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Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind auf der Spur des angesehenen Archäologen Professor Moriarty. Die beiden Ermittler vermuten schon länger, dass der Professor nicht ganz so ehrenwert ist, wie er sich gibt.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Der Wissenschaftler hatte vor mehreren Jahren bei einer Expedition ein wertvolles Halsband Kleopatras in einem Pharaonengrab gefunden, welches kurze Zeit später verschwand. Holmes Verdacht, dass der Professor in den Diebstahl verwickelt ist, wird durch den Mord eines Ausgrabungsmitglieds von Moriarty erhärtet: Der Archäologe pflegt offenbar beste Kontakte zur Unterwelt und scheint die damaligen Mitwisser beseitigen zu wollen…

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Terence Fisher schuf nach Frankensteins Fluch und Dracula 1959 für die Hammer Film Productions mit Der Hund von Baskerville eine der stimmigsten Sherlock-Holmes-Verfilmungen. Bereits damals war Christopher Lee dabei, allerdings “nur“ als Sir Henry Baskerville. Als Fisher mit Lee als Holmes drei Jahre später erneut Arthur Conan Doyle verfilmte, war eigentlich ein spannender Film zu erwarten. Doch leider entstand das Werk in Deutschland und ist eher Kraut und Rüben als ein stimmungsvoller viktorianischer Krimi.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Der Produzent Arthur Brauner versuchte sich einmal mehr an den Erfolg der Edgar-Wallace-Filme zu hängen, verpflichtete einen Haufen prominenter deutscher Darsteller (u. a. Hans Söhnker als Professor Moriarty) und den auch in Deutschland bekannten (Beinahe-Winnetou) Christopher Lee als Sherlock Holmes. Das Hauptproblem des durchaus spannenden Filmes ist seine Beliebigkeit in der Ausstattung. Während die Wohnung in der Baker Street 221 B noch eine stimmige Kulisse ist und die Kostüme meist recht stilvoll sind, verwundert das Fehlen von Pferdedroschken und der beständige Einsatz von Oldtimer-Autos, die im viktorianischen England nichts zu suchen haben.

Sherlock Holmes und das Halsband des Todes

Während der Film in Deutschland noch einigermaßen lief (aber keine Fortsetzungen fand) floppte er im Mutterland von Sherlock Holmes. Was nicht weiter verwundert, denn für die englische Fassung Sherlock Holmes and the Deadly Necklace wurde Christopher Lee (passend zum “Kraut und Rüben“ – Konzept) von einem Sprecher mit amerikanischem Akzent synchronisiert.

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Der Hund von Baskerville

Dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes wird eine Geistergeschichte um einen monströsen und im Dunkeln leuchtenden Höllenhund aufgetischt, der im nebeligen Dartmoore herumspuken soll. Holmes glaubt (ganz im Gegensatz zu seinem Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle) nicht an das Übernatürliche und geht der Sache gemeinsam mit seinem treuen Helfer Dr. Watson vor Ort auf den Grund.

Der Hund von Baskerville

Von den vier Sherlock-Holmes-Romanen, die Sir Arthur Conan Doyle neben 56 Kurzgeschichten zwischen 1887 und 1927 verfasste, ist Der Hund von Baskerville mit Abstand am populärsten. Dies schlägt sich auch in einer beeindruckenden Liste von Verfilmungen nieder. Zahlreiche Darsteller wie Basil Rathborne, Stewart Granger, Jeremy Brett und Benedict Cumberbatch haben schon den im Dunkeln leuchtenden Hund bekämpft.

Der Hund von Baskerville

Nach seinen großen Erfolg mit Frankensteins Fluch und Dracula versuchte sich die englischen Hammer Film Productions an diesem Stoff. Für den ersten Farbfilm mit Sherlock Holmes wurde wieder das Erfolgstrio mit Regisseur Terence Fisher sowie den Darstellern Peter Cushing und Christopher Lee verpflichtet.

Der Hund von Baskerville

Es verwunderte etwas, dass Cushing den Meisterdetektiv spielte, während Lee die undankbarere Rolle des Sir Henry Baskerville erhielt. Dies war einer der wenigen Auftritte, in der Lee auch romantische Gefühle (für die Italienerin Marla Landi) darstellen musste. Nicht unerwähnt bleiben soll André Morell, der Doktor Watson nicht – wie es häufig der Fall war – als Trottel, sondern als engagierten Unterstützer von Holmes porträtierte. Es entstand eine stilvolle Version, die – wie bei Hammer nicht anders zu erwarten – den Horroraspekt verstärkt herausarbeitete.

Der Hund von Baskerville

Der Hund von Baskerville war zwar ein Erfolg, doch leider gab es keine  weiteren Auftritt von Sherlock Holmes, angeblich weil es keine weiteren Vorlagen von Conan Doyle gab, die zu Hammers Horror-Image passen. Peter Cushing  spielte anschließend den Meisterdetektiv in einer BBC-Serie. Auch Christopher Lee hatte danach Auftritt als Sherlock Holmes, etwa 1962 unter der Regie von Terence Fisher in der deutsch-italienisch-französischen Produktion Sherlock Holmes und das Halsband des Todes. Kurios ist, dass Lee auch noch als Holmes´ Bruder Mycroft in Billy Wilders Das Privatleben des Sherlock Holmes zu sehen war.

Der Hund von Baskerville

Nachdem die DVD-Edition von Der Hund von Baskerville recht unbefriedigend ausgefallen ist, liegt der Film bei NSM Records auch als Blu-ray vor. In England ist eine prachtvoll ausgestattete Blu-ray-Edition erschienen. Hier die darauf enthaltenen Extras: Audiokommentar mit den Hammer-Experten Marcus Hearn and Jonathan Rigby, Doku “Release the Hound!“ (30:20 min), Bericht über André Morell (19:43 min),

Der Hund von Baskerville

“The Many Faces of Sherlock Holmes“ – Eine Doku, die 1986 als Werbung für Young Sherlock Holmes: Das Geheimnis des verborgenen Tempels entstanden ist und von Christopher Lee moderiert wird (46:04 min), “Actor s Notebook“- Christopher Lee erzählt von den Dreharbeiten (12:59 min), Christopher Lee liest Auszüge aus Der Hund von Baskerville (14:36 min + 6:24 min), Englischer Trailer in Schwarzweiß (1:59 min), Sehr schön zusammengestellte Galerie mit 146 Bildern, 28 seitiges Booklet

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Pennyworth

Nachdem 2019 die Serie Gotham damit endete, dass in der letzten Episode doch noch kurz Batman zu sehen war, zog das Kreativteam weiter. Auch in ihrer neue Serie Pennyworth surfen Bruno Heller und Danny Cannon am Rande des Batman-Mythos. Diesmal steht der junge spätere Batman-Butler Alfred Pennyworth im Zentrum des Geschehens.

Pennyworth

Ort der Handlung ist ein alles andere als historisch akkurat rekonstruiertes London der Swinging Sixties, das andauernd von Zeppelinen überflogen wird. Die autoritär regierte Stadt leidet unter den Kämpfen zwischen der faschistischen Raven Society und der sozialistischen No Name League. Doch auch die Obrigkeit ist nicht ohne, setzt auf den Pranger und vollzieht brutale öffentliche Hinrichtungen.

Pennyworth

Vor diesem finsteren Hintergrund trifft der ehemalige Elite-Soldat Pennyworth auf Batmans Vater Thomas Wayne. In der Hauptrolle tritt Jack Bannon in die Fußstapfen von Michael Gough, Michael Caine, Jeremy IronsSean Pertwee und (demnächst) Andy Serkis. Bannon sieht ein wenig wie der junge Jude Law aus, der Doktor Watson in Guy Ritchies Sherlock-Holmes-Filmen spielte. Diese inspirierten die Serie,  genau wie die ersten Auftritte von Sean Connery als James Bond.

Pennyworth

Die zehn Folgen der ersten Pennyworth-Staffel können sich (auf dem über Amazon zu beziehenden STARZPLAY-Channel) durchaus sehen lassen.

