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Stephen King: Puls

Anno 2006 hatte Stephen King endlich einmal wieder eine wirklich starke Grundidee, die ein über 500 Seiten dickes Buch wirklich rechtfertigte. Am Ende seines Romans “Puls“ ist zu lesen: “Stephen King lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Tabithja King, in Maine. Er besitzt kein Handy.“ Diese skeptische Haltung gegenüber den kleinen Geräten, die zuvor unauffällige Menschen urplötzlich in Quatsch-Maschinen verwandeln, ist nicht die schlechteste Ausgangssituation für einen Roman.

Stephen King: Puls

Jeder Handy-Vermeider weiß ja ohnehin, dass sämtliche Überall-Telefonierer ohnehin Hirnschäden haben. Daher ist die Idee vom Virus, das per Telefon übertragen wird und alle Gesprächsteilnehmer zu Zombies macht, nicht allzu abwegig (und es schwingt vielleicht sogar ein wenig Hoffnung mit).

Stephen King: Puls

Schon nach wenigen Seiten kommt King in “Puls“ zur Sache. Er lässt in Boston die Zivilisation zusammenbrechen und alle Handy-Besitzer Amok laufen. Held des Buchs ist ein gewisser Clayton Riddell, über den ich gerne noch etwas mehr erfahren hätte. Er ist Comiczeichner, seine Ehe ging in die Brüche und kurz vor dem Handy-Gau hat Clay (wie King ihn meist nennt) seinen ersten erfolgreichen Geschäftsabschluss getätigt. Wie gesagt King kommt sehr schnell zur blutigen Sache und verkneift sich leider diese kleinen scheinbar nebensächlichen Exkurse in das Privatleben seiner Figuren, die immer das Salz in seiner Suppe waren. Doch ansonsten ist “Puls“ endlich wieder ein verdammt starkes Stück Horrorliteratur.

Stephen King: Puls

King widmete das Buch nicht ohne Grund dem Zombie-Meister George A. Romero und eine 2016 entstandene Verfilmung steht durchaus in dessen Tradition. Ursprünglich sollte Eli Roth (“Hostel“) den Film inszenieren, doch dieser wandte sich lieber eigenen Projekten zu. Daher nahm schließlich Tod Williams (“The Door in the Floor“) Platz auf dem Regiestuhl. Die Hauptrollen spielen John Cusack und Samuel L. Jackson, die bereits 2007 in der Stephen-King-Verfilmung “Zimmer 1408“ zu sehen waren. Das Resultat schaffte es aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen zwar nicht auf die große Leinwand, ist jedoch ein mitreißender Horror-Trip mit (Vorsicht Spoiler) einem etwas surrealen Finale.

Stephen King: Puls

Die Blu-ray von Concorde enthält neben dem 97-minütigen Hauptfilm noch einen 12-minütigen “Behind the Scenes“-Bericht (wahlweise mit deutschen Untertiteln), sowie den deutschen und den US-Trailer (je 2:28 min)

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American Vampire

Eigentlich sollte Stephen King nur einen seiner beliebten Sprüche wie “Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen, und sie heißt…“ für Backcover und Werbung liefern, doch der umtriebige Autor brachte sich gleich komplett mit ein in die von Scott Snyder geschaffene Comicserie “American Vampire“. Angeblich weil er – laut Vorwort – die laschen Vampire aus Werken wie “Twilight“, “True Blood“ oder “Vampire Diaries“ leid war und die Blutsauger wieder zu “Bad Boys“, “Bad Girls“ also richtigen “Killern“ machen wollte.

American Vampire

Doch ganz sicher hat es eine Rolle gespielt, dass Stephen King – abgesehen von einen kurzen Gastspiel im X-Men-Benefizband “Heroes for Hope“ (1985) – noch nie einen Comic textete (an den Adaptionen seiner Bücher “The Dark Tower“ oder “The Stand“ hat King nicht wirklich mitgearbeitet), während sein Sohn Joe Hill große Erfolge mit “Locke & Key“ feiert. Da kam es ihm gelegen, sich gemeinsam mit dem seinerzeit noch relativ unbekannten Autor Scott Snyder am Konzept von “American Vampire“ zu feilen und mit seinem guten Namen dafür zu sorgen, dass die Vertigo-Serie zu einem Erfolg wird.

