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Anime fantastisch

Noch bis zum 25. Oktober 2020 ist im schauraum: comic + cartoon eine Ausstellung über die Kunst des japanischen Zeichentrickfilms zu sehen. Wer es nicht nach Dortmund schafft, wird mit einem im riva Verlag erschienenen Katalog bestens bedient.

Anime fantastisch

Der wuchtige querformatige Hardcoverband enthält nicht nur hervorragende Reproduktionen der zahlreichen in der Ausstellung gezeigten Animationsfolien und Entwurfszeichnungen, sondern auch hochinteressante Texte des Kurators Alexander Braun. Braun veröffentlichte beim Taschen Verlag opulente Bücher zu Winsor McCays Little Nemo und George Herrymans Krazy Cat, außerdem kuratierte er zahlreiche Ausstellungen, wie etwa gemeinsam mit Andreas C. Knigge Comics, Mangas, Graphic Novels in der Bundeskunsthalle Bonn.

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Das Buch dürfte mit seinen Abbildungen und Texten zu immer noch aktuellen Animes und Mangas wie Dragon Ball oder Sailor Moon jüngere Leser ansprechen. Braun ist es aber auch ein Anliegen zu vermitteln, dass im deutschen Fernsehen Animes bereits seit 1972 gezeigt wurden.

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Es begann mit dem schwarzen Küken Calimero, das eine Eierschale auf dem Kopf trägt und bereits in den 60er-Jahren in Italien als Werbefigur für ein Waschmittel erfunden wurde. Anfang der 70er-Jahre wurde aus Calimero eine in Palermo spielende in Japan produzierte Animationsserie, die bei uns im ZDF gezeigt wurde. Es folgte als erste deutsch-japanische Co-Produktionen Wickie und die starken Männer und Die Biene Maja. Der vielleicht beste auf einer europäischen Vorlage basierende Anime-Serie war Heidi, an deren aufwändiger Produktion auch Isao Takahata und Hayao Miyazaki, beteiligt waren, die später das Studio Ghibli gründen sollten.

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Alexander Braun informiert auch ausführlich über die Technik des Zeichentrickfilms. Er gibt Einblick in die japanische Kultur und Gesellschaft. Ihm gelang ein ebenso faszinierend geschriebenes wie bebildertes Buch, das seinem Thema mehr als gerecht wird.

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Katja Klengel: Girlsplaining

In sieben Kapitel beschäftigt sich Katja Klengel (Blattonisch, Als ich so alt war) damit, was es bedeutet eine Frau zu werden und zu sein. Das für das Buch die Schmuckfarbe rosa gewählt wurde, ist sicher auch ironisch gemeint, denn im Kapitel “Die Spielzeugfalle“ geht es darum, dass Spielsachen immer noch geschlechtsspezifisch und für Mädchen oft “ziemlich pink“ produziert werden.

Katja Klengel: Girlsplaining

Frei nach Charles Dickens fragt Katja Klengel sich (und die Leser) in einer Kurzgeschichte, warum sie sich immer für ihre Körperbehaarung geschämt und zeitweise sogar für einen haarigen Zirkusfreak gehalten hat. Abhilfe schafft schließlich “Der Geist der verrosteten Rasierklingen“, der gemeinsam mit der Autorin noch einmal besonders traumatische Momente aus ihrer Jugend aufsucht. Die Moral von der Geschicht’ ist, dass es hilfreich ist, sich nicht ständig durch die Augen Anderer zu betrachten.

Katja Klengel: GirlsplainingKatja Klengel beschäftigt sich in Girlsplaining mit ernsten Themen, wie den Mangel an weiblichen Heldenfiguren in der populären Kultur, die Dominanz männlicher Autoren im Schulunterricht oder der Frage, warum aus weiblichen Geschlechtsorganen immer noch “etwas Unaussprechliches gemacht wird“.

Katja Klengel: GirlsplainingIhre Beobachtungen, Erlebnisse und Überlegungen bringt Klengel sehr locker zu Papier und verknüpft sie unterhaltsam mit Trivialmythen wie Sailor Moon, Star Trek oder Sex and the City. Sie erzählt dabei weniger durchgehende Geschichten, sondern präsentiert Cartoons, die sich nacheinander gelesen zu intelligenten Reflexionen über brisante Themen formieren.

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