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Roland Emmerich – Die offizielle Biografie

Eine objektive Betrachtung des filmischen Wirkens von Roland Emmerich ist schon lange fällig. Dies ist Jo Müllers Buch nicht wirklich, dazu steht er dem Regisseur, dessen Karriere er in den letzten 25 Jahren begleitete, mittlerweile ein wenig zu nahe. Doch als Gegengewicht zu den vielen Verrissen, die der 1955 in Stuttgart geborene “Master of Disaster“ am Anfang seiner Karriere, aber auch für seine letzten Filme erhalten hat, taugt das Buch allemal.

Roland Emmerich - Die offizielle Biografie

Joe Müllers Buch ist alles andere als einheitlich. Es enthält Interviews mit Emmerich aus allen Phasen seines Schaffens, von Das Arche Noah Prinzip (1984) bis hin zu Independence Day: Wiederkehr (2016). Zu Wort kommen auch Weggefährten, wie seine Schwester Ute, der Schauspieler Malcolm McDowell (Moon 44), der Trickexperte Volker Engel oder der Komponist Harald Kloser, der auch an den Drehbüchern zu 10.000 B.C. und 2014 mitarbeitete. Letzterer steuerte auch ein ganz schön wirres Vorwort zum Buch bei.

Roland Emmerich - Die offizielle Biografie

Das Buch enthält etwas zu ausführliche Inhaltsangaben zu einigen der Filme, manche Informationen sind mehrmals im Buch zu finden, etwa weil Jo Müller den Regisseur etwas zu häufig über sein Verhältnis zu den Autorenfilmern des “Neuen Deutschen Films“ oder der deutschen Presse befragte. Doch der Informationsgehalt ist sehr groß, und das Buch lädt dazu ein, sich viele der beschriebenen Filme nochmal – oder auch erstmals! – anzuschauen.

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Independence Day: Wiederkehr

Dass es 20 Jahre gedauert hat, bis Roland Emmerich seinen größten Erfolg fortsetzte, lag hauptsächlich  an Will Smith, der wenig Interesse daran hatte noch einmal in die Rolle des tollkühnen Captain Steven Hiller zu schlüpfen. Doch auch Emmerichs Co-Drehbuch-Autor Dean Devlin fiel es nicht leicht, sich eine wirklich gute Geschichte auszudenken.

Independence Day: Wiederkehr

In der Tat mangelt es der Fortsetzung sowohl an einem charismatischen Hauptdarsteller wie Smith als auch an einem ebenso simplen wie phantasievollen Drehbuch. Es war die originelle und pfiffige Geschichte, die “Independence Day“ 1996 zu sehr viel mehr als einen Katastrophen-Film mit Aliens machte. Damals war die Formel “Ein Schwarzer, ein Jude und ein Säufer retten die Welt“ tatsächlich etwas radikal Neues.

Independence Day: Wiederkehr

Da fiel auch die etwas arg patriotische Ansprache, die Bill Pullman als US-Präsident Thomas J. Whitmore hielt, nicht weiter peinlich auf, zumal sich der gute Mann danach als Pilot eines Kampfjets selbst mit ins finale Getümmel stürzte. Ganz nebenbei vermittelte Emmerich aber auch, dass sich an der Schlacht gegen die Aliens die ganze Welt und nicht nur die USA beteiligte.

Independence Day: Wiederkehr

“Independence Day: Wiederkehr” ist fast noch stärker ein futuristisch aufgemotztes Remake als eine Fortsetzung. Der Film spielt in einem alternativen Universum, in dem im Jahre 2016 dank Alien-Technologie Frieden auf Erden herrscht. Wenn recht ausführlich gezeigt wird, wie von der Erde zu einer geräumigen Mondbasis gereist wird, dann erinnert dies an die liebevoll gebastelten Raumschiff-Modelle aus britischen Science-Fiction-TV-Serien wie “Thunderbirds“ und “UFO“ oder auch an Emmerichs 1990 in einer Fabrik im schwäbischen Renningen gedrehter vierter Spielfilm “Moon 44“.