American Vampire

Zu den ersten fünf Heften von “American Vampire“ (aber auch nur zu diesen), die Panini geballt veröffentlicht, trug King als Texter exakt die Hälfte bei. Während Snyder davon erzählt wie die taffe Nachwuchsschauspielerin Pearl Jones im Los Angeles der 20er Jahre herausfinden muss, dass Hollywood-Produzenten im wahrsten Sinne des Wortes Blutsauger sind, schildert King wie fast 50 Jahre zuvor im Wilden Westen ein Outlaw zum Vampir Skinner Sweet wird.

American Vampire

Die einzelnen Hefte schildern jeweils zur Hälfte die Erlebnisse von Pearl und Skinner, der sich allerdings ebenfalls im Stummfilm-Hollywood herumtreibt. Während Snyders Teile der Story deutlich interessanter ausgefallen sind als jene von King, kann das sehr abwechslungsreich gestaltete Artwork von Rafael Albuquerque durchgehend überzeugen. Das Konzept Vampire bei ihrer Zeitreise durch die an Gewalttätigkeiten ohnehin nicht arme Amerikanische Geschichte zu begleiten geht voll auf und man darf auf die weitere Entwicklung der Serie gespannt sein.

American Vampire
US-Sammelband 8

Mittlerweile liegt die Serie komplett vor, doch leider nur in den USA, denn Panini Deutschland hat nur sieben der acht Sammelbände veröffentlicht.


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Stephen King: Mind Control

Unterbrochen von den Büchern “Revival“ und “Basar der bösen Träume“ hat Stephen King im Jahrestakt drei Romane über den pensionierten Polizisten Bill Hodges verfasst. In “Mr. Mercedes“ schildert er wie die Titelfigur, ein wahnsinniger Attentäter namens Brady Hartsfield, mit einer schweren Limousine mitten hinein fährt in eine Menschenmenge, die darauf hofft, durch eine städtische Jobbörse Arbeit zu finden.

Stephen King: Mind Control

Erst nachdem er in den Ruhestand versetzt wurde, gelang es Hodges den Fall zu klären. Hartsfield plante beim restlos ausverkauften Konzert einer angesagten Teenie-Band eine Bombe zu zünden. Doch, mit Hilfe seiner unkonventionellen Assistenten Jerome und Holly, konnte Hodges den Psychopath unschädlich machen. Schwer gehirngeschädigt, vegetiert dieser einer Klinik vor sich. Doch das Ende des Buchs deutet an, dass die Probleme mit Hartsfield noch lange nicht überstanden sind…

Stephen King: Mr. Mercedes

2015 erschien mit “Finderlohn“ eine Art Fortsetzung, die jedoch zu einem sehr eigenständigen Buch wurde, das vielleicht sogar noch besser geworden wäre, wenn Hodges, Jerome und Holly nicht in Nebenrollen aufgetreten wären. Beim Trilogie-Abschluss “Mind Control“, der im Original den noch passenderen Titel “End of Watch“ trägt, verhält es sich meiner Meinung nach hingegen genau anders herum. Hier sind es die lieb gewonnenen Charaktere, wie der gegen Altersbeschwerden kämpfende Hodges, der neunmalkluge aber zugleich auch wirklich hochintelligente Jüngling Jerome, sowie die unberechenbare aber immer wieder geniale alte Jungfer Holly, die den Leser bei der Stange halten.

Stephen King: Finderlohn

Die eigentliche Handlung hingegen erscheint selbst für Stephen-King-Verhältnisse ganz schön weit hergeholt. Hartsfield liegt nicht wirklich im Koma, sondern dürstet nach Rache. Hilfe bieten ihm ein zu verantwortungslosen Experimenten neigender Chef-Arzt, sowie eine Uralt-Spielekonsole, die ein Game mit Fischen enthält, das Gehirndeffekte auslösen kann. Der Psychopath bekommt durch seltsam konstruierte Umstände die Möglichkeit noch viel mehr Unheil zu verbreiten. als durch seine Amokfahrt mit dem schweren Mercedes. Die Meisterschaft des Erzählers Stephen King steht den manipulativen Fähigkeiten von Hartsfield kaum nach. King gelingt es erneut dem Leser sehr schnell vergessen zu lassen, was für ein hirnrissiges Konstrukt ihm vorgesetzt wird und stattdessen zu zwingen, auch dieses Buch in  Windeseile zu verschlingen.

