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Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 – 1945

Die Tarzan-Sonntagsseite vom 28.11.1945 endet mit einem breiten Panel, auf dem die Silhouette einer Karawane zu sehen ist. Darunter steht: “Gestärkt und zu Kräften gekommen, begab sich Tarzan mit seinen neuen Verbündeten bald darauf auf die weite Reise, um die Freiheit zu erkämpfen.“

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945

Dies klingt irgendwie passend dazu, dass Burne Hogarth mit dieser Zeichnung erst einmal seine Arbeit an den Tarzan-Comics einstellte. Bereits zwei Jahre später kehrte er zurück und erzählte bis 1950 auf prächtigen Sonntagsseiten in den US-Zeitungen vom Herrn des Dschungels. 1972 und 1975 folgten zwei Comic-Bücher, in denen Hogarth, sehr nah orientiert an den literarischen Vorgaben von Edgar Rice Burroughs, die Origin von Tarzan erzählte.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945

Bocola veröffentlicht im achten Band seiner Tarzan-Edition jene Sonntagsseiten die 1945 und 1946 erschienen sind. Ein sehr interessantes Vorwort von Uwe Baumann versucht zu rekonstruieren, warum Hogarth Ende 1945 aufhörte Tarzan zu zeichnen, obwohl er darin eine bis heute unerreichbare Meisterschaft erlangt hatte.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945
Tarzan Sonntagsseite von Burne Hogarth

Anscheinend forderte Hogarth eine zusätzliche Entlohnung dafür, dass seine Tarzan-Comics im Ausland in Buchform nachgedruckt wurden. Als ihm dies nicht gewährt wurde, kündigte er. In diesem Zusammenhang verwundert, dass aus dem Umfeld von Edgar Rice Burroughs Unzufriedenheit mit dem Stil von Hogarth geäußert wurde. Nicht nachvollziehbar erscheint es, wenn geäußert wird, dass Hogarth seinem Vorgänger Hal Foster (Prinz Eisenherz) “nie gleichgekommen ist“.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945
Tarzan Sonntagsseite von Ruben Moreira

Das Hogarth-Bashing geht sogar so weit, dass behauptet wurde, dessen Nachfolger, der Puerto-Ricaner Ruben Moreira, sei “der bessere Illustrator“. Wie absurd diese Aussage ist, beweist das Buch von Bocola. Wenn nach dem Karawanen-Bild auf Seite 55 umgeblättert wird, ist sofort klar, dass hier nicht mehr Hogarth, sondern ein deutlich weniger talentierter (aber auch nicht so erfahrener) Zeichner, am Werke war.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 8, 1944 - 1945

Jene 46 Tarzan-Seiten hingegen, die Burne Hogarth 1945 zeichnete, gehören durchaus zu den Höhepunkten der Serie. Hier trägt der Herr des Dschungels zunächst seinen Teil zum Ausgang des Zweiten Weltkriegs bei und bekämpft den Nazi-Kommandanten Krieger. Anschließend tritt er gegen das an einen Saurier erinnende Fabelwesen Goru-Bongara an. Es ist sehr erfreulich, dass in dieser schönen großformatigen und gut dokumentierten Edition wohl schon recht bald der komplette Hogarth vorliegt!

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Tarzan Sonntagsseiten, Band 4, 1937 – 1938

Am 7. Januar 1929 erschienen mit den Zeitungsstrips zu Tarzan und Buck Rogers, bei beiden handelt es sich um Adaptionen von literarischen Vorlagen, erstmals Comics die nicht komisch gemeint waren, sondern mehr oder weniger realistische Abenteuergeschichten erzählten. Ein nicht minder wichtiges Datum in der Comicgeschichte dürfte der 9. Mai 1937 sein, denn an diesem Tag übernahm der 25-jährige Burne Hogarth den Job des Zeichners der Tarzan-Sonntagsseiten.

Tarzan

Sein Vorgänger Hal Foster hatte seit 1929 das Erscheinungsbild des Herren des Dschungels maßgeblich geprägt, wollte jedoch lieber eine eigene Serie zeichnen. Daher startete er am 13. Februar 1937 den von ihm getexteten und gezeichneten wöchentlich erscheinenden Comic Prinz Eisenherz, den der Bocola Verlag in einer weltweit einzigartigen, teilweise in der zweiten Auflage noch optimierten, Gesamtausgabe veröffentlicht. In einer noch etwas großformatigerer Form verlegt Bocola auch die Tarzan-Sonntagsseiten, wobei es im vierten Band dieser Edition zum Wechsel von Foster zu Hogarth kommt, was auch in einem informativen Vorwort ausführlich gewürdigt wird.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 4, 1937 - 1938

Burne Hogarth stieg mitten in einem von Foster konzipierten Abenteuer um eine exotische goldene Stadt bei Tarzan ein. Wenn beide Künstler ihre Seiten nicht signiert hätten, wäre der Wechsel wohl überhaupt nicht aufgefallen. Hogarth, für den Hal Foster ein “Gott der Comicszene“ war, wollte unbedingt die Tarzan-Nachfolge antreten. Inhaltlich sorgte er für neue Impulse und brachte in die Serie mit einer Geschichte um Buren-Siedler in Tarzans Dschungel Western-Elemente ein. Als Zeichner folgte er zunächst fast noch sklavisch den Vorgaben Fosters. Doch schon recht bald schwamm er sich frei und schuf den trotz Johnny Weissmuller, Alexander Skarsgård, Russ Manning oder Disney-Trickfilm immer noch definitiven Tarzan. Davon wie die Serie ihre Blüte erlebte, erzählen die nächsten Ausgaben von Bocolas Tarzan Sonntagsseiten.

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