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Batman: Die Pforten von Gotham

Auf drei Brücken in Gotham City wird gleichzeitig ein Bombenanschlag verübt. Zunächst können Batman (Dick Grayson) und seine Helfer Red Robin (Tim Wayne), Blackbat (Cassandra Cain) und Robin (Damian Wayne) zwischen den Brücken keinen Zusammenhang herstellen. Aber als sie herausfinden, wie die Brücken früher hießen und wer ihre Erbauer waren, sehen sie klarer.

Batman: Die Pforten von Gotham

Die Brücken wurden vor ca. 130 Jahren von drei Männern in Auftrag gegeben und leiteten den wirtschaftlichen Aufschwung von Gotham City ein: Die drei Männer waren der Industrielle Alan Wayne, der Bürgermeister Theodore Cobblepot und der Zeitungsverleger Edward Elliot. Bekannte Namen also, deren Nachkommen auch heute noch das Batman-Universum maßgeblich beeinflussen!

Batman: Die Pforten von Gotham

In vielen Rückblicken schildern die Autoren spannend die geschäftlichen Verbindungen der drei gleichen Partner und den Aufstieg und Wandel von Gotham City zur Weltmetropole. Maßgeblich an den Prachtbauten und Wolkenkratzern waren auch die beiden begnadeten Architekten, die die kühnen Pläne der Geldgeber in Stahl realisierten. Der Wortsinn der Namen der beiden Architekten-Brüder geht bei der Eindeutschung des Titels verloren: Sie heißen Bradley Gate und Nicholas Gate – sie sind die Gates von Gotham.

Batman: Die Pforten von Gotham

Ihr Schicksal ist leider weniger erfreulich und ihr dunkles Geheimnis ist Ursache für die bedrohlichen Verwerfungen von Gotham City. Wer sich wundert, dass hier Dick Grayson im Batman-Kostüm steckt: Die Story spielt kurz nach FINAL CRISIS, also zu einem Zeitpunkt, wo Bruce scheinbar starb und im Zeitstrudel verloren ging. Den Autoren – allen voran Scott Snyder – gelingt eine packende Szenerie, die in sich schlüssig ist.

Batman: Die Pforten von Gotham

Zuvor hatte Snyder mit Batman erste Erfahrungen in DETECTIVE COMICS #871 bis #881 (Januar bis Oktober 2011; Der schwarze Spiegel) gesammelt. Hier wusste er zu überzeugen. Es folgt dann eben diese Miniserie und danach prägte er für lange Zeit das Erscheinungsbild des Mitternachtsdetektiven in der monatlichen Batman-Serie, beginnend mit einer neuen Nummer #1 in DC-Rebirth.

Batman: Die Pforten von Gotham

Die Zeichnungen der Rückblicke sind im Steam-Punk-Stil gestaltet und verleihen der Story die perfekte Atmosphäre. Generell sind die Zeichnungen klar und scharf – die Farbgebung überaus gelungen.

Norbert Elbers

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Batman und Signal

Der neueste Zugang zur Batman-Familie ist Duke Thomas. Seinen ersten Auftritt hatte er in US-Batman (Vol. 2) #21 (August, 2013) in der Storyline Batman: Jahr Null. Er ist das einzige Mitglied der Gemeinschaft mit Metakräften.Er hat einen Photokinetischen Blick, der es ihm erlaubt, Licht aus der Vergangenheit und ein wenig aus der Zukunft zu sehen. Viel ist über ihn noch nicht bekannt. Dies soll diese drei-teilige Miniserie nun ändern.

Batman und Signal

Da seine Kräfte nur am Tag voll wirken, ist er auch das einzige Mitglied der Batman-Squad, das hauptsächlich am hellen Tag in Erscheinung tritt. Und so ist er der geeignete Beschützer von Gotham City bei Tageslicht.

