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Deadpool 2

2016 spielte der für wenig mehr als 50 Millionen Dollar produzierte Marvel-Film Deadpool eine dreiviertel Milliarde Dollar ein. Der respektlose Tonfall des von Hauptdarsteller Ryan Reynolds mit viel Energie für die Fox produzierten Films war ein interessanter Kontrast zum eher staatstragenden Grundton der Marvel-Produktionen aus dem Hause Disney.

Deadpool 2

Daher verwundert es nicht, dass zwei Jahre später eine Fortsetzung in die Kinos kam, für die diesmal ein 100-Millionen Budget verpulvert werden durfte. Für Marvel-Enthusiasten gibt es diesmal deutlich mehr Anlässe sich auf den Film einzulassen. Während der erste Teil damit kokettierte, dass sich nur Superhelden der zweiten Liga wie Colossus und Negasonic Teenage Warhead an der Seite von Dirty-X-Man Deadpool blicken lassen wollten, wird diesmal deutlich mehr geboten.

Deadpool 2

Eine nette kleine Szene zeigt, dass die Villa der X-Men gar nicht so unbevölkert ist, wie Deadpool vermutet, sondern sich die Mutanten nur vor dem maskierten Sprücheklopfer verstecken. Einen richtig großen Part hat neben dem bösartigen Juggernaut noch der halbwegs prominente X-Men Cable. Unmittelbar nach Avengers: Infinity War ist Josh Brolin hier erneut als charismatischer Unruhestifter zu sehen.

Deadpool 2

Wer über den ersten Teil nicht lachen konnte, wird sich hier möglicherweise noch schwerer tun, denn auch Deadpool 2 ist längst nicht immer so komisch, wie er sein möchte. Doch wer sich aufgeschlossen darauf einlässt, wird genügt Anlässe zum lauten Auflachen finden.

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Deadpool

In den Marvel Comics erfreut sich Wade Wilson alias Deadpool seit 1991 einer ständig steigenden Beliebtheit. Der ebenso blutrünstige wie scharfzüngige Anti-Held, der oft direkt zum Leser spricht, ist äußerlich eine Mischung aus Spider-Man und dem DC-Schurken Deathstroke.

Deadpool

Bereits 2009 war Ryan Reynolds im Marvel-Kinofilm X-Men Origins: Wolverine relativ kurz als Wade Wilson zu sehen und hinterließ dort bei seinem ersten Auftritt als sprücheklopfender Schwertkämpfer zunächst einen guten Eindruck. Dies wurde etwas relativiert, als er im großen Finale noch einmal mit zugenähten Mund auftauchte.

Deadpool

Nach diesem Auftritt  lagen die Filmrechte an Deadpool weiterhin bei der Fox nicht bei Disney. Das ist gut so, denn ein ähnlich subversiver und verbal versauter Film wäre in Disneys Marvel Cinematic Universe kaum denkbar. Dass der Film überhaupt zustande kam, lag in erster Linie am Durchhaltevermögen von Ryan Reynolds, der den Deadpool-Film mitproduzierte.

Deadpool

Hilfreich war auch, dass während der Produktion einige Spezialeffekt-Szenen in falsche (oder möglicherweise genau die richtigen) Hände gerieten, wodurch ein inoffizieller Trailer im Internet sehr gut ankam und für kostenlose Werbung sorgte. Dies könnte auch dazu beigetragen haben, dem Film einen herrlich selbstironischen Tonfall zu verpassen.

Deadpool

Als Gast-Stars fungieren, neben Stan Lee, der als DJ in einem Porno-Schuppen zu sehen ist, noch mit Colossus und Negasonic Teenage Warhead zwei X-Men aus den hinteren Reihen. Diese ermuntern Deadpool zu allerlei herrlichen blöden Sprüchen. Wenn er etwa nur diese beiden X-Men antrifft, als er die Villa des Mutanten-Instituts aussucht, fragt er rotzfrech, ob kein Budget für weitere, wichtigere Superhelden da war. Oder als Deadpool zu Professor X gebracht werden soll, möchte er wissen, ob es sich um “Stewart oder McAvoy“ handelt, da er bei den ganzen Zeitsprüngen langsam den Überblick verliert.

Deadpool

Natürlich erzählt Deadpool auch die Origin der Figur und auch das macht der Film richtig gut und spannend. Als Oberschurke fungiert der neue Transporter Ed Skrein, während die viel beschäftigte Morena Baccarin  (Homeland, Gotham) dem Film einigen Glanz verleiht. Ihr gelingt es aber auch die romantische Seite in Deadpool zu wecken, denn Poesie wie diese ist nicht alltäglich: „Wenn Dein linkes Bein Weihnachten ist und Dein rechtes Bein Neujahr – darf ich dann zwischen den Feiertagen mal vorbeischauen?“

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