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Sekundär-Literatur zu Batman

Die 67. Ausgabe der “Zeitschrift für Graphische Literatur“ Reddition beschäftigt sich auf bewährte Weise mit einem Schwerpunkt-Thema. Im Zentrum des 80-seitigen durchgehend farbig bebilderten Magazins steht diesmal Batman. In siebzehn Artikeln beschreiben 13 Autoren wichtige Personen oder Phänomene aus der knapp 80-jährigen Geschichte des maskierten Rächers.

Sekundär-Literatur zu Batman

Porträtiert werden herausragende Autoren oder Zeichner wie Dennis O’Neil, Frank Miller, David Mazzucchelli, Steve Englehart, Jeph Loeb, David Mazzucchelli, Jim Aparo, Tom King oder Grant Morrison. Dabei wird auch auf Werke eingegangen, die nicht im Zusammenhang mit Batman stehen. Zudem wird Appetit gemacht auf den demnächst anstehenden Batman-Comic von Enrico Marini (Die Adler Roms), der als Co-Produktion von DC und Dargaud entstanden ist.

Sekundär-Literatur zu Batman

Auch auf die Filme sowie die animierte TV-Serie wird eingegangen. Natürlich gibt es mit “Batman: Ein amerikanischer Mythos“ von Peter Schimkat und “Batman und seine Zeiten“ von Heiko Langhans auch Versuche, den sich immer wieder neu definierenden Helden im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Strömungen zu interpretieren.

Sekundär-Literatur zu Batman

Doch in dieser Disziplin dürfte so schnell keiner bei Lars Banhold mithalten können. Dieser verfasste bereits 2008 unter dem Titel Batman: Konstruktion eines Helden ein 100-seitiges Büchlein, das er zehn Jahre später komplett überarbeitet und aktualisiert hat. Dass auf den 250 mit sehr kleinen Lettern bedruckten Seiten des Hardcover-Bands jetzt um die “Re-Konstruktion eines Helden“ geht, hängt natürlich damit zusammen, dass in den Batman-Comics immer mal wieder versucht wird, etwas völlig Neues zu machen, bevor dann mit mindestens ebenso großem Getöse der gute alte dunkle Ritter zurückkehrt.

Sekundär-Literatur zu Batman Fazit des Buchs: “Batman ist als Figur, obwohl diegerisch vollkommen statisch, als kulturelles Men geradezu die Verkörperung von Entwicklung, Dialektik, Affirmation und Subversion.“ Wie man hier sieht, haut Banhold manchmal ähnlich wild Fremdwörter heraus, wie Batman die Gadgets aus seinem Wundergürtel. Doch Banhold gelang ein unerhört kluges Buch, das aus einer fundierten und faktenreichen Analyse heraus, interessante Fragen stellt.

Sekundär-Literatur zu Batman

Warum etwa ist jemand ein Held, der “körperlich und psychisch Versehrte mit grober Gewalt bestraft“? Hat der von Heath Ledger gespielte Joker in Christopher Nolans Blockbuster The Dark Knight vielleicht doch recht, wenn er versucht mit brutalen Methoden zu beweisen, dass die (in Gotham City) herrschende Gesellschaftsform aus “Wahrheit, Ordnung und Moral eine Illusion ist“. Fast möchte ich das ganze Buch zitieren um zu belegen, wie genial es ist.

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Batman: Dark Detective

In US-Detective Comics #469 (Mai 1977) und #470 (Juni 1977) hatten drei Charaktere ihre ersten Auftritte, die bis heute jedem Batman-Leser ein Begriff sind: Dr. Phosphorus, „Boss“ Rupert Thorne und Silver St. Cloud. Letztere ist die schlohweiße Schönheit, die mit dem Dunklen Ritter eine tiefe Romanze verband. Erdacht wurde sie alle drei von Steve Englehart.

Batman: Dark Detective

Beide Hefte sind leider bis heute nicht auf Deutsch erschienen. Diese zwei Hefte bilden den Auftakt zu einem Zyklus, der unter dem Namen „BATMAN: STRANGE APPARITIONS“ in die Geschichte der Comics eingegangen ist. Und als dann mit Heft #471 der legendäre Zeichner Mashall Rogers hinzu stieß, dauerte es nicht mehr lange, bis dieser Handlungsbogen endgültig Kult-Status erreichte.

Batman: Dark Detective

„Batman: Strange Apparitions“ erstreckt sich von Detective Comics #469 bis #479 (ohne #477!); von diesen sind die Nummern #471 bis #476 im Batman Taschenbuch Nr. 2 von Ehapa im Jahre 1978 veröffentlicht worden. Die beiden Hefte #478 und #479 sind aus der Feder von Len Wein und ebenfalls gezeichnet von Mashall Rogers – veröffentlicht in Deutschland im Batman Taschenbuch Nr. 7 im Jahr 1983. Hier hat Clayface III seinen ersten Auftritt.

