Bereits mit 19 Jahren realisierte Cavazzano eigene Comic-Geschichten für Disney Italien. Er arbeitet meistens mit Textern zusammen, wie etwa bei der viel beachteten Fantasy-Serie Drachenritter mit Egmonts Disney-Chefredakteur Byron Erickson. Doch Cavazzano kann nicht nur Disney, wie seine Geschichte Spider-Man in Venedig belegt, und ist auch ein talentierter Autor, wie seine bei uns in der Lustiges Taschenbuch Jubiläumsedition Nr. 3 und im Band Entenhausener Filmklassiker veröffentlichte Parodie des Kultfilms Casablanca beweist.

Micky Maltese: Eine Mäuseballade
© 2019 Disney

Ein weiterer Höhepunkt im Werk von Cavazzano ist eine von Bruno Enna geschriebene Geschichte. Der Titel Micky Maltese: Eine Mäuseballade lässt zwar vermuten, dass es sich hierbei um eine Parodie von Hugo Pratts ersten Comic-Abenteuer mit Corto Maltese handelt. Doch für Autor und Zeichner ist der 1967 erschienene Comic Die Südseeballade ein alles überragender Meilenstein.

Micky Maltese: Eine Mäuseballade
© 2019 Disney

Daher ist Eine Mäuseballade weniger eine Parodie, sondern – genau wie viele der italienischen Disney-Comics – eine liebevolle Hommage. Es wird sich nicht über die Vorlage lustig gemacht, sondern – ähnlich wie in frühen Disney-Kurzfilmen – ist die Freude daran zu spüren, Micky und seine Freunde in die Helden- oder Schurken-Rollen von Klassikern aus Literatur oder Kino schlüpfen zu lassen.

Micky Maltese: Eine Mäuseballade
© 2019 Disney

So ist es bei Cavazzano und Enna nicht der aufbrausende Donald, der für die Corto-Maltese-Rolle gecastet wurde, sondern der gelegentlich auch melancholische Micky. Diesem wird fast die Show gestohlen, durch einem sehr charismatisch die Schurkenrolle des Katputin (Rasputin bei Pratt) spielenden Kater Karlo. Natürlich gibt es im Comic auch dankbare Rollen für Minnie (“Minniedora Gruyère-Moore, Tochter eines bekannten Reeders aus Cape Maus“) und Goofy als Südsee-Insulaner.

Micky Maltese: Eine Mäuseballade
© 2019 Disney

Obwohl die Geschichte ganz offensichtlich für die Veröffentlichung im (Lustigen) Taschenbuch-Format vorgesehen ist, hat die Egmont Comic Collection eine luxuriöse Edition spendiert. Das hat mit 50 Euro seinen Preis, ist aber durchaus angemessen. Die klaren Bilder von Cavazzano und das kongeniale Inking von Alessandro Zemolin kommen im Großformat besser zu Wirkung. Als Ergänzung gibt es noch aussagekräftige Texte von Enna, Cavazzano. Zemolin und dem Journalisten Vicenzo Mollica.  Als krönenden Abschluss enthält das Buch noch den Abdruck sämtlicher Bleistiftzeichnungen von Cavazzano, die dieser ganz lässig – und ohne jemals ein Radiergummi zu benutzen! – zu Papier gebracht hat.

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Anastasia

Mit diesem Film versuchte die Fox 1997 die Vormachtstellung Disneys zu brechen. Der Zeichentrickfilm von Don Bluth (Mrs. Brisby, Feivel – Der Mauswanderer) und Gary Goldmann bedient sich sehr frei bei den Legenden um die angeblich letzte Zarentochter.

Anastasia

Schon der Anfang der Story ist eine ziemliche Zumutung: Angela Lansbury, die ja schon die Teekanne in Die Schöne und das Biest sprach, entführt uns in die „märchenhafte und wundervolle Zeit“ als es in Russland noch einen Zaren gab. Kurz darauf wird Rasputin des Palastes verwiesen und entfesselt aus Rache und durch Zauberkräfte (!) die russische Revolution. Der Pöbel erhebt sich und schlagartig ist St. Petersburg mit Fabrikanlagen verschandelt.

Anastasia

Die gedächtnisverlustige echte Anastasia (Meg Ryan Synchronstimme sorgt für einige wenige lichte Momente) gibt sich nun als falsche Anastasia um aus dem ganzen Elend ins wundervolle Paris entkommen zu können. Ähnlich peinlich und blöde geht es dann mit viel Schmalz, Leerlauf und etlichen überflüssigen und sofort wieder vergessenen Liedern weiter.

Anastasia

Auch technisch und künstlerisch ist Anastasia eher enttäuschend: Schlecht rotoskopierte menschliche Figuren, langweilige, meist bei Disney abgekupferte, Tiere und ohne viel Gespür eingefügte Computeranimationen versuchen die oft erstaunlich hübsch ausgeführten Background-Gemälde mit Leben zu erfüllen. Völlig zu Recht schnitt Anastasia an den US-Kinokassen, trotz gewaltigen Werbeetats, nicht viel besser ab, als die zeitgleich angesetzte Wiederaufführung von Disneys Arielle – Die Meerjungfrau.

Anastasia

Extras der DVD: Eine 23-minütige Dokumentation über die Dreharbeiten, in englischer Sprache ohne Untertitel; “Die magische Reise von Anastasia“, 7 Minuten in englischer Sprache ohne Untertitel; Zwei Lieder zum Mitsingen: „“Es war einmal im September“ und „“Man kann alles lernen“ können wahlweise in deutsch, englisch oder spanisch gesungen werden; Anhand eines längeren Ausschnittes werden die zahlreichen Synchronfassungen präsentiert (6:31 min, Vollbild, Stereo 2.0); Drei Puzzles zum Zusammensetzen; Die Steelbook-Doppel-DVD enthält auch noch den 60minütigen Film „Bartok der Große“

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