Independence Day: Wiederkehr

Natürlich platzen jedoch schon recht bald die Aliens in die utopische Idylle hinein. Natürlich sind ihre Raumschiffe jetzt noch größer und gefährlicher. Natürlich zeigt auch der ehemalige US-Präsident Whitmore wieder großen Einsatz und natürlich ist auch Jeff Goldblum als ökologischer Weltenretter David Levinson wieder an vorderster Front tätig. Natürlich wird wieder zerstört, was das Zeug hält, diesmal u. a. London.

Independence Day: Wiederkehr

Doch anders als 1996 in „Independence Day“ dauert es sehr lange, bis es Emmerich und Devlin doch noch gelingt, im überraschend großen Finale, die privaten Schicksale einiger kurz und markant charakterisierter Hauptfiguren direkt aber auch originell mit dem großen Schlussgefecht gegen die gigantische Alien-Queen zu verknüpfen. Für einen dritten Teil empfehle ich eine Bedenkzeit von mehr als 20 Jahren!

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James Bond Soundtracks

1962 war es für den englischen Musical-Komponisten Monty Norman keine besondere Ehre den Soundtrack zu einem James Bond Film zu schreiben, er musste mit dem Angebot geködert werden bei den Dreharbeiten auf Jamaika dabei zu sein. Von dort aus versorgte er „James Bond jagt Dr. No“ mit allerlei flotter Calypso-Musik wie den Song “Under the Mango Tree“, der im Film auch kurz von Sean Connery gesungen wird, für Norman aber nicht als Main-Theme taugte. Hierfür grub er eine seiner alten Musical-Kompositionen aus, die John Barry mit  großem Orchester sehr dynamisch einspielte und die sich gut mit den psychedelischen Vorspann-Spielereien von Maurice Binder zusammenfügte.

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John Barry versorgte einen Großteil der folgenden 007-Filme mit eingängigen Leitmotiven. In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) wurde erstmals die sogenannte Pre-Title-Sequence eingeführt, die schon vor dem eigentlichen Vorspann für Spannung sorgte. Der Song “From Russia with Love“ von Lionel Bart war im Vorspann nur in einer von John Barry sehr flott instrumentierten Version und erst sehr viel später gesungen von Matt Monro zu hören.

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Das Konzept einen James-Bond-Titelsong zum werbeträchtigen Hit zu machen, wurde erstmals bei „Goldfinger“ (1964) erfolgreich umgesetzt. John Barrys pompös instrumentierter und von Shirley Bassey mit viel Power interpretierter Titelsong verkaufte sich als Single millionenfach. Daher kam die Sängerin auch bei “Diamantenfieber“ und “Moonraker“ wieder zum Einsatz.

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Die Titelsongs zu den beiden nächsten Bond-Filmen waren weniger erinnerungswürdig. “Thunderball“ wurde von Tom Jones recht gradlinig und ganz ohne dessen lustige Manierismen runtergesungen, sehr viel witziger ist da eine powervolle Coverversion von Adriano Celentano namens “Il mio amico James Bond“.  Alternativ wurde für „Feuerball“ (1965) der im Film instrumental eingesetzte Titel “Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ von Shirley Bassey und auch von Dionne Warwick eingesungen, was genauso verworfen wurde wie ein von Johnny Cash angebotener Song. Nach „Man lebt nur zweimal“ (1966) hatte Sean Connery genug davon James Bond zu spielen, auch der mittelprächtige von Nancy Sinatra interpretierte Titelsong konnte ihn nicht zurückhalten.

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Sehr viel interessanter geriet die lustige Musik, die Burt Bacharach 1967 zur chaotischen mit David Niven, Peter Sellers und Woody Allen besetzten 007-Parodie „Casino Royale“ beisteuerte. Darunter befindet sich auch das von Dusty Springfield unvergesslich hingehauchte “The Look of Love“. Für die deutsche Synchronfassung wurde davon die grottige Cover-Version “Ein Blick von Dir“ mit Mireille Mathieu aufgenommen.

