Schlagwort-Archive: Sherlock Holmes

The Gentlemen

Nachdem er sich mit seiner mehr als seltsamen Version der Legende von King Arthur kräftig blamierte, musterte Guy Ritchie (Sherlock Holmes) bei Walt Disney an und drehte mit Will Smith eine knallbunte, aber nicht besonders inspirierte, Realfilm-Version des Animationsfilms Aladdin. Anschließend besann sich der Brite auf seine Wurzeln und es entstand eine gelegentlich blutige Ganoven-Komödie im Stile seiner ersten Hits Bube, Dame, König, grAS oder Snatch – Schweine und Diamanten.

The Gentlemen

Das scheint zunächst nicht so recht zu klappen. Die im gehobenen Unterwelt-Milieu angesiedelte Geschichte erzählt vom US-Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey), der die Quittung dafür bekommt, dass er den Drogenhandel in England kontrolliert. Eine Art Gegenspieler ist der mit nur bedingt originellen Dialogen aber viel Spielfreude von Hugh Grant verkörperte schmierige Erpresser Fletcher.

The Gentlemen

Die Inszenierung kommt klugscheißerisch daher, gibt mit überflüssigen inszenatorischen Mätzchen an und beginnt langsam aber sicher zu nerven. Doch die interessanten Charaktere, die Charlie Hunnan, Colin Farrell und die coole Michelle Dockery (Downton Abbey) verkörpern, sorgen für kleine Lichtblicke, die den Zuschauer bei der Stange halten. Letztendlich lohnt sich das Durchhalten, denn in den letzten 30 Minuten zaubert Ritchie etliche Überraschungen aus dem Hut, die The Gentlemen doch noch zu einem gelungenen Film machen.

The Gentlemen

Die Blu-ray von Concorde enthält neben dem 114-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Glossary of Cannabis (0:46 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Best Gentlemen Quips (3:09 min), Behind the Scenes (1:35 min), What is a Guy Ritchie Film? (5:50 min, hier fehlen seltsamerweise die deutschen Untertitel), Drei deutsche Kinotrailer (1:32 min, 1:02 min und 1:12 min)

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Dr. Fu Man Chu

1913 schrieb der englische Autor Sax Rohmer seinen ersten von insgesamt 13 Romanen um den Superverbrecher Dr. Fu Man Chu (im Original Dr. Fu Manchu) und orientierte sich dabei an den Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle. Die Figur schlug ein und auch das Kino griff bereits Anfang der 20er-Jahre den asiatischen Schurken dankbar auf.

Dr. Fu Man Chu

1932 spielte “Frankensteins Monster“ Boris Karloff den Part, während Myrna die Rolle von Fah Lo See, der äußerst attraktiven Tochter von Fu Man Chu übernahm. Peter Sellers spielte 1980 in seinem letzten Film Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu zugleich den Schurken und dessen Widersacher Nayland Smith.

Dr. Fu Man Chu

Von 1965 bis 1968 entstanden zunächst als deutsch-britische Koproduktionen und später mit italienischer und spanischer Beteiligung fünf Filme mit “Dracula“ Christopher Lee als angemessen bösartiger Fu Man Chu. Meist entführt dieser die hübschen Töchter brillanter Wissenschaftler, um dadurch ihre Väter zu zwingen Weltbeherrschungsmaschinen zu bauen.

Dr. Fu Man Chu

Ich, Dr. Fu Man Chu und Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu entstanden in Irland und England unter der Regie von Don Sharp (Rasputin – The Mad Monk). Die beiden recht aufwändig produzierten Filme sind deutlich besser als der Rest. In Hauptrollen sind die deutschen Edgar-Wallace-Stars Joachim Fuchsberger und Heinz Drache sowie Marie Versini aus der Winnetou-Reihe zu sehen.

Dr. Fu Man Chu

Die Rache des Dr. Fu Man Chu wurder noch relativ sorgfältig vom TV-Regisseur Jeremy Summers in Szene gesetzt und hat noch etwas vom nostalgischen Charme der Vorgänger, weil er ebenfalls in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts spielte. Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu und Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu hingegen hat der Trash-Filmemacher Jess Franco an meist türkischen Locations (und teilweise “garniert“ mit schwarzweißen Archivmaterial) hingeschludert und auch Darsteller wie Götz George oder „Robin Hood“ Richard Green als Inspektor Nayland Smith können da nicht mehr viel rausreißen.

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Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind auf der Spur des angesehenen Archäologen Professor Moriarty. Die beiden Ermittler vermuten schon länger, dass der Professor nicht ganz so ehrenwert ist, wie er sich gibt.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Der Wissenschaftler hatte vor mehreren Jahren bei einer Expedition ein wertvolles Halsband Kleopatras in einem Pharaonengrab gefunden, welches kurze Zeit später verschwand. Holmes Verdacht, dass der Professor in den Diebstahl verwickelt ist, wird durch den Mord eines Ausgrabungsmitglieds von Moriarty erhärtet: Der Archäologe pflegt offenbar beste Kontakte zur Unterwelt und scheint die damaligen Mitwisser beseitigen zu wollen…

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Terence Fisher schuf nach Frankensteins Fluch und Dracula 1959 für die Hammer Film Productions mit Der Hund von Baskerville eine der stimmigsten Sherlock-Holmes-Verfilmungen. Bereits damals war Christopher Lee dabei, allerdings “nur“ als Sir Henry Baskerville. Als Fisher mit Lee als Holmes drei Jahre später erneut Arthur Conan Doyle verfilmte, war eigentlich ein spannender Film zu erwarten. Doch leider entstand das Werk in Deutschland und ist eher Kraut und Rüben als ein stimmungsvoller viktorianischer Krimi.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Der Produzent Arthur Brauner versuchte sich einmal mehr an den Erfolg der Edgar-Wallace-Filme zu hängen, verpflichtete einen Haufen prominenter deutscher Darsteller (u. a. Hans Söhnker als Professor Moriarty) und den auch in Deutschland bekannten (Beinahe-Winnetou) Christopher Lee als Sherlock Holmes. Das Hauptproblem des durchaus spannenden Filmes ist seine Beliebigkeit in der Ausstattung. Während die Wohnung in der Baker Street 221 B noch eine stimmige Kulisse ist und die Kostüme meist recht stilvoll sind, verwundert das Fehlen von Pferdedroschken und der beständige Einsatz von Oldtimer-Autos, die im viktorianischen England nichts zu suchen haben.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Während der Film in Deutschland noch einigermaßen lief (aber keine Fortsetzungen fand) floppte er im Mutterland von Sherlock Holmes. Was nicht weiter verwundert, denn für die englische Fassung Sherlock Holmes and the Deadly Necklace wurde Christopher Lee (passend zum “Kraut und Rüben“ – Konzept) von einem Sprecher mit amerikanischem Akzent synchronisiert.

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Der Hund von Baskerville

Dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes wird eine Geistergeschichte um einen monströsen und im Dunkeln leuchtenden Höllenhund aufgetischt, der im nebeligen Dartmoore herumspuken soll. Holmes glaubt (ganz im Gegensatz zu seinem Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle) nicht an das Übernatürliche und geht der Sache gemeinsam mit seinem treuen Helfer Dr. Watson vor Ort auf den Grund.

Der Hund von Baskerville

Von den vier Sherlock-Holmes-Romanen, die Sir Arthur Conan Doyle neben 56 Kurzgeschichten zwischen 1887 und 1927 verfasste, ist Der Hund von Baskerville mit Abstand am populärsten. Dies schlägt sich auch in einer beeindruckenden Liste von Verfilmungen nieder. Zahlreiche Darsteller wie Basil Rathborne, Stewart Granger, Jeremy Brett und Benedict Cumberbatch haben schon den im Dunkeln leuchtenden Hund bekämpft.

Der Hund von Baskerville

Nach seinen großen Erfolg mit Frankensteins Fluch und Dracula versuchte sich die englischen Hammer Film Productions an diesem Stoff. Für den ersten Farbfilm mit Sherlock Holmes wurde wieder das Erfolgstrio mit Regisseur Terence Fisher sowie den Darstellern Peter Cushing und Christopher Lee verpflichtet.

Der Hund von Baskerville

Es verwunderte etwas, dass Cushing den Meisterdetektiv spielte, während Lee die undankbarere Rolle des Sir Henry Baskerville erhielt. Dies war einer der wenigen Auftritte, in der Lee auch romantische Gefühle (für die Italienerin Marla Landi) darstellen musste. Nicht unerwähnt bleiben soll André Morell, der Doktor Watson nicht – wie es häufig der Fall war – als Trottel, sondern als engagierten Unterstützer von Holmes porträtierte. Es entstand eine stilvolle Version, die – wie bei Hammer nicht anders zu erwarten – den Horroraspekt verstärkt herausarbeitete.