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Stephen King: Riding the Bullet

Halloween 1969 erfährt der 21-jährige Alan Parker, dass seine Mutter einen Schlaganfall erlitten hat und dem Tode näher ist als dem Leben. Er trampt zum Krankenhaus. Nach einigen unerfreulichen Zwischenfällen landet er im wild rasenden Wagen von George Staub (David Arquette) und der finsterste Trip seines Lebens beginnt: George konfrontiert Alan mit seinen Jugendängsten, die mit der Achterbahn “The Bullet“ zusammenhängen…

Stephen King: Riding the Bullet

Mick Garris dürfte der Regisseur sein, der die meisten Stephen-King-Verfilmungen inszeniert hat. Nachdem er 1992 den Kinofilm “Sleepwalkers“ nach einem Originaldrehbuch von King inszenierte, verlegte er sich auf TV-Miniserien von meist respektabler Qualität: Er setzte das Monumentalwerk “The Stand“ ziemlich gelungen um und seine TV-Version von “The Shining“ braucht sich nicht vor Kubrick verstecken.

Stephen King: Riding the Bullet

“Riding the Bullet“ ist jetzt wieder eher ein Kinofilm, dürfte aber in den meisten Ländern seine Premiere direkt auf DVD erleben. Basierend auf einer sehr kurzen Story hat Garris versucht die Geschichte mit möglichst vielen King-typischen Elementen zu strecken und produziert dabei manchmal etwas Leerlauf. Doch insgesamt funktioniert die leicht nostalgische Horror-Achterbahn ganz ordentlich und wer sich auf einen Trip einlässt wird dies nicht bereuen.

Stephen King: Riding the Bullet

Die neue Edition von Studio Hamburg Enterprises kommt im Gegensatz zur alten Veröffentlichung von mc-one leider ganz ohne Extras wie Audiokommentaren und Making-Of aus.

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Brennen muss Salem

Stephen Kings zweiter Roman “Brennen muss Salem“ erzählt von einer Kleinstadt in Neuengland, die langsam aber sicher von einem Vampir vereinnahmt wird. Das Buch entstand noch vor Kings Erstlingswerk “Carrie“ und wurde bereits 1979 – vier Jahre nach seinem Erscheinen – als dreistündige TV-Miniserie verfilmt.

Brennen muss Salem

Als Regisseur fungierte Tobe Hooper, der sich durch seinen mittlerweile als Kultfilm geltendes Werk “The Texas Chain Saw Massacre“ für diesen Job qualifizierte. 1982 sollte Hooper “Poltergeist“ inszenieren, wobei angeblich Produzent Steven Spielberg recht häufig selbst auf dem Regiestuhl saß.

Brennen muss Salem

“Brennen muss Salem“ überzeugt durch einige für TV-Verhältnisse recht drastische Szenen und die sehr gute Besetzung mit David Soul („Starsky & Hutch“), Bonnie Bedelia („Stirb Langsam“) und James Mason als Helfer des an Nosferatu erinnernden Vampirs Barlow (Reggie Nalder).

Brennen muss Salem

Genau wie Kings Roman, lässt sich auch Serie angemessen viel Zeit, um Spannung aufzubauen und die Charaktere vorzustellen. Hiervon ist in der auf DVD veröffentlichten Fassung leider kaum etwas zu spüren. Während die Serie 1985 auf SAT. 1 fast ungekürzt unter dem Titel “Der Schrecken im Marsten-Haus“ lief, hat die deutsche DVD lediglich eine Länge von 104 Minuten.

Brennen muss Salem

Doch damit ist zum Glück jetzt Schluss. Auf Blu-ray veröffentlicht Warner eine 183-minütige Fassung der TV-Serie, wobei es zu einigen kurzen Szenen keine deutsche Synchro (und daher englische Untertitel) gibt, da diese anscheinend von SAT. 1 nicht ausgestrahlt wurden. Das Bildformat ist mit 1,5:1 etwas breiter als “Vollbild“ (4:3). Als Bonus gibt es einen leider nicht deutsch untertitelten Audiokommentar von Tobe Hooper, sowie einen englischsprachigen Trailer (3:23 min).

Brennen muss Salem
Rudger Hauer war 2004 der Vampir Barlow

2004 entstand übrigens unter dem Titel „Salem’s Lot – Brennen muss Salem“ eine weitere TV-Adaption von Kings Roman.

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Salem’s Lot – Brennen muss Salem

Willkommen in Jerusalem’s Lot – die Einheimischen nennen den Ort Salem’s Lot. Einwohner: 1319. Von Minute zu Minute wird es unheimlicher. Denn in dem verschlafenen neuenglischen Städtchen ist ein gespenstischer Fremder in das düster drohende Marsten House eingezogen. Er bringt unter anderem eine sargähnliche Kiste mit, die er nicht aus den Augen lässt.

Salem's Lot - Brennen muss Salem

Bereits 1979 verarbeitete Tobe Hooper den (nach “Carrie“) zweiten Horrorschocker von Stephen King zu einer dreistündigen TV-Miniserie, die mit James Mason und David Soul ganz ordentlich besetzt war. Auf DVD liegt jedoch leider nur die 100-minütige Videotheken-Fassung vor, während die komplette Serie im TV unter “Der Schrecken im Marsten-Haus“und bei uns mittlerweile auch auf Blu-ray erschienen.

Salem's Lot - Brennen muss Salem

Die zweite “Salem“-Miniserie von 2004 erschien auf DVD gleich in voller Länge. An Kings Roman wurden einige Veränderungen vorgenommen. So wird der Ort Jerusalem´s Lot hier nicht als idyllische Kleinstadt geschildert, die erst durch den Einzug der Vampire vor die Hunde geht. Der Ort hat schon am Anfang der Geschichte etliche Krisenherde, die der Vampir Barlow (gibt hier einen bedrohlicheren Blutsauger als in “Buffy der Vampirkiller“ ab: Rudger Hauer) und sein Helfer der Antiquitätenhändler Straker (dreht etwas zu doll auf: Donald Sutherland) für sich auszunutzen wissen.

Salem's Lot - Brennen muss Salem

Ben Mears, der Held der Geschichte, hingegen kehrt voller Selbstzweifel in seine Heimatstadt zurück, die Rob Lowe in dieser Rolle auch ganz gut vermittelt. Insgesamt dürften alle Freunde der Bücher von King und die Fans von gepflegten Gruselfilmen hier drei Stunden lang bestens bedient werden.

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Stephen King: The Stand

In einem geheimen Militärlabor wurde eine biologische Waffe namens “Captain Trips“ entwickelt. Das gefährliche Grippevirus bricht aus und verbreitet sich weltweit. 99,4 % der Menschheit kommen qualvoll zu Tode und in den USA leben nur noch einige tausend Menschen. Während der dämonische Randall Flagg seine kriminelle Gefolgschaft in Las Vegas versammelt, brechen einige Individualisten – getrieben von seltsamen Träumen – zu einer idyllischen Kleinstadt in Nebraska auf um von dort aus den Widerstand zu organisieren…

Stephen King: The Stand
1978 erschien mit “The Stand – Das letzte Gefecht“ Stephen Kings vierter Roman. Neben “Es“ enthält “The Stand“ wohl die erinnerungswürdigsten Charaktere und spannendsten Situationen, die King jemals zu Papier brachte. Zwölf Jahre später wurde eine um 400 Seiten erweiterte Version des zuvor auch nicht gerade dünnen Buchs, veröffentlicht. Im Vorwort des dicken Wälzers erzählt Stephen King, wie ihn seinerzeit die Verlags-Buchhalthaltung vorrechnete, dass sich ein durch den großen Umfang des Buchs bedingter hoher Ladenpreis nicht rechnen würde. Widerwillig fügte sich King und verglich die von ihm gekürzte Buch mit einem Cadillac, “dessen Chromteile man entfernt und dessen Farbe man bis aufs stumpfe Metall abgeschmirgelt“ hatte.

Stephen King: The Stand
Illustrationen von Bernie Wrightson

Daher war Stephen King froh, als er das Buch 1990 noch einmal überarbeiten konnte. Er brachte nicht nur fast alle Chromteile wieder an, sondern ergänzte das Buch auch noch um zwölf Illustrationen von Bernie Wrightson. Dieser hatte bereits eine Comic-Adaption des von King geschriebenen Kinofilms “Creepshow“ gezeichnet und dessen Buch „Das Jahr des Werwolfs“ illustriert. Wrightsons Bebilderung fehlt leider in Heynes Neuauflage der Langfassung von “The Stand“, die dank größer Schrift jedoch deutlich lesefreundlicher ist.

Das Jahr des Werwolfs

Nicht unerwähnt bleiben sollen noch zwei interessante Adaptionen. 1994 entstand ein vierteiliger TV-Film nach einem Drehbuch von Stephen King, der auch eine kleine aber markante Nebenrolle übernahm. Regie führte Mick Garris, der sich durch die King-Verfilmung “Sleepwalkers“ für den Job qualifizierte und danach, z. B. in “Riding the Bullet“, immer wieder zum King of Horror zurückkehrte. “The Stand“ überzeugt durch die hochkarätige Besetzung (u. a. Gary Sinise, Molly Ringwald und Rob Lowe), die aufwändige Inszenierung sowie vor allem durch die wirklich spannende Geschichte und dürfte die beste TV-Verfilmung eines Buchs von Stephen King sein.