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Dass sich George Lazenby nicht als offizieller Nachfolger von Sean Connery in der Rolle des James Bond durchsetzten konnte, lag ganz gewiss nicht am Soundtrack von „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969). Selbst das im Film nur kurz zu hörende Weihnachtslied “Do you know how Christmas Trees are grown?“ ist so schön, dass es für die deutsche Fassung des Filmes von Katja Epstein als “Wovon träumt ein Weihnachtsbaum im Mai?“ neu eingesungen wurde. John Barrys im Vorspann verwendetes instrumentales Titelthema hat Drive, und der von Louis Armstrong interpretierte Lovesong “We have all the Time in the World“ ist das wundervollste Musikstück aus einem James Bondfilm ever!

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Für viel Geld kehrte Sean Connery 1971 ein erstes Mal zu seiner verhassten Paraderolle zurück und sorgte auch durch seine lustlose Darstellung dafür, dass “Diamantenfieber“ zum schlechtesten 007-Film wurde. Danach pausierten Sean Connery und John Barry erst einmal, denn Roger Moore betrat die Leinwand. Damit dieser als neuer James Bond nicht andauernd mit Connery verglichen wird, wurde versucht vieles anders zu machen. Der Moore-Bond trank keinen Wodka Martini sondern Bourbon und der Soundtrack zu „Leben und sterben lassen“ (1973) stammte von George Martin, der schon den Song “Goldfinger“ produziert hatte. Dem “fünften Beatle“ Martin gelang es Paul McCartney nicht nur als Komponisten sondern gemeinsam mit seinen Wings auch als Interpreten des Titelsongs zu verpflichten, was etwas Flower Power in einen Film mit rassistischen Untertönen brachte.

0000Bei „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) war wieder einmal John Barry mit an Bord auch als Komponist eines durchschnittlichen Titelsongs, der sich als einzige 007-Eröffnungsnummer nicht in den Charts platzieren konnte. „Der Spion, der mich liebte“ (1977) ist die Quintessenz aller vorherigen Bond-Filme und hat die beste Pre-Title-Sequence der ganzen Reihe: Bond stürzt scheinbar hilflos auf Skiern eine gewaltige Schlucht hinunter und erst im letzten Moment öffnet sich ein mit dem Union Jack bedruckter Fallschirm. Diese Szene geht direkt über in Carly Simons „Nobody does it better“, erstmals bei Bond waren hier Song- und Filmtitel nicht identisch. Genau wie der Titelsong stammte auch der Soundtrack von Marvin Hamlisch, der sich dabei an der Musik der Bee Gees orientierte.

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Danach übernahm wieder John Barry, der James Bond mit seiner Musik zu „Moonraker – Streng geheim“ (1979) in den Weltraum schickte. Für „In tödlicher Mission“ (1981) wurde der “Rocky“-Komponist Bill Conti verpflichtet und Sheena Easton, war als erster Interpret eines 007-Titelsongs auch auf der Leinwand zu sehen.

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John Barry beendete in „Octopussy“ (1983, Titelsong von Rita Coolidge) und „Im Angesicht des Todes“ (1985, mit einem markanten Song von Duran Duran) die 007-Ära von Roger Moore zumindest musikalisch halbwegs würdevoll. Zwischendrin kehrte Sean Connery im “inoffiziellen“ 007-Film „Sag niemals nie“ (1983) als James Bond zurück. Aus rechtlichen Gründen durfte nur die selbe Geschichte wie fast 20 Jahre zuvor in “Feuerball“ erzählt und nicht auf Monty Normans “The James Bond Theme“ zurückgegriffen werden. Der französische Komponist Michel Legrand schrieb einen abwechslungsreichen entspannt jazzigen Soundtrack mit einem mittelprächtigen von Lani Hall (ursprünglich war Bonnie Tyler vorgesehen) interpretierten Titelsong und einem grandiosen “Tango of Death“. Die Komponisten Stephen Forsyth und Jim Ryan hatten einen alternativen Titelsong namens „Never Say Never Again“ komponiert, der von Phyllis Hyman interpretiert aber nicht verwendet wurde.