Batman und Signal

Eine Zeitlang sah es so aus, als ob er der neue Robin werden würde, aber nun ist sein Vigilanten-Name Signal. Teenager mit Meta-Kräften machen Gotham City unsicher. Viele sterben auch, als sich ihre Kräfte zum ersten Mal manifestieren. Und das seltsame ist, die Kräfte der Jugendlichen sind umso intensiver, wenn sich Signal ihnen nähert.

Batman und Signal

Ein neuer Bösewicht – Gnomon – taucht auf und behauptet, er sei die Ursache für all dies und darüber hinaus auch noch der Vater von Duke. Der neue jugendliche Held ist eine Bereicherung für das Batman-Team, auch wenn vieles von seiner Herkunft und seinen Kräften noch im Dunklen liegen.

Batman und Signal

In dem Batman Annual kommen drei Kurzgeschichten zum Abdruck. Die erste schildert, wie der Bat-Hund Ace zu Batman kam. Diese Origin in „Good Boy“ unterscheidet sich von der bisherigen Pre-Crisis Origin, brachte aber dem Zeichner David Finch und dem Autor Tom King im Jahr 2017 in der Kategorie “Beste Kurzgeschichte“ den Eisner Award ein. Ace ist nicht zu verwechseln mit dem anderen Hund Titus, der ebenfalls auf Wayne Manor lebt.

Norbert Elbers

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Batman: Ich bin Gotham

New-52 ist zu Ende und die DC-Rebirth-Ära hat begonnen. Mit dem Neustart des DC-Universums debütiert Tom King in der Hauptserie Batman, die in USA nun 14-tägig erscheint. Von Scott Snyder (der immerhin von November 2011 bis Juli 2016 die Serie schrieb) übernimmt Tom King die Batman-Serie und Bruce Wayne übernimmt wieder die Rolle des Batman. Gordon ist wieder der Commissioner. Und es geht sehr actionreich zu.

Batman: Ich bin Gotham

King zelebriert einen Ritt Batmans auf einem abstürzenden Flugzeug, der zwar schier unmöglich ist, aber gekonnt und temporeich daherkommt. In letzter Sekunde kommen ihm zwei neue Superhelden mit übermenschlichen Kräften zu Hilfe: Gotham und Gotham Girl. Selten war Batman härter, cooler und actionreicher.

Batman: Ich bin Gotham

Vieles aus dem Werdegang der Geschwister Gotham (Hank Clover) und Gotham Girl (Claire Clover) wird erzählt, die ganze Geschichte wie sie zu ihren Kräften kamen, muss noch geliefert werden. Es gibt ein Wiedersehen mit alten gefährlichen Widersachern von Batman (Hugo Strange, Psycho Pirate) und einigen alten Lachnummern aus alten Tagen (Captain Stingaree und Kite Man). Hier erleben viele alte Charaktere ihren ganz persönlichen Rebirth-Moment.

Batman: Ich bin Gotham

Sehr gefühlvoll charaterisiert King die Figuren. Tom King wurde 1978 in Amerika geboren. Er studierte Philosophie und Geschichte an der Columbia University, Abschluss 2000. Nach den Terroanschlägen 9/11 (2001) war er sieben Jahre CIA-Agent  bei der Terrorabwehr. Er hat für Marvel gearbeitet (Vision) und u.a. für DC bei Nightwing. Aus seiner Feder (zusammen mit Tim Seeley) ist ebenfalls die als Agententhriller angelegte Stroyline Grayson – hier wird Dick Grayson zum Agenten 37 bei Spyral. Die harten und detailreichen Zeichnungen von Finch passen perfekt.