Der Hund von Baskerville

Der Hund von Baskerville war zwar ein Erfolg, doch leider gab es keine  weiteren Auftritt von Sherlock Holmes, angeblich weil es keine weiteren Vorlagen von Conan Doyle gab, die zu Hammers Horror-Image passen. Peter Cushing  spielte anschließend den Meisterdetektiv in einer BBC-Serie. Auch Christopher Lee hatte danach Auftritt als Sherlock Holmes, etwa 1962 unter der Regie von Terence Fisher in der deutsch-italienisch-französischen Produktion Sherlock Holmes und das Halsband des Todes. Kurios ist, dass Lee auch noch als Holmes´ Bruder Mycroft in Billy Wilders Das Privatleben des Sherlock Holmes zu sehen war.

Der Hund von Baskerville

Nachdem die DVD-Edition von Der Hund von Baskerville recht unbefriedigend ausgefallen ist, liegt der Film bei NSM Records auch als Blu-ray vor. In England ist eine prachtvoll ausgestattete Blu-ray-Edition erschienen. Hier die darauf enthaltenen Extras: Audiokommentar mit den Hammer-Experten Marcus Hearn and Jonathan Rigby, Doku “Release the Hound!“ (30:20 min), Bericht über André Morell (19:43 min),

Der Hund von Baskerville

“The Many Faces of Sherlock Holmes“ – Eine Doku, die 1986 als Werbung für Young Sherlock Holmes: Das Geheimnis des verborgenen Tempels entstanden ist und von Christopher Lee moderiert wird (46:04 min), “Actor s Notebook“- Christopher Lee erzählt von den Dreharbeiten (12:59 min), Christopher Lee liest Auszüge aus Der Hund von Baskerville (14:36 min + 6:24 min), Englischer Trailer in Schwarzweiß (1:59 min), Sehr schön zusammengestellte Galerie mit 146 Bildern, 28 seitiges Booklet

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Pennyworth

Nachdem 2019 die Serie Gotham damit endete, dass in der letzten Episode doch noch kurz Batman zu sehen war, zog das Kreativteam weiter. Auch in ihrer neue Serie Pennyworth surfen Bruno Heller und Danny Cannon am Rande des Batman-Mythos. Diesmal steht der junge spätere Batman-Butler Alfred Pennyworth im Zentrum des Geschehens.

Pennyworth

Ort der Handlung ist ein alles andere als historisch akkurat rekonstruiertes London der Swinging Sixties, das andauernd von Zeppelinen überflogen wird. Die autoritär regierte Stadt leidet unter den Kämpfen zwischen der faschistischen Raven Society und der sozialistischen No Name League. Doch auch die Obrigkeit ist nicht ohne, setzt auf den Pranger und vollzieht brutale öffentliche Hinrichtungen.

Pennyworth

Vor diesem finsteren Hintergrund trifft der ehemalige Elite-Soldat Pennyworth auf Batmans Vater Thomas Wayne. In der Hauptrolle tritt Jack Bannon in die Fußstapfen von Michael Gough, Michael Caine, Jeremy IronsSean Pertwee und (demnächst) Andy Serkis. Bannon sieht ein wenig wie der junge Jude Law aus, der Doktor Watson in Guy Ritchies Sherlock-Holmes-Filmen spielte. Diese inspirierten die Serie,  genau wie die ersten Auftritte von Sean Connery als James Bond.

Pennyworth

Die zehn Folgen der ersten Pennyworth-Staffel können sich (auf dem über Amazon zu beziehenden STARZPLAY-Channel) durchaus sehen lassen.

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Bild-Comic-Bibliothek 6: Detektiv Conan

Das Massenblatt Bild machte 2005 in seinen Ausgaben mit Otto Waalkes und täglichen Comics mächtig Werbung für seine 12-bändige Comic-Bibliothek, die am 1. August gestartet wurde und im Wochentakt erschienen. Eigentlich sind diese gebundenen Bände, die für nur 5 Euro 160 farbige Seiten von ausgewählten Comicklassikern präsentieren, eine prima Idee. Doch leider waren die Bücher meist nicht dort erhältlich, wo die Bild-Zeitung verkauft wurde.

Bild-Comic-Bibliothek

Als Band 6 der Bild-Comic-Bibliothek war Conan angekündigt. Wer sich Abenteuer mit muskulösen Barbaren erhoffte, war sicherlich etwas enttäuscht, als er einen kleinen Jungen mit Sherlock-Holmes-Mütze auf der Rückseite des Buches abgebildet sah. Geboten wird der Manga Detektiv Conan, der stilecht von hinten nach vorne zu lesen ist. Hier geht es um den 16-jährigen Meisterdetektiv Shinichi Kudo, der durch ein seltsames Gift in einen sechsjährigen Jungen verwandelt wird. Er nennt sich nun Conan (nach seinem Lieblingsautor Sir Arthur Conan Doyle) und lebt fortan unerkannt im Hause seiner Freundin, deren Vater praktischerweise auch noch ein erfolgloser Privatdetektiv ist.