Mick Garris

Ebenso bemerkenswert ist die aus 31 Heften bestehende Comic-Adaption aus dem Hause Marvel, die 2008 gestartet wurde. Im Gegensatz zu der immerhin sechsstündigen TV-Miniserie adaptierte der Autor Roberto Aguirre-Sacasa für den Comic nahezu komplett die verlängerte Version der epischen Romanvorlage. Diese setze der Zeichner Mike Perkins in fotorealistisch gestalteten und meist sehr breiten Panels in Szene. Zur Zeit wird wieder an einer Verfilmung von “The Stand“ gearbeitet, wobei unklar ist, ob diese ins TV oder ins Kino kommen soll.

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Shining

Jack Torrance, ein ehemaliger Lehrer und erfolgloser Schriftsteller, übernimmt mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn über die Winterpause den Job als Hausmeister in dem luxuriösen aber abgelegenen Hotel „Overlook“ in Colorado. Dabei stört es Jack nicht weiter, dass sich dort Jahre zuvor ein entsetzlicher Vorfall ereignete, als der frühere Hausmeister seine gesamte Familie ermordete. Jack Torrance sieht vielmehr die Gelegenheit, endlich sein lange geplantes Buch zu schreiben. Doch die geheimen Kräfte des Hauses ergreifen Besitz von ihm…

Shining
Ob es wirklich ein so cleverer Schachzug war einen immer etwas aufgedreht wirkenden Darsteller wie Jack Nicholson in einer Rolle einzusetzen in der er ganz langsam irre wird, sei einmal dahingestellt. Doch wie alle Filmen von Stanley Kubrick besticht auch “Shining“ durch die sorgfältige Machart. Abgesehen von einigen wenigen (natürlich beeindruckend realisierten) Außenaufnahmen, die in einem Nationalpark in Montana entstanden, wurde der Film komplett in den englischen Elstree Studios gedreht. Dies ermöglichte Kubrick völlige künstlerische Kontrolle und hyperrealistische Bilder, die auch den Horror in der Geschichte glaubhaft machen. Stephen King, der Autor der Romanvorlage, hingegen war nicht sonderlich begeistert. King lässt sich in den Dokumentationen zum Film überhaupt nicht blicken. Er realisierte 1997 seine eigene Version und schrieb das Drehbuch zur TV-Miniserie “Stephen Kings Shining“.

Shining
Ursprünglich hatte Stanley Kubrick verfügt, dass “Shining“ auf DVD nur im Vollbildformat (was dem vollen Format des Kameranegativs entspricht) und ohne besondere Extras (nur die Doku von Kubricks Tochter Vivian von den Dreharbeiten war bereits auf der alten DVD-Edition enthalten) erscheinen soll. Doch nach Kubricks Tod erschien doch noch eine aufgemotzte Special Edition mit einem hübschen neuen Cover. Allerdings ist wieder nur die um über 20 Minuten kürzere Version enthalten, von der Kubrick verfügt hat, dass ausschließlich diese in Europa gezeigt werden soll. Neben “Eyes Wide Shut“ erscheinen auch “2001 – Odyssee im Weltraum“, “Uhrwerk Orange“ und “Full Metal Jacket“ im Breitbild–Format und mit jeweils einer Bonus-DVD.

Shining
Bonusmaterial: Audiokommentar vom Steadicam-Erfinder Garrett Brown und vom Historiker John Baxter, ohne deutsche Untertitel; Dokumentation von Vivian Kubrick: „Making-of Shining“ (33:33 min), wahlweise mit Audiokommentar und wie alle übrigen Extras mit deutschen Untertiteln ; „Hinter den Kulissen: Stanley Kubricks Overlook Hotel“ (30:22 min); „Die Visionen von Stanley Kubrick“ (17:15 min); „Wendy Carlos, Komponistin“ (7:31 min); US-Kinotrailer (1:29 min)

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Stephen King: Basar der bösen Träume

Mit diesem Buch legt Stephen King seine sechste Sammlung von Kurzgeschichten vor. Enthalten sind 20 Stories, die King zuvor bereits in US-Magazinen oder als e-book vorab veröffentlichte, daher werden im Impressum auch 16 Übersetzer genannt. Es fällt auf, wie stark sich King seit seiner ersten 1980 veröffentlichten Story-Sammlung “Nachtschicht“ weiter entwickelt hat.

