Schlagwort-Archive: Rudolph Dirks

Deutsche Comicforschung 2019

Auch der 15. Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe Deutsche Comicforschung enthält in gewohnter Qualität wieder elf Artikel über höchst unterschiedliche Aspekte der hiesigen Comic-Historie. Mit Ausnahme von Helmut Kronthalers Kunst-Comics im Schatten der Pop Art stammen alle Berichte aus der Feder von Eckart Sackmann (wobei einmal Hinrich Schröder als Co-Autor genannt wird).

Deutsche Comicforschung 2019

Dem auch als Herausgeber fungierenden Sackmann scheinen zwei Themen besonders wichtig zu sein. In faktenreich recherchierten und interessant bebilderten Artikeln versucht er zwei weit verbreitete Thesen zur deutschen Comicgeschichte zu wiederlegen. Seiner Meinung nach wurde der Einfluss Wilhelm Buschs auf die Entwicklung der Comics in den USA maßlos überschätzt und speziell Rudolph Dirks‘ The Katzenjammer Kids haben wenig Gemeinsamkeiten mit Buschs 30 Jahre zuvor erschienenen Lausbubengeschichten über Max und Moritz.

Deutsche Comicforschung 2019

Noch ausführlicher beschäftigt sich Sackmann mit der Behauptung, dass es an der Ideologie der Nationalsozialisten lag, dass sich in den Dreißiger Jahren keine Comic-Kultur in Deutschland entwickelt hat. Auf knapp 40 Seiten präsentiert Sackmann sehr viele Bild-Beispiele von Comics (die teilweise auch über Sprechblasen verfügten), die trotz der angeblichen nationalsozialistischen Comic-Feindlichkeit in Deutschland erschienen sind. So wurden in den Dreißiger Jahren Hal Fosters Prinz Eisenherz unter dem Titel Prinz Waldemar und auch Disney-Comics veröffentlicht. Es entsteht der Eindruck, dass die Comics seinerzeit eher mit dem Desinteresse der Leser, als mit Zensurmaßnahmen zu kämpfen hatten.

Deutsche Comicforschung 2019

Sehr lesenswert sind auch die restlichen Berichte, die etwa das 1472 entstandene Zittauer Fastentuch als Ur-Ahne deutscher Comics deuten, da hierauf die Passion Christi als Bildgeschichte erzählt wird. Ebenfalls wie ein Blick in die Comic-Steinzeit wirkt ein Bericht über die aus heutiger Sicht primitiv anmutenden Arbeitsmethoden, mit denen Michael Goetze Ende der 90er Jahren den ersten deutschen Computer-Comic  Das Robot Imperium mit Schere und Klebstoff realisierte.

Deutsche Comicforschung 2019

Das Buch präsentiert auch eine interessante Theorie, wie die deutsche Disney-Übersetzerin auf die Idee gekommen sein könnte, der Heimatstadt der Familie Duck den Namen Entenhausen zu geben.  Einmal mehr gelang Eckart Sackmann eine spannende und aufschlussreiche Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend deutscher Comicgeschichte.

„Deutsche Comicforschung 2019“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung“ bei ebay kaufen, hier anklicken 

„Deutsche Comicforschung 2018“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2017“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2016“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2015“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2014“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2013“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2012“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2011“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2010“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2009“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2008“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2007“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2006“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Deutsche Comicforschung 2005“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken