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The Boys (TV-Serie)

Mit der Serie Preacher hatte der Darsteller Seth Rogen zusammen mit dem Produzenten Evan Goldberg bereits 2016 eine Comic-Reihe von Garth Ennis adaptiert, bzw. dies versucht. Da hier ganz offensichtlich gar nicht beabsichtigt war, der Vorlage auch nur halbwegs gerecht zu werden, klang es nicht gerade wie eine sehr gute Idee, wenn sich das selbe Team mit The Boys an einer weiteren Comic-Serie von Ennis versucht.

The Boys (TV-Serie)

Doch – oh Wunder! – diesmal ist es gut gegangen. Auf Amazon Prime ist jetzt tatsächlich in 8 Episoden zu erleben, wie wenig erstrebenswert es wäre, in einer Welt voller Superhelden zu leben. Genau wie im Comic gibt es eine Gruppe von Individualisten, die alles dransetzt um zu verhindern, dass kostümierte Gestalten die Geschicke der Menschheit lenken.

The Boys (TV-Serie)

Als er achtlos durch die Straßen von New York düst, rennt A-Train, der Mitglied im Superhelden-Team The Seven ist, mit Hochgeschwindigkeit mitten durch ein junges Mädchen. Dabei handelt es sich um Robin, die Freundin von Hughie Campbell. Dieser kommt nur schwer über diesen sinnlosen Tod hinweg. Hughie erhält Besuch von einigen Anwälten, die ihm eine Unterschrift abtricksen wollen, damit er gerichtlich nicht gegen A-Train vorgeht.

The Boys (TV-Serie)

Anschließend trifft er auf einen gewissen Billy Butcher, der ihm ein noch viel besseres Angebot macht. Hughie soll Mitglied einer Gruppe werden, die mit Tolerierung des CIA und ohne Rücksicht auf Verluste Superhelden in ihre Schranken verweist. Hughie lernt die Boys kennen, aber auch die naive Superheldin Annie alias Starlight. Nach und nach kommen die Boys hinter das ziemlich finstere Geheimnis der im Solde der Firma Vought International stehenden Superhelden.

The Boys (TV-Serie)

Als Garth Ennis zusammen mit dem Zeichner Darick Robertson die 2006 die Comic-Serie startete, schwebte ihnen der Darsteller Simon Pegg (Shaun of the Dead, Star Trek) als Idealbesetzung für die Rolle des Hughie in einer eventuellen Verfilmung vor. Da Pegg mittlerweile etwas zu alt für den naiven Helden ist, gelang den TV-Produzenten der Coup Pegg als Hughies Vater zu besetzten. Die Hauptrolle bekam Jack Quaid, der in einer kleinen Rolle in Die Tribute von Panem zu sehen war.

The Boys (TV-Serie)

In der Serie ist Hughie jetzt kein Schotte mehr, sondern ein durchschnittlicher New Yorker, der in einem Elektroladen schuftet und sich eher schlecht als recht durchs Leben schlägt. Scheinbar direkt aus dem Comic entsprungen zu sein, scheint hingegen der Neuseeländer Karl Urban (Dredd, Star Trek). Dieser sondert als Billy Butcher herrlich derbe Flüche ab, legt großartige Wutausbrüche hin und lässt auch immer wieder einen seelisch schwer verletzten Menschen durchschimmern.

The Boys (TV-Serie)

Eine Galavorstellung gibt auch Anthony Starr als patriotischer Superhelden-Chef Homelander. Sein arrogantes Lächeln wirkt erschreckend echt und fast so bedrohlich, wie die Abgründe die dahinter lauern. Auch die restliche Besetzung – allen voran Elisabeth Shue als eiskalte Konzernchefin von Vought International – wurde recht passend ausgewählt und erstaunlich viele Grundideen des Comics flossen in die Geschichte ein.

The Boys (TV-Serie)

Wer möchte kann bemängeln, dass die Serie pfleglicher mit den “bösen“ Charakteren umgeht und diese etwas differenzierter darstellt als Ennis dies im Comic macht. Doch die satirischen und gesellschaftskritischen Elemente fallen dadurch nicht unter den Tisch, zumal sich die Serie auch über die aufwändigen Superhelden-Kinofilme lustig macht. Episode 8 von The Boys endet mit einer recht originellen Schlusspointe, die so nicht im Comic vorkommt und gespannt auf eine zweite Staffel macht.

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Fanboys

1998: Als die eingefleischten STAR WARS-Fans Hutch, Windows und Eric erfahren, dass ihr alter Schuldfreund Linus an Krebs erkrankt ist und die Premiere der heiß ersehnten Episode I nicht mehr erleben wird, schmieden die Jungs einen waghalsigen Plan: Sie wollen in George Lucas’ Skywalker-Ranch einbrechen, um in den Besitz einer Filmkopie zu gelangen.

Fanboys

Die Freunde begeben sie sich auf eine aberwitzige Reise quer durch Amerika. Dabei geraten sie immer wieder in Auseinandersetzungen mit nicht minder eingefleischten STAR TREK-Fans, doch ausgerechnet William Shatner gibt den Freunden die entscheidende Hilfestellung.

Fanboys

Als reine Teeniekomödie über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens ist Fanboys eher eine Enttäuschung. Trotz vier männlicher Hauptdarsteller gibt es fürs Herz gibt nur eine einzige und zudem noch recht halbherzig in Szene gesetzte Lovestory. Die nur sehr unzureichend charakterisierten Fanboys bleiben im Vergleich etwa zum Ensemble von American Pie erstaunlich blass. Doch trotzdem ist Fanboys eine rundum sympathische Angelegenheit.