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Bild-Comic-Bibliothek 6: Detektiv Conan

Das Massenblatt Bild machte 2005 in seinen Ausgaben mit Otto Waalkes und täglichen Comics mächtig Werbung für seine 12-bändige Comic-Bibliothek, die am 1. August gestartet wurde und im Wochentakt erschienen. Eigentlich sind diese gebundenen Bände, die für nur 5 Euro 160 farbige Seiten von ausgewählten Comicklassikern präsentieren, eine prima Idee. Doch leider waren die Bücher meist nicht dort erhältlich, wo die Bild-Zeitung verkauft wurde.

Bild-Comic-Bibliothek

Als Band 6 der Bild-Comic-Bibliothek war Conan angekündigt. Wer sich Abenteuer mit muskulösen Barbaren erhoffte, war sicherlich etwas enttäuscht, als er einen kleinen Jungen mit Sherlock-Holmes-Mütze auf der Rückseite des Buches abgebildet sah. Geboten wird der Manga Detektiv Conan, der stilecht von hinten nach vorne zu lesen ist. Hier geht es um den 16-jährigen Meisterdetektiv Shinichi Kudo, der durch ein seltsames Gift in einen sechsjährigen Jungen verwandelt wird. Er nennt sich nun Conan (nach seinem Lieblingsautor Sir Arthur Conan Doyle) und lebt fortan unerkannt im Hause seiner Freundin, deren Vater praktischerweise auch noch ein erfolgloser Privatdetektiv ist.

Bild-Comic-Bibliothek

Geboten werden die ersten 18 Fälle der Serie. Gosho Aoyamas schwarzweiße Grafik kommt im größeren Format besser zur Geltung als in den Taschenbüchern. Detektiv Conan ist keine schlechte Serie, doch als einzige Manga-Serie innerhalb der Bild-Comic-Bibliothek (die FAZ-Reihe Klassiker der Comic-Literatur verzichtet ganz auf Mangas) wäre vielleicht die ebenfalls bei Egmont-Ehapa erschienene und deutlich originellere Serie Ranma ½ die bessere Wahl gewesen.

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Der Mann, der Sherlock Holmes war

Morris und Macky zwei erfolglose englische Privatdetektive verkleiden sich als Sherlock Holmes und Dr. Watson. Gerade dadurch, dass sie beständig betonen nicht die beiden bekannten literarischen Figuren zu sein, glaubt jeder, dass sie es doch sind und inkognito ermitteln. Ganz plötzlich sind sie mittendrin in einem verzwickten Kriminalfall um eine gefälschte Blaue Mauritius und zwei bedrohte junge Damen.

Der Mann, der Sherlock Holmes war

Nach der Vertreibung von Meisterregisseuren wie Fritz Lang fanden Krimis und Thriller im deutschen Kino kaum noch statt. Wenn doch dann allenfalls als Komödien und dies wohl auch eher um die Unfähigkeit spannende Geschichten zu erzählen zu verbergen. Eine rühmliche Ausnahme ist Der Mann, der Sherlock Holmes war von 1937. Hier stimmt eigentlich alles. Es gibt einen spannenden Kriminalfall, etwas Action, viel Humor, etwas Romantik und mit Jawohl, meine Herren einen unverwüstlichen Evergreen.

Der Mann, der Sherlock Holmes war

Mit Hans Albers verfügt der Film über einen Hauptdarsteller, der vor Energie und Charisma zu platzen scheint, und im Zusammenspiel mit dem zurückgenommen-schüchternen Heinz Rühmann noch umso besser zur Geltung kommt. Trotz des Erfolges von Der Mann, der Sherlock Holmes war entstanden im deutschen Kino leider bis heute kaum weitere ähnlich gut gelungene ebenso spannende wie komische Filme.

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Die Vier von der Baker Street

In den Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle taucht seit dem ersten Roman Eine Studie in Scharlachrot immer wieder eine Bande von Straßenjungs auf, die kleine Aufträge für den Meisterdetektiv übernimmt. Diese erhielt den Namen Baker Street Irregulars (so nennt sich auch eine 1934 gegründete Vereinigung von besonders enthusiastischen Holmesianern) und stand u. a. im Mittelpunkt von zwei BBC-Serien.