Bild-Comic-Bibliothek

Geboten werden die ersten 18 Fälle der Serie. Gosho Aoyamas schwarzweiße Grafik kommt im größeren Format besser zur Geltung als in den Taschenbüchern. Detektiv Conan ist keine schlechte Serie, doch als einzige Manga-Serie innerhalb der Bild-Comic-Bibliothek (die FAZ-Reihe Klassiker der Comic-Literatur verzichtet ganz auf Mangas) wäre vielleicht die ebenfalls bei Egmont-Ehapa erschienene und deutlich originellere Serie Ranma ½ die bessere Wahl gewesen.

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Der Mann, der Sherlock Holmes war

Morris und Macky zwei erfolglose englische Privatdetektive verkleiden sich als Sherlock Holmes und Dr. Watson. Gerade dadurch, dass sie beständig betonen nicht die beiden bekannten literarischen Figuren zu sein, glaubt jeder, dass sie es doch sind und inkognito ermitteln. Ganz plötzlich sind sie mittendrin in einem verzwickten Kriminalfall um eine gefälschte Blaue Mauritius und zwei bedrohte junge Damen.

Der Mann, der Sherlock Holmes war

Nach der Vertreibung von Meisterregisseuren wie Fritz Lang fanden Krimis und Thriller im deutschen Kino kaum noch statt. Wenn doch dann allenfalls als Komödien und dies wohl auch eher um die Unfähigkeit spannende Geschichten zu erzählen zu verbergen. Eine rühmliche Ausnahme ist Der Mann, der Sherlock Holmes war von 1937. Hier stimmt eigentlich alles. Es gibt einen spannenden Kriminalfall, etwas Action, viel Humor, etwas Romantik und mit Jawohl, meine Herren einen unverwüstlichen Evergreen.

Der Mann, der Sherlock Holmes war

Mit Hans Albers verfügt der Film über einen Hauptdarsteller, der vor Energie und Charisma zu platzen scheint, und im Zusammenspiel mit dem zurückgenommen-schüchternen Heinz Rühmann noch umso besser zur Geltung kommt. Trotz des Erfolges von Der Mann, der Sherlock Holmes war entstanden im deutschen Kino leider bis heute kaum weitere ähnlich gut gelungene ebenso spannende wie komische Filme.

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Die Vier von der Baker Street

In den Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle taucht seit dem ersten Roman Eine Studie in Scharlachrot immer wieder eine Bande von Straßenjungs auf, die kleine Aufträge für den Meisterdetektiv übernimmt. Diese erhielt den Namen Baker Street Irregulars (so nennt sich auch eine 1934 gegründete Vereinigung von besonders enthusiastischen Holmesianern) und stand u. a. im Mittelpunkt von zwei BBC-Serien.

Die Vier von der Baker Street

Bei Conan Doyle führte die Bande ein gewisser Wiggins an, dessen Vornamen der Autor jedoch für sich behielt. In der von Jean-Blaise Djian (Der große Tote) und Olivier Legrand getexteten Serien sind Billy, Charlie und Black Tom (die im Laufe der Geschichte zum Quartett ergänzt werden) dicke Freunde. Sie assistieren zwar Sherlock Holmes, sind aber auf sich alleine gestellt als Black Toms Freundin gekidnappt wird und im Londoner Halbwelt-Milieu zu verschwinden droht…

Die Vier von der Baker Street
Genau wie Guy Ritchie mit seinem Kinofilm Sherlock Holmes mit Robert Downey Jr. (in dem ebenfalls die fast fertige Londoner Tower Bridge gezeigt wurde) gelang den Comic-Autoren und dem sehr detailfreudig arbeitenden Zeichner David Etien mit Die Vier von der Baker Street (Spirou präsentiert Rummelsdorf) eine ebenso moderne wie visuell aufregende Neuinterpretation, die respektvoll mit Conan Doyles Schöpfung umgeht und durch ihre rasante Erzählweise sowie die sympathischen Hauptfiguren großen Spaß macht.