Norbert Elbers

Batman Paperback 1 – Ich bin Gotham; enthält: Batman: Rebirth #1 und Batman (vol. 3) #1 – #6 (August 2016 bis Oktober 2016); Text: Scott Snyder, Tom King; Zeichnungen: David Finch, Ivan Reis, Mikel Janin; Tusche: Danny Miki; Oclair Albert, Mikel Janin, Matt Branning, Scott Hanna, David Finch, Joe Prado, Sandra Hope-Archer; Farben: Jordie, ellaire, June Chung, Marcelo Maiolo; aus dem Amerikanischen von Ralph Kruhm; Prestige; Softcover: € 16,99; lim Hardcover mit Blechschild: € 25,00; 180 Seiten; farbig; Panini/DC Comics

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All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind

In All Star Batman & Robin, the Boy Wonder #2 (November 2005) hatte er seinen ersten Auftritt: „The Goddamn Batman“ (“What, are you dense? Are you retarded or something? Who the hell do you think I am? I’m the Goddamn Batman.“) Aus der Feder von Frank Miller. Er galt schon immer als Erfinder des Arschloch-Batmans. Hier wurde es deutlich wie nie zuvor. Und man hat den Eindruck, dass Scott Snyder mit seiner Interpretation jetzt in die Fußstapfen seines Vorgängers für diesen Titel treten möchte.

All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind

Da wird gestochen und geblutet im Akkord. Alle teilen ordentlich aus und stecken übertrieben viel ein. Snyder, der eher für lange Monologe bekannt ist, hält sich nur selten hier daran auf. Batman möchte Two-Face zu einem weit entfernten Ort bringen: Zu einem alten Heim, in dem sie als Kinder als Bruce Wayne und Harvey Dent einen Sommer verbrachten und sich gegenseitig was schworen. Hier soll es ein Gegenmittel für seine Krankheit geben.

All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind

Aber Two-Face selbst will das verhindern und bietet jedem, der sie aufhält auf dem 800 km langen Trip, eine riesige Menge Geld. So machen sich unzählige – längst vergessene Kleinkriminelle (Killer Moth, Firefly, Black Spider, Gentleman Ghost, Killer Shark, Amygdala und viele, viele andere mehr) – auf den Weg, um Batman in seinem Vorhaben zu stoppen. Aber auch richtige Schwergewichte wollen sich das Geld verdienen (Killer Croc, KGBeast,….)

All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind

Durch Rückblenden auf diesem ewig langen Roadtrip wird langsam klar, was Bruce und Harvey verbindet. Auf diesem Höllentrip orchestriert Snyder wahre Legionen von klassischen Batman-Gegnern zu einem bunten Who’s who in the DC Universe. Grandios in Szene gesetzt von John Romita Jr..

All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind

All-Star Batman: Bd. 1: Mein schlimmster Feind enthält: All Star Batman (vol. 2) #1 – #5 (Oktober 2016 bis Februar 2017); Text: Scott Snyder; Zeichnungen: John Romita Jr.; Tusche: Danny Miki; Tom Palmer; Sandra Hope; Richard Friend; Farben: Dean White; aus dem Amerikanischen von Ralph Kruhm; Prestige; Softcover: € 16,99; variant: € 20,00;  Cover von John Romita Jr.; (Variant Cover: Jock); 148 Seiten; farbig; Panini/DC Comics

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Batman: Superschwer

Seit nunmehr 1939 ist Bruce Wayne Batman und Batman ist Bruce Wayne. Mit einigen Unterbrechungen: Für einige Zeit war Dick Grayson als Caped Crusader unterwegs und nach Knightfall 1993/1994 war Jean-Paul Valley Batman. Und in der Zukunft ist Terry McGinnis Batman von Bruce Waynes Gnaden.

Batman: Superschwer

Nach dem scheinbaren Tod von Batman und Joker in US-Batman #40 ist die Stelle des Batman vakant. Nun haben die Autoren als Nachfolger jemanden erkoren, von dem man es als letztes erwartet hätte: Jim Gordon. Hört sich komisch an, es funktioniert aber erstaunlich gut.

