Schlagwort-Archive: Sam Kieth

Batman vs. Lobo

Lobo und Batman – zwei ziemlich unglaubliche und ungewöhnliche Gefährten treffen aufeinander. Die erste Story ist von 2000 und war eine sogenannte Elseworlds-Geschichte. Die zweite ist hingegen in der „Realität“ angesiedelt.Und Elseworlds heißt, dass alles möglich sein kann, aber nix passiert. Für diese extra-ordinäre Story hat der kranke, extra-zugedröhnte Simon Bisley mal wieder den Zeichenstift geschwungen. Vielversprechend!

Batman vs. Lobo

Verkehrte Welt: Alfred Pennyworth ist Commissioner von Gotham City und James Gordon ist Bruce Waynes Butler. Nightwing heißt Tim und Robin heißt Richard. Jimmy Olsen ist Superman. Und als Krönung sind Batman und Joker Zwillingsbrüder: Bruce und Leonardo Wayne. Und jetzt zur Geschichte – übrigens von Alan Grant. Aus Grants Feder stammen fast im Alleingang die Shadow of the Bat-Hefte; er hat auch zusammen mit Norm Breyfogle über Jahre hinweg Batman und TEC gemacht.

Batman vs. Lobo

Bisley kennt die (angeblich alten) Zeichnungen von Bob Kane: Batman als fliegende Fledermaus a la Leonardo da Vinci. Und die alten Zeichnungen aus den allerersten Batman-Heften. Und hier und da ein paar Anleihen an Frank Miller – eine Hommage an den Schöpfer des ‘Dark Knight‘. Und in einem Panel ist er sogar höchstpersönlich zu sehen. Und am Ende sieht Batman nur noch aus, wie von ‘Sergio Aragonés gezeichnet‘.

Batman vs. Lobo

Aber jetzt wirklich zum Inhalt: Und ohne lange Einführung ist man auch schon mitten drin und man sieht, wie sich zwei ordentlich in die Fresse hauen: Batman gegen Joker. Drei Seiten später sitzt der Joker im Arkham Asylum, aber zum Glück kommt Lobo vorbei – richtet mal eben ein Gemetzel der übelsten Sorte unter dem Personal an und zieht Killer Croc seinen Haken durch den Kopf – und schon ist der Joker frei. Aber nur um vom intergalaktischen Auftragskiller, der Geißel des Universums, im Auftrag von Scarface (der Puppe vom Ventriloquisten) gemeuchelt zu werden? Joker schlägt einen Deal vor: Alles kein Problem – ‘Sterben ist keine große Sache! Vielleicht macht es sogar Spaß! Unendliche Weiten und so!‘ – aber bitte vorher soll Lobo Batman noch entehren, erniedrigen und zerstören. Und dafür kriegt er auch noch $ 10 Mio – Lobo wird schwach und gewährt dem Opfer einen Aufschub und macht sich an die Arbeit. Er zerlegt mal eben den Pinguin samt seiner ganzen Bande in seine organischen Einzelteile – sehr schön in Szene gesetzt –  und noch viele andere Leutchen – und alles im Batkostüm. Aufruhr, Panik, Entsetzen unter den Politikern, der Presse und der Polizei – das waren die Bürger von Gotham nun wirklich nicht von Batman gewohnt. Es kommt wie es kommen muss: Ein Kampf Lobo gegen Batman. Robin und Nightwing kommen leider mal eben dabei um und auch Batman entkommt nur mit knapper Not.

Batman vs. Lobo

Und Sprüche hat er ja drauf, der Lobo: ‘…Aber zuerst setzt ‘ne Ganzkörperhäutung, ‘ne Augapfelentkorkung und ‘nen heftigen Gedärmeknoten!‘ Und Lobo kann einfach alles: Sogar “La Cucaracha auf  sei’m Arschloch pfeifen“.