Die Vier von der Baker Street

Bei Conan Doyle führte die Bande ein gewisser Wiggins an, dessen Vornamen der Autor jedoch für sich behielt. In der von Jean-Blaise Djian (Der große Tote) und Olivier Legrand getexteten Serien sind Billy, Charlie und Black Tom (die im Laufe der Geschichte zum Quartett ergänzt werden) dicke Freunde. Sie assistieren zwar Sherlock Holmes, sind aber auf sich alleine gestellt als Black Toms Freundin gekidnappt wird und im Londoner Halbwelt-Milieu zu verschwinden droht…

Die Vier von der Baker Street
Genau wie Guy Ritchie mit seinem Kinofilm Sherlock Holmes mit Robert Downey Jr. (in dem ebenfalls die fast fertige Londoner Tower Bridge gezeigt wurde) gelang den Comic-Autoren und dem sehr detailfreudig arbeitenden Zeichner David Etien mit Die Vier von der Baker Street (Spirou präsentiert Rummelsdorf) eine ebenso moderne wie visuell aufregende Neuinterpretation, die respektvoll mit Conan Doyles Schöpfung umgeht und durch ihre rasante Erzählweise sowie die sympathischen Hauptfiguren großen Spaß macht.

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Das Privatleben des Sherlock Holmes

Mit Eins, Zwei, Drei und Küss mich, Dummkopf drehte Billy Wilder in den letzten Jahren seiner bemerkenswerten Karriere Filme, über die er danach ungern in Interviews sprach, weil sie keine großen Erfolge waren. Doch sie sind durchaus der Rede wert, und das trifft auch auf Das Privatleben des Sherlock Holmes zu.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

1970 kam ein zweistündiger Film in die Kinos, der mit einem überlangen Prolog begann. Hierin geht es eigentlich nur darum, dass sich Doktor Watson fragt, was für ein Verhältnis sein Freund Sherlock Holmes zum anderen Geschlecht hat. Der restliche Film schildert einen verzwickten Kriminalfall, bei dem Holmes auf Königin Victoria, das Ungeheuer von Loch Ness und eine Frau, die ihm ebenbürtig ist, trifft.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Das Privatleben des Sherlock Holmes ist humorvoll erzählt, hat eine wunderschöne Ausstattung, Miklós Rózsa komponierte dazu einen unvergesslichen Soundtrack und das Drehbuch wirft einen interessanten Blick auf den Meisterdetektiv. Die Kritiken waren gut, doch das Publikum blieb aus.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Billy Wilder drehte zunächst einen Film, der aus drei separaten Kriminalfällen und noch einen weiteren Prolog (eine Geschichte aus Holmes‘ Studienzeit) bestehen sollte. Die Produktionsfirma MGM war damit nicht einverstanden und bestand auf einer radikalen Kürzung.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Die Blu-ray von Koch Media enthält als Bonus ein 50-minütiges Special zu den nicht verwendeten Szenen. Zumeist sind nur abgefilmte Drehbuchseiten zu sehen. Wo noch vorhanden, werden Fotos und kurze Szenen eingefügt, wobei es zur längsten Sequenz keinen Ton mehr gibt. Das ist eine anstrengende aber auch interessante Art einen Film zu betrachten.

Das Privatleben des Sherlock Holmes

Die Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 125-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Interview mit Christopher Lee (15:09 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview mit dem Cutter Ernest Walter (28:42 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Entfernte Szenen (50:05 min, ohne Untertitel) und Epilog (6:23 min, nur Ton, ohne Untertitel), sowie den englischsprachigen Trailer (3:02 min) und eine Galerie mit 75 Plakaten und Aushangfotos.

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Charité

Der ARD-Serie gelang das Kunststück Herz und Hirn anzusprechen. Fürs Herz ist die arme Waise Ida Lenze (Alicia von Rittberg) zuständig. Dieser wird 1888 im Berliner Krankenhaus Charité vom Doktor Emil Behring und vom Medizin-Studenten Georg Tischendorf das Leben gerettet. Da sie noch eine Weile bettlägerig ist, verliert sie ihre Anstellung als Kindermädchen und mustert im Charité als Hilfswärterin (also Krankenschwester) an. Im Laufe ihrer Tätigkeit fühlt sie sich abwechselnd zu Georg und zu Doktor Behring, aber zwischendrin auch zu einer Kollegin, hingezogen.

