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Chester Brown: Ich bezahle für Sex

Viele Männer gehen zu Prostituierten, aber nur wenige reden darüber. Der kanadische Comic-Erzähler Chester Brown (Fuck) hat kein Problem damit für Sex zu bezahlen. Seine Erlebnisse als Freier erzählt er nicht nur seinen Kumpels, sondern auch seinen Ex-Freundinnen und jedem der bereit ist für das Buch “Ich bezahle für Sex“ zu bezahlen.

Chester Brown: Ich bezahle für Sex

In dem autobiographischen Comic schildert Brown wie er durch regelmäßige Puffbesuche sein Leben auf Vordermann brachte. Negative Erfahrungen machte er dabei so gut wie gar nicht, er war ein netter Freier, der den Damen gelegentlich auch seine Comics schenkte. Patentrezepte kann der Autor jedoch nur demjenigen anbieten, der ähnlich tickt wie er. Brown gesteht offen ein, dass er unfähig ist zur “romantischen Liebe“ bzw. hat seine Zweifel daran, ob es so etwas überhaupt gibt.

Chester Brown: Ich bezahle für Sex

Außerdem kennt er anscheinend keine Eifersucht und wohnte weiterhin zusammen in einer WG mit seiner Ex-Freundin und ihrem neuen Lover. Da er der Meinung ist auch in einer Beziehung immer für Sex “zahlen“ zu müssen, beschließt er käuflichen Sex in Anspruch zu nehmen. Nach dem ersten Erlebnis dieser Art hat er das Gefühl, dass “eine Last, die er seit seiner Jugend mit sich herumtrug von ihm abgefallen ist.“

Chester Brown: Ich bezahle für Sex

Das Buch ist alles andere als eine skandalträchtige Lebensbeichte, sondern erfrischend offen erzählt. In jeweils acht äußerst schlichten gehaltenen Panels pro Seite vermeidet es Brown die Gesichter der Prostituierten aber auch pornografische Details zu zeigen. Ebenso akribisch wie sachlich schildert Brown seine Erlebnisse mit “Escortservicen“ bzw. mit völlig normal wirkenden mehr oder weniger jungen Liebesdienerinnen.

Chester Brown: Ich bezahle für Sex

Alle ein bis zwei Monate suchte Brown verschiedene Prostituierte auf und informierte sich oftmals bereits vorab auf entsprechenden Internetseiten. Gelegentlich kehrte er zu seinen persönlichen Favoritinnen zurück und es gibt sogar ein fast schon romantisches Ende. Mittlerweile verkehren Chester Brown und eine Escort-Dame ausschließlich monogam miteinander…

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Peter Biskin: Sex, Lies & Pulp Fiction

In seinem Buch Easy Riders, Racing Bulls beschrieb Peter Biskind wie mutige und innovative Filmemacher wie Francis Ford Coppola und Martin Scorsese in den 70er Jahren in Hollywood eine kleine Revolution entfesselten, anschließend aber George Lucas und Steven Spielberg durch ihre erfolgreichen Infantil-Streifen das alte Studiosystem wieder herstellten. Nach Meinung von Biskin machten sie sogar alles noch viel schlimmer, da künftig im Kino nur noch auf die Zielgruppe der Zwölfjährigen gezielt wurde.

Peter Biskin: Sex, Lies & Pulp Fiction - Hinter den Kulissen des neuen amerikanischen Films

Biskins schrieb mit Down and Dirty Pictures: Miramax, Sundance and the Rise of Independent eine Fortsetzung zu Easy Riders, Racing Bulls und zieht bezüglich der Kommerzialisierung des Independent-Films ein ähnlich negatives Resümee. Insgesamt hat das Buch jedoch eine etwas andere Stoßrichtung. Der deutsche Titel Sex, Lies & Pulp Fiction ist da vielleicht ein wenig irreführend, denn Filmemacher wie Steven Soderbergh oder Quentin Tarantino kommen zwar vor, spielen aber nicht die Hauptrolle. Biskin ist eher an den Strippenziehern im Hintergrund interessiert, die sich in den 80er- und 90er-Jahren allerdings verstärkt in den Vordergrund drängten. Das Buch erzählt von Robert Redford, der sein angeblich gruppendynamisches Sundance Festival arg egoistisch aufzog und seine hemdsärmelige Kumpelhaftigkeit nach Belieben an- und ausschalten kann. Doch am meisten fasziniert ist Biskin von Harvey Weinsteins Wutausbrüchen.

Peter Biskin: Sex, Lies & Pulp Fiction - Hinter den Kulissen des neuen amerikanischen Films

Diese schillernde Figur droht sogar ein mit über 800 Seiten nicht gerade dünnes Buch zu sprengen. Harvey Weinstein gelang es gemeinsam mit seinem Bruder Bob die Firma Miramax zu einer schlagkräftigen Produktionsstätte von Oscar-Filmen wie Der englische Patient und Shakespeare in Love zu machen. Harvey erwarb meist schon fertig gestellte Filme durch großzügige Angeboten, die er im Nachhinein jedoch oft noch zu reduzieren wusste. Vor dem Kinostart forderte Weinstein dann meist noch drastische Schnitte, was ihm den Spitznamen “Harvey mit den Scherenhänden“ einbrachte. Doch bei aller Kritik gesteht Biskin Weinstein auch wahren Sachverstand und Leidenschaft zu, denn so manchen Filmerfolg hat seine drastische Art erst ermöglicht. Biskin liefert somit einmal mehr ein nicht nur fakten- und facettenreiches sondern auch ungemein unterhaltsames saftiges Stück Filmgeschichte.