Batman: Superschwer

Die Großindustrielle Geri Powers von Powers Industries ist der Meinung, dass Gotham City einen Batman braucht. Ihre Firma hat einen High-Tech-Anzug entwickelt und sie möchte, dass James Gordon in ihm den Platz von Batman einnimmt. Parallelen zu Marvels Iron Man sind sicherlich gewollt. Ebenso hat Powers verschiedene Kampfrüstungen entwickelt. Hier wird ziemlich offensichtlich das Konzept von Tony Starks Anzügen kopiert.

Batman: Superschwer

Obwohl in dem Anzug jetzt jemand anderes steckt und jeder in der Stadt weiß, wer es ist, wird sehr viel über das Wesen von Batman gesprochen und diskutiert. Ein neuer und sehr mächtiger Gegner sorgt in Gotham City für Tod und Zerstörung: Mr. Bloom.

Batman: Superschwer

Gleichzeitig taucht unter nicht geklärten Umständen auch Bruce Wayne wieder auf. Er leidet unter Gedächtnisschwund und kann sich an seine Zeit als Batman nicht erinnern. Alfred klärt ihn zwar über vieles auf, den Tod seiner Eltern, aber lässt aus, dass er durch dieses Trauma zu Batman wurde. Gleichzeitig findet Bruce an seiner neuen Rolle Gefallen und spielt sogar mit dem Gedanken, Julia Madinson zu heiraten. Obwohl er weiß, dass ihr Vater Mallroy dem Kleinkriminellen Joe Chill die 45er verkaufte, mit der dieser Martha und Thomas Wayne erschoss.

Batman: Superschwer

Auch wenn man den Gedanken befremdlich findet mag, dass ausgerechnet der ehemalige Commissioner nun in die Rolle von Batman schlüpft und dem Leser auch klar sein dürfte, dass dies wieder nur ein kurzes Intermezzo sein wird, bis Bruce als Batman wiederkommt, so ist die vorliegende Story durchaus sehr spannend und überzeugend: Man kann dabei sein, wenn zur Batman-Historie ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Norbert Elbers

Batman Paperback #8: Superschwer, enthält: Divergence FCBD (2015), Juni 2015; Batman vol.2 #41 bis , August 2015; Batman Annual #4, Text: Scott Snyder, Brian Azzarello, James Tynion IV; Zeichnungen: Greg Capullo, Mark Simpson [als Jock]; Tusche: Danny Miki, Roge Antonio, Mark Simpson [als Jock]; Farben: FCO Plascencia, Lee Loughridge; aus dem Amerikanischen von Steve Kups und Ralpg Kruhm; Prestige; Softcover: € 17,99; Hardcover: € 29,00; 220 Seiten; farbig; Februar 2017; Panini/DC Comics

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Batman: Der schwarze Spiegel

Den Namen des am 15.01.1976 in New York geborenen Autors Scott Snydersolte man sich unbedingt merken! Bereits im Jahr 2009 schrieb dieser seine erste Comicgeschichte – man kann sagen: Snyder ist der absolute Newcomer in der schreibenden Zunft des Comic-Genre. Seine erste Story war über die Menschliche Fackel des Hauses Marvel, es folgt in 2010 die vierteilige Miniserie Iron Man: Noir, und bereits 2011 gewann er zusammen mit Stephen King und Rafael Albuquerque mit der Vertigo/DC-Serie American Vampire den Eisner-Award in der Kategorie Best New Series!

Batman: Der schwarze Spiegel

Snyder versteht es meisterhaft, seine Geschichten spannend und geheimnisvoll aufzubauen. Seine Erzähltechnik nimmt den Leser vom ersten Panel bis zum Schluss gefangen. Die Möglichkeiten, die es nur im Comic gibt, setzt er gekonnt ein.