In der zweiten Story werden Lobo und Batman in ein Lichtjahre von der Erde entferntes Raumschiff teleportiert um eine Alien-Seuche aufzuhalten. Diesmal ist Sam Kieth (The Maxx, Zero Girl) für Story und Zeichnungen alleinverantwortlich. Nun müssen der Dunkle Detektiv und der intergalaktische Kopfgeldjäger zusammenarbeiten bevor die Seuche alle weiblichen Wesen – denn nur diese werden befallen –  dahinrafft. Die Zeichnungen – sowohl von Simon Bisley als auch von Sam Kieth – sind überaus durchgedreht, und solch einer Story würdig.

Norbert Elbers



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Batman – Hinter den Spiegeln

Die Idee, bekannte Werke der Weltliteratur als Vorlage für einen Batman-Comic zu nutzen ist sehr spannend, wenn auch nicht neu. Letztens erst diente Charles Dickens‘ zeitlose Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol) als Ideenlieferant sowohl für Lee Bermejos Batman: Noël – erschienen in DC Premium 81 als auch für das Werk von Loeb/Sale Batman: The Long Halloween.

Batman – Hinter den Spiegeln

Nicht weniger viele Anleihen werden von anderen Geschichten, Filmen, Hörspielen und Bühnenfassungen von einem anderen Klassiker gemacht: Through the Looking-Glass, and What Alice Found There von Lewis Carroll aus dem Jahr 1871. Es handelt sich hierbei um das bekannte Kinderbuch und die Fortsetzung zu Alice im Wunderland (1865). Diverse Bösewichte bei Batman sind Figuren aus Alice im Wunderland nachempfunden – so zum Beispiel die Cousins Tweedledum und Tweedledee, sowie der Mad Hatter (der Verrückte Hutmacher).

Batman – Hinter den Spiegeln

Der Mad Hatter hatte bereits in US-Batman #49 im Jahr 1948 seinen ersten Auftritt und wurde noch von den Batman-Schöpfern Bill Finger und Bob Kane selbst in die Batman-Serie eingeführt. Was liegt also nicht näher, als einen Comic zu schaffen, der noch näher am Original sich anlehnt? Das dachten sich wohl auch der Autor Bruce Jones und der Zeichner Sam Kieth und schufen Batman – Hinter den Spiegeln. Herausgekommen ist eine Detektivgeschichte als Trip.

Batman – Hinter den Spiegeln

Bruce Wayne war – neben vielen anderen hohen Persönlichkeiten und Politikern von Gotham City – auf der Party der Richterin Rosalyn Hart. Ein komischer Magier mit einem riesigen Hut war für das Unterhaltungsprogramm zuständig. Nun ist Stadtrat Dunphrey Tweedle tot und jetzt gilt es, den Mörder zu finden. Auf der Party wurden Pilze gereicht und diese enthielten wohl bewusstseinserweiternde Substanzen und machen aus Batman eine halluzinierende Marionette im Delirium. So zumindest scheint es Alfred. Aber wie kann es Batman dann gelingen, zahlreiche Rätsel zu lösen und voll seinen Mann als weltbester Detektiv zu stehen?

Batman – Hinter den Spiegeln

Dann taucht da noch eine alte Jugendfreundin von Bruce auf – Celia Small – sie lebte früher auch auf Wayne Manor. Es beginnt eine rasante Verfolgungsjagd durch das Wunderland sprich Gotham City und seine Kanalisation!

Batman – Hinter den Spiegeln

Das wirkt unglaublich surreal, Jones liefert witzige Dialoge und wunderbar in psychedelischen Farben und Formen wird das Ganze von Sam Kieth umgesetzt. Sein unverwechselbarer Stil passt exzellent zum Inhalt. Von Sam Kieth ist bei Panini “Batman – Arkham Asylum: Madness“, “Batman/Lobo: Deadly Serious“ (DC Premium 66) und “Batman: Secrets“ (100% DC 6 – Batman – Geheimnisse) erschienen.

Batman – Hinter den Spiegeln

Sam Kieth ist vor allem bekannt durch seine Figur THE MAXX aus dem Hause Image. Ferner dürften seine Arbeiten für Marvel (u.a. WOLVERINE/HULK) und Matt Wagners MAGE bekannt sein. Für Neil Gaiman inkte er 1989 die ersten fünf Ausgaben von  SANDMAN.

