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Batman: Superschwer

Seit nunmehr 1939 ist Bruce Wayne Batman und Batman ist Bruce Wayne. Mit einigen Unterbrechungen: Für einige Zeit war Dick Grayson als Caped Crusader unterwegs und nach Knightfall 1993/1994 war Jean-Paul Valley Batman. Und in der Zukunft ist Terry McGinnis Batman von Bruce Waynes Gnaden.

Batman: Superschwer

Nach dem scheinbaren Tod von Batman und Joker in US-Batman #40 ist die Stelle des Batman vakant. Nun haben die Autoren als Nachfolger jemanden erkoren, von dem man es als letztes erwartet hätte: Jim Gordon. Hört sich komisch an, es funktioniert aber erstaunlich gut.

Batman: Superschwer

Die Großindustrielle Geri Powers von Powers Industries ist der Meinung, dass Gotham City einen Batman braucht. Ihre Firma hat einen High-Tech-Anzug entwickelt und sie möchte, dass James Gordon in ihm den Platz von Batman einnimmt. Parallelen zu Marvels Iron Man sind sicherlich gewollt. Ebenso hat Powers verschiedene Kampfrüstungen entwickelt. Hier wird ziemlich offensichtlich das Konzept von Tony Starks Anzügen kopiert.

Batman: Superschwer

Obwohl in dem Anzug jetzt jemand anderes steckt und jeder in der Stadt weiß, wer es ist, wird sehr viel über das Wesen von Batman gesprochen und diskutiert. Ein neuer und sehr mächtiger Gegner sorgt in Gotham City für Tod und Zerstörung: Mr. Bloom.

Batman: Superschwer

Gleichzeitig taucht unter nicht geklärten Umständen auch Bruce Wayne wieder auf. Er leidet unter Gedächtnisschwund und kann sich an seine Zeit als Batman nicht erinnern. Alfred klärt ihn zwar über vieles auf, den Tod seiner Eltern, aber lässt aus, dass er durch dieses Trauma zu Batman wurde. Gleichzeitig findet Bruce an seiner neuen Rolle Gefallen und spielt sogar mit dem Gedanken, Julia Madinson zu heiraten. Obwohl er weiß, dass ihr Vater Mallroy dem Kleinkriminellen Joe Chill die 45er verkaufte, mit der dieser Martha und Thomas Wayne erschoss.

Batman: Superschwer

Auch wenn man den Gedanken befremdlich findet mag, dass ausgerechnet der ehemalige Commissioner nun in die Rolle von Batman schlüpft und dem Leser auch klar sein dürfte, dass dies wieder nur ein kurzes Intermezzo sein wird, bis Bruce als Batman wiederkommt, so ist die vorliegende Story durchaus sehr spannend und überzeugend: Man kann dabei sein, wenn zur Batman-Historie ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Norbert Elbers

Batman Paperback #8: Superschwer, enthält: Divergence FCBD (2015), Juni 2015; Batman vol.2 #41 bis , August 2015; Batman Annual #4, Text: Scott Snyder, Brian Azzarello, James Tynion IV; Zeichnungen: Greg Capullo, Mark Simpson [als Jock]; Tusche: Danny Miki, Roge Antonio, Mark Simpson [als Jock]; Farben: FCO Plascencia, Lee Loughridge; aus dem Amerikanischen von Steve Kups und Ralpg Kruhm; Prestige; Softcover: € 17,99; Hardcover: € 29,00; 220 Seiten; farbig; Februar 2017; Panini/DC Comics

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Batman: Der schwarze Spiegel

Der Name des am 15.01.1976 in New York geborenen Autors Scott Snyder ist einer, den man sich unbedingt merken sollte! Kaum zu glauben, aber erst im Jahr 2009 schrieb er seine erste Comicgeschichte – man kann sagen: Snyder ist der Newcomer in der schreibenden Zunft des Comic-Genre. Seine erste Story war über die Menschliche Fackel des Hauses Marvel, es folgt in 2010 die vierteilige Miniserie “Iron Man: Noir“, und schon in 2011 gewinnt er zusammen mit Stephen King und Rafael Albuquerque mit der Vertigo/DC-Serie “American Vampire” in der Kategorie “Best New Series“ den Eisner-Award!

Batman: Der schwarze Spiegel

Snyder versteht es meisterhaft, seine Geschichten spannend und geheimnisvoll aufzubauen. Seine Erzähltechnik nimmt den Leser sofort vom ersten Panel bis zum Schluss gefangen. Die Möglichkeiten, die es nur im Comic-Book gibt, setzt er gekonnt ein.

Batman: Der schwarze Spiegel

Alle diese seine Fähigkeiten stellt er in den vorliegenden Geschichten unter Beweis: Brutale Morde erschüttern Gotham City und Batman bekommt es mit einem neuen Gegenspieler zu tun, der unter dem Namen “Der Händler“ in einem Geheimbund (“The Black Mirror“) ein Auktionshaus betreibt, in dem er u.a. Requisiten oder andere Utensilien von bekannten Batman-Gegnern versteigert werden. So zum Bespiel Blutproben von Killer Croc oder Angstgas von Scarecrow. Dieser Händler scheint wirklich an alles ranzukommen, was irgendwie in Zusammenhang mit Batman steht. Auch behauptet der Händler selbst im Besitz zu sein des Stemmeisens, mit dem der Joker Robin/Jason Todd getötet haben soll. Um auf die richtige Spur des Händlers zu kommen, braucht Batman (Dick Grayson) all seine detektivischen Fähigkeiten.

Batman: Der schwarze Spiegel

Familiäre Probleme dagegen quälen Commissioner James Gordon: Sein Sohn James Jr. kehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder nach Gotham City zurück. Um ihn herum gibt es viele mysteriöse Geheimnisse – keins deutet auf etwas Angenehmes hin! James Gordon Jr. ist das erste Kind von Commissioner James Gordon und seiner ersten Frau Barbara Kean-Gordon, welche beide von Frank Miller in der Storyline “Batman: Year One“ (US-Batman #404 – #407; 1987) eingeführt wurden. Auf den besagten Sturz von der Brücke nimmt Snyder auch direkt mehrmals Bezug und stellt die Frage in den Raum, ob die psychischen und geistigen Probleme von James Gordon Jr. etwa daher rühren könnten. Viele bislang ungelöste Kindermorde des Peter Pan-Killer von vor sehr, sehr langer Zeit scheinen eine Verbindung zu seinem Sohn zu haben – der Commissioner löst den Fall, sein Sohn scheint entlastet und unschuldig, aber es bleiben quälende Zweifel und offene Fragen und ungute Gefühle.

Batman: Der schwarze Spiegel

Die direkt an diese Geschichten anschließenden Hefte Detective Comics #876 bis #881 sind ebenfalls von Snyder. Hier erfahren wir das Ende der noch ungeklärten Rätsel. Der Gesamtzyklus von #871 bis #881 bildet zugleich das Ende der seit 1937 laufenden Serie US-Detective Comics, bevor im September 2011 DC-Comics sein Programm “The New 52“ mit 52 Serien neu startete. Aufgrund des positiven Echos und der enthusiastischen Kritiken übernahm Snyder die Serie Batman mit der Nummer #1.

Norbert Elbers


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Batman: Hungrige Stadt

Am Ende des letzten Batman Sonderbandes #36 waren noch viele Handlungsstränge offen geblieben und man durfte zu Recht fragen, ob Snyder wohl in der Lage sein würde, das hohe Niveau zu halten. Um es vorweg zu nehmen: Das Niveau hat Snyder nicht gehalten – er hat sich eindeutig gesteigert!!

Batman: Hungrige Stadt

Brutale Morde geschehen weiterhin in Gotham City und verlangen von Batman/Dick Grayson all sein detektivisches Gespür. Die persönliche Assistentin eines Vorstands einer renommierten Bank wird ermordet – und der Täter (oder die Täter) haben sich dafür sehr viel Mühe gegeben: Ein Killerwal hat die arme Frau verschluckt und den Wal hat man nachts in die Lobby der Bank verfrachtet. Sehr mysteriös – aber damit noch nicht genug: Der Vorstand der Bank ist eine Frau und heißt Sonia Branch. Getauft auf den Namen Sonia Zucco – sie ist die Tochter von Anthony Zucco, jener Mann, der die Eltern von Dick Grayson ermordet hat. Schnell hat Batman die Spur von Verdächtigen ausgemacht, aber die Rolle von Zuccos Tochter bleibt dabei rätselhaft.

Batman: Hungrige Stadt

Die familiären Probleme quälen weiterhin Commissioner James Gordon: Sein Sohn James Jr. kehrte nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder nach Gotham City zurück. Er ist jener Sohn, welcher von Frank Miller in der Storyline “Batman: Year One“ (US-BATMAN #404 – #407; 1987) eingeführt wurde und von Batman nach dem Sturz von der Brücke gerettet worden war.

Batman: Hungrige Stadt

Wurden noch die schlimmsten Befürchtungen im Bezug auf die bislang ungelösten Kindermorde des Peter Pan-Killer von vor sehr, sehr langer Zeit nicht wahr und der richtige Mörder im letzten Band identifiziert, so wird aber spätestens nun klar, dass der Sohnemann von Commissioner James Gordon ein Doppelleben führt. Er ist wirklich ein Psychopath und bei der Rolle, die sein Vater dabei spielt, hat dieser sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Batman: Year One

Snyders Charaktere sind ebenso präzise (und damit nachvollziehbar) wie geheimnisvoll beschrieben. Seine Figuren erlangen ungeahnte Tiefe und neue Facetten und Nuancen. Seine Ideen und deren Darbietung sind durchdacht, spannend, fesselnd. Das Zeichnerduo Jock/Francavilla passt perfekt zur Stimmung und geht mit dem Text eine wahrlich grandiose Symbiose ein.

Batman: Year One

Mit Heft #881 endete nun auch im August 2011 (Coverdatum: Oktober 2011) die traditionsreiche Serie (US-)DETECTIVE COMICS, welche seit 1937(!) ununterbrochen erschienen war. Mit einer neuen Nummer #1 begann dann für alle Heftreihen von DC-Comics im September 2011 das Programm “The New 52“ mit 52 neu gestarteten Serien. Dieses neue Heft #1 liegt mittlerweile bei Panini ebenfalls vor und ist in der neuen monatlichen BATMAN-Serie enthalten, die ebenfalls mit der #1 wieder hier auf Deutsch im Juni 2012 neu gestartet ist. Zeichner und Autor in Personalunion ist für (US-)DETECTIVE COMICS Tony Daniel. Scott Snyder hingegen übernahm die neue Serie von (US-)BATMAN. Hier geht er seinem Faible für das Einführen alter Familienmitglieder – welche man längst in Vergessenheit wähnte – weiter nach.

Norbert Elbers


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American Vampire

Eigentlich sollte Stephen King nur einen seiner beliebten Sprüche wie “Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen, und sie heißt…“ für Backcover und Werbung liefern, doch der umtriebige Autor brachte sich gleich komplett mit ein in die von Scott Snyder geschaffene Comicserie “American Vampire“. Angeblich weil er – laut Vorwort – die laschen Vampire aus Werken wie “Twilight“, “True Blood“ oder “Vampire Diaries“ leid war und die Blutsauger wieder zu “Bad Boys“, “Bad Girls“ also richtigen “Killern“ machen wollte.

American Vampire

Doch ganz sicher hat es eine Rolle gespielt, dass Stephen King – abgesehen von einen kurzen Gastspiel im X-Men-Benefizband “Heroes for Hope“ (1985) – noch nie einen Comic textete (an den Adaptionen seiner Bücher “The Dark Tower“ oder “The Stand“ hat King nicht wirklich mitgearbeitet), während sein Sohn Joe Hill große Erfolge mit “Locke & Key“ feiert. Da kam es ihm gelegen, sich gemeinsam mit dem seinerzeit noch relativ unbekannten Autor Scott Snyder am Konzept von “American Vampire“ zu feilen und mit seinem guten Namen dafür zu sorgen, dass die Vertigo-Serie zu einem Erfolg wird.

American Vampire

Zu den ersten fünf Heften von “American Vampire“ (aber auch nur zu diesen), die Panini geballt veröffentlicht, trug King als Texter exakt die Hälfte bei. Während Snyder davon erzählt wie die taffe Nachwuchsschauspielerin Pearl Jones im Los Angeles der 20er Jahre herausfinden muss, dass Hollywood-Produzenten im wahrsten Sinne des Wortes Blutsauger sind, schildert King wie fast 50 Jahre zuvor im Wilden Westen ein Outlaw zum Vampir Skinner Sweet wird.