Batman: Der schwarze Spiegel

Diese seine Fähigkeiten stellt er auch in den vorliegenden Geschichten unter Beweis: Brutale Morde erschüttern Gotham City und Batman bekommt es mit einem neuen Gegenspieler zu tun, der unter dem Namen Der Händler in den Geheimbund The Black Mirror und ein Auktionshaus betreibt, in dem er u.a. Requisiten oder andere Utensilien von bekannten Batman-Gegnern versteigert werden. So zum Bespiel Blutproben von Killer Croc oder Angstgas von Scarecrow. Dieser Händler scheint wirklich an alles ranzukommen, was irgendwie in Zusammenhang mit Batman steht. Auch behauptet er im Besitz des Stemmeisens zu sein, mit dem der Joker Robin/Jason Todd getötet haben soll. Um auf die richtige Spur des Händlers zu kommen, braucht Batman (diesmal Dick Grayson) alle seine detektivischen Fähigkeiten.

Batman: Der schwarze Spiegel

Commissioner James Gordon quälen dagegen familiäre Probleme. Sein Sohn James Jr. kehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder nach Gotham City zurück. Um ihn herum gibt es viele mysteriöse Geheimnisse – keins deutet auf etwas Angenehmes hin! James Gordon Jr. ist das erste Kind von Commissioner James Gordon und seiner ersten Frau Barbara Kean-Gordon, welche beide 1987 von Frank Miller in der Storyline Batman: Year One eingeführt wurden. Darauf nimmt Snyder direkt Bezug und stellt die Frage in den Raum, ob die psychischen und geistigen Probleme von James Gordon Jr. daher rühren könnten. Viele bislang ungelöste Kindermorde des Peter Pan-Killer von vor sehr, sehr langer Zeit scheinen eine Verbindung zu seinem Sohn zu haben. Der Commissioner löst den Fall, sein Sohn scheint entlastet und unschuldig, aber es bleiben quälende Zweifel, offene Fragen und ungute Gefühle.

Batman: Der schwarze Spiegel

Die direkt an diese Geschichten anschließenden Hefte Detective Comics #876 bis #881 sind ebenfalls von Snyder. Hier erfahren wir das Ende der noch ungeklärten Rätsel. Der Gesamtzyklus von #871 bis #881 bildet zugleich das Ende der seit 1937 laufenden Serie Detective Comics, bevor im September 2011 DC sein Programm The New 52 mit 52 Serien neu startete. Aufgrund des positiven Echos und der enthusiastischen Kritiken übernahm Snyder die Serie Batman mit der Nummer #1.

Norbert Elbers


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Batman: Hungrige Stadt

Am Ende des letzten Batman Sonderbandes #36 waren noch viele Handlungsstränge offen geblieben und man durfte zu Recht fragen, ob Snyder wohl in der Lage sein würde, das hohe Niveau zu halten. Um es vorweg zu nehmen: Das Niveau hat Snyder nicht gehalten – er hat sich eindeutig gesteigert!!

Batman: Hungrige Stadt

Brutale Morde geschehen weiterhin in Gotham City und verlangen von Batman/Dick Grayson all sein detektivisches Gespür. Die persönliche Assistentin eines Vorstands einer renommierten Bank wird ermordet – und der Täter (oder die Täter) haben sich dafür sehr viel Mühe gegeben: Ein Killerwal hat die arme Frau verschluckt und den Wal hat man nachts in die Lobby der Bank verfrachtet. Sehr mysteriös – aber damit noch nicht genug: Der Vorstand der Bank ist eine Frau und heißt Sonia Branch. Getauft auf den Namen Sonia Zucco – sie ist die Tochter von Anthony Zucco, jener Mann, der die Eltern von Dick Grayson ermordet hat. Schnell hat Batman die Spur von Verdächtigen ausgemacht, aber die Rolle von Zuccos Tochter bleibt dabei rätselhaft.

Batman: Hungrige Stadt

Die familiären Probleme quälen weiterhin Commissioner James Gordon: Sein Sohn James Jr. kehrte nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder nach Gotham City zurück. Er ist jener Sohn, welcher von Frank Miller in der Storyline “Batman: Year One“ (US-BATMAN #404 – #407; 1987) eingeführt wurde und von Batman nach dem Sturz von der Brücke gerettet worden war.