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John Barry half  mit seinem letzten 007-Soundtrack Timothy Dalton in „Der Hauch des Todes“ (1987, Titelsong von a-ha) die Nachfolge von Roger Moore anzutreten und schuf eine besonders romantische Filmmusik. Daltons zweiter und letzter Bond-Film stellte einen radikalen Richtungswechsel dar. „Lizenz zum Töten“ musste 1989 mit US-amerikanische Action-Filmen konkurrieren, und daher wurde der “Stirb Langsam“- und “Lethal Weapon“-Komponist Michael Kamen verpflichtet. Den zugehörigen Titelsong interpretierte dann nicht wie zunächst geplant Eric Clapton, sondern Gladys Knight schmetterte ihn in bester Shirley-Bassey-Tradition.

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Erst 1995 startete mit „GoldenEye“ ein neuer Bondfilm und mit Pierce Brosnan ein neuer Bond. Auch bei der Wahl des Komponisten hatten die Produzenten ein glückliches Händchen. Der Franzose Eric Serra (“Im Rausch der Tiefe“) veredelte den Film mit neuen interessanten Klängen und Geräuschen. Leider war er mit der Abmischung seines Soundtracks sehr unzufrieden und sicher auch mit der Tatsache, dass er nicht den von Tina Turner gesungenen Titelsong komponieren durfte. Serra beschloss künftig nur noch exklusiv für seinen Freund Luc Besson zu arbeiten. Womit bei 007 eine neue musikalische Ära begann.

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David Arnold schrieb die Soundtracks zu den Roland Emmerich-Filmen „Star Gate“ und „Independence Day“. Für den 007-Job qualifizierte er sich besonders durch das von ihm produzierte Album „Shaken and Stirred“, auf dem zahlreiche namhafte Musiker wie Iggy Pop, Pulp oder Propellerheads klassische Bond-Titelsongs neu interpretierten. Arnold übernahm auch das Komponieren für die drei folgenden Filme mit Pierce Brosnan: „Der Morgen stirbt nie“ (1997, Titelsong von Sheryl Crow), „Die Welt ist nicht genug„, (1999, Titelsong von Garbage) und „Stirb an einem anderen Tag“ (2002, Titelsong von Madonna).

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Nicht nur durch den neuen Hauptdarsteller Daniel Craig sondern auch inhaltlich wurde danach bei „Casino Royale“ (2006, Titelsong von Chris Cornell) Neuland betreten. David Arnold untermalte die Lehr- und Wanderjahren des Geheimdienstlers ihrer Majestät mit wuchtigen Orchesterklängen. Thematisch passend setzt er das markante James Bond Theme erst am Ende des Films ein, als Craigs Bond-Werdung fast vollzogen war. Auch die sehr direkte Fortsetzung „Ein Quantum Trost“ (2008, Titelsong von Jack White und Alicia Keys) betreute David Arnold musikalisch.

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Genau wie schon beim von Danny Boyle inszenierten Londoner Olympia-Eröffnungsfilm „Happy and Glorious“, in dem Daniel Craig zusammen mit der Queen auftrat (hier komponierte Rick Smith), war David Arnold beim nächsten James Bond Film „Skyfall“ nicht mehr dabei. Der Regisseur Sam Mendes brachte seinen Hauskomponisten Thomas Newman mit, und der im klassischen Stil gehaltene Titelsong stammte von Adele.

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Zum selben Zeitpunkt erschien zum 50. Jubiläum der Kino-Reihe die Compilation „Best Of Bond… James Bond“, die erstmals alle Titelsongs der ersten 22 offiziellen 007-Filme enthielt. Es gibt diese Zusammenstellung auch als Doppel-CD mit allerlei interessanten Bonus-Tracks wie “Do you know how Christmas Trees are grown?“ oder “Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ gesungen von Shirley Bassey.