Fanboys

Auf eine sehr milde Art amüsiert sich der Film über Fans und Nerds, die partout nicht erwachsen werden und schon gar nicht in Vatis Fußstapfen treten wollen. Während alle STAR-TREK-Utensilien aus lizenzrechtlichen Gründen etwas verfremdet dargestellt wurden, genießt der Film anscheinend die volle Sympathie von George Lucas (auf dessen Skywalker-Ranch der Soundtrack zu Fanboys abgemischt wurde). Der STAR WARS-Schöpfer taucht zwar nicht persönlich auf, doch John Williams Soundtrack erklingt gelegentlich und alle bekannten Figuren sind zu sehen. Wobei sich ein von Seth Rogen gespielter übereifriger Fan noch vor dem Sichten von Episode I gar einen Jar Jar Binks auf den breiten Rücken tätowierte.

Fanboys

Die interessante Frage wie die Fanboys nach allen Strapazen schließlich die entsetzlich schlechte Episode I verkraftet haben, beantwortet der Film allerdings nicht. Co-Drehbuchautor von Fanboys war Ernest Cline, dessen dem Roman Ready Player One zu einem Bestseller wurde, den Steven Spielberg 2018 verfilmte.

Fanboys

Die DVD zu Fanboys enthält noch dieses Bonusmaterial: Audiokommentar von Cast & Crew, ohne deutsche Untertitel; Deutscher Audiokommentar von den Fans Martin Gogulski und Markus Rau („German Garrison“); Fanboys über „FANBOYS“ (16:34 min); 6 entfallene Szenen (insgesamt 7:33 min), wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; 7 Webisodes (11:24 min); Die Wahrheit über Fanboys (5:47 min); Die Parallelen zu Star Wars (5:16 min); Vier Fanboys und ein Fangirl (8:47 min); Die Choreographie (3:38 min); Deutscher Kurzfilm „VIDIOTS“ von Moritz Mohr (23:36 min); Deutscher Kinotrailer (2:12 min); Wendecover

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Preacher

Auf dem San Diego Comic Con erzählte Garth Ennis vor einiger Zeit, dass die Option auf eine Verfilmung seiner Comic-Serie Preacher alle Jubeljahre verlängert wurde. Nach den damit verbundenen Vertragsunterzeichnungen begießen er und seine guter Kumpel, der mittlerweile verstorbene Zeichner Steve Dillon, dies regelmäßig in einem Pub. Damit hatte es sich dann bis zur nächsten Verlängerung, doch 2016 wurde es ernst.

Preacher

Der US-Kabelkanal AMC – hier läuft auch The Walking Dead – produzierte eine erste Staffel von Preacher. Die drei Hauptrollen werden nicht – wie irgendwann einmal vorgesehen – von Ben Affleck, Robert Carlyle und Cameron Diaz gespielt.  Die Titelrolle des Reverend Jesse Custer verkörpert jetzt ein optisch nur bedingt passender Darsteller, der aber immerhin Freunden von Comic-Verfilmungen ein Begriff sein dürfte. Dominic Cooper war im Kinofilm Captain America und in der TV-Serie Agent Carter als Iron Mans Papa Howard Stark zu sehen. Damit er etwas größer wirkt, wurden Coopers Haare hoch toupiert.

Preacher

Mit dabei sind außerdem beliebte Charaktere aus dem Comic, wie Sheriff Hugo Rott und sein Sohn Arschgesicht. sowie beliebte Comic-Schauspieler wie Elizabeth Perkins alias Wilma Feuerstein oder Jackie Earle Haley alias Rorschach. An der Produktion und teilweise auch an der Inszenierung der Serie war der Schauspieler Seth Rogen beteiligt.

Preacher

Wer den Comic von Ennis und Dillon nicht kennt, mag vielleicht seine Freude an der Serie haben, die in der vierten Staffel ihr Ende finden wird. Doch für mich ist die Sache eine einzige Enttäuschung. Während sich AMC bei The Walking Dead darum bemühte, so nah wie möglich am Comic zu bleiben, hat Preacher nur oberflächliche Ähnlichkeit mit der meiner Meinung nach sehr viel bedeutenderen Comic-Serie. Abgesehen von Joe Gilgun als Vampir Cassidy und vielleicht noch von Graham McTavish als Der Heilige der Killer haben nur wenige der Darsteller Ähnlichkeit mit den von ihnen verkörperten Comic-Figuren.

Preacher

Schlimmer noch ist aber, dass von den cleveren Dialogen und den überraschenden Thrills des Comics kaum etwas in die Serie gerettet werden konnte.  Vorsicht Spoiler: Auch wenn „Gott“ am Ende der 1. Staffel auftaucht, ist dies weit entfernt von der respektlosen Art, mit der sich der bekennende Atheist Garth Ennis mit dem Thema Religion im Comic beschäftigt.

001Die Blu-ray-Box von Sony enthält die 10 Episoden der ersten Staffel auf drei Scheiben. Außerdem sind noch vier wahlweise deutsch untertitelte Dokumentationen enthalten: „Die nicht verfilmbare Pilot-Episode“ (7:36 min), „Der Kettensägenkampf“ (6:31 min), „Hinter den Kulissen: Der Heilige der Killer“ (6:55 min), „Die Stunts“ (7:58 min) und eine Gag Reel (5:12 min) gibt es auch noch.

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