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Christian Keßler: Endstation Gänsehaut

Eins der Highlights des 2013 leider eingestellten Magazins Splatting Image waren die Artikel von Christian Keßler Hier beschäftigte er sich besonders gerne mit längst vergessenen Trashfilmen, oft mit jenen, die in den 70er Jahren in Italien entstanden sind und Billigversionen von US-Blockbustern waren. Dabei gelangen ihm schreiend komische Inhaltsangaben, die meist unterhaltsamer als das besprochene Filmchen war.

Christian Keßler: Endstation Gänsehaut

Diese verdienstvolle Arbeit setzte Keßler in Büchern wie Wurmparade auf dem Zombiehof fort. In Endstation Gänsehaut hingegen pickt sich Keßler nicht die Trash-Perlen heraus, sondern verfasste eine ebenso umfassende wie persönliche Exkursion durch die Geschichte des Horror-Kinos. Dabei werden auch Klassiker gewürdigt, Das Schlusskapitel ist daher eine Lobeshymne auf Todd Brownings unbequemes Meisterwerk Freaks von 1933, das erst Mitte der 60er Jahre in Großbritannien gezeigt werden durfte.

Christian Keßler: Endstation Gänsehaut

Auf knapp 400 sehr schön und farbig bebilderten Seiten beschäftigt sich Keßler in neun Kapiteln mit Geistern, Vampiren, Werwölfen, Mumien, Zombies, Hexen/Religion, sowie irren Wissenschaftlern und Killern. Das Buch taugt auch dank seines Registers als Nachschlagewerk, ist dabei aber auch erfrischend subjektiv und der Autor macht keinen Hehl daraus, dass ihm rasant geschnittene Filme mit Computertricks nicht sonderlich beeindrucken. Was Kessler als “Meinen kleinen Rundgang durch das Horrorkino“ bezeichnet ist sehr viel mehr, z. B. eine unaufdringliche Einladung dazu sich schleunigst eine Unmenge von bisher übersehenen Genrefilmen anzuschauen.

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Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Jörg Buttgereit ist Regisseur und Autor von Theaterstücken, Dokumentarfilmen und von Spielfilmen wie Nekromantik (1987), Der Todesking (1989) oder Schramm (1993). Basierend auf einigen seiner frühen Super-8-Filmen und einem Hörspiel inszenierte Buttgereit 2007 ein Theaterstück mir Captain Berlin, der mittlerweile auch erfolgreich als Comic-Held unterwegs ist.

Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Auch als Sachbuch-Autor ist Buttgereit tätig und hat ein Händchen für ungewöhnliche Themen. In Japan – Die Monsterinsel beschäftigt er sich mit Kino-Ungeheuern wie Godzilla oder Gamera. Nightmare in Plastic hingegen ist der Katalog zu einer Ausstellung über Kunststoff-Bausätze von Film-Monsters. Unter dem Titel Besonders wertlos erscheint eine Sammlung mit Filmtexten, die Buttgereit in Magazinen wie epd-Film und Deadline veröffentlicht hat.

Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Ein besonderes Schmuckstück ist das tolle Wrap-Around-Cover von FuFu-Frauenwahl, der auch als Captain-Berlin-Zeichner tätig ist. Das Titelbild illustriert recht gut die thematische Vielfalt von Buttgereits Texten. Es geht um Robert De Niro, der auch in gar nicht so guten Filmen überzeugt, um 3D-Schwachsinn wie Die teuflische Maske, um den Zustand von Landschaften nach Testversuchen mit Atombomben, um die Rockband Kiss, um das Ende vom besten deutschen Filmmagazin Splatting Image, um dn Filmproduzenten Kim Jong-un und natürlich immer wieder um merkwürdige Monster-Filme aus Japan mit “bemitleidenswerten Kopffüsslern“ oder mit jenen riesigen Seesternen, die Stanley Kubrick beeindruckten und natürlich auch um Haruo Nakajima, dem Mann der in zwölf Filmen das Gummi-Kostüm von Godzilla getragen hat. Besonders wertlos ist ein ganz großer mit vielen seltsamen Farbfotos garnierter Spaß!

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Christian Keßler: Wurmparade auf dem Zombiehof

Christian Keßler begeisterte mich schon in seiner regelmäßigen Filmrubrik in der 2013 eingestellten Zeitschrift Splatting Image. Hier beschäftigte er sich mit Genrefilmen, besonders gerne mit solchen, die in den 70er Jahren in Italien entstanden sind. Dieses Buch spannt den Bogen etwas weiter und Kessler stellt 40 seiner Lieblingsfilme vor.

Wurmparade auf dem Zombiehof

Während es ansonsten meistens wenig Spaß macht Inhaltsangaben von Filmen zu lesen, sind Kesslers Trashfilm-Beschreibungen oft sehr viel unterhaltsamer als das Betrachten des besprochenen Filmes. Geschult durch die legendären Synchronisationen von Rainer Brandt geht er dabei keinem Kalauer aus dem Weg und zaubert Kapitelüberschriften wie „Wenn Druiden die Schiffsschaukel anschubsen“ oder „Die Kraft des Heroins im Streichelzoo“.

Christian KeßlerBesprochen werden in diesem Büchlein allerlei unglaubliche Filme wie der nur mit kleinwüchsigen Darstellern besetzte Western The Terror of Tiny Town (1938), der als Horrorschocker geplante The Giant Claw (1957) mit dem wohl lächerlichsten Monster der Filmgeschichte oder der ganz schlechte Softsex-Western Brand of Shame (1968), der durch eine sensationelle deutsche Synchronisation unter dem Titel Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill zu einem Partykracher wurde. Einziger Kritikpunkt ist, dass dieses äußerst empfehlenswerte Buch ein schöneres Titelbild verdient hätte. Empfehlenswert ist auch Keßlers Endstation Gänsehaut.

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