Batman: Dark DetectiveFür viele Fans sind die ersten acht Hefte aus der Feder von Steve Englehart die ultimative Interpretation des dunklen Mitternachtsdetektivs – noch weit entfernt von der “Ich-bin-der-Arschloch-Batman“ eines Frank Millers. Dieser Batman agiert, weil er einen Schwur nach der Ermordung seiner Eltern tat – das Verbrechen zu bekämpfen; und nicht Leid zu schaffen um sein Traumata zu überwinden.

Batman: Dark Detective

Senator Evan Gregory ist in Gotham City um Werbung für sich zu machen – denn er möchte sich zur Wahl zum Gouverneur stellen. Ihm zur Seite steht seine Verlobte Silver St. Cloud. Bei einer Wahlveranstaltung treffen Bruce Wayne und Silver sich wieder und sofort werden in ihnen alte Erinnerungen wach. Der Joker erscheint und gibt bekannt, dass er ebenfalls für das Amt des Gouverneurs antreten möchte – sein Wahlslogan ist: “Wählt mich oder ich töte Euch!“. Und wie ernst es ihm damit ist, das vermag er auch unter Beweis zu stellen – trickreich ist er dazu in der Lage, vorher angekündigte Morde auch trotz aller Polizeipräsenz auszuführen.

Batman: Dark Detective

Silver besucht Bruce auf Wayne Manor und Batman zeigt ihr seine Bathöhle. Beiden ist klar, dass sie noch viel füreinander empfinden – aber verstandesmäßig sagen beide nein zu einer Beziehung. Scarecrow hatte Batman bei einem Kampf unbemerkt eine Kapsel mit Angstgas in seinem Kostüm deponieren können. Und gerade in dem Moment, in dem Silver und Batman in der Höhle sind, entweicht es und beide erleben ihre schlimmsten Ängste neu. Batman denkt an die Ermordung seiner Eltern und Silver durchlebt die Angst um ihren Freund, wenn sie mit Batman/Bruce Wayne zusammen sein würde.

Batman: Dark Detective

Aber Bruce schafft es, das Gas aus der Höhle abzusaugen und sie überwinden ihre Ängste und erkennen, wie stark ihre Liebe noch ist und, dass sie bereit sind, für diese Liebe alles zu überwinden. Silver bleibt die Nacht über auf Wayne Manor und am nächsten Tag beginnen sie ihre gemeinsame Zukunft zu planen.

Batman: Dark Detective

Die Machenschaften vom Joker kann selbst Two-Face nicht tolerieren – schließlich war er ja mal Bezirksstaatsanwalt. Bei Doktor Double X hat Two-Face einen Klon von sich in Auftrag gegeben. Dieser Klon aber hat leider keine lange Lebensdauer, denn bei der Konfrontation Two-Face/Joker ermordet Joker ihn und Two-Face wird schwer verletzt und kommt ins Krankenhaus.

Batman: Dark Detective

Nicht wissend, wie die Situation zwischen Silver und Bruce ist, entführt Joker die vermeintliche Verlobte von seinem Kontrahenten im Wahlkampf um das Gouverneursamt. Inzwischen hatte Silver aber Gregory von ihr und Bruce erzählt, aber er liebt sie (natürlich) noch immer und auch er will den Kampf mit dem Joker aufnehmen. In Jokers Haus kommt es dann zum finalen Showdown. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als der Joker anfängt zu ahnen, dass Batman hier ist, nicht nur seinetwegen. Das Ende dieser Geschichte bedeutet leider aber auch das Ende der Beziehung Silver/Bruce.

Batman: Dark Detective

Seitdem Jerry Siegel und Joe Shuster die ersten waren, die für SUPERMAN sich im Jahre 1938 zusammentaten, wurden die besten Comics geschaffen, wenn Künstler zusammenarbeiteten und gemeinsam Werke schufen von atemberaubender Spannung und Schönheit. Ein solches Dream-Team sind auch Steve Englehart und Marshall Rogers. Beide arbeiteten auch schon gemeinsam mit vielen anderen Künstlern, aber wenn sie zusammen etwas schufen, dann schien jedes Mal eine bestimmte Form von Chemie ins Spiel zu kommen. Und nun taten sie sich wieder zusammen, um eine Geschichte über Batman zu erzählen und dem Batman-Mythos eine weitere interessante Facette abzugewinnen.

Batman: Dark Detective

Ein paar Hefte brauchten Englehart und Mashall nur um zu Legenden zu werden. Diese Fortsetzung vermag spielend wieder an alte Inhalte und Formen anzuknüpfen. Die Zeichnungen sind klar und sehr ausdrucksstark. Batman ist Bruce Wayne – verletzlich, menschlich, voller Gefühle, aber auch der Mann, der eine Mission hat. In der Zwischenzeit arbeiteten Englehart und Rogers an einer weiteren Fortsetzung von „Dark Detective“ (DD3), aber wie erst am 16.06.2007 zu erfahren war, hatte Rogers erst zwei Hefte vor seinem frühen und völlig unerwarteten Tod im März 2007 fertig gezeichnet. DC scheint es nicht angebracht, die Serie zu veröffentlichen, da es “die Story von Englehart und Rogers ist!“

Norbert Elbers


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