Norbert Elbers


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Batman – Arkham Asylum: Madness

Sieben Uhr morgens – für die Krankenschwester Sabine beginnt ein neuer Arbeitstag im Arkham Asylum. Von Mann und Sohn Ozzie zur Arbeit begleitet, muss sie sich verabschieden und ein Tag im wohl grauenvollsten und seltsamsten Ort in Gotham City beginnt.

Batman – Arkham Asylum: Madness

Ihrem Sohn lügt sie vor, dass sie den Insassen und Kranken helfen kann und möchte, aber in Wirklichkeit weiß sie, dass die Anstalt für geisteskranke Schwerverbrecher keine Möglichkeit dafür bietet und sie den Job nur des Geldes wegen hier angenommen hat. Ziel eines zwölfstündigen(!) Arbeitstages ist einzig und allein, ihn zu überleben und nicht selbst verrückt zu werden.

Batman – Arkham Asylum: Madness

Neben Sabine arbeiten in Arkham auch andere Krankenschwestern, Ärzte, Pfleger, Wachmänner und ein Hausmeister – ihnen allen geht es genauso: Oberstes Ziel ist es, den Tag zu überleben! Um dies zu erreichen, stumpfen sie ab, vertreiben sich die Zeit mit gegenseitigen (mitunter morbiden) Späßen oder mit Poppen in der Abstellkammer. Letzteres wird einer Krankenschwester zum Verhängnis und sie wird fristlos entlassen. Der armen Sabine droht dasselbe Schicksal der fristlosen Kündigung, wenn sie nicht spontan da bleibt und die – ebenfalls zwölfstündige – Nachtschicht übernimmt.

Batman – Arkham Asylum: Madness

Zeit genug also, um viele Geschichten vom und um das Asylum kennen zu lernen. Jeder Gegenstand, jeder Raum, jeder Insasse hat so eine Geschichte. Die meisten Geschichten gibt es vom Joker: Er allein ist der unangefochtene Clownprinz des Verbrechens – er ist der personifizierte Wahnsinn. Ihm gelingt es – trotz Wachen und Ärzten – immer wieder Unheil zu stiften, Menschen zu ermorden und Angst und Schrecken zu verbreiten. Diese permanent unterschwellige Bedrohung ist nicht gut für die Schwestern, Pfleger und das übrige Personal – für sie verrinnt die Zeit extrem langsam und quälend. Immer wieder schauen sie zur Uhr. Und der Wahnsinn scheint leibhaftig zu werden, als diese plötzlich beginnt zu bluten.

Batman – Arkham Asylum: Madness

Gewisse Parallelen zu Grant Morrisons Meisterwerk Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth von 1989 sind erkennbar – nicht nur wegen der grafischen Ähnlichkeiten zwischen Sam Kieth hier im aktuellen Werk und Dave McKeans Zeichenstil bei Grant Morrison: Die Verwendung von experimentellen Zeichenstilen, verschiedenen Medien und starken Farben. Bei beiden ist gleich, dass das Gebäude mit allem, was dazugehört zu ächzen und zu stöhnen, bzw. selbst ein Leben zu haben scheint!

Batman – Arkham Asylum: Madness

Kumuliert bei Morrison alles auf einen Höhepunkt zu, an dem sich die Spannung entlädt, wird bei Kieth freilich auch gewaltig Spannung erzeugt, letztendlich aber bleibt alles, wie es am Anfang war. Zwar birst am Ende das gewaltige Wasserbecken von Killer Croc – welches wider sinnigerweise im obersten Stockwerk vom Arkham Asylum sich befindet und die Statik des Hauses ausreizt – und es ergießt sich eine riesige Wassermenge durch alle Gänge und Räume. Aber nichts kann die aufgebaute Spannung erlösen, kein entladender Erguss, die Unmengen von Wasser durch die Schläuche und Bahnen des Gebäudes gespült, haben keine reinigende oder lösende Wirkung. Nach den Aufräumarbeiten geht alles weiter wie am Anfang. Sabine wird wiederkommen um Geld zu verdienen, Joker wird seine perversen Spielchen weiter spielen und die Wachen werden weiterhin schnell wechseln.