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Robert Crumb’s Sex Obsessions

2007 veröffentlichte der Taschen Verlag den auf 1000 Exemplare limitierten Band “Robert Crumb’s Sex Obsessions“. Die 20,3 x 27,4 cm große „Collector’s Edition“ steckte in einem Schuber und es lag noch eine von Crumb signierte Lithografie bei. Das 258-seitige Buch hatte allerdings seinen Preis und kostete seinerzeit 750,- Euro.

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© Robert Crumb / Taschen

Jetzt erscheint eine sehr viel günstigere “Compact Edition“, die zwar mit 17,3 x 23,3 cm etwas kleiner ist, aber auch nur 19,95 Euro kostet. Auch in diesem Hardcoverband mit Schutzumschlag sind 14 vollständige obsessive englischsprachige Comic-Geschichten enthalten, die Robert Crumb zwischen 1980 und 2006 zeichnete. Er hat die Stories wie „My Troubles With Women“, „If I Were a King“ und „How To Have Fun With a Strong Girl“ zudem auch noch selbst von Hand koloriert.

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© Robert Crumb / Taschen

Abgerundet wird das Buch noch durch 60 Illustrationen. Auf einer dieser Zeichnungen verewigte Crumb die Herausgeberin des Buches, die “Amazing Dian Hanson“. Die Dame, die bei Taschen für Sexy-Books wie „The Art of Pin-up“, „The Little Book of Big Penis“ oder den großartigen Bildband „Sex to Sexty“ zuständig ist, passt anscheinend genau in Crumbs Beute-Schema, denn sie hat einen kleinen Kopf und einen großen Körper.

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© Robert Crumb / Taschen

Schön an diesem Buch ist auch, dass der Taschen Verlag damit zu seinen Wurzeln zurückkehrt und wie einst Anno 1980 in seinen Gründertagen wieder Comics veröffentlicht.

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Sex to Sexty

Cartoons, auf denen ein Cowboy seiner Frau ein Brandzeichen verpasst oder ein Dorftrottel von einem vollbusigen Weib träumt, die ebenso viel Zitzen wie seine Lieblingskuh hat, wären heute wahrscheinlich selbst für die Praline oder die St. Pauli Nachrichten zu frauenfeindlich. Doch in den 60er-Jahren zierten derartige Obszönitäten in den USA die Titelseiten des Witzblattes Sex to Sexty. Die Bilder wurden immerhin recht kunstvoll von Pierre Davis mit Ölfarben gemalt, der heute unter seinem richtigen Namen Lowell Davis kitschige Land-Idyllen für eine Porzellanfirma gestaltet.

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© Taschen

Das Herrenblatt wurde zwar 1983 eingestellt, lebte jedoch in einigen 2002 entstandenen Kunstwerken von Mike Kelley weiter. Dieser hatte auf seinem riesigen Bild Missing Time Color Exercise die Titelbilder einiger Sex to Sexty-Ausgaben chronologische nebeneinander aufgeklebt und dazwischen anstelle der ihm fehlenden Ausgaben monochrome Farbflächen platziert, was der Sache einen Hauch von Mondrian verleiht. Dies wiederum brachte Benedikt Taschen auf den Plan, der sich – auch als Verleger – sowohl für Kunst wie für Sex interessiert.

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© Pierre Davis

Für die Recherche zu diesem prachtvollen Bildband reiste die Autorin Dian Hanson nach Airlington, Texas und was sie dort über die Geschichte von Sex to Sexty herausfand, ist sehr viel lustiger als die darin enthaltenen zottigen Cartoons. John Newton, der Herausgeber des Heftes, betrieb eine erfolgreiche Firma, die Werbesprüche auf Aschenbecher, Kugelschreiber, Kaffeebecher und dergleichen druckte. Er interessiert sich jedoch auch für schlüpfrige Cartoons und kaufte für 10.000 Dollar eine Privatsammlung von gezeichneten Witzen, die jemand in Aktenschränken thematisch nach Begriffen wie “einsame Insel“ oder “betrogene Ehefrau“ geordnet hatte.

Sex to Sexty

Newton ließ einige dieser Cartoons von seinen Werbegraphikern noch einmal neu zeichnen und druckte auf eigene Kosten die erste Ausgabe von Sex to Sexty. Danach schickte er an angeblich jeden Zeitungshändler der USA eine Kiste mit 50 Exemplaren und dem Text “Ich bitte Sie diese Hefte zum Verkauf anzubieten, und wenn Sie verkauft haben, meine Rechnung zu bezahlen. Wenn nicht betrachten Sie sie als Geschenk.“ Dies Konzept funktionierte. Von dem zunächst mit psychedelischen Covern und dann mit den Gemälden von Pierre Davis garnierten Heft wurden monatlich 250.000 Exemplare verkauft, bevor schließlich Magazine mit eindeutigen Hochglanzfotos beliebter wurden als die zweideutigen gezeichneten Witze in Sex to Sexty.

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© Mike Kelley / christies.com

Das Buch des Taschen Verlags enthält neben thematisch gegliederten Cartoons auch hervorragend reproduzierte Abbildungen einiger nicht verwendeter Bilder von Davis und als Gimmick noch einen Schutzumschlag, der zugleich auch noch ein Poster ist auf dem – im Gegensatz zu den Werken von Mike Kelley – sämtliche Cover von Sex to Sexty abgebildet sind.

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