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Moebius Opus

Es ist erstaunlich wie produktiv Jean Giraud alias Moebius etwa mit seiner epischen Western-Serie Leutnant Blueberry, John Difools abgefahrenen Incal-Abenteuern oder den Sternenwanderern war. Einige seiner wichtigsten Werke veröffentlichte er in den 70er Jahren im bahnbrechenden Magazin Metal Hurlant, das bei uns – ergänzt um deutsche Beiträge – als Schwermetall veröffentlicht wurde.

Moebius Opus
Viele der Beiträge des meisterhaften Zeichners, die in Metal Hurlant erschienen sind, hat Cross Cult in diesen sechs Bänden als Moebius Collection veröffentlicht: The Long Tomorrow, Die blinde Zitadelle, Die Ferien des Majors, Arzach, Die hermetische Garage und Zwischenlandung auf Pharagonescia. Alle diese Comics sind mittlerweile vergriffen und werden hoch gehandelt.

Moebius Opus

Es ist durchaus eine Überlegung wert, diese Einzelbände gegen den prachtvollen Band Moebius Opus einzutauschen, der – soweit ich es beurteilen kann (leider fehlen in Buch angaben, wann die einzelnen Comics erschienen sind)  – auf 446 Seiten in chronologischer Reihenfolge alle Beiträge enthält, die Moebius für Metal Hurlant gezeichnet hat. Splitter veröffentlicht das schön aufgemachte Buch im Format 23 x 32 cm als elften Band seiner interessant zusammengestellten Jubiläums-Edition, in der auch eine Gesamtausgabe von Jean Girauds Serie Jim Cutlass erschienen ist.

Moebius Opus

Obwohl die Auflage 1.111 Exemplare beträgt, war das Buch zu seinem Erscheinungstermin schon fast komplett ausverkauft. Mittlerweile wird es teilweise bereits recht hochpreisig angeboten. Seinen Coverpreis von 99,80 Euro ist diese Wahnsinnsreise durch die phantastischen Welten von Moebius auf alle Fälle wert!

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Moebius: The Long Tomorrow

Jean Giraud alias Moebius ist zwar am 10. März 2012 gestorben, aber seine Comics leben auch bei uns weiter! Bei Ehapa erschien sein letztes Werk Arzak in einer sehr schönen großformatigen Ausgabe, Splitter schloss seine optimal aufgemachte sechsbändige Incal-Reihe ab und Cross Cult stockt seine bisher aus den Bänden Die hermetische Garage und Arzach bestehende Moebius Collection noch gewaltig auf.

Moebius: The Long Tomorrow

Im selben Format erschienen gleichzeitig fünf Bände mit teilweise bisher nur in Métal Hurant oder in Schwermetall aber noch nie im Albumformat veröffentlichten Comics. The Long Tomorrow ist möglicherweise das interessanteste Album dieser Reihe. Enthalten ist u. a. jene Short Story, die Ridley Scott zum Look von Blade Runner inspirierte sowie eine hochinteressante Einleitung von Moebius zum Zustandekommen dieses Comics.

Moebius: The Long Tomorrow

1975 arbeitete Moebius an einer Verfilmung von Frank Herberts Dune – Der Wüstenplanet unter der Regie von Alejandro Jodorowsky. Aus diesem leider gescheiterten Projekt resultierte nicht nur die einflussreiche Comicserie Der Incal, die Moebius nach Texten von Jodorowsky zeichnete. Wie sich herausstellte war auch der für die Spezialeffekte bei Dune angeheuerte Dan O’Bannon (Dark Star) ein guter Zeichner. Seine futuristische Detektiv-Geschichte The Long Tomorrow hatte er in Form von Storyboard-Zeichnungen entwickelt und Moebius machte daraus einen 16-seitigen ebenso spannenden wie opulent in Szene gesetzten Comic.

Moebius: The Long Tomorrow

Der Band enthält noch sechs weitere Comic-Kurzgeschichten von Moebius. Diese beeindruckenden eher durch das Artwork (bei Anflug auf Centauri arbeitete Moebius mit Philippe Druillet zusammen und kopierte perfekt dessen Zeichenstil) als durch die – auch nach der Lektüre der zugehörigen Passagen von Moebius’ Vorwort – nicht immer einleuchtenden Geschichten!

Moebius: The Long Tomorrow

In identischer Aufmachung erschienen bei Cross Cult zeitgleich außerdem noch diese Moebius-Collections: Der Mann von der Ciguri, Die blinde Zitadelle, Zwischenlandung auf Pharagonescia und Die Ferien des Majors.

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Achim Schnurrer: Das war Schwermetall

Zweieinhalb Jahre nachdem die Edition Alfonz ihre Reihe “Texte zur graphischen Literatur“ mit dem von Detlef Lorenz verfassten Logbuch des Robinson Crusoe startete, folgt doch noch ein zweiter Band. Ursprünglich war ein von Peter Osteried verfasstes Buch über Das Phänomen Watchmen vorgesehen. Stattdessen präsentiert Achim Schnurrer Das war Schwermetall.