Batman: Hungrige Stadt

Wurden noch die schlimmsten Befürchtungen im Bezug auf die bislang ungelösten Kindermorde des Peter Pan-Killer von vor sehr, sehr langer Zeit nicht wahr und der richtige Mörder im letzten Band identifiziert, so wird aber spätestens nun klar, dass der Sohnemann von Commissioner James Gordon ein Doppelleben führt. Er ist wirklich ein Psychopath und bei der Rolle, die sein Vater dabei spielt, hat dieser sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Batman: Year One

Snyders Charaktere sind ebenso präzise (und damit nachvollziehbar) wie geheimnisvoll beschrieben. Seine Figuren erlangen ungeahnte Tiefe und neue Facetten und Nuancen. Seine Ideen und deren Darbietung sind durchdacht, spannend, fesselnd. Das Zeichnerduo Jock/Francavilla passt perfekt zur Stimmung und geht mit dem Text eine wahrlich grandiose Symbiose ein.

Batman: Year One

Mit Heft #881 endete nun auch im August 2011 (Coverdatum: Oktober 2011) die traditionsreiche Serie (US-)DETECTIVE COMICS, welche seit 1937(!) ununterbrochen erschienen war. Mit einer neuen Nummer #1 begann dann für alle Heftreihen von DC-Comics im September 2011 das Programm “The New 52“ mit 52 neu gestarteten Serien. Dieses neue Heft #1 liegt mittlerweile bei Panini ebenfalls vor und ist in der neuen monatlichen BATMAN-Serie enthalten, die ebenfalls mit der #1 wieder hier auf Deutsch im Juni 2012 neu gestartet ist. Zeichner und Autor in Personalunion ist für (US-)DETECTIVE COMICS Tony Daniel. Scott Snyder hingegen übernahm die neue Serie von (US-)BATMAN. Hier geht er seinem Faible für das Einführen alter Familienmitglieder – welche man längst in Vergessenheit wähnte – weiter nach.

Norbert Elbers


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American Vampire

Eigentlich sollte Stephen King nur einen seiner beliebten Sprüche wie “Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen, und sie heißt…“ für Backcover und Werbung liefern, doch der umtriebige Autor brachte sich gleich komplett mit ein in die von Scott Snyder geschaffene Comicserie American Vampire. Angeblich weil er – laut Vorwort – die laschen Vampire aus Werken wie Twilight, True Blood oder Vampire Diaries leid war und die Blutsauger wieder zu „Bad Boys, Bad Girls“ also richtigen “Killern“ machen wollte.

American Vampire

Doch ganz sicher hat es eine Rolle gespielt, dass Stephen King – abgesehen von einen kurzen Gastspiel im X-Men-Benefizband Heroes for Hope (1985) – noch nie einen Comic textete (an den Adaptionen seiner Bücher The Dark Tower oder The Stand hat King nicht wirklich mitgearbeitet), während sein Sohn Joe Hill große Erfolge mit Locke & Key feiert. Da kam es ihm gelegen, sich gemeinsam mit dem seinerzeit noch relativ unbekannten Autor Scott Snyder am Konzept von American Vampire zu feilen und mit seinem guten Namen dafür zu sorgen, dass die Vertigo-Serie zu einem Erfolg wird.

American Vampire

Zu den ersten fünf Heften von American Vampire (aber auch nur zu diesen), die Panini geballt veröffentlicht, trug King als Texter exakt die Hälfte bei. Während Snyder davon erzählt wie die taffe Nachwuchsschauspielerin Pearl Jones im Los Angeles der 20er Jahre herausfinden muss, dass Hollywood-Produzenten im wahrsten Sinne des Wortes Blutsauger sind, schildert King wie fast 50 Jahre zuvor im Wilden Westen ein Outlaw zum Vampir Skinner Sweet wird.