Norbert Elbers


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Harley Quinn Anthologie

Obwohl sie erst seit 1992 dabei ist, gehört die in eine problematische Liebesbeziehung zum Joker verstrickte Harley Quinn mittlerweile fest zum Universum des Dunklen Ritters Batman. Daher ist es nachvollziehbar, dass bei Panini nach den dicken Story-Sammelbänden Batman Anthologie und Joker Anthologie mit der Harley Quinn Anthologie ein “irrer Trip durch die Comicgeschichte erscheint.

Harley Quinn Anthologie

Genau wie einst Batman tauchte auch Harley zunächst erst einmal originell kostümiert in Gotham City auf, und erst eine Weile später wurde ihre Vorgeschichte erzählt. Doch die attraktive Dame im Harlekin-Kostüm debütierte nicht im Comic, sondern 1992 in der Episode „Joker’s Favor“ der genialen Zeichentrickreihe Batman: The Animated Series.

Harley Quinn Anthologie

Zwei Jahre später erzählten der Autor Paul Dini und der Zeichner Bruce Timm im 62-seitigen Comic Mad Love davon, wie die frisch gebackene Psychologin Dr. Harleen Frances Quinzel zur rot-schwarz-kostümierten Assistentin des Jokers wurde. Nachdem sie ihren Dienst im Irrenhaus für besonders gefährliche Kriminelle Arkham Asylum antrat, verfiel sie dem Clownprinzen, verhalf ihm zur Flucht und unterstütze ihn bei seinen kriminellen Aktivitäten.

Harley+Quinn+Anthologie

Die Harley Quinn Anthologie schenkt sich die Frühgeschichte und enthält weder Mad Love und auch ansonsten keine Comics im stylischen von Bruce Timm geprägten Animated-Look (abgesehen von der kurzen Geschichte Die Wette von 2000 und einer Seite in der Story Qual der Wahl). Interessant zusammengestellt ist der Band trotzdem. Den Auftakt bildet die von Paul Dini (Dark Knight: Eine wahre Batman-Geschichte) geschriebene und von Yvel Guichet in Szene gesetzte Geschichte Batman: Harley Quinn. Dieser 48-seitige Comic führte Harley 1999 in das “realistische“ Batman-Universum ein und erschien garniert mit einen phantastischen Cover von Alex Ross (Marvels, Kingdom Come), das auch die Harley Quinn Anthologie als Titelbild ziert.

Harley Quinn Anthologie

Der Sammelband enthält eine abwechslungsreiche Mischung aus vierzehn chronologisch angeordneten Geschichten von unterschiedlicher Länge, die meist in sich abgeschlossen sind. Interessante Texte führen nicht nur in die einzelnen Geschichten ein.

Harley Quinn Anthologie

Es werden auch die Zeichner und Autoren vorgestellt, sowie die Entwicklung von Harley Quinn dokumentiert, die seit dem New 52 Relaunch zumeist auf ihre Narrenkappe verzichtet. Aktuell träg sie ihre Haare lieber in Form von verrückt gefärbten Rattenschwänzen und treibt sich gerne mit der Suicide Squad herum.

Harley Quinn Anthologie

In der Anthologie sind schwarzweiße Short Stories aus der Batman Black and White Reihe zu finden, aber auch eher experimentelle Geschichten, wie die von 19 höchst unterschiedlichen Zeichner wie Jim Lee, Bruce Timm, Charlie Adlard, Sam Kieth oder Darwyn Cooke gestaltete Geschichte Qual der Wahl. Wie auch die Abschluss-Geschichte Harley Quinn: Besuch auf der San Diego Comic Con von 2014 belegt, steht die aufwändige Graphik nicht immer in einem vernünftigen Verhältnis zu den damit erzeugten Lachern bzw. die Bilder sind oft witziger als die Geschichten. Doch das Geheimnis des Erfolgs von Harley Quinn ist, dass sie immer schön anzusehen ist!

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