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Das Privatleben des Sherlock Holmes

Mit Eins, Zwei, Drei und Küss mich, Dummkopf drehte Billy Wilder in den letzten Jahren seiner bemerkenswerten Karriere Filme, über die er danach ungern in Interviews sprach, weil sie keine großen Erfolge waren. Doch sie sind durchaus der Rede wert, und das trifft auch auf Das Privatleben des Sherlock Holmes zu.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

1970 kam ein zweistündiger Film in die Kinos, der mit einem überlangen Prolog begann. Hierin geht es eigentlich nur darum, dass sich Doktor Watson fragt, was für ein Verhältnis sein Freund Sherlock Holmes zum anderen Geschlecht hat. Der restliche Film schildert einen verzwickten Kriminalfall, bei dem Holmes auf Königin Victoria, das Ungeheuer von Loch Ness und eine Frau, die ihm ebenbürtig ist, trifft.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Das Privatleben des Sherlock Holmes ist humorvoll erzählt, hat eine wunderschöne Ausstattung, Miklós Rózsa komponierte dazu einen unvergesslichen Soundtrack und das Drehbuch wirft einen interessanten Blick auf den Meisterdetektiv. Die Kritiken waren gut, doch das Publikum blieb aus.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Billy Wilder drehte zunächst einen Film, der aus drei separaten Kriminalfällen und noch einen weiteren Prolog (eine Geschichte aus Holmes‘ Studienzeit) bestehen sollte. Die Produktionsfirma MGM war damit nicht einverstanden und bestand auf einer radikalen Kürzung.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Die Blu-ray von Koch Media enthält als Bonus ein 50-minütiges Special zu den nicht verwendeten Szenen. Zumeist sind nur abgefilmte Drehbuchseiten zu sehen. Wo noch vorhanden, werden Fotos und kurze Szenen eingefügt, wobei es zur längsten Sequenz keinen Ton mehr gibt. Das ist eine anstrengende aber auch interessante Art einen Film zu betrachten.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Die Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 125-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Interview mit Christopher Lee (15:09 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview mit dem Cutter Ernest Walter (28:42 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Entfernte Szenen (50:05 min, ohne Untertitel) und Epilog (6:23 min, nur Ton, ohne Untertitel), sowie den englischsprachigen Trailer (3:02 min) und eine Galerie mit 75 Plakaten und Aushangfotos.

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Charité

Der ARD-Serie gelang das Kunststück Herz und Hirn anzusprechen. Fürs Herz ist die arme Waise Ida Lenze (Alicia von Rittberg) zuständig. Dieser wird 1888 im Berliner Krankenhaus Charité vom Doktor Emil Behring und vom Medizin-Studenten Georg Tischendorf das Leben gerettet. Da sie noch eine Weile bettlägerig ist, verliert sie ihre Anstellung als Kindermädchen und mustert im Charité als Hilfswärterin (also Krankenschwester) an. Im Laufe ihrer Tätigkeit fühlt sie sich abwechselnd zu Georg und zu Doktor Behring, aber zwischendrin auch zu einer Kollegin, hingezogen.

Charité
© Universum Film GmbH

Fürs Hirn gibt es eine sorgfältige Rekonstruktion der sozialen und politischen Lebensumstände im Deutschen Reich zum Ende des vorletzten Jahrhunderts. Eine zentrale Figur ist der Mediziner Robert Koch (Justus von Dohnányi), der versucht ein Heilmittel gegen Tuberkulose zu finden, aber auch bestrebt ist, sich wegen einer Schauspielerin von der ungeliebten Gattin zu trennen. In den Episoden gastieren neben zwei deutschen Kaisern auch der Arzt und Sherlock-Holmes-Schöpfer Conan Doyle, sowie Carl Hagenbeck mit seiner Völkerschau.

Charité
© Universum Film GmbH

Alle sechs Episoden der Miniserie hat Sönke Wortmann (Der bewegte Mann, Das Wunder von Bern, Frau Müller muss weg) inszeniert. Ihm gelang das Kunststück, trotz des Drehorts Prag, dem Zuschauer nie daran zweifeln zu lassen, sich im Berlin der Kaiserzeit zu befinden. Auch die Balance zwischen den sich konventionell entwickelnden, doch teilweise auf Tatsachen beruhenden, Beziehungsdramen und dem nie belehrend wirkenden Vermitteln von historischen Fakten hält die Serie perfekt.

Charité
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Da es so gut mit Herz und Schmerz klappte, verwundert es nicht, dass Charité fortgeführt und in der zweiten Staffel Ulrich Noethen als Professor Sauerbruch zur besten Sendezeit operiert. Die Blu-ray von Universum Film enthält alle sechs Folgen der Miniserie aber leider nicht die hochinteressante Dokumentation über die Geschichte der Charité, die die ARD im Anschluss an die ersten beiden Folgen ausstrahlte.

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