American Vampire

Die einzelnen Hefte schildern jeweils zur Hälfte die Erlebnisse von Pearl und Skinner, der sich allerdings ebenfalls im Stummfilm-Hollywood herumtreibt. Während Snyders Teile der Story deutlich interessanter ausgefallen sind als jene von King, kann das sehr abwechslungsreich gestaltete Artwork von Rafael Albuquerque durchgehend überzeugen. Das Konzept Vampire bei ihrer Zeitreise durch die an Gewalttätigkeiten ohnehin nicht arme Amerikanische Geschichte zu begleiten geht voll auf und man darf auf die weitere Entwicklung der Serie gespannt sein.

American Vampire
US-Sammelband 8

Mittlerweile liegt die Serie komplett vor, doch leider nur in den USA, denn Panini Deutschland hat nur sieben der acht Sammelbände veröffentlicht.


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Batman vs. Robin

Auch der nunmehr schon 22. Film aus Warners DC Universe Animated Original Movies-Reihe ist näher an den Comic-Vorlagen orientiert, als dies bei den Realfilmen um Batman oder Superman der Fall ist.

Batman vs. Robin

Als Vorlage diente diesmal die hauptsächlich von Scott Snyder geschriebene und von Greg Capullo gezeichnete Storyline Batman: The Court of Owls (auf deutsch als Die Nacht der Eulen veröffentlicht), über die im Bonusmaterial eine sehr interessante Dokumentation informiert. Batman bekommt es diesmal mit einer seine Heimatstadt Gotham schon seit Jahrhunderten dominierenden Verschwörer-Bande zu tun, deren wohlhabende Mitglieder sich hinter Eulen-Masken verstecken.

Batman vs. Robin

Doch damit nicht genug, denn der Dunkle Ritter hat auch noch erhebliche Familienprobleme. Der an seiner Seite kämpfende Robin ist nicht mehr Dick Grayson, dieser ist aus dem rot-gelb-grünen Kostüm herausgewachsen und beschützt jetzt als Nightwing im Alleingang den Küstenort Blüdhaven. (Wie es zum Bruch mit Batman kam, das beschreibt sehr schön der ebenfalls auf der Blu-ray enthaltener Kurzfilm Old Wounds aus der Batman Animated Reihe). Der neue Robin ist Damian Wayne, der bereits im gleichnamigen Animationfilm eingeführte Son of Batman.

Batman vs. Robin

Batman vs. Robin ist eine Art Fortsetzung zu Son of Batman und hat in der Originalfassung auch identische Synchronsprecher. Die Geschichte ist äußerst spannend erzählt und wurde sehr gut animiert in Szene gesetzt. Dabei geht es manchmal so hart zur Sache, dass die FSK 16 Freigabe (The Dark Knight Rises war ist ab 12 Jahren freigegen) durchaus angemessen erscheint. Ebenfalls auf der Blu-ray enthalten ist eine Vorschau auf das nächste DC Universe Animated Original Movie Justice League: Götter und Monster.

Batman vs. Robin

Bei Müller ist übrigens von der Blu-ray ein “limitiertes Set mit Schleich Spielfigur“ erschienen.

Batman vs. Robin

Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 79-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit Audiokommentar von Regisseur Jay Olivia sowie Produzenten Mike Carlin und James Tucker, ohne deutsche Untertitel) noch die Dokumentationen “The Mythic Court of Owls – Gothams Geheimnis“ (31:25 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), “The Talon of the Owl – Die Krallen“ (14:03 min), Aus dem DC-Comics-Archiv: Vier thematisch passende Bonus-Cartoons: “Batman: The Brave and the Bold: The Color of Revenge“, “Batman; The Animated Series: Old Wounds“, “Superman: The Animated Series: Obsession“ und “Young Justice: Auld Acquaintance“, der Merry Melodies Kurzfilm “Super Rabbit“ mit Bugs Bunny und eine Vorschau auf den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum: “Justice League: Gods & Monsters“ (11:08 min)

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