Schlagwort-Archive: Stranger Things

Hunters

Al Pacino spielt den Holocaust-Überlebenden Meyer Offerman, der im New York der 70er-Jahre einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Nazi-Jägern zusammengetrommelt hat. Das klingt eigentlich ganz vielversprechend und wurde laut Amazon Prime “inspiriert von wahren Begebenheiten“. Hinzu kommt noch der angesagte Regisseur Jordan Peele (Get Out) als Produzent, sowie allerlei Anspielung auf die Pop-Kultur.

Hunters

Angestrebt wurde anscheinend eine Mischung aus Inglourious Basterds und Stranger Things, doch Hunters enttäuscht auf ganzer Linie. Der Hauptgrund ist nicht, dass die Serie vom plakativ-blutigen und möglichst “originellen“ Abschlachten von Nazis (so wird eine Dusche zu einer “Gaskammer“ umgebaut) handelt.

Hunters

Völlig inakzeptabel wird Hunters, durch Rückblenden, die nicht nur ziemlich unbeholfen versuchen, den Holocaust darzustellen, sondern das ohnehin kaum darstellbare Grauen durch frei erfundene Horror-Szenen vermitteln wollen. Besonders misslungen ist eine Sequenz, die zeigt, wie sich jüdische KZ-Häftlinge als lebende Schachfiguren gegenseitig töten müssen.

Hunters

Wer die erste Staffel tatsächlich bis zur 10. Episode durchhält, wird mit gleich zwei völlig hirnrissigen überraschenden Enthüllungen “belohnt“, die darauf hoffen lassen, dass sich der ganze Blödsinn spätestens damit endgültig disqualifiziert hat.

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Stephen King: Das Institut

Wer vor der Lektüre eines Buches den Klappentext liest (ich gehöre nicht zu diesen Menschen) dürfte sich etwas wundern, denn auf den ersten Seiten des neuen Romans von Stephen King geht es nicht um den “paranormal veranlagten“ 11-jährigen Luke Ellis, dessen Eltern ermordet und der in eine seltsame Einrichtung entführt wird.

Stephen King: Das Institut

King erzählt im ersten Kapitel von Das Institut auf 60 Seiten entspannt und mitreißend vom ehemaligen Polizisten Tim Jamieson, der eigentlich von Tampa nach New York fliegen möchte, jedoch die Chance ergreift, als das FBI einen Platz in seiner Maschine beansprucht. Tim erhält dafür, dass er das Flugzeug verlässt 2.000 Dollar und bricht ohne Hast per Anhalter in Richtung New York auf. In der Kleinstadt DuPray bleibt er hängen, denn dort wird ein “Nachtklopfer“ („Night Knocker“) gesucht.

Stephen King: Das Institut

Wer erfahren möchte, was dies ist, sollte das Buch lesen. Doch natürlich sprechen noch weitere Gründe dafür. Dass eine ganze Horde hochbegabter Kinder die Hauptrollen im Buch spielen, mag mit dem Erfolg der Netflix-Serie Stranger Things zusammenhängen. Es könnte aber auch ein Angebot an Steven Spielberg sein, der immer wieder Filme mit Jugendlichen gedreht hat, endlich einmal einen King-Roman zu verfilmen.

Stephen King: Das Institut

Zwar dauert es ganz schön lange, bis im Roman endlich Tim Jamieson und Luke Ellis aufeinandertreffen, doch spannend ist “Das Institut“ auf alle Fälle. 750 Seiten wären für diese Geschichte allerdings nicht zwingend notwendig gewesen, doch ganz sicher schreibt Stephen King in einer Liga, in der ihn kein Lektor mehr bremsen kann und das hat ja nicht nur Nachteile.

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Stranger Things

Robert Kirkman und das Team, das aus seinem Comic The Walking Dead eine erfolgreiche Serie machte, erzählen eine (möglicherweise) nie enden wollende Zombie-Geschichte. Die Zwillinge Matt und Russ Duffer hingegen starteten 2016 auf Netflix eine Art unendliche Hommage an jene wundervollen Filme, die Steven Spielberg in den 80er-Jahren inszenierte und produzierte.

Stranger Things

Der rote Faden der noch recht düster gehaltenen ersten Staffel orientierte sich ohne Zweifel an E. T. – Der Außerirdische. Die Handlung spielt 1983 in der Kleinstadt Hawkins in Indiana. Dort verschwindet der 12-jährige Willy Byers. Seine Freunde Mike, Dustin und Lucas machen sich auf die Suche. Im Wald finden sie ein Mädchen mit kurzgeschorenen, Haare, das über paranormale Fähigkeiten verfügt. Da die Kleine auf dem Arm die Tätowierung 011 trägt, nennt das Trio sie “Elfie“ (Im Original: El) und versteckt sie vor den Erwachsenen…

Stranger Things

Geschickter noch als J. J. Abrams in Super 8  verarbeiten die Duffer-Brothers hier Elemente aus Filmen wie Poltergeist, Die Goonies oder John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt, die ungefähr genauso alt wie sie selber sind. Mit Winona Ryder in der Rolle von Royce Byers, der Mutter des verschollenen Jungen, wurde eine Darstellerin verpflichtet, deren Karriere Ende der 80er-Jahre mit Tim Burtons Beetlejuice startete. Als zweitwichtigster Erwachsener fungiert David Harbour (Hellboy: Call of Darkness) als Chief Hooper, wobei die Duffers hier die Namen von zwei Hauptfiguren aus Der weiße Hai kombinierten.

Stranger Things

Doch in erster Linie wird die Geschichte aus der Sicht eines von Staffel zu Staffel umfangreicher werdenden Ensemble von irrsinnig sympathischen Heranwachsenden erzählt. Diese werden nicht nur mit immer gigantischeren Monstern und Geheimlaboratorien konfrontiert, sondern auch mit den Wundern der zwischenmenschlichen Gefühle. Das alles ist so rasant, witzig, clever und zu Herzen gehend erzählt, dass der in der dritten Staffel an einer wichtigen Stelle geschmetterte Song The Neverending Story die Hoffnung weckt, dass die Duffers uns noch so lange wie möglich von seltsamen Dingen erzählen werden.

Stranger Things

Ein seltsames Ding ist, dass es bei uns noch keine DVD-Veröffentlichung von Stranger Things gibt, während in den USA bereits toll gestaltete Editionen der ersten drei Staffeln, teilweise in Form von Videocassetten, erschienen sind.

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