Charité
© Universum Film GmbH

Fürs Hirn gibt es eine sorgfältige Rekonstruktion der sozialen und politischen Lebensumstände im Deutschen Reich zum Ende des vorletzten Jahrhunderts. Eine zentrale Figur ist der Mediziner Robert Koch (Justus von Dohnányi), der versucht ein Heilmittel gegen Tuberkulose zu finden, aber auch bestrebt ist, sich wegen einer Schauspielerin von der ungeliebten Gattin zu trennen. In den Episoden gastieren neben zwei deutschen Kaisern auch der Arzt und Sherlock-Holmes-Schöpfer Conan Doyle, sowie Carl Hagenbeck mit seiner Völkerschau.

Charité
© Universum Film GmbH

Alle sechs Episoden der Miniserie hat Sönke Wortmann (Der bewegte Mann, Das Wunder von Bern, Frau Müller muss weg) inszeniert. Ihm gelang das Kunststück, trotz des Drehorts Prag, dem Zuschauer nie daran zweifeln zu lassen, sich im Berlin der Kaiserzeit zu befinden. Auch die Balance zwischen den sich konventionell entwickelnden, doch teilweise auf Tatsachen beruhenden, Beziehungsdramen und dem nie belehrend wirkenden Vermitteln von historischen Fakten hält die Serie perfekt.

Charité
© Universum Film GmbH

Da es so gut mit Herz und Schmerz klappte, verwundert es nicht, dass Charité fortgeführt und in der zweiten Staffel Ulrich Noethen als Professor Sauerbruch zur besten Sendezeit operiert. Die Blu-ray von Universum Film enthält alle sechs Folgen der Miniserie aber leider nicht die hochinteressante Dokumentation über die Geschichte der Charité, die die ARD im Anschluss an die ersten beiden Folgen ausstrahlte.

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Sherlock Holmes: Eine Studie in Scharlachrot

1887 erschien im „Beeton’s Christmas Annual“ die erste Geschichte mit Sherlock Holmes. Erzählt wird, wie er erstmals auf Dr. Watson trifft und beide die legendäre Wohngemeinschaft in der Baker Street 221B gründen. Doch “Eine Studie in Scharlachrot“ ist kein reiner Sherlock-Holmes-Roman, denn der zweite Teil erzählt als Rückblende von einem Mord inmitten einer Mormonengemeinde in Utah.

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Der 27-jährige Arthur Conan Doyle baute die Geschichte mit den Mormonen aus wirtschaftlichem Kalkül mit in die Handlung ein. Er spekulierte darauf, dass das viktorianische Publikum sich für eine Geschichte in der die Polygamie der religiösen Gemeinde eine wichtige Rolle spielt, erwärmen würde. Die Rechnung ging auf, und Conan Doyle verfasste drei weitere Romane sowie 56 Kurzgeschichten mit Sherlock Holmes.

Sherlock Holmes: Eine Studie in Scharlachrot

Der britische Autor Ian Edginton, der bereits H. G. Wells‘ “Krieg der Welten“ als Comic adaptiert hatte und Batman vs. Aliens antreten ließ, verarbeitete “Eine Studie in Scharlachrot“ 2009 zu einer Bildgeschichte, die sein Landsmann I. N. J. Culbard illustrierte. Angesichts der sehr viel aufwändiger illustrierten Comics mit Sherlock Holmes, die in letzter Zeit beim Splitter Verlag erschienen sind, passt es recht gut, wenn der Piredda Verlag “Eine Studie in Scharlachrot“ als “Eine Sherlock Holmes Graphic Novel“ veröffentlicht.

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Das eher schlichte Artwork von Culbard bringt den von Edginton sehr werkgetreu adaptierten ersten Auftritt von Sherlock Holmes sehr gut rüber. Die Ausgabe des Piredda Verlags wurde noch ergänzt um einen Blick in Culbards Sketchbook sowie einen interessanten Bericht über den ersten Holmes-Roman. Alternativ erscheint auch noch eine auf 200 Exemplare limitierte Hardcoverausgabe mit signiertem Druck.

