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13 Geister

In den 50er- und 60er-Jahrern machte William Castle (Der unheimliche Mr. Sardonicus) die Leinwände unsicher. Obwohl es ihm meistens gelang die Horrorlegende Vincent Price für die Hauptrolle seiner billig produzierten Thriller zu gewinnen, platzierte er noch zusätzlich Gimmicks in den Kinosälen. So ließ er die Kinositze vibrieren oder schloss Lebensversicherungen ab, falls sich jemand im Publikum zu Tode erschrecken sollte. In House of the Haunted Hill flatterte z. B. passend zur Handlung ein Pappskelett über das Kinopublikum und in Thirteen Ghosts wurden Spezialbrillen verteilt, die es dem Publikum ermöglichten Geister auf der Leinwand zu sehen.

13 Geister

1993 setzte Joe Dante (Gremlins) William Castle in seinem unterschätzten Werk Matinee ein kleines Denkmal. Doch auch ansonsten hat der 1977 verstorbene Altmeister – er produzierte immerhin Polanskis Rosemary´s Baby – heute noch sehr viele Fans. Hierzu gehört der Action-Produzent Joel Silver (Stirb Langsam) und der Regisseur Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft), die bereits 1999 eine Neuverfilmung von House of the Haunted Hill produzierten. Hierin agierte Geoffrey Rush in der Vincent Price-Rolle und das fliegende Skelett wurde durch modernste Spezialeffekte ersetzt.

13 Geister
Auch bei Thirteen Ghosts fahren am Anfang des Filmes wieder einige Autos auf ein (diesmal sehr stark verglastes) Spukhaus zu und nicht alle Insassen werden diese Reise überleben. Diesmal ist F. Murray Abraham in der Vincent Price-Rolle zu sehen und wieder ersetzen hochwertige Tricks und Make Up-Effekte die Pappbrillen von Castle. Die Macher der Neuverfilmung haben sich zwar für alle 13 Geister des Filmes spannende Hintergrundgeschichten ausgedacht, die jedoch leider nur zu Werbezwecken genutzt werden. Der Film setzt eher auf temporeiche Gruselunterhaltung, was ihn angenehm von vielen überlangen und überambitionierten Horrorfilmen abhebt. Dadurch stellt sich der selbe Gruselspaß wie zu Castles besten Zeiten ein.

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American Pie

Die vier Freunde Jim (Jason Biggs), Kevin (Thomas Ian Nicholas), Oz (Chris Klein) und Finch (Eddie Kaye Thomas) haben Minderwertigkeitskomplexe, weil sie nicht sonderlich erfolgreich beim anderen Geschlecht sind (aber auch weil sie fast alles glauben, was ihnen ihre Mitschüler vorgaukeln). Daher schließen sie einen Pakt und schwören spätestens beim Abschlussball ihre Unschuld zu verlieren. Doch so einfach ist das alles nicht, denn dem Sex kommt gelegentlich die Liebe in den Weg…

American Pie

American Pie verfügt mit dem im Internet übertragenen Strip und der „Vergewaltigung“ eines Apfelkuchens zwar über einige recht derbe Szenen (die auf der DVD-Fassung noch etwas heftiger sind, als sie im Kino zu sehen waren). Doch im Vergleich zu Vulgär-Klamotten wie Scary Movie oder Eddie Murphys Auftritten im Fettsuit ist American Pie sehr angenehme Unterhaltung, gelegentlich überraschend romantisch und manchmal sogar eine recht subtile Beschreibung des Erwachsenwerdens.

American Pie

Der Film schlug 1999 wie eine Bombe ein, was Folgen hatte. Für die Fortsetzung konnte 2001 zum Glück die komplette sehr sympathische Besetzung des ersten Films erneut verpflichtet werden. Diese erlebt einen turbulenten Sommer, bevor es dann zurück ins College geht. Zentrale Figur ist wieder Jim, der diesmal keinen Apfelkuchen (und erst recht nicht die tollen Ratschläge seines Vaters) braucht, um sich für den heißersehnten Besuch seiner osteuropäischen Freundin Nadia (Shannon Elizabeth) fit zu machen. Stattdessen verwechselt Jim Sekundenkleber mit Gleitcreme und sucht dann Rat bei seiner alten Bekannten Michelle. Diese wird wieder von Alyson Hannigan (Willow aus Buffy) gespielt und ist nicht mehr ganz das völlig durchgeknallte Mäuschen des ersten Teils.

American Pie

Der gradlinige Oz hingegen vermisst seine durch Europa reisende Heather (Mena Suvari), Kevin versucht gut Freund mit seiner alten Flamme Vicky (Tara Reid) zu sein, und Finch träumt weiterhin von Stiflers Mom. Da der Film die Geschichte der liebgewonnenen Figuren des ersten Teils einfach weiter erzählt ohne allzu viel altbekannte Situationen erneut zu zeigen, ist er insgesamt eine durchaus würdige Fortsetzung.

American Pie

2003 hieß es American Pie – Jetzt wird geheiratet. In dieser Fortsetzung fehlte Chris Klein als Oz und daher natürlich auch die von Mena Suvari gespielte Heather. Die restliche Besetzung tummelte sich auf der Hochzeit von Jim und Michelle. Eine zentrale Rolle spielt dies Seann William Scott, der als Stifler versucht bei der Hochzeit zu helfen, doch hauptsächlich heilloses (aber auch saukomisches) Chaos anrichtet.

American Pie

Es sollte neun Jahre dauern, bis schließlich eine Wiedersehensfeier der “Class of 1999“ an ihrer alten Schule anstand. Die Freunde beschließen sich schon einige Tage zuvor in ihrem Heimatort zu treffen. Dies führt zu allerlei Verwicklungen in bester American- Pie-Manier. So wacht etwa Jim nach einer schwer durchzechten Nacht “unten ohne“ in der elterlichen Küche auf und versucht seine Männlichkeit vor dem plötzlich auftauchenden Weibsvolk hinter einer Bratpfanne zu verstecken. Doch diese ist leider durchsichtig, auch für den Kinobesucher!

American Pie

Ähnliche Frivolitäten gibt es zuhauf, doch auch diese späte Fortsetzung nimmt die Figuren und ihre Probleme (etwa die Trauer von Jims Vater um seine verstorbene Frau) durchaus ernst und macht sich nicht darüber lustig.

American Pie

Die Clique ist älter geworden und den ganz großen Durchbruch hat keiner geschafft, was auch auf die diesmal komplett angetretene Besetzung des Ursprungsfilms zutrifft. Jims Ehe mit der lebenslustigen Michelle scheint unter der Wucht des Nachwuchses zusammenzubrechen, Finch versteckt sich hinter einem Lügengebilde, Oz hat eine mittelprächtige Stellung als Sportreporter und eine hohle Schönheit zur Freundin, während Kevin zum von daheim arbeitendem Hausmanne geworden ist. Nur Stifler scheint in East Great Falls weiterhin das wilde Leben aus seinen längst vergangenen Highschool-Tagen fortzuführen.

American Pie

Diese beste Fortsetzung (die vier weiteren direkt auf DVD veröffentlichen American-Pie-Filme lassen wir besser unerwähnt) ist eine flotte Komödie voller Schenkelklopfer, zugleich aber auch eine zu Herzen gehende Ansammlung von Geschichten rund um den Kampf gegen das Erwachsenwerden.

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