Stephen King: Basar der bösen Träume

Die Anthologie eröffnet die Geschichte “Raststätte Mile 81“, die von einem mörderischen Auto erzählt und ein wenig in der Tradition von Kings klassischen Werke wie “Christine“ oder “Trucks“ steht, weil King sich hier stärker an Horror-Filmen als am wirklichen Leben orientiert. Doch im Gegensatz zu vielen von Kings Romanen, mündet diese durchaus spannende Geschichte in ein originelles Finale.

Stephen King: Revival

In vielen der Geschichten lässt Stephen King aber auch Lebenserfahrung mit einfließen, am stärksten vielleicht in “Der kleine grüne Gott der Qual“. Nachdem King 1999 von “einem Kerl in einem Van“ angefahren wurde, folgten einige Jahre sehr mit sehr schmerzhafter Physiotherapie und langsamer Genesung. Auch davon erzählt er in der Geschichte, betont aber in seiner Einleitung, dass die Geschichte zwar der Versuch ist “mit etwas abzuschließen“, er jedoch nicht Schriftsteller geworden ist “um seine Lebensbeichte abzulegen“, sondern vor allem um zu unterhalten.

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Überhaupt ist es sehr erfreulich, dass King zu jeder seiner Geschichten eine kleiner aber oft sehr erhellende Einleitung verfasst hat. Dadurch werden schwächere Beiträge wie zwei (möglicherweise auch unter der deutschen Übersetzung leidende) Lyrik-Versuche, oder eine ohne Baseball-Grundkenntnisse kaum verständliche Geschichte erträglich. Doch ansonsten enthält das Buch nur wenige Aussetzer, sondern mit “Kleiner böser Junge“, dem humoristischen “Feuerwerksrausch“ oder der etwas arg unverhohlen für Amazons Kindle werbenden Story “Ur“ einige der besten Kurzgeschichten Kings. Es ist erfreulich, dass er auch dieses Feld weiterhin unermüdlich beackert!

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Stephen King: Revival

Stephen King erzählt in “Revival“ von einem frommen Prediger, der – nachdem seine Frau und sein kleiner Sohn bei einem Autounfall grausam zu Tode kamen – vom Glauben abfällt. Charles Jacobs hält daraufhin vor seiner methodistischen Gemeinde in Neuengland eine Hass-Predigt, in der er Gott verflucht und versucht dessen Grausamkeit durch zahlreiche Beispiele zu belegen. Jacobs wird daraufhin von seiner Gemeinde verstoßen.

Stephen King: Revival

Der ohnehin für elektrische Spielereien anfällige Jacobs mutiert danach zum erstaunlich erfolgreichen Wunderheiler auf Jahrmärkten und füllt als Erweckungsprediger riesige Zelte. Das sich dabei ansammelnde Vermögen steckt er in ein ganz großes ziemlich perverses Experiment…

Stephen King: Revival

Doch das ist nur der halbe und nicht unbedingt beste Teil der Geschichte, denn die Hauptfigur ist Jamie Morton, der Spross einer vielköpfigen Familie. Dieser erlebt Charles Jacobs zunächst als engagierten Land-Geistlichen und trifft ihn später auf einem Jahrmarkt wieder. Durch dessen elektrische Tricks kommt Jamie von seiner Heroin-Sucht los, doch wie viele der von Jacobs‘ behandelten Menschen, leidet er auch unter unberechenbaren Nebenwirkungen.

Stephen King: Revival
Cover der US-Ausgabe

Das Buch begleitet Jamie auf seinem Weg vom Sohn aus wohlbehüteten Haus zum drogensüchtigen Musiker bis hin zum halbwegs verantwortungsbewussten Menschen. Dieser mit sehr viel Einfühlungsvermögen geschilderte Teil ist das Herzstück von “Revival“ und Jamie Morton dürfte unter den vielen Charaktere sein, die Stephen Kings Bücher bevölkern, einer der plastischsten sein. Während (Vorsicht Spoiler!) wie so oft bei King, das große Finale eher klein bis albern geriet, ist der Weg dahin eine mit vielen originellen Episoden und interessanten Überlegungen garnierte Zeitreise durch die letzten fünf Jahrzehnte.

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