Sherlock Holmes: Eine Studie in Scharlachrot

In der selben Form sollten auch Edgintons und Culbards Comic-Adaptionen der drei weiteren Holmes-Romane “Im Zeichen der Vier“, “Der Hund der Baskervilles“ sowie “Das Tal der Angst“ folgen, doch das hat sich leider zerschlagen.

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Versunkene Welt – The Lost World

Einmal mehr ist es sehr erfreulich, dass uns Koch Media einen kleinen Klassiker des phantastischen Films in sehr guter Bildqualität auf DVD und Blu-ray zugänglich macht. Diesmal handelt es sich um eine Verfilmung von Sir Arthur Conan Doyles Roman The Lost World. Der Schöpfer von Sherlock Holmes erzählt hierin von einer Expedition, die das Team des zu Wutausbrüchen neigenden Professor Challenger in ein abgelegenes von Dinosauriern bevölkertes Tal führt.

Versunkene Welt – The Lost World

Der von Irwin Allen (The Time Tunnel) produzierte Film von 1960 lief bei uns unter den Titeln Versunkene Welt und Urupara – Die versunkene Welt in den Kinos. Claude Rains (Casablanca) als Challenger, sowie Michael Rennie (Der Tag, an dem die Erde still stand) und Jill St. John (Diamantenfieber) sind eine gute Besetzung.

Versunkene Welt – The Lost World

Doch was dem Film fehlt, sind glaubhafte Dinosaurier. Genau wie im 20 Jahre zuvor entstandenen Steinzeitmenschen-Klamauk Tumak, der Herr des Urwalds kommen hier ins Riesenhafte vergrößerte Eidechsen zum Einsatz. Diese wurden mit Hörnern und Knochenkämmen beklebt, in eine Felsschlucht geworfen, ertränkt und (höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Elektroschocks) aufeinander losgelassen.

Versunkene Welt – The Lost World

Das es auch sehr viel stilvoller geht, beweist eine Verfilmung des selben Stoffs, die 1925 entstand und dankenswerterweise der Edition von Koch Media als Bonusmaterial beigelegt wurde. Der Stummfilm ist sehr viel atmosphärischer, da die Geschichte, genau wie die Romanvorlage und im Gegensatz zur in der damaligen Gegenwart angesiedelten Verfilmung von 1960, im viktorianischen Zeitalter angesiedelt ist. Wallace Beery ist ein wilderer und charismatischerer Professor Challenger als Claude Rains. Am wichtigsten sind jedoch die liebevoll per Stop-Motion-Technik animierten sehr viel glaubhafteren Dinosaurier.

Versunkene Welt – The Lost World

Hierfür war der Spezialeffekt-Experte Willis O’Brien verantwortlich, dem 1933 mit King Kong und die weiße Frau sein Meisterwerk gelingen sollte. Für das große Finale dieses Klassikers, in dem ein Monster eine moderne Großstadt terrorisiert, konnte Willis O’Brien in The Lost World bereits üben. Der Film von 1925 endet damit, dass ein von der Expedition mitgebrachter Brontosaurier in London Amok lief. Der geizige Irwin Allen verkniff sich dieses große Finale in seiner etwas sensationsarmen 1960er Farbfilmversion von The Lost World.

Versunkene Welt – The Lost World

Die Edition von Koch Media enthält den 92-minütigen Farbfilm von 1960 im 1:2,35-Breitwandformat. Als Specials gibt es noch eine kurze Doku (3:03 min), einen Bericht von der Premiere (1:07 min), zwei deutsche Trailer (3:03 min + 2:42 min), einen US-Trailer (3:03 min) sowie eine Galerie mit 92 Bildern und Werbematerialien. Eine zweite Scheibe enthält “The Lost World“ von 1925 in einer restaurierten 97-minütigen eingefärbten Version mit Musikuntermalung. Hinzu kommt noch eine stumme “Kodakscope Version“ des selben Fioms, die nur 64 Minuten lang ist, sowie ein stummer Trailer (1:15 min) und Spezialeffekt-Outtakes (9:11 min).

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