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Zum neusten James Bond Film “Spectre“ schrieb Sam Smith den nur bedingt mitreißenden Titelsong “Writing’s on the Wall“. Da Smith das Lied auch persönlich singt, ist er – nach Matt Munro und Tom Jones, die Anno 1963 und 1965 die Titelsongs “From Russia with Love“ und “Thunderball“ schmetterten – erst der dritte männliche Solo-Interpret, der während eines 007-Vorspanns zu hören ist.

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Der Soundtrack zu “Spectre“ stammt wieder von Thomas Newman. Im Zeitalter von iTunes, Spotify und YouTube ist es nicht mehr zu verstehen, dass die für teures Geld angebotene CD mit Newmans “Spectre“-Soundtrack nur eine instrumentale Version von Sam Smiths bereits einen Monat zuvor im Internet veröffentlichten Song enthält.

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White House Down

Bereits in “Independence Day“ und “2012“ hatte er das Weiße Haus spektakulär zerstört, dies jedoch jeweils als eine kleine Episode im Rahmen von “größeren“ Katastrophen-Szenarien. Daher mutet es fast schon bescheiden an, wenn sich Roland Emmerich in seinem neuen Spektakel darauf konzentriert in zwei Stunden “nur“ (naja, fast nur) das US-Nationalheiligtum nach allen Regel seiner beträchtlichen filmischen Destruktions-Kunst in Schutt und Asche zu legen.

White House Down

Wie es in Hollywood gar nicht so selten der Fall ist, startete kurz zuvor bereits ein Kinofilm, der eine ähnliche Geschichte erzählte. In “Olympus has fallen“ waren es nordkoreanische Terroristen, die den US-Präsidenten als Geisel nahmen, hauptsächlich damit sich Gerard Butler als Action-Star in Szene setzten konnte. Mit der hochrangigen Besetzung konnte Regisseur Antoine Fuqua (“Training Day“) wenig anfangen. Aaron Eckhard wurde als eher schwächlicher Präsident verschenkt, während Robert Forster, Angela Basset und selbst Morgan Freeman wenig mehr zu tun hatten als nutzlos herumzustehen. Der mit unnötig harter brachialer Gewalt in Szene gesetzte Film ist nicht minder dumm geraten als das zeitnah entstandene Remake von “Red Dawn“ in dem es nicht mehr wie im Originalfilm von 1984 die Russen, sondern ebenfalls die Nordkoreaner waren, die die USA angreifen.

White House Down

Roland Emmerich ist weniger daran interessiert Ängste zu schüren, sondern er serviert einmal mehr allerfeinstes Popcorn-Kino mit sanften liberalen Untertönen. Dem Film ist die Freude am Zerstören aber auch der Spaß an absurden Momenten anzumerken ist. Die spektakuläre Autoverfolgungsjagd im Vorgarten des Weißen Hauses wirkt fast schon wie eine Parodie, das gilt noch mehr für die angreifenden Kampfhubschrauber, die so tief fliegen, dass sie von einer Verkehrkontrolle geblitzt werden.

White House Down

Auch Emmerich hat einen großartigen Cast, er verschafft allen seinen Darstellern erinnerungswürdige Momente und macht sie zu etwas mehr als zu austauschbaren Blockbuster-Pappkameraden. Das Zusammenspiel zwischen Channing Tatum als Actionheld im Feinripp-Unterhemd (“Stirb Langsam“ lässt auch ansonsten mehrmals grüßen) und Jamie Foxx als smarter tatkräftiger Präsident funktioniert bestens, die Motive der Schurken sind zumindest nachvollziehbar (hier lässt “The Rock“ grüßen). Einmal mehr gelang Emmerich ein Wohlfühl-Katastrophenfilm.

White House Down

Die DVD von “White House Down“ enthält als Bonusmaterial sehr viel weniger als die Blu-ray. Enthalten sind vier kurze aber nicht uninteressante Dokumentationen: “Männer der Tat“ (4:00 min), “Ein dynamisches Duo“ (3:36 min), “Roland Emmerich – Es geht noch mehr“ (4:58) und “Treffen Sie die Insiders“, alle wahlweise mit deutschen Untertiteln.

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