American Vampire

Die einzelnen Hefte schildern jeweils zur Hälfte die Erlebnisse von Pearl und Skinner, der sich allerdings ebenfalls im Stummfilm-Hollywood herumtreibt. Während Snyders Teile der Story deutlich interessanter ausgefallen sind als jene von King, kann das sehr abwechslungsreich gestaltete Artwork von Rafael Albuquerque durchgehend überzeugen. Das Konzept Vampire bei ihrer Zeitreise durch die an Gewalttätigkeiten ohnehin nicht arme Amerikanische Geschichte zu begleiten geht voll auf und man darf auf die weitere Entwicklung der Serie gespannt sein.

American Vampire
US-Sammelband 8

Mittlerweile liegt die Serie komplett vor, doch leider nur in den USA, denn Panini Deutschland hat nur sieben der acht Sammelbände veröffentlicht.


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Batman vs. Robin

Auch der nunmehr schon 22. Film aus Warners „DC Universe Animated Original Movies„-Reihe ist näher an den Comicvorlagen orientiert, als dies bei den Realfilmen um Batman oder Superman der Fall ist.

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© DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Als Vorlage diente diesmal die hauptsächlich von Scott Snyder geschriebene und von Greg Capullo gezeichnete Storyline „Batman: The Court of Owls“ (auf deutsch als „Die Nacht der Eulen“ veröffentlicht), über die im Bonusmaterial eine sehr interessante Dokumentation informiert. Batman bekommt es diesmal mit einer seine Heimatstadt Gotham schon seit Jahrhunderten dominierenden Verschwörer-Bande zu tun, deren wohlhabende Mitglieder sich hinter Eulen-Masken verstecken.

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© DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Doch damit nicht genug, denn der Dunkle Ritter hat auch noch erhebliche Familienprobleme. Der an seiner Seite kämpfende Robin ist nicht mehr Dick Grayson, dieser ist aus dem rot-gelb-grünen Kostüm herausgewachsen und beschützt jetzt als Nightwing im Alleingang den Küstenort Blüdhaven. (Wie es zum Bruch mit Batman kam, das beschreibt sehr schön der ebenfalls auf der Blu-ray enthaltener Kurzfilm „Old Wounds“ aus der Batman Animated Reihe). Der neue Robin ist Damian Wayne, der bereits im gleichnamigen Animationfilm eingeführte “Son of Batman“.

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© DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

“Batman vs. Robin” ist eine Art Fortsetzung zu “Son of Batman“ und hat in der Originalfassung auch identische Synchronsprecher. Die Geschichte ist äußerst spannend erzählt und wurde sehr gut animiert in Szene gesetzt. Dabei geht es manchmal so hart zur Sache, dass die FSK 16 Freigabe (“The Dark Knight Rises“ war ist ab 12 Jahren freigegen) durchaus angemessen erscheint. Ebenfalls auf der Blu-ray enthalten ist eine Vorschau auf das nächste „DC Universe Animated Original Movie“ “Justice League: Götter und Monster“.

Bei Müller ist übrigens noch vor dem offiziellen Start von “Batman vs. Robin” ein “limitiertes Set mit Schleich Spielfigur“ erschienen.

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© DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 79-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit Audiokommentar von Regisseur Jay Olivia sowie Produzenten Mike Carlin und James Tucker, ohne deutsche Untertitel) noch die Dokumentationen “The Mythic Court of Owls – Gothams Geheimnis“ (31:25 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), “The Talon of the Owl – Die Krallen“ (14:03 min), Aus dem DC-Comics-Archiv: Vier thematisch passende Bonus-Cartoons: “Batman: The Brave and the Bold: The Color of Revenge“, “Batman; The Animated Series: Old Wounds“, “Superman: The Animated Series: Obsession“ und “Young Justice: Auld Acquaintance“, der Merry Melodies Kurzfilm “Super Rabbit“ mit Bugs Bunny und eine Vorschau auf den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum: “Justice League: Gods & Monsters“ (11:08 min)

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