Achim Schnurrer: Das war Schwermetall

Schnurrer, der 1985 die Herausgabe des fünf Jahre zuvor vom schillernden Raymond Martin gestarteten Comic-Magazin Schwermetall übernommen hatte, bietet einen recht persönlichen Einblick in die wechselhafte Geschichte der Publikation. Genau wie beim 1977 in den USA gestarteten Heavy Metal waren auch im deutschen Schwermetall die Comics aus dem 1974 u. a. von den französischen Zeichnern Jean Giraud alias Moebius und Philippe Druillet ins Leben gerufenen Magazin Métal Hurlant die Grundlage der Veröffentlichung.

Achim Schnurrer: Das war Schwermetall

Comic-Meilensteine aus dem Bereich Science-Fiction und Fantasy wie Der Incal, Richard Corbens Den oder die phantastischen Bilderwelten von Bilal und Caza konnten hier erstmals in Deutschland bestaunt werden. Nach und nach hielten aber auch deutschsprachige Zeichner wie Chris Scheuer, Matthias Schultheiss, Rainer Laws oder Riccardo Rinaldi Einzug in das Comic-Magazin.

Achim Schnurrer: Das war Schwermetall

Das reich illustrierte Buch enthält die Titelbilder der Schwermetall Ausgaben 1 bis 99, sowie eine Übersicht aller darin jeweils zum Abdruck gekommenen Comic-Geschichten, Autoren und Zeichner. Die Texte von Schnurrer gehen manchmal auf die einzelnen Hefte ein, beschreiben aber auch immer wieder recht ausführlich seine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen. Geboten wird ein ebenso spannender wie erfrischend subjektiver Rückblick auf eine Zeit, als sich in Westdeutschland langsam aber sicher eine Comic-Szene formierte.

Achim Schnurrer: Das war Schwermetall

Abgerundet wird das Buch durch ein Vorwort von Raymond Martin, kompakte Jahresrückblicke, sowie ausgewählte Biografien von Comic-Künstlern, die Schwermetall entscheidend prägten. Für 2019 ist ein zweiter Band vorgesehen. Hier beschäftigt sich Schnurrer mit der Zeit von 1990 bis zum Jahre 1999, als Schwermetall mit der Doppelnummer 219/220 leider eingestellt wurde.

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John Difool: Der Incal

Mitte der Siebziger Jahren plante der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky eine Verfilmung von Frank Herberts Roman Dune – Der Wüstenplanet, lange bevor schließlich David Lynch diesen Job erledigte. Jodorowsky hatte eine illustre Crew versammelt, den Herrscher des Universums sollte Salvador Dali spielen, für den Soundtrack war Pink Floyd eingeplant.

Der schwarze Incal

Für das Designer wurde neben Christopher Foss und H. R. Giger auch Jean Giraud (Blueberry) alias Moebius verpflichtet. Dieser fertigte für das Filmprojekt 3000 Zeichnungen an, die laut Jodrowsky “alle hervorragend“ waren.

John Difool: Der Incal
Auf dieses „Dune“-Storyboard griff Moebius im vierten „Incal“-Band zurück.

Das Filmprojekt kam leider nicht zustande, doch als eine Art “Abfallprodukt“ starteten Jodrowsky und Moebius 1981 die Comicserie Der Incal. Hauptfigur ist John Difool, ein Privatdetektiv der Klasse R, der immer wieder aus den höchsten Höhen stürzt und von einem Betonpapageien namens Dipo begleitet wird. Die Ursprungs-Serie besteht aus sechs Alben an denen Moebius bis 1988 arbeitete.

Der schwarze Incal
Die ursprüngliche Kolorierung von Yves Chanland

Bereits kurz nachdem Der schwarze Incal in Frankreich erschienen war, folgte eine Veröffentlichung als Fortsetzung im deutschen Comic-Magazin Schwermetall des Volksverlags. Ab 1983 übernahm Carlsen die Reihe und Mitte der Neunziger Jahre dann Ehapa. Mittlerweile gibt es zahllose Prequels, Fortsetzungen und Nebenserien. 2007 erschien bei Ehapa unter den Titeln John Difool: Der Incal eine auf 1.600 Exemplare limitierte Gesamtausgabe der sechs Alben des Ur-Incals, die von Valèrie Beltran mit allerlei plastischen Farbverläufen neu koloriert wurde.

Der schwarze Incal
Die neue Kolorierung von Valèrie Beltran

Als der Splitter Verlag den Incal 2011 neu startete,  kam wieder die klassische flächige Farbgebung zum Einsatz, wobei der erste Band von Yves Chaland koloriert wurde. Die Fortsetzungen wurden von Isabelle Beaumeney-Joannet (Band 2 bis 4) und Zoran Janjetov (Band 5 und 6) eingefärbt. Als Cover wurden bei Splitter jedoch neue Motive verwendet, die auch in der Ehapa-Gesamtausgabe zum Abdruck kamen. Als netter Bonus liegt jeweils ein Druck mit den Titelbildern der Erstausgabe bei und außerdem kommen – verteilt auf alle sechs Bände in Fortsetzungen – die Texte und Illustrationen aus Jean Annestays Sachbuch Die Geheimnisse des Incal (bei uns 1991 bei Carlsen erschienen) zum Abdruck.

Der schwarze Incal

Insgesamt ist die Hardcover-Edition von Splitter für Incal-Novizen ein schöner Einstieg in ein faszinierendes Comic-Universum (zu dem auch die Meta-Barone gehören) und für Moebius-Komplettisten sowieso unverzichtbar.

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